Kapitel 54
Böse Vorzeichen und Kṛṣṇas Trost an Subhadrā
Jene Nacht finden weder Kṛṣṇa noch Arjuna Schlaf; die Götter beobachten besorgt, und eine Reihe schrecklicher Vorzeichen (Stürme, ein kopfloser Ring um die Sonne, Erdbeben, rückwärtsfließende Flüsse, unruhige Zugtiere) erschüttert beide Heere. Arjuna bittet Kṛṣṇa kurz, seine Schwester Subhadrā und seine Schwiegertochter Uttarā zu trösten (CQ-Region 1). Kṛṣṇa begibt sich zu ihnen und hält eine lange Trostrede (CQ-Region 2): Abhimanyus Tod sei ein dem Kṣatriya-Helden gemäßes, rühmliches Ende, er habe die höchsten Welten erlangt, und Jayadratha werde noch vor dem nächsten Sonnenuntergang für seine Tat büßen. Das Kapitel endet mit einem metrisch abweichenden Schlussvers, der Jayadrathas unausweichliches Schicksal bekräftigt.
Saṃjaya sprach: In jener Nacht, von Schmerz und Kummer gequält, wie zwei seufzende Schlangen, fanden Vāsudeva und Dhanañjaya keinerlei Schlaf; die Helden Vāsudeva und Arjuna fanden keinen Schlummer.
Wort für Wort
tāṃ niśāṃ duḥkhaśokārtau
in jener Nacht, von Schmerz und Kummer gequält (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Dual.Kompositum)
śvasantāv iva coragau
wie zwei seufzende Schlangen (Nom.Dual.Ptz. + Konj. + Konj.+Nom.Dual)
Als die Götter mitsamt Vāsava [Indra] erkannt hatten, dass Nara und Nārāyaṇa [Arjuna und Kṛṣṇa] zornentbrannt waren, dachten sie, beunruhigt: »Was wohl wird dies werden?«
Wort für Wort
naranārāyaṇau kruddhau
dass Nara und Nārāyaṇa zornentbrannt waren (Akk.Dual.Kompositum + Akk.Dual.Ptz.)
jñātvā devāḥ savāsavāḥ
als die Götter mitsamt Vāsava erkannt hatten (Ger. + Nom.Pl. + Nom.Pl.Kompositum)
vyathitāś cintayām āsuḥ
dachten, beunruhigt (Nom.Pl.Ptz. + 3.Pl.Perf.)
kiṃ svid etad bhaviṣyati
was wohl wird dies werden (Interr. + Partikel + Nom.Sg. + 3.Sg.Fut.)
[Anm.: Nara und Nārāyaṇa sind die göttlichen Urgestalten, als deren irdische Verkörperungen Arjuna und Kṛṣṇa gelten (vgl. Aṃśāvataraṇa, Adhyāya 61).]
ebenso ein kopfloser Rumpf, um die Sonne (Nom.Sg.Kompositum + Adv.+Lok.Sg.)
parighaḥ samadṛśyata
ein ringförmiger Schein erschien (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.Pass.)
[Anm.: »Parighaḥ« bezeichnet hier ein ringförmiges Himmelsphänomen um die Sonne, das zusammen mit dem Bild eines »kopflosen Rumpfes« (sakabandha) als unheilvolles Vorzeichen gedeutet wird.]
vāhanāni śakṛnmūtre mumucū ruruduś ca ha tān dṛṣṭvā dāruṇān sarvān utpātāṃl lomaharṣaṇān dīnāś ca pārthivāḥ sarve nāśaṃsur jayam ātmanaḥ
Die Zugtiere ließen Kot und Urin fahren und weinten; als sie all diese schrecklichen, haarsträubenden Vorzeichen gesehen hatten, hofften alle Fürsten, niedergeschlagen, nicht mehr auf ihren eigenen Sieg.
Wort für Wort
vāhanāni śakṛnmūtre
die Zugtiere Kot und Urin (Nom.Pl. + Akk.Sg.Kompositum)
sarve te vyathitāḥ sainyās tvadīyā bharatarṣabha śrutvā mahābalasyogrāṃ pratijñāṃ savyasācinaḥ
Alle deine Truppen waren beunruhigt, o Stier der Bharatas, als sie das furchtbare Gelöbnis des Mächtigen, des Ambidextrischen [Arjuna], vernommen hatten.
Wort für Wort
sarve te vyathitāḥ sainyāḥ
alle deine Truppen waren beunruhigt (Nom.Pl. + Gen.Sg. + Nom.Pl.Ptz. + Nom.Pl.)
tvadīyā bharatarṣabha
deine, o Stier der Bharatas (Nom.Pl. + Vok.Sg.Kompositum)
śrutvā mahābalasyogrām
als sie das furchtbare des Mächtigen vernommen hatten (Ger. + Gen.Sg.Kompositum+Akk.Sg.)
pratijñāṃ savyasācinaḥ
das Gelöbnis des Ambidextrischen (Akk.Sg. + Gen.Sg.)
