Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Droṇaparva

Kapitel 50 Arjunas Rückkehr und die Klage um Abhimanyu

Das Kapitel setzt unmittelbar nach dem Ende von Kap.49 ein: Dhṛtarāṣṭra fragt Saṃjaya (äußere Rahmenhandlung, hier wie durchgehend in diesem Werk unmarkiert, ohne CQ-Zeichen, da CQ nur für benannte Redner-Rede INNERHALB von Saṃjayas Erzählung steht), was die Pāṇḍavas nach Abhimanyus Tod und Vyāsas Weggang taten. Saṃjaya berichtet: Arjuna kehrt nach dem Sieg über die Saṃśaptakas bei Sonnenuntergang zum Lager zurück, von bösen Vorzeichen geplagt; er äußert Kṛṣṇa gegenüber seine Angst (CQ-Region 1), wird von Kṛṣṇa beruhigt (CQ-Region 2). Im Lager angekommen, bemerkt er die düstere Stimmung und hält eine lange, sich zur Totenklage steigernde Rede (CQ-Region 3) — zunächst Fragen nach Abhimanyus Schicksal, dann eine ausgedehnte Aufzählung seiner Vorzüge, dann die Vision seines gefallenen Leichnams, schließlich Zorn auf die Krieger, die ihn nicht beschützt hätten (darin eingebettet zwei SQ-Zitate: Abhimanyus imaginierter Sterberuf und Yuyutsus Vorwurf an die Kauravas). Kṛṣṇa tröstet ihn mit einer Lehrrede über den unausweichlichen Heldentod und die Vergänglichkeit alles Lebendigen (CQ-Region 4, mit der bekannten 'kālo grasati'-Passage). Beruhigt bittet Arjuna seine Brüder, ihm zu berichten, wie Abhimanyu fiel, und wendet sich in Zorn gegen die Krieger, die ihn nicht beschützt hätten (CQ-Region 5). Das Kapitel endet damit, dass niemand außer Kṛṣṇa und Yudhiṣṭhira es wagt, ihn anzusprechen, und Yudhiṣṭhira das Wort ergreift — der Übergang zu Kap.51 (Yudhiṣṭhiras Bericht).

atha saṃśaptakaiḥ sārdhaṃ yudhyamāne dhanaṃjaye abhimanyau hate cāpi bāle balavatāṃ vare maharṣisattame yāte vyāse sa tu yudhiṣṭhiraḥ pāṇḍavāḥ kim athākārṣuḥ śokopahatacetasaḥ kathaṃ saṃśaptakebhyo vā nivṛtto vānaradhvajaḥ kena vā kathitas tasya praśāntaḥ sutapāvakaḥ etan me śaṃsa tattvena sarvam eveha saṃjaya

Dhṛtarāṣṭra sprach: Als nun, während Dhanaṃjaya mit den Saṃśaptakas kämpfte, der Knabe Abhimanyu, der Beste der Starken, erschlagen war, und der Beste der großen Weisen, Vyāsa, gegangen war — was taten da Yudhiṣṭhira und die Pāṇḍavas, ihres Sinnes von Kummer geschlagen? Wie kehrte der Affenbanner-Träger [Arjuna] von den Saṃśaptakas zurück? Und von wem wurde ihm berichtet, dass sein Sohn erloschen war wie ein Feuer? Dies alles sage mir hier wahrheitsgemäß, Saṃjaya.

Wort für Wort
atha saṃśaptakaiḥ sārdhaṃ
als, mit den Saṃśaptakas zusammen (Adv. + Instr.Pl. + Postp.)
yudhyamāne dhanaṃjaye
während Dhanaṃjaya kämpfte (Lok.Sg.Ptz. + Lok.Sg.)
abhimanyau hate cāpi
und auch als Abhimanyu erschlagen war (Lok.Sg. + Lok.Sg.Ptz. + Konj.+Partikel)
bāle balavatāṃ vare
der Knabe, der Beste der Starken (Lok.Sg. + Gen.Pl. + Lok.Sg.)
maharṣisattame yāte
als der Beste der großen Weisen gegangen war (Lok.Sg.Kompositum + Lok.Sg.Ptz.)
vyāse sa tu yudhiṣṭhiraḥ
Vyāsa — was tat da Yudhiṣṭhira (Lok.Sg. + Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
pāṇḍavāḥ kim athākārṣuḥ
was taten die Pāṇḍavas da (Nom.Pl. + Akk.Sg. + Adv.+3.Pl.Aor.)
śokopahatacetasaḥ
ihres Sinnes von Kummer geschlagen (Nom.Pl.Kompositum)
kathaṃ saṃśaptakebhyo vā
wie, von den Saṃśaptakas, oder (Adv. + Abl.Pl. + Partikel)
nivṛtto vānaradhvajaḥ
kehrte zurück der Affenbanner-Träger (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Kompositum)
kena vā kathitas tasya
und von wem wurde ihm berichtet (Instr.Sg. + Partikel + Nom.Sg.Ptz. + Gen.Sg.)
praśāntaḥ sutapāvakaḥ
dass sein Sohnesfeuer erloschen war (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Kompositum)
etan me śaṃsa tattvena
dies sage mir wahrheitsgemäß (Akk.Sg. + Dat.Sg. + Imp.2.Sg. + Instr.Sg.)
sarvam eveha saṃjaya
alles hier, Saṃjaya (Akk.Sg. + Partikel+Adv. + Vok.Sg.)

[Anm.: Dieses Kapitel schließt unmittelbar an das Ende von Kap.49 an. Die einleitenden Verse (008_0343_01-14, hier Einheiten 1-2) sind ein apparatbedingter Einschub vor dem eigentlich gezählten Vers 07,050.001 und bilden die äußere Rahmenhandlung Dhṛtarāṣṭra/Saṃjaya; diese bleibt, wie im ganzen Werk, ohne CQ-Markierung — CQ steht nur für benannte Rede INNERHALB von Saṃjayas Bericht.]

śṛṇu rājan yathā tebhyo nivṛttaḥ kṛṣṇasārathiḥ tataḥ sarvāṇi sainyāni dahan kṛṣṇagatir yathā saṃprayāte 'stam āditye saṃdhyākāla upasthite āyātasyātmaśibiraṃ nimittair aghaśaṃsibhiḥ yac cāsīn mānasaṃ tasya yac ca kṛṣṇena bhāṣitam yathā ca kathitas tasya nihataḥ sutapāvakaḥ vistareṇaiva me sarvaṃ bruvataḥ śṛṇu māriṣa

Saṃjaya sprach: Höre, o König, wie der mit Kṛṣṇa als Wagenlenker [Arjuna] von ihnen zurückkehrte — wie er dann, alle Heerscharen verbrennend, [dahinzog] wie der Weg des Feuers; wie, als die Sonne unterging und die Dämmerungszeit anbrach, er, in sein eigenes Lager gekommen, durch unheilkündende Vorzeichen [beunruhigt wurde]; was in seinem Sinn war, und was Kṛṣṇa zu ihm sprach; und wie ihm berichtet wurde, dass sein Sohn erloschen war wie ein Feuer — all dies höre ausführlich von mir erzählt, Verehrungswürdiger.

Wort für Wort
śṛṇu rājan yathā tebhyo
höre, o König, wie von ihnen (Imp.2.Sg. + Vok.Sg. + Adv. + Abl.Pl.)
nivṛttaḥ kṛṣṇasārathiḥ
zurückkehrte der mit Kṛṣṇa als Wagenlenker (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Kompositum)
tataḥ sarvāṇi sainyāni
dann alle Heerscharen (Adv. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
dahan kṛṣṇagatir yathā
verbrennend, wie der Weg des Dunklen (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Kompositum + Adv.)
saṃprayāte 'stam āditye
als die Sonne unterging (Lok.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
saṃdhyākāla upasthite
als die Dämmerungszeit anbrach (Lok.Sg.Kompositum + Lok.Sg.Ptz.)
āyātasyātmaśibiraṃ
der zu seinem eigenen Lager gekommen war (Gen.Sg.Ptz. + Akk.Sg.Kompositum)
nimittair aghaśaṃsibhiḥ
durch unheilkündende Vorzeichen (Instr.Pl. + Instr.Pl.Kompositum)
yac cāsīn mānasaṃ tasya
und was in seinem Sinn war (Akk.Sg. + Konj.+3.Sg.Impf. + Nom.Sg. + Gen.Sg.)
yac ca kṛṣṇena bhāṣitam
und was von Kṛṣṇa gesprochen wurde (Akk.Sg. + Konj. + Instr.Sg. + Akk.Sg.Ptz.)
yathā ca kathitas tasya
und wie ihm berichtet wurde (Adv. + Konj. + Nom.Sg.Ptz. + Gen.Sg.)
nihataḥ sutapāvakaḥ
dass sein Sohnesfeuer erloschen war (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Kompositum)
vistareṇaiva me sarvaṃ
all dies ausführlich von mir (Instr.Sg.+Partikel + Instr.Sg. + Akk.Sg.)
bruvataḥ śṛṇu māriṣa
erzählt, höre, Verehrungswürdiger (Gen.Sg.Ptz. + Imp.2.Sg. + Vok.Sg.)

[Anm.: 'kṛṣṇagatir yathā' ('wie der Weg/Gang des Dunklen') bleibt in der genauen Bezugnahme unsicher [?] — hier, passend zum vorausgehenden 'dahan' ('verbrennend'), als Anspielung auf Agni (das Feuer, dessen Pfad im Epos gelegentlich als 'dunkel' bezeichnet wird) gedeutet.]

tasminn ahani nirvṛtte ghore prāṇabhṛtāṃ kṣaye āditye 'staṃgate śrīmān saṃdhyākāla upasthite vyapayāteṣu sainyeṣu vāsāya bharatarṣabha hatvā saṃśaptakavrātān divyair astraiḥ kapidhvajaḥ prāyāt svaśibiraṃ jiṣṇur jaitram āsthāya taṃ ratham

Als jener Tag, an dem furchtbare Vernichtung der Lebewesen geschah, zu Ende gegangen war, als die Sonne unterging, der glanzvolle, und die Dämmerungszeit anbrach — da, Stier der Bharatas, zog sich [der Affenbanner-Träger], nachdem die Heere sich zur Nachtruhe zurückgezogen hatten, zurück: der Affenbanner-Träger, der die Scharen der Saṃśaptakas mit himmlischen Waffen erschlagen hatte — Jiṣṇu [Arjuna, der Siegreiche] fuhr, jenen siegreichen Wagen besteigend, zu seinem eigenen Lager.

Wort für Wort
tasminn ahani nirvṛtte
als jener Tag zu Ende gegangen war (Lok.Sg. + Lok.Sg. + Lok.Sg.Ptz.)
ghore prāṇabhṛtāṃ kṣaye
an dem furchtbare Vernichtung der Lebewesen [geschah] (Lok.Sg. + Gen.Pl.Kompositum + Lok.Sg.)
āditye 'staṃgate śrīmān
als die Sonne unterging, der glanzvolle (Lok.Sg. + Lok.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Kompositum)
saṃdhyākāla upasthite
als die Dämmerungszeit anbrach (Lok.Sg.Kompositum + Lok.Sg.Ptz.)
vyapayāteṣu sainyeṣu
als die Heere sich zurückgezogen hatten (Lok.Pl.Ptz. + Lok.Pl.)
vāsāya bharatarṣabha
zur Nachtruhe, Stier der Bharatas (Dat.Sg. + Vok.Sg.Kompositum)
hatvā saṃśaptakavrātān
die Scharen der Saṃśaptakas erschlagen habend (Ger. + Akk.Pl.Kompositum)
divyair astraiḥ kapidhvajaḥ
mit himmlischen Waffen, der Affenbanner-Träger (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Nom.Sg.Kompositum)
prāyāt svaśibiraṃ jiṣṇur
zog Jiṣṇu zu seinem eigenen Lager (3.Sg.Impf. + Akk.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
jaitram āsthāya taṃ ratham
jenen siegreichen Wagen besteigend (Akk.Sg. + Ger. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)

gacchann eva ca govindaṃ sannakaṇṭho 'bhyabhāṣata kiṃ nu me hṛdayaṃ trastaṃ vākyaṃ sajjati keśava

Und schon während der Fahrt sprach er, die Stimme gesenkt, zu Govinda: „Was nur ist mein Herz so erschrocken — [warum] stockt mir das Wort, Keśava?

Wort für Wort
gacchann eva ca govindaṃ
und noch während er fuhr, zu Govinda (Nom.Sg.Ptz. + Partikel + Konj. + Akk.Sg.)
sannakaṇṭho 'bhyabhāṣata
die Stimme gesenkt, sprach er (Nom.Sg.Kompositum + 3.Sg.Impf.Med.)
kiṃ nu me hṛdayaṃ trastaṃ
was nur ist mein Herz erschrocken (Nom.Sg. + Partikel + Gen.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
vākyaṃ sajjati keśava
stockt das Wort, Keśava (Nom.Sg. + 3.Sg.Präs. + Vok.Sg.)

