teṣāṃ jyātalanirghoṣo rathanemisvanaś ca ha meghānām iva gharmānte babhūva tumulo niśi
Das Schwirren ihrer Bogensehnen und Handflächen und das Rasseln der Wagenräder wurde in der Nacht so tosend wie das Grollen der Wolken am Ende der heißen Jahreszeit.
Wort für Wort
teṣām
ihr (Gen. Pl.)
jyātalanirghoṣaḥ
Schwirren von Bogensehne und Handfläche (Nom. Sg.)
jyānemighoṣastanayitnumān vai dhanustaḍin maṇḍalaketuśṛṅgaḥ śaraughavarṣākulavṛṣṭimāṃś ca saṃgrāmameghaḥ sa babhūva rājan
Mit dem Donnergrollen von Bogensehne und Radkranz, mit dem Blitz der Bögen, mit kreisrunden Bannern als Gipfeln und mit dem verworrenen Regenguss der Pfeilfluten wurde jene Schlacht, o König, zu einer wahren Gewitterwolke.
Wort für Wort
jyānemighoṣastanayitnumān
mit dem Donnergrollen von Bogensehne und Radkranz (Nom. Sg.)
vai
fürwahr (Partikel)
dhanustaḍit
mit dem Blitz der Bögen (Nom. Sg.)
maṇḍalaketuśṛṅgaḥ
mit kreisrunden Bannern als Gipfeln (Nom. Sg.)
śaraughavarṣākulavṛṣṭimān
mit dem verworrenen Regenguss der Pfeilfluten (Nom. Sg.)
Jenen gewaltigen, aufgewühlten Regen zerstreute im Kampf, o Herrscher der Menschen, Vaikartana, der Zermalmer der feindlichen Scharen - unerschütterlich wie ein Fels, von der Kraft eines Felsens.
tato 'tulair vajranipātakalpaiḥ śitaiḥ śaraiḥ kāñcanacitrapuṅkhaiḥ śatrūn vyapohat samare mahātmā vaikartanaḥ putrahite ratas te
Dann vertrieb der Großherzige Vaikartana, der um deines Sohnes Wohl bemüht war, die Feinde im Kampf mit unvergleichlichen, scharfen Pfeilen mit goldbunten Federn, die einem Blitzeinschlag glichen.
saṃchinnabhinnadhvajinaś ca ke cit ke cic charair arditabhinnadehāḥ ke cid visūtā vihayāś ca ke cid vaikartanenāśu kṛtā babhūvuḥ
Manche wurden von Vaikartana rasch ihrer Banner beraubt und zerschmettert, manche mit Pfeilen gequält und ihre Leiber zerrissen, manche ihres Wagenlenkers beraubt und manche ihrer Pferde.
avindamānās tv atha śarma saṃkhye yaudhiṣṭhiraṃ te balam anvapadyan tān prekṣya bhagnān vimukhīkṛtāṃś ca ghaṭotkaco roṣam atīva cakre
Da sie im Kampf keinen Schutz fanden, wandten sie sich Yudhiṣṭhiras Heer zu; als Ghaṭotkaca sie gebrochen und in die Flucht geschlagen sah, geriet er in höchsten Zorn.
Er bestieg seinen mit Gold und Edelsteinen geschmückten vortrefflichen Wagen und brüllte wie ein Löwe; zu Vaikartana Karṇa herangekommen, durchbohrte er ihn mit Geschossen, die einem Blitz glichen.
tau karṇinārācaśilīmukhaiś ca nālīkadaṇḍaiś ca savatsadantaiḥ varāhakarṇaiḥ saviṣāṇaśṛṅgaiḥ kṣurapravarṣaiś ca vinedatuḥ kham
Die beiden erfüllten den Himmel mit Dröhnen, mit Widerhaken-, Eisen- und Steinspitzpfeilen, mit Rohrpfeilen und Kalbszahn-Pfeilen, mit Eberohr-Pfeilen mit Horn und Geweih sowie mit einem Regen von Rasiermesserpfeilen.
