Kapitel 143: śatānīkacitrasenayuddhaṃ vṛṣasenadrupadayuddhaṃ prativindhyaduḥśāsanayuddhaṃ ca
Śatānīkas Duell mit Citrasena, Vṛṣasenas Sieg über Drupada und Prativindhyas Kampf mit Duḥśāsana
so 'petavarmā putras te virarāja bhṛśaṃ nṛpa utsṛjya kāle rājendra nirmokam iva pannagaḥ
Dein Sohn, o König, nun ohne Rüstung, erstrahlte gewaltig, o Fürst der Könige, wie eine Schlange, die zu gegebener Zeit ihre abgestreifte Haut verlässt.
Wort für Wort
saḥ apetavarmā putraḥ te
er, dein Sohn, ohne Rüstung (Nom. Sg., Adj. / Nom. Sg.)
virarāja bhṛśam nṛpa
er erstrahlte gewaltig, o König (3. Sg. Perf. / Adv. / Vok. Sg.)
utsṛjya kāle rājendra
zu gegebener Zeit abgeworfen habend, o Fürst der Könige (Absol. / Lok. Sg. / Vok. Sg.)
nirmokam iva pannagaḥ
wie eine Schlange die abgestreifte Haut (Vergleich, Akk. Sg. / Nom. Sg.)
sa chinnadhanvā viratho hatāśvo hatasārathiḥ āruroha rathaṃ tūrṇaṃ hārdikyasya mahātmanaḥ
Er, dessen Bogen zerschnitten war, ohne Wagen, mit erschlagenen Pferden und erschlagenem Wagenlenker, bestieg rasch den Wagen des hochgemuten Hārdikya (Kṛtavarman).
Wort für Wort
saḥ chinnadhanvā virathaḥ
er, dessen Bogen zerschnitten, ohne Wagen (Nom. Sg., Adj.)
hatāśvaḥ hatasārathiḥ
mit erschlagenen Pferden, mit erschlagenem Wagenlenker (Nom. Sg., Adj.)
āruroha ratham tūrṇam
er bestieg rasch den Wagen (3. Sg. Perf. / Akk. Sg. / Adv.)
Gegen Drupada aber, den großen Wagenkämpfer, der mit seinem Heer Droṇa zu erreichen suchte, stürmte Vṛṣasena rasch heran, dabei Pfeilhunderte niederregnen lassend.
Wort für Wort
drupadam sahānīkam
gegen Drupada, mit seinem Heer (Akk. Sg.)
droṇaprepsum mahāratham
der Droṇa zu erreichen suchte, den großen Wagenkämpfer (Akk. Sg., Adj.)
Yajñasena (Drupada) aber durchbohrte im Kampf den großen Wagenkämpfer, den Sohn Karṇas, mit sechzig Pfeilen an den Armen und in der Brust, o Makelloser.
Wort für Wort
yajñasenaḥ tu samare
Yajñasena (Drupada) aber im Kampf (Nom. Sg., Subjekt / Lok. Sg.)
karṇaputram mahāratham
den großen Wagenkämpfer, den Sohn Karṇas (Akk. Sg.)
ṣaṣṭyā śarāṇām vivyādha
er durchbohrte mit sechzig Pfeilen (Instr. Sg. / Gen. Pl. / 3. Sg. Perf.)
bāhvoḥ urasi ca anagha
an den Armen und in der Brust, o Makelloser (Lok. Du. / Lok. Sg. / Vok. Sg.)
Die beiden, an den Gliedern von Pfeilen getroffen, mit Pfeilstacheln bedeckt, erstrahlten im Kampf, o Großkönig, wie zwei Stachelschweine voller Stacheln.
Wort für Wort
tau ubhau śaranunnāṅgau
die beiden, an den Gliedern von Pfeilen getroffen (Nom. Du., Adj.)
śarakaṇṭakinau raṇe
mit Pfeilstacheln bedeckt, im Kampf (Nom. Du., Adj. / Lok. Sg.)
vyabhrājetām mahārāja
sie erstrahlten, o Großkönig (3. Du. Impf. Med. / Vok. Sg.)
śvāvidhau śalalaiḥ iva
wie zwei Stachelschweine voller Stacheln (Vergleich, Nom. Du. / Instr. Pl.)
Mit gold befiederten, geradspitzigen Pfeilen an ihrer Körperhülle zerschnitten, von Blutströmen durchnässt, erstrahlten die beiden in der großen Schlacht.