[Anm.: Hier beginnt, mit 'gacchann eva ca govindaṃ sannakaṇṭho 'bhyabhāṣata' als einleitender Erzählerrede, CQ-Region 1 — Arjunas Unheilsahnung, an Kṛṣṇa gerichtet.]

spandanti cāpy aniṣṭāni gātraṃ sīdati cācyuta aniṣṭaṃ caiva me śliṣṭaṃ hṛdayān nāpasarpati bhuvi yad dikṣu cāpy ugrā utpātās trāsayanti mām bahuprakārā dṛśyante sarva evāghaśaṃsinaḥ api svasti bhaved rājñaḥ sāmātyasya guror mama

Und auch unheilvolle [Zeichen] zucken [an meinem Leib], und der Körper sinkt mir hin, Acyuta; und ein unheilvolles Gefühl haftet an mir, weicht nicht von meinem Herzen — auf der Erde wie in den Himmelsrichtungen ängstigen mich furchtbare Vorzeichen. Mannigfacher Art zeigen sie sich, allesamt Unheil verkündend — möge es doch dem König [Yudhiṣṭhira] wohl ergehen, samt seinen Ministern, und meinem Lehrer [Guru, wohl ebenfalls auf Yudhiṣṭhira oder allgemein die Älteren bezogen].“

Wort für Wort
spandanti cāpy aniṣṭāni
und auch unheilvolle [Zeichen] zucken (3.Pl.Präs. + Konj.+Partikel + Nom.Pl.)
gātraṃ sīdati cācyuta
und der Körper sinkt hin, Acyuta (Nom.Sg. + 3.Sg.Präs. + Konj.+Vok.Sg.)
aniṣṭaṃ caiva me śliṣṭaṃ
und ein unheilvolles [Gefühl] haftet an mir (Nom.Sg. + Konj.+Partikel + Gen.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
hṛdayān nāpasarpati
weicht nicht vom Herzen (Abl.Sg. + Neg.+3.Sg.Präs.)
bhuvi yad dikṣu cāpy
auf der Erde, was auch in den Himmelsrichtungen (Lok.Sg. + Nom.Pl. + Lok.Pl. + Konj.+Partikel)
ugrā utpātās trāsayanti mām
furchtbare Vorzeichen ängstigen mich (Nom.Pl. + Nom.Pl. + 3.Pl.Präs.Kaus. + Akk.Sg.)
bahuprakārā dṛśyante
mannigfacher Art zeigen sie sich (Nom.Pl.Kompositum + 3.Pl.Präs.Pass.)
sarva evāghaśaṃsinaḥ
allesamt Unheil verkündend (Nom.Pl. + Partikel+Nom.Pl.Kompositum)
api svasti bhaved rājñaḥ
möge es dem König doch wohl ergehen (Partikel + Nom.Sg. + 3.Sg.Opt. + Gen.Sg.)
sāmātyasya guror mama
samt seinen Ministern, meinem Lehrer (Gen.Sg.Kompositum + Gen.Sg. + Gen.Sg.)

[Anm.: 'guror mama' ('meinem Lehrer/Älteren') bleibt in der Bezugnahme unsicher [?] — möglicherweise Yudhiṣṭhira selbst nochmals apostrophiert, möglicherweise ein weiterer, nicht näher genannter Älterer im Lager.]

vyaktaṃ śivaṃ tava bhrātuḥ sāmātyasya bhaviṣyati mā śucaḥ kiṃ cid evānyat tatrāniṣṭaṃ bhaviṣyati

Vāsudeva sprach: „Gewiss wird es deinem Bruder samt seinen Ministern wohl ergehen; gräme dich nicht — nichts weiteres Unheilvolles wird dort geschehen.“

Wort für Wort
vyaktaṃ śivaṃ tava bhrātuḥ
gewiss wird es deinem Bruder wohl ergehen (Adv. + Nom.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)
sāmātyasya bhaviṣyati
samt seinen Ministern (Gen.Sg.Kompositum + 3.Sg.Fut.)
mā śucaḥ kiṃ cid evānyat
gräme dich nicht, nichts weiteres (Neg. + 2.Sg.Aor.Inj. + Nom.Sg. + Partikel + Partikel+Nom.Sg.)
tatrāniṣṭaṃ bhaviṣyati
wird dort Unheilvolles geschehen (Adv.+Nom.Sg. + 3.Sg.Fut.)

[Anm.: Hier schließt sich CQ-Region 1 (Arjunas Frage, Einheit 5) und öffnet und schließt zugleich CQ-Region 2 — Kṛṣṇas kurze Beruhigung.]

tataḥ saṃdhyām upāsyaiva vīrau vīrāvasādane kathayantau raṇe vṛttaṃ prayātau ratham āsthitau tataḥ svaśibiraṃ prāptau hatānandaṃ hatatviṣam vāsudevo 'rjunaś caiva kṛtvā karma suduṣkaram

Dann, nachdem die beiden Helden an jenem Ort des Heldenuntergangs die Dämmerungsandacht verrichtet hatten, fuhren sie, auf dem Wagen sitzend, über das im Kampf Geschehene sprechend; da gelangten Vāsudeva und Arjuna, nachdem sie ein überaus schwieriges Werk vollbracht hatten, zu ihrem eigenen Lager, [dessen] Freude erloschen, [dessen] Glanz erloschen.

Wort für Wort
tataḥ saṃdhyām upāsyaiva
dann, die Dämmerungsandacht verrichtet habend (Adv. + Akk.Sg. + Ger.+Partikel)
vīrau vīrāvasādane
die beiden Helden am Ort des Heldenuntergangs (Nom.Du. + Lok.Sg.Kompositum)
kathayantau raṇe vṛttaṃ
über das im Kampf Geschehene sprechend (Nom.Du.Ptz. + Lok.Sg. + Akk.Sg.Ptz.)
prayātau ratham āsthitau
fahrend, den Wagen besteigend (Nom.Du.Ptz. + Akk.Sg. + Nom.Du.Ptz.)
tataḥ svaśibiraṃ prāptau
dann zu ihrem eigenen Lager gelangt (Adv. + Akk.Sg.Kompositum + Nom.Du.Ptz.)
hatānandaṃ hatatviṣam
dessen Freude erloschen, dessen Glanz erloschen (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
vāsudevo 'rjunaś caiva
Vāsudeva und Arjuna (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Konj.+Partikel)
kṛtvā karma suduṣkaram
ein überaus schwieriges Werk vollbracht habend (Ger. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)

dhvastākāraṃ samālakṣya śibiraṃ paravīrahā bībhatsur abravīt kṛṣṇam asvasthahṛdayas tataḥ

Als der Feindeshelden-Vernichter [Arjuna] das Lager mit zerstörter [d.h. verstörter, trostloser] Erscheinung bemerkte, sprach Bībhatsu, unruhigen Herzens, da zu Kṛṣṇa:

Wort für Wort
dhvastākāraṃ samālakṣya
die zerstörte Erscheinung bemerkt habend (Akk.Sg.Kompositum + Ger.)
śibiraṃ paravīrahā
das Lager, der Feindeshelden-Vernichter (Akk.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
bībhatsur abravīt kṛṣṇam
Bībhatsu sprach zu Kṛṣṇa (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)
asvasthahṛdayas tataḥ
unruhigen Herzens, da (Nom.Sg.Kompositum + Adv.)

[Anm.: Ab hier (Einheit 9) beginnt CQ-Region 3 — Arjunas lange, sich zur Totenklage steigernde Rede, die durch das ganze restliche Kapitel hindurch anhält (mit zwei eingebetteten SQ-Zitaten) und erst in Einheit 36 schließt.]

nādya nandanti tūryāṇi maṅgalyāni janārdana miśrā dundubhinirghoṣaiḥ śaṅkhāś cāḍambaraiḥ saha vīṇā vā nādya vādyante śamyātālasvanaiḥ saha maṅgalyāni ca gītāni na gāyanti paṭhanti ca stutiyuktāni ramyāṇi mamānīkeṣu bandinaḥ

„Heute erklingen nicht die verheißungsvollen Instrumente, Janārdana, gemischt mit dem Dröhnen der Pauken, noch die Muscheltrompeten mit ihrem Schallgetöse; auch die Vīṇās werden heute nicht gespielt, mit Klang von Taktstab und Zimbeln; und verheißungsvolle Lieder singen und rezitieren meine Barden in meinen Heerscharen nicht, lobpreisende, liebliche [Lieder].

Wort für Wort
nādya nandanti tūryāṇi
heute erklingen nicht die Instrumente (Neg.+Adv. + 3.Pl.Präs. + Nom.Pl.)
maṅgalyāni janārdana
verheißungsvollen, Janārdana (Nom.Pl. + Vok.Sg.)
miśrā dundubhinirghoṣaiḥ
gemischt mit dem Dröhnen der Pauken (Nom.Pl. + Instr.Pl.Kompositum)
śaṅkhāś cāḍambaraiḥ saha
und die Muscheltrompeten mit Schallgetöse (Nom.Pl. + Konj.+Instr.Pl. + Postp.)
vīṇā vā nādya vādyante
auch die Vīṇās werden heute nicht gespielt (Nom.Pl. + Partikel + Neg.+Adv. + 3.Pl.Präs.Pass.)
śamyātālasvanaiḥ saha
mit Klang von Taktstab und Zimbeln (Instr.Pl.Kompositum + Postp.)
maṅgalyāni ca gītāni
und verheißungsvolle Lieder (Akk.Pl. + Konj. + Akk.Pl.)
na gāyanti paṭhanti ca
singen und rezitieren nicht (Neg. + 3.Pl.Präs. + 3.Pl.Präs. + Konj.)
stutiyuktāni ramyāṇi
lobpreisende, liebliche (Akk.Pl.Kompositum + Akk.Pl.)
mamānīkeṣu bandinaḥ
meine Barden in meinen Heerscharen (Gen.Sg.+Lok.Pl.Kompositum + Nom.Pl.)

yodhāś cāpi hi māṃ dṛṣṭvā nivartante hy adhomukhāḥ karmāṇi ca yathāpūrvaṃ kṛtvā nābhivadanti mām api svasti bhaved adya bhrātṛbhyo mama mādhava na hi śudhyati me bhāvo dṛṣṭvā svajanam ākulam

Und auch die Krieger, sobald sie mich erblicken, wenden sich ab, das Gesicht gesenkt; und nachdem sie ihre Pflichten wie zuvor verrichtet haben, begrüßen sie mich nicht. Möge es doch heute meinen Brüdern wohl ergehen, Mādhava — denn mein Gemüt wird nicht ruhig, da ich die Meinigen verstört sehe.

Wort für Wort
yodhāś cāpi hi māṃ dṛṣṭvā
und auch die Krieger, mich erblickt habend (Nom.Pl. + Konj.+Partikel + Partikel + Akk.Sg. + Ger.)
nivartante hy adhomukhāḥ
wenden sich fürwahr ab, das Gesicht gesenkt (3.Pl.Präs.Med. + Partikel + Nom.Pl.Kompositum)
karmāṇi ca yathāpūrvaṃ
und die Pflichten wie zuvor (Akk.Pl. + Konj. + Adv.)
kṛtvā nābhivadanti mām
verrichtet habend, begrüßen sie mich nicht (Ger. + Neg.+3.Pl.Präs. + Akk.Sg.)
api svasti bhaved adya
möge es heute doch wohl ergehen (Partikel + Nom.Sg. + 3.Sg.Opt. + Adv.)
bhrātṛbhyo mama mādhava
meinen Brüdern, Mādhava (Dat.Pl. + Gen.Sg. + Vok.Sg.)
na hi śudhyati me bhāvo
denn mein Gemüt wird nicht rein/ruhig (Neg. + Partikel + 3.Sg.Präs. + Gen.Sg. + Nom.Sg.)
dṛṣṭvā svajanam ākulam
da ich die Meinigen verstört sehe (Ger. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)

api pāñcālarājasya virāṭasya ca mānada sarveṣāṃ caiva yodhānāṃ sāmagryaṃ syān mamācyuta na ca mām adya saubhadraḥ prahṛṣṭo bhrātṛbhiḥ saha raṇād āyāntam ucitaṃ pratyudyāti hasann iva

Ist es wohl auch dem Pāñcāla-König [Drupada] und Virāṭa, o Ehrengeber, und sind auch alle meine Krieger wohlbehalten, Acyuta? Und heute kommt Saubhadra [Abhimanyu] mir nicht, hocherfreut, zusammen mit seinen Brüdern, wie gewohnt entgegen, wenn ich vom Kampf zurückkehre, gleichsam lächelnd.