Wort für Wort
tau
die beiden (Nom. Dual)
karṇinārācaśilīmukhaiḥ
mit Widerhaken-, Eisen- und Steinspitzpfeilen (Instr. Pl.)
ca
und (Partikel)
nālīkadaṇḍaiḥ
mit Rohrpfeilen (Instr. Pl.)
ca
und (Partikel)
savatsadantaiḥ
mit Kalbszahn-Pfeilen (Instr. Pl.)
varāhakarṇaiḥ
mit Eberohr-Pfeilen (Instr. Pl.)
saviṣāṇaśṛṅgaiḥ
mit Horn und Geweih (Instr. Pl.)
kṣurapravarṣaiḥ
mit einem Regen von Rasiermesserpfeilen (Instr. Pl.)
ca
und (Partikel)
vinedatuḥ
erfüllten mit Dröhnen (3. Dual Perf.)
kham
Himmel (Akk. Sg.)
[Anm.: Karṇin, Nārāca, Śilīmukha, Nālīka, Vatsadanta, Varāhakarṇa und Kṣurapra sind traditionelle Bezeichnungen für unterschiedliche Pfeiltypen (u.a. nach Form der Spitze oder Befiederung benannt); die Sanskrit-Fachbezeichnungen werden hier beibehalten.]
tad bāṇadhārāvṛtam antarikṣaṃ tiryaggatābhiḥ samare rarāja suvarṇapuṅkhajvalitaprabhābhir vicitrapuṣpābhir iva srajābhiḥ
Jener von Pfeilströmen umhüllte Luftraum erstrahlte im Kampf, von den quer fliegenden, mit goldenen Federn feurig leuchtenden Geschossen wie mit bunt blühenden Blumengirlanden geschmückt.
samaṃ hi tāv apratimaprabhāvāv anyonyam ājaghnatur uttamāstraiḥ tayor hi vīrottamayor na kaś cid dadarśa tasmin samare viśeṣam
Denn die beiden von unvergleichlicher Kraft schlugen gleichermaßen mit den vortrefflichsten Waffen aufeinander ein; keiner konnte in jenem Kampf einen Unterschied zwischen den beiden besten Helden erkennen.
Überaus wundersam, überaus prächtig war der Kampf zwischen dem Sohn der Sonne und dem Sohn Bhīmas, verworren, furchtbar vom Niederfallen der Waffen, wie das erhitzte Kampfgeschehen zwischen Rāhu und der Sonne am Himmel.
Wort für Wort
atīva
überaus (Adv.)
tat
jener (Nom. Sg.)
citram
wundersam (Nom. Sg.)
atīva
überaus (Adv.)
rūpam
prächtig (Nom. Sg.)
babhūva
war (3. Sg. Perf.)
yuddham
Kampf (Nom. Sg.)
ravibhīmasūnvoḥ
zwischen dem Sohn der Sonne und dem Sohn Bhīmas (Gen. Dual)
Als sie erkannten, dass jener Rākṣasa verschwunden war, schrien alle Kauravas gemeinsam auf: ‚Wie sollte dieser tückisch kämpfende Rākṣasa, unsichtbar geworden, im Kampf nicht Karṇa töten!‘
tataḥ karṇo laghucitrāstrayodhī sarvā diśo vyāvṛṇod bāṇajālair na vai kiṃ cid vyāpatat tatra bhūtaṃ tamobhūte sāyakair antarikṣe
Da verhüllte Karṇa, der mit leichter, kunstvoller Waffenführung kämpfte, alle Himmelsrichtungen mit Netzen von Pfeilen; kein Wesen konnte sich dort noch bewegen, da der Luftraum von den Geschossen verdunkelt war.