Wort für Wort
rukmapuṅkhaiḥ ajihmāgraiḥ śaraiḥ
mit gold befiederten, geradspitzigen Pfeilen (Instr. Pl.)
chinnatanucchadau
an der Körperhülle zerschnitten (Nom. Du., Adj.)
rudhiraughapariklinnau
von Blutströmen durchnässt (Nom. Du., Adj.)
vyabhrājetām mahāmṛdhe
sie erstrahlten in der großen Schlacht (3. Du. Impf. Med. / Lok. Sg.)
Vṛṣasena, o König, durchbohrte Drupada mit neun Pfeilen und durchbohrte ihn dann weiter mit siebzig, und erneut mit drei weiteren Pfeilen. [Der Apparat ergänzt: Von Vṛṣasenas Pfeilen bedrängt, wich der Herr der Erde zurück.]
Wort für Wort
vṛṣasenaḥ tataḥ rājan
Vṛṣasena, dann, o König (Nom. Sg. / Adv. / Vok. Sg.)
navabhiḥ drupadam śaraiḥ viddhvā
Drupada mit neun Pfeilen durchbohrt habend (Instr. Pl. / Akk. Sg. / Absol.)
vivyādha saptatyā
er durchbohrte mit siebzig (3. Sg. Perf. / Instr. Sg.)
punaḥ ca anyaiḥ tribhiḥ śaraiḥ
und erneut mit drei weiteren Pfeilen (Adv. / Instr. Pl.)
vṛṣasenaśaraiḥ nunnaḥ
von Vṛṣasenas Pfeilen bedrängt (Instr. Pl. / Nom. Sg., Part.)
vyapayāsīt mahīpatiḥ
der Herr der Erde wich zurück (3. Sg. Aor. / Nom. Sg.)
[Anm.: Das Pāda 019d*1181_01 ist im Apparat überliefert und im Haupttext nicht enthalten; es hält ausdrücklich fest, dass Drupada dem Pfeilhagel wich, was der Haupttext nur implizit lässt.]
Da erstrahlte der Sohn Karṇas (Vṛṣasena), o Großkönig, während er tausendfach Pfeile entsandte, wie eine regnende Wolke. [Der Apparat ergänzt ausführlich: Drupada aber zerschnitt daraufhin, zornentbrannt, Vṛṣasenas Bogen mit einem gelben, scharfen Bhalla-Pfeil in zwei Teile. Er (Vṛṣasena) ergriff einen anderen Bogen, neu, fest, mit Gold gebunden, zog aus seinem Köcher einen makellosen, gelben, scharfen, festen Bhalla-Pfeil, legte ihn auf den Bogen, zielte sorgfältig auf Drupada und entsandte ihn, bis zum Ohr gespannt, alle Somakas in Schrecken versetzend. Er durchbohrte dessen Herz und drang in den Erdboden ein. Der König (Drupada), von Vṛṣasenas Pfeil getroffen, verfiel in Ohnmacht; sein Wagenlenker führte ihn fort, eingedenk der Pflicht eines Wagenlenkers. Als jener große Wagenkämpfer der Pāñcālas so gebrochen war, o Fürst der Könige -]
Wort für Wort
tataḥ karṇaputraḥ mahārāja
da der Sohn Karṇas, o Großkönig (Adv. / Nom. Sg. / Vok. Sg.)
śarasahasrāṇi vimuñcan vibabhau
tausendfach Pfeile entsendend, erstrahlte er (Akk. Pl. / Nom. Sg. Part. / 3. Sg. Perf.)
varṣamāṇaḥ iva ambudaḥ
wie eine regnende Wolke (Vergleich, Nom. Sg. Part. / Nom. Sg.)
Vṛṣasenas Bogen zerschnitt er in zwei Teile (Gen. Sg. / Akk. Sg. / Adv. / 3. Sg. Perf.)
bhallena pītena niśitena
mit einem gelben, scharfen Bhalla-Pfeil (Instr. Sg.)
saḥ anyat kārmukam ādāya
er, einen anderen Bogen ergriffen habend (Nom. Sg. / Akk. Sg. / Absol.)
rukmabaddham navam dṛḍham
mit Gold gebunden, neu, fest (Akk. Sg., Adj.)
tūṇāt ākṛṣya bhallam
aus dem Köcher einen Bhalla-Pfeil gezogen habend (Abl. Sg. / Absol. / Akk. Sg.)
kārmuke yojayitvā drupadam saṃnirīkṣya
auf den Bogen gelegt und Drupada anvisiert habend (Absol. / Absol.)