Wort für Wort
api pāñcālarājasya
auch dem Pāñcāla-König (Partikel + Gen.Sg.Kompositum)
virāṭasya ca mānada
und Virāṭa, o Ehrengeber (Gen.Sg. + Konj. + Vok.Sg.Kompositum)
sarveṣāṃ caiva yodhānāṃ
und auch aller Krieger (Gen.Pl. + Konj.+Partikel + Gen.Pl.)
sāmagryaṃ syān mamācyuta
möge Wohlbefinden sein, mein Acyuta (Nom.Sg. + 3.Sg.Opt. + Gen.Sg.+Vok.Sg.)
na ca mām adya saubhadraḥ
und heute [kommt] mir nicht Saubhadra (Neg. + Konj. + Akk.Sg. + Adv. + Nom.Sg.)
prahṛṣṭo bhrātṛbhiḥ saha
hocherfreut, zusammen mit den Brüdern (Nom.Sg.Ptz. + Instr.Pl. + Postp.)
raṇād āyāntam ucitaṃ
mir, vom Kampf zurückkehrend, wie gewohnt (Abl.Sg. + Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
pratyudyāti hasann iva
entgegen, gleichsam lächelnd (3.Sg.Präs. + Nom.Sg.Ptz. + Vergl.-Partikel)

evaṃ saṃkathayantau tau praviṣṭau śibiraṃ svakam dadṛśāte bhṛśāsvasthān pāṇḍavān naṣṭacetasaḥ dṛṣṭvā bhrātṝṃś ca putrāṃś ca vimanā vānaradhvajaḥ apaśyaṃś caiva saubhadram idaṃ vacanam abravīt

So miteinander sprechend, traten die beiden in ihr eigenes Lager ein; sie sahen die Pāṇḍavas heftig beunruhigt, ihres Sinnes beraubt. Als der Affenbanner-Träger [Arjuna] seine Brüder und Söhne sah, war er betrübten Sinnes; und da er Saubhadra nicht sah, sprach er dieses Wort:

Wort für Wort
evaṃ saṃkathayantau tau
so miteinander sprechend, die beiden (Adv. + Nom.Du.Ptz. + Nom.Du.)
praviṣṭau śibiraṃ svakam
traten ein in ihr eigenes Lager (Nom.Du.Ptz. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
dadṛśāte bhṛśāsvasthān
sie sahen heftig beunruhigte (3.Du.Perf.Med. + Akk.Pl.Kompositum)
pāṇḍavān naṣṭacetasaḥ
die Pāṇḍavas, ihres Sinnes beraubt (Akk.Pl. + Akk.Pl.Kompositum)
dṛṣṭvā bhrātṝṃś ca putrāṃś ca
die Brüder und Söhne gesehen habend (Ger. + Akk.Pl. + Konj. + Akk.Pl. + Konj.)
vimanā vānaradhvajaḥ
betrübten Sinnes, der Affenbanner-Träger (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum)
apaśyaṃś caiva saubhadram
und da er Saubhadra nicht sah (Nom.Sg.Ptz.+Neg. + Konj.+Partikel + Akk.Sg.)
idaṃ vacanam abravīt
sprach er dieses Wort (Akk.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)

mukhavarṇo 'prasanno vaḥ sarveṣām eva lakṣyate na cābhimanyuṃ paśyāmi na ca māṃ pratinandatha mayā śrutaś ca droṇena cakravyūho vinirmitaḥ na ca vas tasya bhettāsti ṛte saubhadram āhave

Die Gesichtsfarbe von euch allen erscheint mir freudlos; und ich sehe Abhimanyu nicht, und ihr heißt mich nicht willkommen. Ich habe gehört, dass Droṇa den Cakravyūha [die Rad-Formation] errichtet hat — und keiner von euch hat einen, der sie durchbrechen kann, außer Saubhadra im Kampf.

Wort für Wort
mukhavarṇo 'prasanno vaḥ
die Gesichtsfarbe freudlos von euch (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Ptz. + Gen.Pl.)
sarveṣām eva lakṣyate
von euch allen erscheint es (Gen.Pl. + Partikel + 3.Sg.Präs.Pass.)
na cābhimanyuṃ paśyāmi
und ich sehe Abhimanyu nicht (Neg. + Konj.+Akk.Sg. + 1.Sg.Präs.)
na ca māṃ pratinandatha
und ihr heißt mich nicht willkommen (Neg. + Konj. + Akk.Sg. + 2.Pl.Präs.)
mayā śrutaś ca droṇena
und von mir gehört, von Droṇa (Instr.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Konj. + Instr.Sg.)
cakravyūho vinirmitaḥ
der Cakravyūha errichtet (Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
na ca vas tasya bhettāsti
und keiner von euch ist dessen Durchbrecher (Neg. + Konj. + Gen.Pl. + Gen.Sg. + Nom.Sg.+3.Sg.Präs.)
ṛte saubhadram āhave
außer Saubhadra im Kampf (Postp. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)

na copadiṣṭas tasyāsīn mayānīkavinirgamaḥ kaccin na bālo yuṣmābhiḥ parānīkaṃ praveśitaḥ bhittvānīkaṃ maheṣvāsaḥ pareṣāṃ bahuśo yudhi kaccin na nihataḥ śete saubhadraḥ paravīrahā

Und ich hatte ihm nicht beigebracht, wie man aus einer [feindlichen] Heeresordnung wieder herauskommt — wurde der Knabe etwa von euch in das feindliche Heer hineingeschickt? Liegt Saubhadra, der Feindeshelden-Vernichter, der große Bogenschütze, der die Formation der Feinde vielfach im Kampf durchbrochen hat, etwa erschlagen da?

Wort für Wort
na copadiṣṭas tasyāsīn
und nicht war ihm gelehrt worden (Neg. + Konj.+Nom.Sg.Ptz. + Gen.Sg.+3.Sg.Impf.)
mayānīkavinirgamaḥ
von mir der Heeresausgang [das Herauskommen] (Instr.Sg.+Nom.Sg.Kompositum)
kaccin na bālo yuṣmābhiḥ
wurde etwa nicht der Knabe von euch (Partikel + Neg. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)
parānīkaṃ praveśitaḥ
in das feindliche Heer hineingeschickt (Akk.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Ptz.)
bhittvānīkaṃ maheṣvāsaḥ
die Heeresordnung durchbrochen habend, der große Bogenschütze (Ger.+Akk.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
pareṣāṃ bahuśo yudhi
der Feinde, vielfach, im Kampf (Gen.Pl. + Adv. + Lok.Sg.)
kaccin na nihataḥ śete
liegt er etwa erschlagen da (Partikel + Neg. + Nom.Sg.Ptz. + 3.Sg.Präs.Med.)
saubhadraḥ paravīrahā
Saubhadra, der Feindeshelden-Vernichter (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)

lohitākṣaṃ mahābāhuṃ jātaṃ siṃham ivādriṣu upendrasadṛśaṃ brūta katham āyodhane hataḥ sukumāraṃ maheṣvāsaṃ vāsavasyātmajātmajam sadā mama priyaṃ brūta katham āyodhane hataḥ

Den Rotäugigen, Langarmigen, geboren wie ein Löwe in den Bergen, dem Upendra [Viṣṇu/Kṛṣṇa] Gleichenden — sagt mir, wie wurde er im Kampf erschlagen? Den zart Gepflegten, den großen Bogenschützen, den Sohn des Sohnes des Vāsava [Indra, d.h. Arjunas eigenen Sohn], den mir stets Lieben — sagt mir, wie wurde er im Kampf erschlagen?

Wort für Wort
lohitākṣaṃ mahābāhuṃ
den Rotäugigen, Langarmigen (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
jātaṃ siṃham ivādriṣu
geboren wie ein Löwe in den Bergen (Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Vergl.-Partikel+Lok.Pl.)
upendrasadṛśaṃ brūta
dem Upendra Gleichenden, sagt (Akk.Sg.Kompositum + Imp.2.Pl.)
katham āyodhane hataḥ
wie wurde er im Kampf erschlagen (Adv. + Lok.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
sukumāraṃ maheṣvāsaṃ
den zart Gepflegten, den großen Bogenschützen (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
vāsavasyātmajātmajam
den Sohn des Sohnes des Vāsava (Gen.Sg.+Akk.Sg.Kompositum)
sadā mama priyaṃ brūta
den mir stets Lieben, sagt (Adv. + Gen.Sg. + Akk.Sg. + Imp.2.Pl.)
katham āyodhane hataḥ
wie wurde er im Kampf erschlagen (Adv. + Lok.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)

vārṣṇeyīdayitaṃ śūraṃ mayā satatalālitam ambāyāś ca priyaṃ nityaṃ ko 'vadhīt kālacoditaḥ sadṛśo vṛṣṇisiṃhasya keśavasya mahātmanaḥ vikramaśrutamāhātmyaiḥ katham āyodhane hataḥ

Den der Vārṣṇeyī [Subhadrā] Liebsten, den Helden, von mir stets Gehätschelten, und der Mutter [Kuntī] stets Lieben — wer, vom Schicksal getrieben, hat ihn getötet? Ihn, der dem Löwen der Vṛṣṇis, dem hochgesinnten Keśava, an Tapferkeit, Ruhm und Erhabenheit glich — wie wurde er im Kampf erschlagen?

Wort für Wort
vārṣṇeyīdayitaṃ śūraṃ
den der Vārṣṇeyī Liebsten, den Helden (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
mayā satatalālitam
von mir stets Gehätschelten (Instr.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
ambāyāś ca priyaṃ nityaṃ
und der Mutter stets Lieben (Gen.Sg. + Konj. + Akk.Sg. + Adv.)
ko 'vadhīt kālacoditaḥ
wer hat ihn getötet, vom Schicksal getrieben (Nom.Sg. + 3.Sg.Aor. + Nom.Sg.Kompositum)
sadṛśo vṛṣṇisiṃhasya
gleichend dem Löwen der Vṛṣṇis (Nom.Sg. + Gen.Sg.Kompositum)
keśavasya mahātmanaḥ
dem hochgesinnten Keśava (Gen.Sg. + Gen.Sg.Kompositum)
vikramaśrutamāhātmyaiḥ
an Tapferkeit, Ruhm und Erhabenheit (Instr.Pl.Kompositum)
katham āyodhane hataḥ
wie wurde er im Kampf erschlagen (Adv. + Lok.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)

subhadrāyāḥ priyaṃ nityaṃ draupadyāḥ keśavasya ca yadi putraṃ na paśyāmi yāsyāmi yamasādanam

Sehe ich den stets Lieben Subhadrās, Draupadīs und Keśavas, meinen Sohn, nicht — so werde ich zu Yamas Wohnstatt gehen.

Wort für Wort
subhadrāyāḥ priyaṃ nityaṃ
den stets Lieben Subhadrās (Gen.Sg. + Akk.Sg. + Adv.)
draupadyāḥ keśavasya ca
Draupadīs und Keśavas (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Konj.)
yadi putraṃ na paśyāmi
wenn ich den Sohn nicht sehe (Konj. + Akk.Sg. + Neg. + 1.Sg.Präs.)
yāsyāmi yamasādanam
werde ich zu Yamas Wohnstatt gehen (1.Sg.Fut. + Akk.Sg.Kompositum)

mṛdukuñcitakeśāntaṃ bālaṃ bālamṛgekṣaṇam mattadviradavikrāntaṃ śālapotam ivodgatam smitābhibhāṣiṇaṃ dāntaṃ guruvākyakaraṃ sadā bālye 'py abālakarmāṇaṃ priyavākyam amatsaram mahotsāhaṃ mahābāhuṃ dīrgharājīvalocanam bhaktānukampinaṃ dāntaṃ na ca nīcānusāriṇam

Den mit weich gelocktem Haar, den Knaben mit den Augen eines jungen Rehs; den an Kraft dem brünstigen Elefanten gleich, aufgeschossen wie ein junger Śāla-Baum; den lächelnd Redenden, den Gezügelten, der stets das Wort der Lehrer befolgte; ihn, der schon in der Kindheit keine kindlichen Taten vollbrachte, freundlich redend, ohne Neid; den von großer Tatkraft, langarmigen, mit langen, lotusgleichen Augen; den den Ergebenen Mitfühlenden, den Gezügelten, der sich nicht Niedrigen anschloss —

Wort für Wort
mṛdukuñcitakeśāntaṃ
den mit weich gelocktem Haar (Akk.Sg.Kompositum)
bālaṃ bālamṛgekṣaṇam
den Knaben mit den Augen eines jungen Rehs (Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
mattadviradavikrāntaṃ
an Kraft dem brünstigen Elefanten gleich (Akk.Sg.Kompositum)
śālapotam ivodgatam
aufgeschossen wie ein junger Śāla-Baum (Akk.Sg.Kompositum + Vergl.-Partikel+Akk.Sg.Ptz.)
smitābhibhāṣiṇaṃ dāntaṃ
den lächelnd Redenden, den Gezügelten (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Ptz.)
guruvākyakaraṃ sadā
der stets das Wort der Lehrer befolgte (Akk.Sg.Kompositum + Adv.)
bālye 'py abālakarmāṇaṃ
der auch in der Kindheit keine kindlichen Taten vollbrachte (Lok.Sg. + Partikel + Akk.Sg.Kompositum)
priyavākyam amatsaram
freundlich redend, ohne Neid (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
mahotsāhaṃ mahābāhuṃ
den von großer Tatkraft, langarmigen (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
dīrgharājīvalocanam
mit langen, lotusgleichen Augen (Akk.Sg.Kompositum)
bhaktānukampinaṃ dāntaṃ
den den Ergebenen Mitfühlenden, den Gezügelten (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Ptz.)
na ca nīcānusāriṇam
und der sich nicht Niedrigen anschloss (Neg. + Konj. + Akk.Sg.Kompositum)

kṛtajñaṃ jñānasaṃpannaṃ kṛtāstram anivartinam yuddhābhinandinaṃ nityaṃ dviṣatām aghavardhanam sveṣāṃ priyahite yuktaṃ pitṝṇāṃ jayagṛddhinam na ca pūrvaprahartāraṃ saṃgrāme naṣṭasaṃbhramam yadi putraṃ na paśyāmi yāsyāmi yamasādanam

Den Dankbaren, den mit Wissen Ausgestatteten, den Waffenkundigen, der nie zurückwich; den stets am Kampf Erfreuten, der das Unheil der Feinde mehrte; den auf das Wohl der Seinen Bedachten, den nach dem Sieg der Väter Begierigen; und den, der nie zuerst zuschlug, im Kampfgetümmel nie die Fassung verlor — sehe ich diesen Sohn nicht, so werde ich zu Yamas Wohnstatt gehen.