Wort für Wort
tataḥ
da (Adv.)
karṇaḥ
Karṇa (Nom. Sg.)
laghucitrāstrayodhī
mit leichter, kunstvoller Waffenführung kämpfend (Nom. Sg.)
na cādadāno na ca saṃdadhāno na ceṣudhī spṛśamānaḥ karāgraiḥ adṛśyad vai lāghavāt sūtaputraḥ sarvaṃ bāṇaiś chādayāno 'ntarikṣam
Weder beim Ergreifen noch beim Auflegen des Pfeils noch beim Berühren der Köcher mit den Fingerspitzen war der Sohn der Sūta-Frau, durch seine Behändigkeit, zu sehen, während er den ganzen Luftraum mit Pfeilen bedeckte.
Dann sahen wir im Luftraum die vom Rākṣasa bewirkte, furchtbare, schreckliche, grausige Illusion, blutrot-wolkig leuchtend, lodernd wie eine gewaltige Feuerflamme.
Dann erschienen aus ihr Blitze und lodernde Meteore, o Fürst der Kauravas, und ein anderer, überaus furchtbarer Lärm entstand, wie von tausend dröhnenden Kriegstrommeln.
tataḥ śarāḥ prāpatan rukmapuṅkhāḥ śaktyaḥ prāsā musalāny āyudhāni paraśvadhās tailadhautāś ca khaḍgāḥ pradīptāgrāḥ paṭṭiśās tomarāś ca
Dann fielen goldgefiederte Pfeile herab, Speere, Wurfspieße, Keulen und Waffen, Streitäxte und ölblank polierte Schwerter, Paṭṭiśas und Lanzen mit lodernden Spitzen.
mayūkhinaḥ parighā lohabaddhā gadāś citrāḥ śitadhārāś ca śūlāḥ gurvyo gadā hemapaṭṭāvanaddhāḥ śataghnyaś ca prādurāsan samantāt
Strahlende, eisenbeschlagene Eisenkeulen, bunte Streitkeulen und scharfschneidige Dreizacke, schwere, mit goldenen Bändern umwundene Keulen und Śataghnīs erschienen von allen Seiten.
mahāśilāś cāpataṃs tatra tatra sahasraśaḥ sāśanayaḥ savajrāḥ cakrāṇi cānekaśatakṣurāṇi prādurbabhūvur jvalanaprabhāṇi
Große Felsblöcke fielen dort überall zu Tausenden herab, samt Blitzen und Donnerkeilen; und Diskusscheiben mit vielen hundert Klingen erschienen, feuerglänzend.
Jenen gewaltigen, lodernden, herabfallenden Regen von Speeren, Steinen, Streitäxten, Wurfspießen, Schwertern, Donnerkeilen, Blitzen und Hämmern vermochte Karṇa nicht mit seinen Pfeilfluten abzuwehren.
Wort für Wort
tām
jenen (Akk. Sg.)
śaktipāṣāṇaparaśvadhānām
von Speeren, Steinen, Streitäxten (Gen. Pl.)
prāsāsivajrāśanimudgarāṇām
von Wurfspießen, Schwertern, Donnerkeilen, Blitzen, Hämmern (Gen. Pl.)
Von den durch Pfeile getroffenen, fallenden Pferden, von den durch Donnerkeile getroffenen, fallenden Elefanten und von den durch Felsblöcke getroffenen, fallenden großen Wagenkämpfern erhob sich beim Fallen ein gewaltiger Lärm.
- von den durch die zahllosen Illusionen zu Hunderten Getöteten.
Wort für Wort
anekamāyāśataśaḥ
durch zahllose Illusionen zu Hunderten (Adv.)
hatānām
der Getöteten (Gen. Pl.)
[Anm.: Der Halbvers 030c*1238_01 ist ein im Apparat überliefertes Pāda, das den vorangehenden Vers ergänzt und angibt, dass die Gefallenen durch die zahllosen von Ghaṭotkaca gewirkten Illusionswaffen zu Hunderten getötet wurden; hier als eigene Einheit vollständig mitübersetzt.]
subhīmanānāvidhaśastrapātair ghaṭotkacenābhihataṃ samantāt dauryodhanaṃ tad balam ārtarūpam āvartamānaṃ dadṛśe bhramantam
Von Ghaṭotkacas höchst furchtbaren, mannigfaltigen Waffenwürfen von allen Seiten getroffen, sah man Duryodhanas Heer, in klagender Gestalt, wirbelnd und umherirrend.