ākarṇapūrṇam mumuce
bis zum Ohr gespannt entsandte er ihn (Akk. Sg., Adj. / 3. Sg. Impf. Med.)
trāsayan sarvasomakān
alle Somakas erschreckend (Nom. Sg. Part. / Akk. Pl.)
hṛdayam tasya bhittvā
dessen Herz durchbohrt habend (Akk. Sg. / Absol.)
jagāma vasudhātalam
er drang in den Erdboden ein (3. Sg. Perf. / Akk. Sg.)
kaśmalam prāviśat rājā
in Ohnmacht verfiel der König (Akk. Sg. / 3. Sg. Impf. / Nom. Sg.)
vṛṣasenaśarāhataḥ
von Vṛṣasenas Pfeil getroffen (Nom. Sg., Adj.)
sārathiḥ tam apovāha
der Wagenlenker führte ihn fort (Nom. Sg. / Akk. Sg. / 3. Sg. Impf.)
smaran sārathiceṣṭitam
eingedenk der Pflicht eines Wagenlenkers (Nom. Sg. Part. / Akk. Sg.)
tasmin mahārathe prabhagne
als jener große Wagenkämpfer gebrochen war (Lok. Abs.)
pāñcālānām rājendra
der Pāñcālas, o Fürst der Könige (Gen. Pl. / Vok. Sg.)
[Anm.: Die Pādas 020d*1182_01 bis *1182_10 sind ein ausführliches, im Apparat überliefertes Zwischenstück, das im Haupttext fehlt; es schildert detailliert, wie Drupada Vṛṣasenas Bogen zerschneidet, dieser jedoch mit einem neuen Bogen und Pfeil zurückschlägt und Drupada schwer verwundet - eine Steigerung gegenüber dem knappen Haupttext, der nur andeutet, dass Drupada zurückweicht. Es wird hier der Vollständigkeit halber mitübersetzt; der Satz bricht grammatisch am Einschub-Ende ab und geht nahtlos in Vers 21 über.]
Während Prativindhya im Kampf eine schwer vollbringbare Tat vollbrachte - dem Apparat zufolge priesen ihn die großen Wagenkämpfer in deinem Heer, o Großkönig -, durchbohrte ihn Duḥśāsana mit drei Pfeilen an der Stirn.
Wort für Wort
prativindhyam tu samare
Prativindhya aber im Kampf (Akk. Sg. / Lok. Sg.)
kurvāṇam karma duṣkaram
eine schwer vollbringbare Tat vollbringend (Akk. Sg. Part. / Akk. Sg.)
apūjayan mahārāja
sie priesen, o Großkönig (3. Pl. Impf. / Vok. Sg.)
tava sainye mahārathāḥ
die großen Wagenkämpfer in deinem Heer (Gen. Sg. / Lok. Sg. / Nom. Pl.)
duḥśāsanaḥ tribhiḥ bāṇaiḥ
Duḥśāsana mit drei Pfeilen (Nom. Sg. / Instr. Pl.)
lalāṭe samavidhyata
er durchbohrte ihn an der Stirn (Lok. Sg. / 3. Sg. Impf. Med.)
[Anm.: Das Pāda 031b*1183_01 ist im Apparat überliefert und im Haupttext nicht enthalten; es ergänzt, dass sogar Krieger im gegnerischen (kauravischen) Heer Prativindhyas Leistung anerkannten, bevor Duḥśāsana ihn dennoch verwundet.]
Mit einem Kṣurapra-Pfeil zerschnitt er (Duḥśāsana) dessen Bogen, wie mit geübter Hand; dann quälte er ihn, dessen Bogen zerschnitten war, mit zehn Bhalla-Pfeilen weiter.
Wort für Wort
kṣurapreṇa dhanuḥ tasya
mit einem Kṣurapra-Pfeil dessen Bogen (Instr. Sg. / Akk. Sg. / Gen. Sg.)
ciccheda kṛtahastavat
er zerschnitt, wie mit geübter Hand (3. Sg. Perf. / Adv.)
atha enam daśabhiḥ bhallaiḥ
dann ihn mit zehn Bhalla-Pfeilen (Akk. Sg. / Instr. Pl.)
chinnadhanvānam ārdayat
den, dessen Bogen zerschnitten war, quälte er weiter (Akk. Sg., Adj. / 3. Sg. Impf.)