Wort für Wort
kṛtajñaṃ jñānasaṃpannaṃ
den Dankbaren, den mit Wissen Ausgestatteten (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
kṛtāstram anivartinam
den Waffenkundigen, der nie zurückwich (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
yuddhābhinandinaṃ nityaṃ
den stets am Kampf Erfreuten (Akk.Sg.Kompositum + Adv.)
dviṣatām aghavardhanam
der das Unheil der Feinde mehrte (Gen.Pl.Ptz. + Akk.Sg.Kompositum)
sveṣāṃ priyahite yuktaṃ
auf das Wohl der Seinen bedacht (Gen.Pl. + Lok.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Ptz.)
pitṝṇāṃ jayagṛddhinam
nach dem Sieg der Väter begierig (Gen.Pl. + Akk.Sg.Kompositum)
na ca pūrvaprahartāraṃ
und der nie zuerst zuschlug (Neg. + Konj. + Akk.Sg.Kompositum)
saṃgrāme naṣṭasaṃbhramam
im Kampfgetümmel nie die Fassung verlor (Lok.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
yadi putraṃ na paśyāmi
wenn ich den Sohn nicht sehe (Konj. + Akk.Sg. + Neg. + 1.Sg.Präs.)
yāsyāmi yamasādanam
werde ich zu Yamas Wohnstatt gehen (1.Sg.Fut. + Akk.Sg.Kompositum)

ratheṣu gaṇyamāneṣu gaṇitaṃ taṃ mahāratham mayādhyardhaguṇaṃ saṃkhye taruṇaṃ bāhuśālinam pradyumnasya priyaṃ śiṣyaṃ keśavasya mamaiva ca

Wenn Wagenkämpfer aufgezählt werden, wurde er als großer Wagenkämpfer gezählt — mir, im Kampf, um das Anderthalbfache gleichwertig, jugendlich, von starken Armen; den lieben Schüler Pradyumnas und Keśavas und auch meiner selbst.

Wort für Wort
ratheṣu gaṇyamāneṣu
wenn Wagenkämpfer aufgezählt werden (Lok.Pl. + Lok.Pl.Ptz.)
gaṇitaṃ taṃ mahāratham
wurde er als großer Wagenkämpfer gezählt (Nom.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
mayādhyardhaguṇaṃ saṃkhye
mir um das Anderthalbfache gleich, im Kampf (Instr.Sg.+Akk.Sg.Kompositum + Lok.Sg.)
taruṇaṃ bāhuśālinam
jugendlich, von starken Armen (Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
pradyumnasya priyaṃ śiṣyaṃ
den lieben Schüler Pradyumnas (Gen.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
keśavasya mamaiva ca
Keśavas und auch meiner selbst (Gen.Sg. + Gen.Sg.+Partikel + Konj.)

[Anm.: 008_0344_01-03 ist ein Einschub, der Abhimanyus Rang unter den Wagenkämpfern beziffert — 'anderthalbfach' meint wohl, dass sein Kampfwert auf das 1,5-fache dessen des sprechenden Arjuna selbst veranschlagt wurde, ein im Epos gebräuchliches Bewertungssystem für 'Mahārathas'.]

sulalāṭaṃ sukeśāntaṃ subhrvakṣidaśanacchadam apaśyatas tad vadanaṃ kā śāntir hṛdayasya me

Die schöne Stirn, das schöne Haar, die schönen Brauen, Augen, Zähne und Lippen — sehe ich dieses Antlitz nicht, welche Ruhe gibt es da für mein Herz?

Wort für Wort
sulalāṭaṃ sukeśāntaṃ
die schöne Stirn, das schöne Haar (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
subhrvakṣidaśanacchadam
die schönen Brauen, Augen, Zähne, Lippen (Akk.Sg.Kompositum)
apaśyatas tad vadanaṃ
sehend nicht dieses Antlitz (Gen.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
kā śāntir hṛdayasya me
welche Ruhe für mein Herz (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)

tantrīsvanasukhaṃ ramyaṃ puṃskokilasamadhvanim aśṛṇvataḥ svanaṃ tasya kā śāntir hṛdayasya me rūpaṃ cāpratirūpaṃ tat tridaśeṣv api durlabham apaśyato 'dya vīrasya kā śāntir hṛdayasya me

Höre ich seine Stimme nicht, die an das liebliche, wohlklingende Saitenspiel erinnert, dem Ruf des Kokila-Männchens gleich — welche Ruhe gibt es da für mein Herz? Und sehe ich heute nicht jene unvergleichliche Gestalt des Helden, die selbst unter den Göttern selten ist — welche Ruhe gibt es da für mein Herz?

Wort für Wort
tantrīsvanasukhaṃ ramyaṃ
an das liebliche, wohlklingende Saitenspiel (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
puṃskokilasamadhvanim
dem Ruf des Kokila-Männchens gleich (Akk.Sg.Kompositum)
aśṛṇvataḥ svanaṃ tasya
seine Stimme nicht hörend (Gen.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Gen.Sg.)
kā śāntir hṛdayasya me
welche Ruhe für mein Herz (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)
rūpaṃ cāpratirūpaṃ tat
und jene unvergleichliche Gestalt (Akk.Sg. + Konj.+Akk.Sg. + Akk.Sg.)
tridaśeṣv api durlabham
selbst unter den Göttern selten (Lok.Pl. + Partikel + Akk.Sg.)
apaśyato 'dya vīrasya
heute des Helden nicht sehend (Gen.Sg.Ptz. + Adv. + Gen.Sg.)
kā śāntir hṛdayasya me
welche Ruhe für mein Herz (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)

abhivādanadakṣaṃ taṃ pitṝṇāṃ vacane ratam nādyāhaṃ yadi paśyāmi kā śāntir hṛdayasya me sukumāraḥ sadā vīro mahārhaśayanocitaḥ bhūmāv anāthavac chete nūnaṃ nāthavatāṃ varaḥ

Ihn, geschickt im Gruß, dem Wort der Väter zugetan — sehe ich ihn heute nicht, welche Ruhe gibt es da für mein Herz? Der stets zart Gepflegte, der Held, der kostbarer Lager würdig war — liegt nun gewiss auf dem Boden wie einer ohne Beschützer, er, der Beste der Beschützten.

Wort für Wort
abhivādanadakṣaṃ taṃ
ihn, geschickt im Gruß (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
pitṝṇāṃ vacane ratam
dem Wort der Väter zugetan (Gen.Pl. + Lok.Sg. + Akk.Sg.Ptz.)
nādyāhaṃ yadi paśyāmi
wenn ich [ihn] heute nicht sehe (Neg.+Adv.+Nom.Sg. + Konj. + 1.Sg.Präs.)
kā śāntir hṛdayasya me
welche Ruhe für mein Herz (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)
sukumāraḥ sadā vīro
der stets zart Gepflegte, der Held (Nom.Sg.Kompositum + Adv. + Nom.Sg.)
mahārhaśayanocitaḥ
kostbarer Lager würdig (Nom.Sg.Kompositum)
bhūmāv anāthavac chete
liegt auf dem Boden wie einer ohne Beschützer (Lok.Sg. + Adv. + 3.Sg.Präs.Med.)
nūnaṃ nāthavatāṃ varaḥ
gewiss, der Beste der Beschützten (Adv. + Gen.Pl.Kompositum + Nom.Sg.)

śayānaṃ samupāsanti yaṃ purā paramastriyaḥ tam adya vipraviddhāṅgam upāsanty aśivāḥ śivāḥ yaḥ purā bodhyate suptaḥ sūtamāgadhabandibhiḥ bodhayanty adya taṃ nūnaṃ śvāpadā vikṛtaiḥ svaraiḥ

Ihn, den, wenn er schlief, einst die schönsten Frauen umsorgten — ihn umsorgen heute, mit zerfetzten Gliedern, unheilkündende Schakale [statt der] Glückverheißenden. Er, der einst, wenn er schlief, von Wagenlenkern, Hofsängern und Barden geweckt wurde — ihn wecken heute gewiss die Raubtiere mit ihren entstellten Lauten.

Wort für Wort
śayānaṃ samupāsanti
den Schlafenden umsorgen sie (Akk.Sg.Ptz. + 3.Pl.Präs.)
yaṃ purā paramastriyaḥ
den einst die schönsten Frauen (Akk.Sg. + Adv. + Nom.Pl.Kompositum)
tam adya vipraviddhāṅgam
ihn heute, mit zerfetzten Gliedern (Akk.Sg. + Adv. + Akk.Sg.Kompositum)
upāsanty aśivāḥ śivāḥ
umsorgen unheilkündende [statt] glückverheißende (3.Pl.Präs. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
yaḥ purā bodhyate suptaḥ
der einst geweckt wurde, [wenn er] schlief (Nom.Sg. + Adv. + 3.Sg.Präs.Pass. + Nom.Sg.Ptz.)
sūtamāgadhabandibhiḥ
von Wagenlenkern, Hofsängern und Barden (Instr.Pl.Kompositum)
bodhayanty adya taṃ nūnaṃ
wecken heute ihn gewiss (3.Pl.Präs.Kaus. + Adv. + Akk.Sg. + Adv.)
śvāpadā vikṛtaiḥ svaraiḥ
die Raubtiere mit entstellten Lauten (Nom.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)

chatracchāyāsamucitaṃ tasya tad vadanaṃ śubham nūnam adya rajodhvastaṃ raṇe reṇuḥ kariṣyati

Jenes schöne Antlitz von ihm, des Schirmes Schatten würdig — gewiss wird es heute der Staub des Kampfes zerstört und mit Sand bedeckt haben.

Wort für Wort
chatracchāyāsamucitaṃ
des Schirmes Schatten würdig (Akk.Sg.Kompositum)
tasya tad vadanaṃ śubham
jenes schöne Antlitz von ihm (Gen.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
nūnam adya rajodhvastaṃ
gewiss heute vom Staub zerstört (Adv. + Adv. + Akk.Sg.Kompositum)
raṇe reṇuḥ kariṣyati
wird der Sand des Kampfes machen (Lok.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Fut.)

hā putrakāvitṛptasya satataṃ putradarśane bhāgyahīnasya kālena yathā me nīyase balāt sādya saṃyamanī nūnaṃ sadā sukṛtināṃ gatiḥ svabhābhir bhāsitā ramyā tvayātyarthaṃ virājate

Ach, o Söhnchen! Mir, dem in der Freude am Anblick des Sohnes nie Gesättigten, dem Glücklosen, wie wirst du mir von der Zeit [oder: vom Schicksal] mit Gewalt entrissen! Gewiss erstrahlt heute Saṃyamanī [Yamas Stadt], der stets die Frommen erreichen, durch dich in ihrem eigenen Glanz erleuchtet, überaus lieblich.