Wort für Wort
subhīmanānāvidhaśastrapātaiḥ
durch höchst furchtbare, mannigfaltige Waffenwürfe (Instr. Pl.)
hāhākṛtaṃ saṃparivartamānaṃ saṃlīyamānaṃ ca viṣaṇṇarūpam te tv āryabhāvāt puruṣapravīrāḥ parāṅmukhā na babhūvus tadānīm
Wehklagend, sich umherwälzend, sich zusammendrängend und verzagt - doch aus edler Gesinnung wandten sich die tapfersten Männer zu jener Zeit nicht zur Flucht.
Als sie jenen noch furchtbareren, höchst schrecklichen dämonischen Regen aus gewaltigen Waffen herabfallen sahen und die Heeresmassen dahinsinken sahen, befiel deine Söhne große Furcht.
Und Schakale mit von Feuer lodernden Zungen heulten zu Hunderten mit höchst furchtbarem Geheul; und als die Krieger des Königs die brüllenden Scharen der Rākṣasas sahen, wurden sie von Angst erfasst.
te dīptajihvānanatīkṣṇadaṃṣṭrā vibhīṣaṇāḥ śailanikāśakāyāḥ nabhogatāḥ śaktiviṣaktahastā meghā vyamuñcann iva vṛṣṭimārgam
Sie, mit lodernden Zungen und Gesichtern und scharfen Fangzähnen, furchterregend, mit bergesgleichen Leibern, durch den Himmel ziehend, mit Speeren in den Fäusten, ergossen sich wie Wolken, einen Regenschauer entsendend.
Wort für Wort
te
sie (Nom. Pl.)
dīptajihvānanatīkṣṇadaṃṣṭrāḥ
mit lodernden Zungen, Gesichtern und scharfen Fangzähnen (Nom. Pl.)
tair āhatās te śaraśaktiśūlair gadābhir ugraiḥ parighaiś ca dīptair vajraiḥ pinākair aśaniprahāraiś cakraiḥ śataghnyunmathitāś ca petuḥ
Von ihnen getroffen durch Pfeile, Speere und Dreizacke, durch furchtbare Streitkeulen und lodernde Eisenkeulen, durch Donnerkeile, Dreizackstangen, Blitzschläge, Diskusscheiben und Śataghnīs zerschmettert, fielen sie.
Huḍā-Wurfgeschosse, Bhuśuṇḍi-Schleudern, Steinkugeln, Śataghnīs und mit schwarzem Eisen beschlagene Pfähle überschütteten deines Sohnes Heer; und so entstand ein schreckliches Entsetzen.
Wort für Wort
huḍāḥ
Huḍā-Wurfgeschosse (Nom. Pl.)
bhuśuṇḍyaḥ
Bhuśuṇḍi-Schleudern (Nom. Pl.)
aśmaguḍāḥ
Steinkugeln (Nom. Pl.)
śataghnyaḥ
Śataghnīs (Nom. Pl.)
sthūṇāḥ
Pfähle (Nom. Pl.)
ca
und (Partikel)
kārṣṇāyasapaṭṭanaddhāḥ
mit schwarzem Eisen beschlagen (Nom. Pl.)
avākiran
überschütteten (3. Pl. Impf.)
tava
deines (Gen. Sg.)
putrasya
Sohnes (Gen. Sg.)
sainyam
Heer (Akk. Sg.)
tathā
so (Adv.)
raudram
schreckliches (Nom. Sg.)
kaśmalam
Entsetzen (Nom. Sg.)
prādurāsīt
entstand (3. Sg. Impf.)
[Anm.: Huḍā und Bhuśuṇḍī sind Namen antiker Wurf- bzw. Schleuderwaffen, deren genaue Form nicht sicher rekonstruierbar ist; die Sanskrit-Bezeichnungen werden hier beibehalten.]