Wort für Wort
hā putrakāvitṛptasya
ach, mir, dem am Söhnchen nicht Gesättigten (Interj. + Gen.Sg.Kompositum)
satataṃ putradarśane
stets in der Freude am Anblick des Sohnes (Adv. + Lok.Sg.Kompositum)
bhāgyahīnasya kālena
dem Glücklosen, von der Zeit (Gen.Sg.Kompositum + Instr.Sg.)
yathā me nīyase balāt
wie du mir mit Gewalt entrissen wirst (Adv. + Gen.Sg. + 2.Sg.Präs.Pass. + Abl.Sg.)
sādya saṃyamanī nūnaṃ
gewiss heute Saṃyamanī (Nom.Sg.+Adv. + Nom.Sg. + Adv.)
sadā sukṛtināṃ gatiḥ
das stets Ziel der Frommen (Adv. + Gen.Pl. + Nom.Sg.)
svabhābhir bhāsitā ramyā
durch eigenen Glanz erleuchtet, lieblich (Instr.Pl. + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.)
tvayātyarthaṃ virājate
erstrahlt durch dich überaus (Instr.Sg.+Akk.Sg. + 3.Sg.Präs.Med.)

nūnaṃ vaivasvataś ca tvā varuṇaś ca priyātithiḥ śatakratur dhaneśaś ca prāptam arcanty abhīrukam

Gewiss verehren dich, den Furchtlosen, als angekommenen willkommenen Gast, der Sohn des Vivasvat [Yama] und Varuṇa und der Hundertopferer [Indra] und der Herr der Reichtümer [Kubera].

Wort für Wort
nūnaṃ vaivasvataś ca tvā
gewiss dich, der Sohn des Vivasvat und (Adv. + Nom.Sg. + Konj. + Akk.Sg.)
varuṇaś ca priyātithiḥ
und Varuṇa, den willkommenen Gast (Nom.Sg. + Konj. + Nom.Sg.Kompositum)
śatakratur dhaneśaś ca
der Hundertopferer und der Herr der Reichtümer (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum + Konj.)
prāptam arcanty abhīrukam
verehren den Angekommenen, den Furchtlosen (Akk.Sg.Ptz. + 3.Pl.Präs. + Akk.Sg.)

evaṃ vilapya bahudhā bhinnapoto vaṇig yathā duḥkhena mahatāviṣṭo yudhiṣṭhiram apṛcchata arjunaḥ kathaṃ tvayi ca bhīme ca dhṛṣṭadyumne ca jīvati sātyake śakravikrānte saubhadro nihataḥ paraiḥ

So, mannigfach klagend wie ein Kaufmann mit zerschelltem Schiff, von großem Schmerz überwältigt, fragte er Yudhiṣṭhira — Arjuna [sprach]: Wie konnte, während du und Bhīma und Dhṛṣṭadyumna leben, während Sātyaki, von Indra-gleicher Tapferkeit, [lebt], Saubhadra von den Feinden erschlagen werden?

Wort für Wort
evaṃ vilapya bahudhā
so mannigfach klagend (Adv. + Ger. + Adv.)
bhinnapoto vaṇig yathā
wie ein Kaufmann mit zerschelltem Schiff (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg. + Vergl.-Partikel)
duḥkhena mahatāviṣṭo
von großem Schmerz überwältigt (Instr.Sg. + Instr.Sg.+Nom.Sg.Ptz.)
yudhiṣṭhiram apṛcchata
fragte er Yudhiṣṭhira (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.Med.)
kathaṃ tvayi ca bhīme ca
wie, während du und Bhīma (Adv. + Lok.Sg. + Konj. + Lok.Sg. + Konj.)
dhṛṣṭadyumne ca jīvati
und Dhṛṣṭadyumna leben (Lok.Sg. + Konj. + Lok.Sg.Ptz.)
sātyake śakravikrānte
während Sātyaki, von Indra-gleicher Tapferkeit (Lok.Sg. + Lok.Sg.Kompositum)
saubhadro nihataḥ paraiḥ
Saubhadra von den Feinden erschlagen (Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Instr.Pl.)

[Anm.: Der Tag 044d*0345_00 markiert nur den Sprecher ('arjunaḥ', ohne 'uvāca') vor dem eigentlichen Fragesatz; inhaltlich ist dies keine neue Rede, sondern die Fortsetzung von CQ-Region 3 — Arjunas Wendung an Yudhiṣṭhira mit einer konkreten Frage nach den Umständen von Abhimanyus Tod.]

kaccit sa kadanaṃ kṛtvā pareṣāṃ pāṇḍunandana svargato 'bhimukhaḥ saṃkhye yudhyamāno nararṣabhaḥ sa nūnaṃ bahubhir yattair yudhyamāno nararṣabhaiḥ asahāyaḥ sahāyārthī mām anudhyātavān dhruvam

Ist er etwa, o Freude der Pāṇḍus [Yudhiṣṭhira], nachdem er unter den Feinden ein Gemetzel angerichtet hatte, zum Himmel gegangen, dem Feind zugewandt im Kampf kämpfend, der Stier unter den Männern? Er, sicherlich, kämpfend gegen viele angestrengte Männerstiere, hilflos, nach Hilfe verlangend, hat gewiss an mich gedacht.

Wort für Wort
kaccit sa kadanaṃ kṛtvā
hat er etwa ein Gemetzel angerichtet (Partikel + Nom.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
pareṣāṃ pāṇḍunandana
unter den Feinden, o Freude der Pāṇḍus (Gen.Pl. + Vok.Sg.Kompositum)
svargato 'bhimukhaḥ saṃkhye
zum Himmel gegangen, entgegengewandt im Kampf (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg. + Lok.Sg.)
yudhyamāno nararṣabhaḥ
kämpfend, der Stier unter den Männern (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Kompositum)
sa nūnaṃ bahubhir yattair
er, gewiss, gegen viele angestrengte (Nom.Sg. + Adv. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Ptz.)
yudhyamāno nararṣabhaiḥ
kämpfend, Männerstiere (Nom.Sg.Ptz. + Instr.Pl.Kompositum)
asahāyaḥ sahāyārthī
hilflos, nach Hilfe verlangend (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum)
mām anudhyātavān dhruvam
hat an mich gedacht, gewiss (Akk.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Adv.)

[Anm.: Dies ist nur eine Zäsur innerhalb der ununterbrochen fortlaufenden CQ-Region 3 (Arjunas Rede), die erst in Einheit 36 schließt; kein neues Anführungszeichen hier.]

pīḍyamānaḥ śarair bālas tāta sādhv abhidhāva mām nānāliṅgaiḥ sudhautāgrair mama putro 'lpacetanaḥ iha me syād api trāṇaṃ piteti sa punaḥ punaḥ iti vipralapan manye nṛśaṃsair bahubhir hataḥ

Von Pfeilen gequält, rief gewiss der Knabe: ‚Vater, eile doch schnell zu mir!‘ — von mannigfach gekennzeichneten, blankpolierten [Pfeilspitzen getroffen], sein Bewusstsein schwindend, [rief] mein Sohn immer wieder: ‚Möge ich hier doch noch Schutz finden, Vater!‘ — so, glaube ich, klagend, wurde er von vielen grausamen [Kriegern] erschlagen.

Wort für Wort
pīḍyamānaḥ śarair bālas
von Pfeilen gequält, der Knabe (Nom.Sg.Ptz. + Instr.Pl. + Nom.Sg.)
tāta sādhv abhidhāva mām
Vater, eile doch zu mir (Vok.Sg. + Partikel + Imp.2.Sg. + Akk.Sg.)
nānāliṅgaiḥ sudhautāgrair
von mannigfach gekennzeichneten, blankpolierten (Instr.Pl.Kompositum + Instr.Pl.Kompositum)
mama putro 'lpacetanaḥ
mein Sohn, sein Bewusstsein schwindend (Gen.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
iha me syād api trāṇaṃ
möge ich hier doch Schutz finden (Adv. + Gen.Sg. + 3.Sg.Opt. + Partikel + Nom.Sg.)
piteti sa punaḥ punaḥ
Vater — so [rief er] immer wieder (Vok.Sg.+Iti + Nom.Sg. + Adv. + Adv.)
iti vipralapan manye
so, klagend, glaube ich (Iti + Nom.Sg.Ptz. + 1.Sg.Präs.)
nṛśaṃsair bahubhir hataḥ
von vielen grausamen erschlagen (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Nom.Sg.Ptz.)

[Anm.: Hier ist innerhalb der fortlaufenden CQ-Region 3 (Arjunas Rede) eine SQ-Region eingebettet — Arjunas Imagination von Abhimanyus Sterberuf, direkt zitiert.]

atha vā matprasūtaś ca svasrīyo mādhavasya ca subhadrāyāṃ ca saṃbhūto naivaṃ vaktum ihārhati

Oder vielmehr — von mir gezeugt, und der Schwestersohn Mādhavas [Kṛṣṇas], und von Subhadrā geboren — er sollte hier nicht so [hilflos] sprechen müssen.

Wort für Wort
atha vā matprasūtaś ca
oder vielmehr, von mir gezeugt (Adv. + Partikel + Nom.Sg.Kompositum + Konj.)
svasrīyo mādhavasya ca
und der Schwestersohn Mādhavas (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Konj.)
subhadrāyāṃ ca saṃbhūto
und von Subhadrā geboren (Lok.Sg. + Konj. + Nom.Sg.Ptz.)
naivaṃ vaktum ihārhati
sollte hier nicht so sprechen müssen (Neg.+Adv. + Inf. + Adv.+3.Sg.Präs.)

vajrasāramayaṃ nūnaṃ hṛdayaṃ sudṛḍhaṃ mama apaśyato dīrghabāhuṃ raktākṣaṃ yan na dīryate kathaṃ bāle maheṣvāse nṛśaṃsā marmabhedinaḥ svasrīye vāsudevasya mama putre 'kṣipañ śarān

Gewiss ist mein Herz aus Diamantstoff, überaus fest, dass es nicht zerspringt, da ich den Langarmigen, Rotäugigen nicht mehr sehe. Wie konnten grausame, die Lebensmarken durchbohrende [Krieger] Pfeile auf den Knaben, den großen Bogenschützen, schleudern — auf den Schwestersohn Vāsudevas, meinen Sohn?

Wort für Wort
vajrasāramayaṃ nūnaṃ
gewiss aus Diamantstoff (Nom.Sg.Kompositum + Adv.)
hṛdayaṃ sudṛḍhaṃ mama
mein Herz, überaus fest (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Gen.Sg.)
apaśyato dīrghabāhuṃ
da ich den Langarmigen nicht sehe (Gen.Sg.Ptz. + Akk.Sg.Kompositum)
raktākṣaṃ yan na dīryate
den Rotäugigen, dass es nicht zerspringt (Akk.Sg.Kompositum + Nom.Sg. + Neg. + 3.Sg.Präs.Pass.)
kathaṃ bāle maheṣvāse
wie auf den Knaben, den großen Bogenschützen (Adv. + Lok.Sg. + Lok.Sg.Kompositum)
nṛśaṃsā marmabhedinaḥ
grausame, die Lebensmarken durchbohrende (Nom.Pl. + Nom.Pl.Kompositum)
svasrīye vāsudevasya
auf den Schwestersohn Vāsudevas (Lok.Sg. + Gen.Sg.)
mama putre 'kṣipañ śarān
auf meinen Sohn schleuderten sie Pfeile (Gen.Sg. + Lok.Sg. + 3.Pl.Impf. + Akk.Pl.)

yo māṃ nityam adīnātmā pratyudgamyābhinandati upayāntaṃ ripūn hatvā so 'dya māṃ kiṃ na paśyati nūnaṃ sa patitaḥ śete dharaṇyāṃ rudhirokṣitaḥ śobhayan medinīṃ gātrair āditya iva pātitaḥ subhadrāṃ nanu śocāmi yā putram apalāyinam

Er, der stets, unverzagten Sinnes, mir entgegenkommend zujubelte, wenn ich, die Feinde erschlagen habend, heimkehrte — warum sieht er mich heute nicht? Gewiss liegt er gefallen da, blutbenetzt, auf dem Erdboden, die Erde mit seinen Gliedern schmückend, wie eine gefällte Sonne. Fürwahr, ich trauere um Subhadrā, deren Sohn nicht floh.