Mit herausgequollenen Eingeweiden, abgeschlagenen Köpfen und zerschmetterten Gliedern lagen dort die Helden; die Pferde durchbohrt, die Elefanten zerschmettert und die Wagen von den Felsblöcken zermalmt.
evaṃ mahac chastravarṣaṃ sṛjantas te yātudhānā bhuvi ghorarūpā māyāḥ sṛṣṭās tatra ghaṭotkacena nāmuñcan vai yācamānaṃ na bhītam
So einen gewaltigen Waffenregen entsendend, jene furchtgestaltigen Dämonen, die Illusionen, die dort von Ghaṭotkaca erschaffen worden waren, verschonten weder einen Flehenden noch einen Verängstigten.
tasmin ghore kuruvīrāvamarde kālotsṛṣṭe kṣatriyāṇām abhāve te vai bhagnāḥ sahasā vyadravanta prākrośantaḥ kauravāḥ sarva eva
In jener furchtbaren Zermalmung der Kuru-Helden, in jenem von der Zeit gesandten Untergang der Kṣatriyas, flohen sie, gebrochen, jäh davon, alle Kauravas gemeinsam aufschreiend:
palāyadhvaṃ kuravo naitad asti sendrā devā ghnanti naḥ pāṇḍavārthe tathā teṣāṃ majjatāṃ bhāratānāṃ na sma dvīpas tatra kaś cid babhūva
‚Flieht, Kauravas, das ist kein gewöhnliches Geschehen - die Götter mit Indra erschlagen uns um der Pāṇḍavas willen!‘ - So gab es für die Bhāratas, während sie versanken, dort nirgendwo eine rettende Insel.
In jenem tosenden, tumultartigen Aufschrei, während das Heer der Kurus gebrochen zusammensank, war in der undurchschaubaren Aufteilung der Truppenreihen weder ein Kaurava noch ein anderer zu erkennen.
nirmaryāde vidrave ghorarūpe sarvā diśaḥ prekṣamāṇāḥ sma śūnyās tāṃ śastravṛṣṭim urasā gāhamānaṃ karṇaṃ caikaṃ tatra rājann apaśyam
In jener grenzenlosen, furchtgestaltigen Flucht erblickten wir alle Himmelsrichtungen leer; nur Karṇa allein sah ich dort, o König, der sich mit der Brust in jenen Waffenregen hineinstürzte.
Dann verhüllte er, gegen die göttliche Illusion des Rākṣasas kämpfend, mit Pfeilen den Luftraum; voller Scham, eine schwierige, edle Tat vollbringend, geriet der Sohn der Sūta-Frau im Kampf nicht in Verwirrung.
tato bhītāḥ samudaikṣanta karṇaṃ rājan sarve saindhavā bāhlikāś ca asaṃmohaṃ pūjayanto 'sya saṃkhye saṃpaśyanto vijayaṃ rākṣasasya
Da blickten voller Furcht alle Saindhavas und Bāhlikas, o König, auf Karṇa, seine Unerschütterlichkeit im Kampf bewundernd, in Sorge auf einen möglichen Sieg des Rākṣasas blickend.
Eine von ihm entsandte, radbewehrte Śataghnī erschlug alle vier Pferde zugleich; sie sanken auf die Knie zur Erde nieder, leblos, mit zusammengebissenen Zähnen, Augen und Zungen.
Wort für Wort
tena
von ihm (Instr. Sg.)
utsṛṣṭā
entsandt (Nom. Sg.)
cakrayuktā
radbewehrt (Nom. Sg.)
śataghnī
Śataghnī (Nom. Sg.)
samam
zugleich (Adv.)
sarvān
alle (Akk. Pl.)
caturaḥ
vier (Akk. Pl.)
aśvān
Pferde (Akk. Pl.)
jaghāna
erschlug (3. Sg. Perf.)
te
sie (Nom. Pl.)
jānubhiḥ
mit den Knien (Instr. Pl.)
jagatīm
zur Erde (Akk. Sg.)
anvapadyan
sanken nieder (3. Pl. Impf.)
gatāsavaḥ
leblos (Nom. Pl.)
nirdaśanākṣijihvāḥ
mit zusammengebissenen Zähnen, Augen und Zungen (Nom. Pl.)