Wort für Wort
yo māṃ nityam adīnātmā
der mich stets, unverzagten Sinnes (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Adv. + Nom.Sg.Kompositum)
pratyudgamyābhinandati
entgegenkommend zujubelt (Ger.+3.Sg.Präs.)
upayāntaṃ ripūn hatvā
mir, das heimkehre, die Feinde erschlagen habend (Akk.Sg.Ptz. + Akk.Pl. + Ger.)
so 'dya māṃ kiṃ na paśyati
warum sieht er mich heute nicht (Nom.Sg. + Adv. + Akk.Sg. + Nom.Sg. + Neg. + 3.Sg.Präs.)
nūnaṃ sa patitaḥ śete
gewiss liegt er gefallen da (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + 3.Sg.Präs.Med.)
dharaṇyāṃ rudhirokṣitaḥ
auf dem Erdboden, blutbenetzt (Lok.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
śobhayan medinīṃ gātrair
die Erde mit den Gliedern schmückend (Nom.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Instr.Pl.)
āditya iva pātitaḥ
wie eine gefällte Sonne (Nom.Sg. + Vergl.-Partikel + Nom.Sg.Ptz.)
subhadrāṃ nanu śocāmi
fürwahr, ich trauere um Subhadrā (Akk.Sg. + Partikel + 1.Sg.Präs.)
yā putram apalāyinam
deren Sohn nicht floh (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)

raṇe vinihataṃ śrutvā śokārtā vai vinaṃkṣyati śrutvā nipatitaṃ śūram anaghaṃ kṛtalāghavam subhadrā vakṣyate kiṃ mām abhimanyum apaśyatī draupadī caiva duḥkhārte te ca vakṣyāmi kiṃ nv aham

Hört sie, dass er im Kampf erschlagen wurde, wird sie, von Schmerz gequält, gewiss vergehen. Hört sie, dass der Held gefallen ist, der Schuldlose, der Geschicklichkeit erwiesen hatte — was wird Subhadrā zu mir sagen, wenn sie Abhimanyu nicht sieht? Und was, o Kṛṣṇā [Draupadī], vor Schmerz Gequälte — was soll ich euch beiden nur sagen?

Wort für Wort
raṇe vinihataṃ śrutvā
gehört habend, dass er im Kampf erschlagen wurde (Lok.Sg. + Akk.Sg.Ptz. + Ger.)
śokārtā vai vinaṃkṣyati
wird sie, von Schmerz gequält, vergehen (Nom.Sg.Kompositum + Partikel + 3.Sg.Fut.)
śrutvā nipatitaṃ śūram
gehört habend, dass der Held gefallen ist (Ger. + Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
anaghaṃ kṛtalāghavam
den Schuldlosen, der Geschicklichkeit erwiesen hatte (Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
subhadrā vakṣyate kiṃ mām
was wird Subhadrā zu mir sagen (Nom.Sg. + 3.Sg.Fut.Med. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)
abhimanyum apaśyatī
Abhimanyu nicht sehend (Akk.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
draupadī caiva duḥkhārte
und Draupadī, vor Schmerz gequält (Nom.Sg. + Konj.+Partikel + Vok.Sg.Kompositum)
te ca vakṣyāmi kiṃ nv aham
und was soll ich euch beiden sagen (Dat.Du. + Konj. + Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)

vajrasāramayaṃ nūnaṃ hṛdayaṃ yan na yāsyati sahasradhā vadhūṃ dṛṣṭvā rudatīṃ śokakarśitām

Gewiss ist mein Herz aus Diamantstoff, dass es nicht tausendfach zerbricht, wenn ich die junge Frau [Uttarā, Abhimanyus Gattin] weinen sehe, vor Kummer abgezehrt.

Wort für Wort
vajrasāramayaṃ nūnaṃ
gewiss aus Diamantstoff (Nom.Sg.Kompositum + Adv.)
hṛdayaṃ yan na yāsyati
mein Herz, dass es nicht [in Stücke] gehen wird (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Neg. + 3.Sg.Fut.)
sahasradhā vadhūṃ dṛṣṭvā
tausendfach, die junge Frau gesehen habend (Adv. + Akk.Sg. + Ger.)
rudatīṃ śokakarśitām
weinend, vor Kummer abgezehrt (Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.Kompositum)

hṛṣṭānāṃ dhārtarāṣṭrāṇāṃ siṃhanādo mayā śrutaḥ yuyutsuś cāpi kṛṣṇena śruto vīrān upālabhan aśaknuvanto bībhatsuṃ bālaṃ hatvā mahārathāḥ kiṃ nadadhvam adharmajñāḥ pārthe vai dṛśyatāṃ balam kiṃ tayor vipriyaṃ kṛtvā keśavārjunayor mṛdhe siṃhavan nadata prītāḥ śokakāla upasthite āgamiṣyati vaḥ kṣipraṃ phalaṃ pāpasya karmaṇaḥ adharmo hi kṛtas tīvraḥ kathaṃ syād aphalaś ciram iti tān prati bhāṣan vai vaiśyāputro mahāmatiḥ apāyāc chastram utsṛjya kopaduḥkhasamanvitaḥ kimartham etann ākhyātaṃ tvayā kṛṣṇa raṇe mama adhakṣyaṃ tān ahaṃ sarvāṃs tadā krūrān mahārathān bālam ekaṃ parikṣipya hatvā hṛṣṭān pranarditān

Ich hörte das Löwengebrüll der frohlockenden Söhne Dhṛtarāṣṭras; und auch Yuyutsu hörte ich, zusammen mit Kṛṣṇā [Draupadī], die Helden schelten: ‚Unfähig, den Knaben Bībhatsu [selbst] zu töten [d.h. seinen Sohn nur, weil ihr Arjuna nicht bezwingen konntet], große Wagenkämpfer, was brüllt ihr, die ihr das Recht nicht kennt? Möge doch die Kraft des Pārtha [Arjuna] sich zeigen! Was Unliebes haben euch die beiden, Keśava und Arjuna, im Kampf getan, dass ihr, erfreut, wie Löwen brüllt, da doch die Zeit der Trauer angebrochen ist? Rasch wird euch die Frucht der bösen Tat erreichen — wie könnte ein so schweres Unrecht lange fruchtlos bleiben?‘ — So zu ihnen sprechend, ging der hochgesinnte Sohn der Vaiśya-Frau [Yuyutsu] fort, die Waffe wegwerfend, von Zorn und Schmerz erfüllt. — Warum wurde mir dies von dir, Kṛṣṇa, im Kampf [erst jetzt] berichtet? Ich hätte damals alle jene grausamen großen Wagenkämpfer verbrannt, die den einen Knaben umringten, sie erschlagend, [sie,] die frohlockend, jauchzend [ihn getötet hatten].“

Wort für Wort
hṛṣṭānāṃ dhārtarāṣṭrāṇāṃ
der frohlockenden Söhne Dhṛtarāṣṭras (Gen.Pl.Ptz. + Gen.Pl.Kompositum)
siṃhanādo mayā śrutaḥ
das Löwengebrüll hörte ich (Nom.Sg.Kompositum + Instr.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
yuyutsuś cāpi kṛṣṇena
und auch Yuyutsu, mit Kṛṣṇā (Nom.Sg. + Konj.+Partikel + Instr.Sg.)
śruto vīrān upālabhan
gehört, die Helden schelten (Nom.Sg.Ptz. + Akk.Pl. + Nom.Sg.Ptz.)
aśaknuvanto bībhatsuṃ
unfähig, Bībhatsu (Nom.Pl.Ptz. + Akk.Sg.)
bālaṃ hatvā mahārathāḥ
den Knaben getötet habend, große Wagenkämpfer (Akk.Sg. + Ger. + Nom.Pl.Kompositum)
kiṃ nadadhvam adharmajñāḥ
was brüllt ihr, die das Recht nicht kennen (Akk.Sg. + 2.Pl.Präs.Med. + Nom.Pl.Kompositum)
pārthe vai dṛśyatāṃ balam
möge sich fürwahr die Kraft des Pārtha zeigen (Lok.Sg. + Partikel + 3.Sg.Imp.Pass. + Nom.Sg.)
kiṃ tayor vipriyaṃ kṛtvā
was Unliebes den beiden getan habend (Akk.Sg. + Gen.Du. + Akk.Sg. + Ger.)
keśavārjunayor mṛdhe
Keśava und Arjuna, im Kampf (Gen.Du.Kompositum + Lok.Sg.)
siṃhavan nadata prītāḥ
brüllt ihr wie Löwen, erfreut (Adv. + Imp.2.Pl. + Nom.Pl.Ptz.)
śokakāla upasthite
als die Zeit der Trauer angebrochen ist (Lok.Sg.Kompositum + Lok.Sg.Ptz.)
āgamiṣyati vaḥ kṣipraṃ
wird euch rasch erreichen (3.Sg.Fut. + Akk.Pl. + Adv.)
phalaṃ pāpasya karmaṇaḥ
die Frucht der bösen Tat (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)
adharmo hi kṛtas tīvraḥ
denn ein schweres Unrecht, das getan wurde (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.)
kathaṃ syād aphalaś ciram
wie könnte es lange fruchtlos bleiben (Adv. + 3.Sg.Opt. + Nom.Sg. + Adv.)
iti tān prati bhāṣan vai
so zu ihnen sprechend, fürwahr (Iti + Akk.Pl. + Postp. + Nom.Sg.Ptz. + Partikel)
vaiśyāputro mahāmatiḥ
der hochgesinnte Sohn der Vaiśya-Frau (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum)
apāyāc chastram utsṛjya
ging fort, die Waffe wegwerfend (3.Sg.Impf. + Akk.Sg. + Ger.)
kopaduḥkhasamanvitaḥ
von Zorn und Schmerz erfüllt (Nom.Sg.Kompositum)
kimartham etann ākhyātaṃ
warum wurde mir dies berichtet (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
tvayā kṛṣṇa raṇe mama
von dir, Kṛṣṇa, im Kampf, mir (Instr.Sg. + Vok.Sg. + Lok.Sg. + Gen.Sg.)
adhakṣyaṃ tān ahaṃ sarvāṃs
ich hätte sie alle verbrannt (1.Sg.Kond. + Akk.Pl. + Nom.Sg. + Akk.Pl.)
tadā krūrān mahārathān
damals, die grausamen großen Wagenkämpfer (Adv. + Akk.Pl. + Akk.Pl.Kompositum)
bālam ekaṃ parikṣipya
den einen Knaben umringt habend (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
hatvā hṛṣṭān pranarditān
erschlagend, die frohlockenden, jauchzenden (Ger. + Akk.Pl.Ptz. + Akk.Pl.Ptz.)

[Anm.: Hier ist innerhalb der fortlaufenden CQ-Region 3 eine zweite SQ-Region eingebettet — Yuyutsus Vorwurf an die Kaurava-Krieger, den Arjuna mitgehört und nun zitiert. 'kṛṣṇena' (008_0055c) bleibt unsicher [?] — hier als 'mit Kṛṣṇā [Draupadī], zusammen [gehört]' gedeutet, da Arjuna in der 1.Person 'mayā śrutaḥ' bereits das Subjekt des Hörens ist; ebenso denkbar wäre 'von Kṛṣṇa [Vāsudeva]'. Mit dieser Einheit schließt CQ-Region 3 (Arjunas große Rede, eröffnet in Einheit 9).]

putraśokārditaṃ pārthaṃ dhyāyantaṃ sāśrulocanam nigṛhya vāsudevas taṃ putrādhibhir abhiplutam maivam ity abravīt kṛṣṇas tīvraśokasamanvitam

Saṃjaya sprach: Den vom Sohnesschmerz gequälten Pārtha, der in Gedanken versunken war, mit tränenerfüllten Augen, hielt Vāsudeva zurück — ihn, von Sorge um den Sohn überflutet — und Kṛṣṇa sprach zu ihm, der von heftigem Schmerz erfüllt war: „Nicht so!

Wort für Wort
putraśokārditaṃ pārthaṃ
den vom Sohnesschmerz gequälten Pārtha (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
dhyāyantaṃ sāśrulocanam
in Gedanken versunken, mit tränenerfüllten Augen (Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.Kompositum)
nigṛhya vāsudevas taṃ
zurückgehalten habend, Vāsudeva ihn (Ger. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)
putrādhibhir abhiplutam
von Sorge um den Sohn überflutet (Instr.Pl.Kompositum + Akk.Sg.Ptz.)
maivam ity abravīt kṛṣṇas
'nicht so', sprach Kṛṣṇa (Neg.+Adv.+Iti + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
tīvraśokasamanvitam
der von heftigem Schmerz erfüllt war (Akk.Sg.Kompositum)

[Anm.: Hier endet die Erzählerrede und beginnt CQ-Region 4 — Kṛṣṇas Trostrede an Arjuna.]

sarveṣām eṣa vai panthāḥ śūrāṇām anivartinām kṣatriyāṇāṃ viśeṣeṇa yeṣāṃ yuddhena jīvikā eṣā vai yudhyamānānāṃ śūrāṇām anivartinām vihitā dharmaśāstrajñair gatir gatimatāṃ vara

Dies ist der Weg aller Helden, die nicht zurückweichen — besonders der Kṣatriyas, deren Lebensunterhalt der Kampf ist. Dies ist der von den Kennern der Rechtslehre festgesetzte Weg der kämpfenden, nicht zurückweichenden Helden, o Bester derer, die ein Ziel haben.

Wort für Wort
sarveṣām eṣa vai panthāḥ
dies ist fürwahr der Weg aller (Gen.Pl. + Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
śūrāṇām anivartinām
der Helden, die nicht zurückweichen (Gen.Pl. + Gen.Pl.Kompositum)
kṣatriyāṇāṃ viśeṣeṇa
besonders der Kṣatriyas (Gen.Pl. + Instr.Sg.Adv.)
yeṣāṃ yuddhena jīvikā
deren Lebensunterhalt der Kampf ist (Gen.Pl. + Instr.Sg. + Nom.Sg.)
eṣā vai yudhyamānānāṃ
dies ist fürwahr der kämpfenden (Nom.Sg. + Partikel + Gen.Pl.Ptz.)
śūrāṇām anivartinām
Helden, die nicht zurückweichen (Gen.Pl. + Gen.Pl.Kompositum)
vihitā dharmaśāstrajñair
festgesetzt von den Kennern der Rechtslehre (Nom.Sg.Ptz. + Instr.Pl.Kompositum)
gatir gatimatāṃ vara
der Weg, o Bester derer, die ein Ziel haben (Nom.Sg. + Gen.Pl.Kompositum + Vok.Sg.)

dhruvaṃ yuddhe hi maraṇaṃ śūrāṇām anivartinām gataḥ puṇyakṛtāṃ lokān abhimanyur na saṃśayaḥ etac ca sarvavīrāṇāṃ kāṅkṣitaṃ bharatarṣabha saṃgrāme 'bhimukhā mṛtyuṃ prapnuyāmeti mānada

Gewiss ist im Kampf der Tod für Helden, die nicht zurückweichen; Abhimanyu ist ohne Zweifel in die Welten der Verdienstvollen eingegangen. Und dies ist der Wunsch aller Helden, Stier der Bharatas: ‚Möchten wir doch, dem Feind zugewandt, im Kampf den Tod erlangen!‘ — so [wünschen sie sich], Ehrengeber.

Wort für Wort
dhruvaṃ yuddhe hi maraṇaṃ
gewiss ist im Kampf der Tod (Nom.Sg. + Lok.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
śūrāṇām anivartinām
der Helden, die nicht zurückweichen (Gen.Pl. + Gen.Pl.Kompositum)
gataḥ puṇyakṛtāṃ lokān
eingegangen in die Welten der Verdienstvollen (Nom.Sg.Ptz. + Gen.Pl.Kompositum + Akk.Pl.)
abhimanyur na saṃśayaḥ
Abhimanyu, kein Zweifel (Nom.Sg. + Neg. + Nom.Sg.)
etac ca sarvavīrāṇāṃ
und dies aller Helden (Nom.Sg. + Konj. + Gen.Pl.Kompositum)
kāṅkṣitaṃ bharatarṣabha
Wunsch, Stier der Bharatas (Nom.Sg.Ptz. + Vok.Sg.Kompositum)
saṃgrāme 'bhimukhā mṛtyuṃ
im Kampf, dem Feind zugewandt, den Tod (Lok.Sg. + Nom.Pl. + Akk.Sg.)
prapnuyāmeti mānada
möchten wir erlangen, so — Ehrengeber (1.Pl.Opt.+Iti + Vok.Sg.Kompositum)

[Anm.: Innerhalb der fortlaufenden CQ-Region 4 (Kṛṣṇas Trostrede) ist hier ein allgemein formulierter Wunsch der Helden als SQ-Zitat eingebettet.]

sa ca vīrān raṇe hatvā rājaputrān mahābalān vīrair ākāṅkṣitaṃ mṛtyuṃ saṃprāpto 'bhimukho raṇe mā śucaḥ puruṣavyāghra pūrvair eṣa sanātanaḥ dharmakṛdbhiḥ kṛto dharmaḥ kṣatriyāṇāṃ raṇe kṣayaḥ

Und er, nachdem er im Kampf mächtige Heldenprinzen erschlagen hatte, erlangte, dem Feind zugewandt im Kampf, den von Helden ersehnten Tod. Gräme dich nicht, Tiger unter den Männern; dies ist die uralte, von den Rechtschaffenen der Vorzeit festgesetzte Ordnung: der Untergang der Kṣatriyas im Kampf.

Wort für Wort
sa ca vīrān raṇe hatvā
und er, im Kampf Helden erschlagen habend (Nom.Sg. + Konj. + Akk.Pl. + Lok.Sg. + Ger.)
rājaputrān mahābalān
mächtige Prinzen (Akk.Pl.Kompositum + Akk.Pl.Kompositum)
vīrair ākāṅkṣitaṃ mṛtyuṃ
den von Helden ersehnten Tod (Instr.Pl. + Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
saṃprāpto 'bhimukho raṇe
erlangt, dem Feind zugewandt, im Kampf (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg. + Lok.Sg.)
mā śucaḥ puruṣavyāghra
gräme dich nicht, Tiger unter den Männern (Neg. + 2.Sg.Aor.Inj. + Vok.Sg.Kompositum)
pūrvair eṣa sanātanaḥ
dies ist die uralte, von den Vorfahren (Instr.Pl. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
dharmakṛdbhiḥ kṛto dharmaḥ
von den Rechtschaffenen festgesetzte Ordnung (Instr.Pl.Kompositum + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.)
kṣatriyāṇāṃ raṇe kṣayaḥ
der Untergang der Kṣatriyas im Kampf (Gen.Pl. + Lok.Sg. + Nom.Sg.)

ime te bhrātaraḥ sarve dīnā bharatasattama tvayi śokasamāviṣṭe nṛpāś ca suhṛdas tava etāṃs tvaṃ vacasā sāmnā samāśvāsaya mānada viditaṃ veditavyaṃ te na śokaṃ kartum arhasi kālo grasati kaunteya viśvam etac carācaram nālaṃ buddhis tathāpy asya pumān vāpi virajyate utpattau ca vipattau ca karmaṇā galahastinā baddhaḥ śakuntavaj jīvo madhye svapnopamā gatiḥ na śocanti kṛtaprajñāḥ śvasatām upakalpanāt nūnaṃ jātena martavyaṃ kim u śocasi bālavat

Diese, deine Brüder, sind alle elend [vor Kummer], Bester der Bharatas, da du von Kummer ergriffen bist, ebenso die Könige, deine Freunde. Tröste sie mit sanften Worten, Ehrengeber; du kennst, was zu wissen ist, du solltest nicht trauern. Die Zeit verschlingt, Kaunteya, dieses ganze bewegliche und unbewegliche All; der Verstand reicht dagegen nicht aus, noch wird irgendein Mensch davon [wirklich] frei. In Entstehen und in Vergehen, gebunden durch das am Hals packende Karma wie ein Vogel, ist das Lebewesen — dazwischen ist sein Gang einem Traum gleich. Die mit vollendeter Einsicht trauern nicht, angesichts der [vergänglichen] Verfassung der Atmenden; gewiss muss, wer geboren ist, sterben — warum trauerst du wie ein Kind?“

Wort für Wort
ime te bhrātaraḥ sarve
diese, deine Brüder, alle (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
dīnā bharatasattama
elend, Bester der Bharatas (Nom.Pl. + Vok.Sg.Kompositum)
tvayi śokasamāviṣṭe
da du von Kummer ergriffen bist (Lok.Sg. + Lok.Sg.Kompositum)
nṛpāś ca suhṛdas tava
und die Könige, deine Freunde (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl. + Gen.Sg.)
etāṃs tvaṃ vacasā sāmnā
diese, du, mit sanften Worten (Akk.Pl. + Nom.Sg. + Instr.Sg. + Instr.Sg.)
samāśvāsaya mānada
tröste, Ehrengeber (Imp.2.Sg.Kaus. + Vok.Sg.Kompositum)
viditaṃ veditavyaṃ te
bekannt ist dir, was zu wissen ist (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Ger. + Gen.Sg.)
na śokaṃ kartum arhasi
du solltest nicht trauern (Neg. + Akk.Sg. + Inf. + 2.Sg.Präs.)
kālo grasati kaunteya
die Zeit verschlingt, Kaunteya (Nom.Sg. + 3.Sg.Präs. + Vok.Sg.)
viśvam etac carācaram
dieses ganze bewegliche und unbewegliche All (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
nālaṃ buddhis tathāpy asya
der Verstand reicht dagegen nicht aus (Neg.+Adv. + Nom.Sg. + Adv. + Gen.Sg.)
pumān vāpi virajyate
noch wird irgendein Mensch [davon] frei (Nom.Sg. + Partikel+Partikel + 3.Sg.Präs.Med.)
utpattau ca vipattau ca
in Entstehen und in Vergehen (Lok.Sg. + Konj. + Lok.Sg. + Konj.)
karmaṇā galahastinā
durch das am Hals packende Karma (Instr.Sg. + Instr.Sg.Kompositum)
baddhaḥ śakuntavaj jīvo
gebunden wie ein Vogel, das Lebewesen (Nom.Sg.Ptz. + Adv. + Nom.Sg.)
madhye svapnopamā gatiḥ
dazwischen, dem Traum gleich, sein Gang (Lok.Sg. + Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
na śocanti kṛtaprajñāḥ
die mit vollendeter Einsicht trauern nicht (Neg. + 3.Pl.Präs. + Nom.Pl.Kompositum)
śvasatām upakalpanāt
angesichts der Verfassung der Atmenden (Gen.Pl.Ptz. + Abl.Sg.)
nūnaṃ jātena martavyaṃ
gewiss muss, wer geboren ist, sterben (Adv. + Instr.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Ger.)
kim u śocasi bālavat
warum trauerst du wie ein Kind (Adv. + Partikel + 2.Sg.Präs. + Adv.)

[Anm.: Mit dieser Einheit schließt CQ-Region 4 (Kṛṣṇas Trostrede, eröffnet in Einheit 37). Die Verse 008_0351_01-06 (‘kālo grasati kaunteya...‘) sind eine berühmte, auch andernorts im Epos wiederkehrende philosophische Kernpassage über Zeit, Karma und die Vergänglichkeit des Lebens.]

evam āśvāsitaḥ pārthaḥ kṛṣṇenādbhutakarmaṇā tato 'bravīt tadā bhrātṝn sarvān pārthaḥ sagadgadān sa dīrghabāhuḥ pṛthvaṃso dīrgharājīvalocanaḥ abhimanyur yathā vṛttaḥ śrotum icchāmy ahaṃ tathā

So von Kṛṣṇa, dem an wundersamen Taten Reichen, getröstet, sprach Pārtha da zu allen seinen Brüdern, mit stockender Stimme: „Er, der Langarmige, Breitschultrige, mit langen, lotusgleichen Augen — wie es Abhimanyu erging, so will ich es hören.

Wort für Wort
evam āśvāsitaḥ pārthaḥ
so getröstet, Pārtha (Adv. + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.)
kṛṣṇenādbhutakarmaṇā
von Kṛṣṇa, dem an wundersamen Taten Reichen (Instr.Sg.+Instr.Sg.Kompositum)
tato 'bravīt tadā bhrātṝn
da sprach er dann zu den Brüdern (Adv. + 3.Sg.Impf. + Adv. + Akk.Pl.)
sarvān pārthaḥ sagadgadān
allen, Pārtha, mit stockender Stimme (Akk.Pl. + Nom.Sg. + Akk.Pl.Kompositum)
sa dīrghabāhuḥ pṛthvaṃso
er, der Langarmige, Breitschultrige (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum)
dīrgharājīvalocanaḥ
mit langen, lotusgleichen Augen (Nom.Sg.Kompositum)
abhimanyur yathā vṛttaḥ
wie es Abhimanyu erging (Nom.Sg. + Adv. + Nom.Sg.Ptz.)
śrotum icchāmy ahaṃ tathā
so will ich [es] hören (Inf. + 1.Sg.Präs. + Nom.Sg. + Adv.)

[Anm.: Hier öffnet CQ-Region 5 — Arjunas zweite Rede, nun an seine Brüder gerichtet, zunächst als Bitte um Bericht, dann in Vorwurf gegen die Krieger übergehend.]

sanāgasyandanahayān drakṣyadhvaṃ nihatān mayā saṃgrāme sānubandhāṃs tān mama putrasya vairiṇaḥ kṣipraṃ drakṣyanti me nūnaṃ mama putraṃ nihatya vai

Ihr werdet die Elefanten, Wagen und Pferde sehen, samt ihrem Gefolge, von mir im Kampf erschlagen — jene, die Feinde meines Sohnes. Rasch werden sie gewiss mich erblicken, nachdem sie meinen Sohn getötet haben, fürwahr.