Dann stieg er von dem Gefährt mit den getöteten Pferden herab, innerlich unruhig, während die Kurus davonflohen; und während er von der göttlichen Waffe durch die Illusion bedrängt wurde, geriet er nicht in Verwirrung, den herangekommenen entscheidenden Augenblick bedenkend.
tato 'bruvan kuravaḥ sarva eva karṇaṃ dṛṣṭvā ghorarūpāṃ ca māyāṃ śaktyā rakṣo jahi karṇādya tūrṇaṃ naśyanty ete kuravo dhārtarāṣṭrāḥ
Da sprachen alle Kauravas gemeinsam, als sie Karṇa und die furchtgestaltige Illusion sahen: „Töte den Rākṣasa noch heute mit der Śakti, Karṇa, rasch! Diese Kauravas, die Söhne Dhṛtarāṣṭras, gehen zugrunde!
kariṣyataḥ kiṃ ca no bhīmapārthau tapantam enaṃ jahi rakṣo niśīthe yo naḥ saṃgrāmād ghorarūpād vimucyet sa naḥ pārthān samare yodhayeta
Was können uns Bhīma und Pārtha dann noch antun? Töte diesen quälenden Rākṣasa zur Mitternacht! Wer uns von diesem furchtgestaltigen Kampf befreien möge, der soll später mit den Pārthas im Kampf ringen.
Darum töte diesen furchtgestaltigen Rākṣasa mit der von Vāsava geschenkten Śakti! Lass nicht alle Kauravas, Indra gleich, am Anbruch der Nacht samt ihren Kriegern zugrunde gehen, Karṇa!“
sa vadhyamāno rakṣasā vai niśīthe dṛṣṭvā rājan naśyamānaṃ balaṃ ca mahac ca śrutvā ninadaṃ kauravāṇāṃ matiṃ dadhre śaktimokṣāya karṇaḥ
Er, von dem Rākṣasa zur Mitternacht bedrängt, o König, als er sah, dass sein Heer zugrunde ging, und als er das gewaltige Geschrei der Kauravas vernahm, fasste Karṇa den Entschluss, die Śakti zu entsenden.
sa tāḍyamāno niśi rākṣasena rājan dṛṣṭvā vidrutaṃ te balaṃ ca śrutvā mahāntaṃ ninadaṃ kurūṇāṃ mano dadhre śaktimokṣe mahātmā
Er, zur Nachtzeit vom Rākṣasa bedrängt, o König, als er sah, dass dein Heer floh, und als er das gewaltige Geschrei der Kurus vernahm, fasste der Großherzige den Sinn auf die Entsendung der Śakti.
Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
tāḍyamānaḥ
bedrängt (Nom. Sg. Part.)
niśi
zur Nachtzeit (Lok. Sg.)
rākṣasena
vom Rākṣasa (Instr. Sg.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
dṛṣṭvā
gesehen habend (Ger.)
vidrutam
fliehend (Akk. Sg.)
te
dein (Gen. Sg.)
balam
Heer (Akk. Sg.)
ca
und (Partikel)
śrutvā
vernommen habend (Ger.)
mahāntam
gewaltiges (Akk. Sg.)
ninadam
Geschrei (Akk. Sg.)
kurūṇām
der Kurus (Gen. Pl.)
manaḥ
Sinn (Akk. Sg.)
dadhre
fasste (3. Sg. Perf. Med.)
śaktimokṣe
auf die Entsendung der Śakti (Lok. Sg.)
mahātmā
der Großherzige (Nom. Sg.)