Wort für Wort
sanāgasyandanahayān
die Elefanten, Wagen und Pferde samt [Gefolge] (Akk.Pl.Kompositum)
drakṣyadhvaṃ nihatān mayā
ihr werdet sehen, von mir erschlagen (2.Pl.Fut.Med. + Akk.Pl.Ptz. + Instr.Sg.)
saṃgrāme sānubandhāṃs tān
im Kampf, samt ihrem Gefolge, jene (Lok.Sg. + Akk.Pl.Kompositum + Akk.Pl.)
mama putrasya vairiṇaḥ
die Feinde meines Sohnes (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Pl.)
kṣipraṃ drakṣyanti me nūnaṃ
rasch werden sie mich gewiss erblicken (Adv. + 3.Pl.Fut. + Akk.Sg. + Adv.)
mama putraṃ nihatya vai
nachdem sie meinen Sohn getötet haben, fürwahr (Gen.Sg. + Akk.Sg. + Ger. + Partikel)

[Anm.: Die Zeile 008_0352_01 bleibt syntaktisch etwas unklar [?] — sinngemäß als Drohung Arjunas gegen die Mörder seines Sohnes gedeutet.]

kathaṃ ca vaḥ kṛtāstrāṇāṃ sarveṣāṃ śastrapāṇinām saubhadro nidhanaṃ gacched vajriṇāpi samāgataḥ yady evam aham ajñāsyam aśaktān rakṣaṇe mama putrasya pāṇḍupāñcālān mayā gupto bhavet tataḥ sūnoḥ pāṇḍavapāñcālān agopsyaṃ taṃ mahāraṇe

Und wie konnte, während ihr alle waffenkundig wart, die Waffe in der Hand, Saubhadra dem Tode verfallen, selbst wenn er auf den Träger des Donnerkeils [Indra] getroffen wäre? Hätte ich gewusst, dass ihr [zu seinem] Schutz unfähig wart, so hätte ich selbst meinen Sohn behütet, [inmitten] der Pāṇḍavas und Pāñcālas — ich hätte den Sohn im großen Kampf beschützt.

Wort für Wort
kathaṃ ca vaḥ kṛtāstrāṇāṃ
und wie, während ihr waffenkundig wart (Adv. + Konj. + Gen.Pl. + Gen.Pl.Kompositum)
sarveṣāṃ śastrapāṇinām
alle, die Waffe in der Hand (Gen.Pl. + Gen.Pl.Kompositum)
saubhadro nidhanaṃ gacched
könnte Saubhadra dem Tode verfallen (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Opt.)
vajriṇāpi samāgataḥ
selbst wenn er auf den Donnerkeilträger getroffen wäre (Instr.Sg.+Partikel + Nom.Sg.Ptz.)
yady evam aham ajñāsyam
hätte ich dies gewusst (Konj. + Adv. + Nom.Sg. + 1.Sg.Kond.)
aśaktān rakṣaṇe mama
dass [ihr] unfähig wart zum Schutz, mein (Akk.Pl. + Lok.Sg. + Gen.Sg.)
putrasya pāṇḍupāñcālān
meines Sohnes, die Pāṇḍavas und Pāñcālas (Gen.Sg. + Akk.Pl.Kompositum)
mayā gupto bhavet tataḥ
wäre von mir behütet worden, dann (Instr.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + 3.Sg.Opt. + Adv.)
sūnoḥ pāṇḍavapāñcālān
des Sohnes wegen, die Pāṇḍavas und Pāñcālas (Gen.Sg. + Akk.Pl.Kompositum)
agopsyaṃ taṃ mahāraṇe
hätte ich ihn beschützt im großen Kampf (1.Sg.Kond. + Akk.Sg. + Lok.Sg.Kompositum)

[Anm.: Die Verse 008_0353_01 sind textlich schwierig und wirken inhaltlich redundant mit dem vorausgehenden Halbvers [?] — hier sinngemäß als verstärkende Wiederholung von Arjunas Selbstvorwurf wiedergegeben.]

kathaṃ ca vo rathasthānāṃ śaravarṣāṇi muñcatām nīto 'bhimanyur nidhanaṃ kadarthīkṛtya vaḥ paraiḥ aho vaḥ pauruṣaṃ nāsti na ca vo 'sti parākramaḥ yatrābhimanyuḥ samare paśyatāṃ vo nipātitaḥ

Und wie konnte, während ihr auf euren Wagen standet und Pfeilschauer entsandtet, Abhimanyu, von den Feinden verhöhnt, in den Tod geführt werden? Ach, ihr habt keine Mannhaftigkeit, und ihr habt keine Tapferkeit — wo doch Abhimanyu im Kampf, vor euren Augen, niedergestreckt wurde!

Wort für Wort
kathaṃ ca vo rathasthānāṃ
und wie, [während] ihr auf den Wagen standet (Adv. + Konj. + Gen.Pl. + Gen.Pl.Kompositum)
śaravarṣāṇi muñcatām
Pfeilschauer entsandtet (Akk.Pl.Kompositum + Gen.Pl.Ptz.)
nīto 'bhimanyur nidhanaṃ
wurde Abhimanyu in den Tod geführt (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)
kadarthīkṛtya vaḥ paraiḥ
von den Feinden verhöhnt (Ger. + Gen.Pl. + Instr.Pl.)
aho vaḥ pauruṣaṃ nāsti
ach, ihr habt keine Mannhaftigkeit (Interj. + Gen.Pl. + Nom.Sg. + Neg.+3.Sg.Präs.)
na ca vo 'sti parākramaḥ
und ihr habt keine Tapferkeit (Neg. + Konj. + Gen.Pl. + 3.Sg.Präs. + Nom.Sg.)
yatrābhimanyuḥ samare
wo Abhimanyu im Kampf (Adv.+Nom.Sg. + Lok.Sg.)
paśyatāṃ vo nipātitaḥ
vor euren Augen niedergestreckt wurde (Gen.Pl.Ptz. + Gen.Pl. + Nom.Sg.Ptz.)

ātmānam eva garheyaṃ yad ahaṃ vaḥ sudurbalān yuṣmān ājñāya niryāto bhīrūn akṛtaniśramān āho svid bhūṣaṇārthāya varmaśastrāyudhāni vaḥ vācaś ca vaktuṃ saṃsatsu mama putram arakṣatām

Mich selbst müsste ich tadeln, dass ich, euch als überaus schwach, furchtsam und ohne rechte Anstrengung kennend, dennoch auszog. Oder waren euch Panzer, Waffen und Wehr nur zum Schmuck, und Worte nur, um sie in Versammlungen zu sprechen — euch, die ihr meinen Sohn nicht beschützt habt?“

Wort für Wort
ātmānam eva garheyaṃ
mich selbst müsste ich tadeln (Akk.Sg. + Partikel + 1.Sg.Opt.)
yad ahaṃ vaḥ sudurbalān
dass ich euch als überaus schwach (Konj. + Nom.Sg. + Akk.Pl. + Akk.Pl.Kompositum)
yuṣmān ājñāya niryāto
euch kennend, auszog (Akk.Pl. + Ger. + Nom.Sg.Ptz.)
bhīrūn akṛtaniśramān
furchtsam, ohne rechte Anstrengung (Akk.Pl. + Akk.Pl.Kompositum)
āho svid bhūṣaṇārthāya
oder waren [sie] nur zum Schmuck (Partikel + Partikel + Dat.Sg.Kompositum)
varmaśastrāyudhāni vaḥ
eure Panzer, Waffen und Wehr (Nom.Pl.Kompositum + Gen.Pl.)
vācaś ca vaktuṃ saṃsatsu
und die Worte, um in Versammlungen zu sprechen (Nom.Pl. + Konj. + Inf. + Lok.Pl.)
mama putram arakṣatām
die ihr meinen Sohn nicht beschützt habt (Gen.Sg. + Akk.Sg. + Gen.Pl.Ptz.)

evam uktvā tato vākyaṃ tiṣṭhaṃś cāpavarāsimān na smāśakyata bībhatsuḥ kena cit prasamīkṣitum tam antakam iva kruddhaṃ niḥśvasantaṃ muhur muhuḥ mahendram iva tiṣṭhantaṃ vajrodyatamahābhujam putraśokābhisaṃtaptam aśrupūrṇamukhaṃ tadā nābhibhāṣṭuṃ śaknuvanti draṣṭuṃ vā suhṛdo 'rjunam anyatra vāsudevād vā jyeṣṭād vā pāṇḍunandanāt sarvāsv avasthāsu hitāv arjunasya manonugau bahumānāt priyatvāc ca tāv enaṃ vaktum arhataḥ tatas taṃ putraśokena bhṛśaṃ pīḍitamānasam rājīvalocanaṃ kruddhaṃ rājā vacanam abravīt

So dieses Wort gesprochen habend, stand er da, das vortreffliche Schwert ziehend; von niemandem konnte Bībhatsu [da] angeblickt werden — ihn, dem zornigen Antaka [dem Tode] gleich, immer wieder aufseufzend, dastehend wie Mahendra mit erhobenem Donnerkeil, gewaltig-armig, vom Sohnesschmerz versengt, mit tränenerfüllten Augen. Da vermochten seine Freunde weder ihn anzusprechen noch ihn anzublicken, außer Vāsudeva oder dem ältesten Sohn der Pāṇḍus [Yudhiṣṭhira]; diese beiden, Arjunas Herzen unter allen Umständen zugetan, waren durch [seine] Hochachtung und Zuneigung allein berechtigt, ihn anzusprechen. Da sprach der König [Yudhiṣṭhira], dessen Sinn vom Sohnesschmerz heftig gequält war, zu ihm, dem Zornigen mit den lotusgleichen Augen, ein Wort.

Wort für Wort
evam uktvā tato vākyaṃ
so dieses Wort gesprochen habend (Adv. + Ger. + Adv. + Akk.Sg.)
tiṣṭhaṃś cāpavarāsimān
dastehend, das vortreffliche Schwert ziehend (Nom.Sg.Ptz. + Konj.+Akk.Sg.Kompositum)
na smāśakyata bībhatsuḥ
Bībhatsu konnte nicht [angeblickt werden] (Neg. + Partikel+3.Sg.Impf.Pass. + Nom.Sg.)
kena cit prasamīkṣitum
von irgendjemandem angeblickt werden (Instr.Sg. + Partikel + Inf.)
tam antakam iva kruddhaṃ
ihn, dem zornigen Antaka gleich (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Vergl.-Partikel + Akk.Sg.Ptz.)
niḥśvasantaṃ muhur muhuḥ
immer wieder aufseufzend (Akk.Sg.Ptz. + Adv. + Adv.)
mahendram iva tiṣṭhantaṃ
dastehend wie Mahendra (Akk.Sg. + Vergl.-Partikel + Akk.Sg.Ptz.)
vajrodyatamahābhujam
mit erhobenem Donnerkeil, gewaltig-armig (Akk.Sg.Kompositum)
putraśokābhisaṃtaptam
vom Sohnesschmerz versengt (Akk.Sg.Kompositum)
aśrupūrṇamukhaṃ tadā
mit tränenerfülltem Antlitz, da (Akk.Sg.Kompositum + Adv.)
nābhibhāṣṭuṃ śaknuvanti
vermochten nicht anzusprechen (Neg.+Inf. + 3.Pl.Präs.)
draṣṭuṃ vā suhṛdo 'rjunam
noch anzublicken, die Freunde, Arjuna (Inf. + Partikel + Nom.Pl. + Akk.Sg.)
anyatra vāsudevād vā
außer Vāsudeva oder (Adv. + Abl.Sg. + Partikel)
jyeṣṭād vā pāṇḍunandanāt
oder dem ältesten Sohn der Pāṇḍus (Abl.Sg. + Partikel + Abl.Sg.Kompositum)
sarvāsv avasthāsu hitāv
unter allen Umständen wohlgesinnt, die beiden (Lok.Pl. + Lok.Pl. + Nom.Du.)
arjunasya manonugau
Arjunas Herzen zugetan (Gen.Sg. + Nom.Du.Kompositum)
bahumānāt priyatvāc ca
durch Hochachtung und Zuneigung (Abl.Sg. + Abl.Sg. + Konj.)
tāv enaṃ vaktum arhataḥ
diese beiden waren berechtigt, ihn anzusprechen (Nom.Du. + Akk.Sg. + Inf. + Nom.Du.Ptz.)
tatas taṃ putraśokena
da ihn, vom Sohnesschmerz (Adv. + Akk.Sg. + Instr.Sg.)
bhṛśaṃ pīḍitamānasam
heftig, dessen Sinn gequält war (Adv. + Akk.Sg.Kompositum)
rājīvalocanaṃ kruddhaṃ
mit den lotusgleichen Augen, den Zornigen (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Ptz.)
rājā vacanam abravīt
sprach der König ein Wort (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: Hier schließt CQ-Region 5 (Arjunas zweite Rede, Einheiten 42-46). Der Schluss des Kapitels ist reine Erzählerrede und leitet zu Kap.51 über, das mit 'yudhiṣṭhira uvāca' beginnt — Yudhiṣṭhiras Bericht über Abhimanyus letzten Kampf.]

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