[Anm.: Die Verse 051d*1239_01 bis 051d*1239_04 sind im Apparat überlieferte Zusatzverse, die den vorangehenden Vers 51 in leicht abgewandelter Formulierung noch einmal wiederholen; hier vollständig mitübersetzt, nicht stillschweigend ausgelassen.]
sa vai kruddhaḥ siṃha ivātyamarṣī nāmarṣayat pratighātaṃ raṇe tam śaktiṃ śreṣṭhāṃ vaijayantīm asahyāṃ samādade tasya vadhaṃ cikīrṣan
Er, zornentbrannt, wie ein höchst ungeduldiger Löwe, ertrug den Gegenschlag im Kampf nicht; er ergriff die vortreffliche, unwiderstehliche Śakti namens Vaijayantī, entschlossen, ihn zu töten.
Jene, o König, die viele Jahre lang aufbewahrt worden war, verehrt, für die Tötung Phalgunas in der Schlacht; jene vortreffliche Śakti, die Śakra dem Sohn der Sūta-Frau im Tausch gegen die Ohrringe gegeben hatte -
- die vortreffliche Śakti, gegen die Ohrringe von Puraṃdara empfangen, samt der Rüstung erhalten, o König -
Wort für Wort
śaktim
Śakti (Akk. Sg.)
śreṣṭhām
vortrefflich (Akk. Sg.)
kuṇḍalābhyām
gegen die Ohrringe (Instr. Dual)
gṛhītām
empfangen (Akk. Sg.)
puraṃdarāt
von Puraṃdara/Indra (Abl. Sg.)
varmaṇā
samt der Rüstung (Instr. Sg.)
ādāya
erhalten habend (Ger.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
[Anm.: Die beiden Verse 053d*1240_01 und 053d*1240_02 sind im Apparat überlieferte Zusatzverse, die den vorangehenden Vers 53 mit der Ergänzung wiederholen, dass Karṇa im Tausch für die Waffe zusätzlich die Rüstung erhielt; hier vollständig mitübersetzt.]
Jene lodernde, züngelnde Śakti, mit Fesseln versehen wie die Nacht des Antaka, wie eine brennende Fackel, die Schwester des Todes - Vaikartana schleuderte sie gegen den Rākṣasa.
Als er jene vortreffliche, fremde Leiber vernichtende Waffe, in der Hand des Sūta-Sohnes ruhend und lodernd sah, floh der erschrockene Rākṣasa davon, o König, nachdem er sich selbst auf die Größe eines Vindhya-Bergfußes vergrößert hatte.
Als sie die Śakti, in Karṇas Arm ruhend, erblickten, schrien die Wesen im Luftraum auf, o Herrscher der Menschen; tumultartige Winde wehten, o König, und ein Blitzschlag mit Donnerkrachen fuhr zur Erde nieder.
Wort für Wort
dṛṣṭvā
gesehen habend (Ger.)
śaktim
Śakti (Akk. Sg.)
karṇabāhvantarasthām
im Zwischenraum von Karṇas Armen ruhend (Akk. Sg.)
Sie, lodernd, verwandelte jene Illusion zu Asche, durchbohrte tief das Herz des Rākṣasas, und stieg, leuchtend, in der Nacht empor, in die Zwischenräume der Sterne eindringend.
yuddhvā citrair vividhaiḥ śastrapūgair divyair vīro mānuṣai rākṣasaiś ca nadan nādān vividhān bhairavāṃś ca prāṇān iṣṭāṃs tyājitaḥ śakraśaktyā
Nachdem der Held mit mannigfaltigen, wundersamen Waffenmassen gekämpft hatte - göttlichen, menschlichen und dämonischen - und vielerlei furchtbare Rufe ausgestoßen hatte, wurde er seines geliebten Lebens durch Śakras Śakti beraubt.
Dies und andere wundersame, staunenswerte Taten vollbrachte er zur Vernichtung der Feinde; in jenem Augenblick, sein Lebenspunkt von der Śakti durchbohrt, erstrahlte er, o König, wie ein wolkenverhangener Berg.
Wort für Wort
idam
dies (Akk. Sg.)
ca
und (Partikel)
anyat
anderes (Akk. Sg.)
citram
wundersam (Akk. Sg.)
āścaryarūpam
staunenswert (Akk. Sg.)
cakāra
vollbrachte (3. Sg. Perf.)
asau
er (Nom. Sg.)
karma
Tat (Akk. Sg.)
śatrukṣayāya
zur Vernichtung der Feinde (Dat. Sg.)
tasmin
in jenem (Lok. Sg.)
kāle
Augenblick (Lok. Sg.)
śaktinirbhinnamarmā
dessen Lebenspunkt von der Śakti durchbohrt war (Nom. Sg.)
babhau
erstrahlte (3. Sg. Perf.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
meghaśailaprakāśaḥ
wie ein wolkenverhangener Berg leuchtend (Nom. Sg.)
tato 'ntarikṣād apatad gatāsuḥ sa rākṣasendro bhuvi bhinnadehaḥ avākśirāḥ stabdhagātro vijihvo ghaṭotkaco mahad āsthāya rūpam
Dann fiel er, leblos, aus dem Luftraum zur Erde nieder, jener Herr der Rākṣasas, mit zerrissenem Leib - mit dem Kopf nach unten, mit erstarrten Gliedern, mit heraushängender Zunge - Ghaṭotkaca, nachdem er eine gewaltige Gestalt angenommen hatte.
sa tad rūpaṃ bhairavaṃ bhīmakarmā bhīmaṃ kṛtvā bhaimaseniḥ papāta hato 'py evaṃ tava sainyekadeśam apothayat kauravān bhīṣayāṇaḥ
Er, der Furchtbares vollbringende Sohn Bhīmasenas, jene furchtbare, schreckliche Gestalt annehmend, fiel; obwohl getötet, zerschmetterte er so einen Teil deines Heeres und versetzte die Kauravas in Schrecken.
Der fallende Rākṣasa erschlug mit seinem eigenen, rasch bis ins Übermaß anwachsenden Leib, den Pāṇḍavas einen Gefallen erweisend, obwohl schon leblos, rasch eine ganze Akṣauhiṇī deines Heeres.
Wort für Wort
patat
fallend (Nom. Sg. Part.)
rakṣaḥ
der Rākṣasa (Nom. Sg.)
svena
mit seinem eigenen (Instr. Sg.)
kāyena
Leib (Instr. Sg.)
tūrṇam
rasch (Adv.)
atipramāṇena
bis ins Übermaß (Instr. Sg.)
vivardhatā
anwachsend (Instr. Sg. Part.)
ca
und (Partikel)
priyam
Gefallen (Akk. Sg.)
kurvan
erweisend (Nom. Sg. Part.)
pāṇḍavānām
den Pāṇḍavas (Gen. Pl.)
gatāsuḥ
leblos (Nom. Sg.)
akṣauhiṇīm
Akṣauhiṇī (Akk. Sg.)
tava
deines (Gen. Sg.)
tūrṇam
rasch (Adv.)
jaghāna
erschlug (3. Sg. Perf.)
[Anm.: Die Verse 061d*1241_01 bis 061d*1241_04 sind im Apparat überlieferte Zusatzverse, die den vorangehenden Vers 61 mit der genaueren Angabe wiederholen, dass der fallende, ins Riesenhafte anwachsende Leib des toten Ghaṭotkaca eine ganze Akṣauhiṇī des kauravischen Heeres unter sich begrub; hier vollständig mitübersetzt.]
tato miśrāḥ prāṇadan siṃhanādair bheryaḥ śaṅkhā murajāś cānakāś ca dagdhāṃ māyāṃ nihataṃ rākṣasaṃ ca dṛṣṭvā hṛṣṭāḥ prāṇadan kauraveyāḥ
Dann erdröhnten, mit Löwengebrüll vermischt, Kriegstrommeln, Muschelhörner, Handtrommeln und Pauken; als sie sahen, dass die Illusion verbrannt und der Rākṣasa erschlagen war, jubelten die Kauravas voller Freude auf.
Dann, von den Kurus geehrt, wie Śakra von den Maruts nach der Tötung Vṛtras, bestieg Karṇa den Wagen deines Sohnes, der darauf stand, und trat, ebenfalls voller Freude, in sein eigenes Heer ein.