Da sprach der Starkarmige, der Sohn des Pākaśāsana [Arjuna], zu Kṛṣṇa: „Tröste du [meine] Schwester Subhadrā, zusammen mit [meiner] Schwiegertochter; die makellose Schwiegertochter und Schwiegermutter — mache sie frei von Kummer, o Mādhava; mit sanften, wahrhaften und angemessenen Worten tröste sie, o Herr.“
Wort für Wort
atha kṛṣṇaṃ mahābāhur
da der Starkarmige zu Kṛṣṇa (Adv. + Akk.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
abravīt pākaśāsaniḥ
sprach der Sohn des Pākaśāsana (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
āśvāsaya subhadrāṃ tvaṃ
tröste du Subhadrā (2.Sg.Imp.Kaus. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
bhaginīṃ snuṣayā saha
die Schwester, zusammen mit der Schwiegertochter (Akk.Sg. + Instr.Sg. + Postp.)
snuṣā śvaśvrānaghāyaste
die makellose Schwiegertochter und Schwiegermutter (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
viśoke kuru mādhava
mache frei von Kummer, o Mādhava (Akk.Sg.Kaus. + 2.Sg.Imp. + Vok.Sg.)
sāmnā satyena yuktena
mit sanften, wahrhaften, angemessenen (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Instr.Sg.Ptz.)
vacasāśvāsaya prabho
mit Worten tröste, o Herr (Instr.Sg.+2.Sg.Imp.Kaus. + Vok.Sg.)
[Anm.: Kurze CQ-Region 1 — Arjunas Bitte an Kṛṣṇa, in derselben Einheit geöffnet und geschlossen. »Schwiegertochter« ist Uttarā, Abhimanyus junge Witwe.]
mā śokaṃ kuru vārṣṇeyi kumāraṃ prati sasnuṣā sarveṣāṃ prāṇināṃ bhīru niṣṭhaiṣā kālanirmitā
„Sei nicht bekümmert, o Vārṣṇeyī, um den Knaben, du samt der Schwiegertochter; für alle Lebewesen, o Furchtsame, ist dies das von der Zeit bestimmte Ende.
Wort für Wort
mā śokaṃ kuru vārṣṇeyi
sei nicht bekümmert, o Vārṣṇeyī (Proh. + Akk.Sg. + 2.Sg.Imp. + Vok.Sg.)
kumāraṃ prati sasnuṣā
um den Knaben, du samt der Schwiegertochter (Akk.Sg. + Postp. + Nom.Sg.Kompositum)
sarveṣāṃ prāṇināṃ bhīru
für alle Lebewesen, o Furchtsame (Gen.Pl. + Gen.Pl. + Vok.Sg.)
niṣṭhaiṣā kālanirmitā
dies ist das von der Zeit bestimmte Ende (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
[Anm.: Hier öffnet CQ-Region 2 — Kṛṣṇas lange Trostrede an Subhadrā. »Vārṣṇeyī« redet sie als Angehörige des Vṛṣṇi-Geschlechts an (Subhadrā ist Kṛṣṇas Schwester).]
Glücklicherweise hat der große Wagenkämpfer, der Held, dem Vater an Kraft gleich, nach der Weise des Kṣatriya den von Helden ersehnten Zustand erlangt.
Wort für Wort
diṣṭyā mahāratho vīraḥ
glücklicherweise, der große Wagenkämpfer, der Held (Adv. + Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
pitus tulyaparākramaḥ
dem Vater an Kraft gleich (Gen.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
kṣātreṇa vidhinā prāptaḥ
nach der Weise des Kṣatriya erlangt (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
vīrābhilaṣitāṃ gatim
den von Helden ersehnten Zustand (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
Nachdem er sehr viele Feinde besiegt und dem Tod übergeben hatte, ist er in die unvergänglichen, alle Wünsche gewährenden Welten der Verdienstvollen eingegangen.
Wort für Wort
jitvā subahuśaḥ śatrūn
nachdem er sehr viele Feinde besiegt hatte (Ger. + Adv. + Akk.Pl.)
preṣayitvā ca mṛtyave
und dem Tod übergeben hatte (Ger. + Konj. + Dat.Sg.)
gataḥ puṇyakṛtāṃ lokān
ist er in die Welten der Verdienstvollen eingegangen (Nom.Sg.Ptz. + Gen.Pl.Ptz. + Akk.Pl.)
sarvakāmaduho 'kṣayān
alle Wünsche gewährenden, unvergänglichen (Akk.Pl.Kompositum + Akk.Pl.)
Den Zustand, den die Guten durch Askese, durch Keuschheit/Schülerschaft, durch [heilige] Überlieferung und durch Weisheit erlangen wollen — diesen hat dein lieber Sohn erlangt.
Wort für Wort
tapasā brahmacaryeṇa
durch Askese, durch Keuschheit/Schülerschaft (Instr.Sg. + Instr.Sg.)
śrutena prajñayāpi ca
durch Überlieferung und auch durch Weisheit (Instr.Sg. + Instr.Sg.+Konj. + Konj.)
santo yāṃ gatim icchanti
den Zustand, den die Guten wollen (Nom.Pl. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + 3.Pl.Präs.)
prāptas tāṃ tava putrakaḥ
diesen hat dein lieber Sohn erlangt (Nom.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.)
Du bist die Mutter eines Helden, die Gattin eines Helden, hast heldenhafte Schwiegerväter und Verwandte — gräme dich nicht um deinen Sohn, o Gütige; er ist zum höchsten Zustand gegangen.
Wort für Wort
vīrasūr vīrapatnī tvam
du bist Mutter eines Helden, Gattin eines Helden (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
vīraśvaśurabāndhavā
mit heldenhaften Schwiegervätern und Verwandten (Nom.Sg.Kompositum)
mā śucas tanayaṃ bhadre
gräme dich nicht um deinen Sohn, o Gütige (Proh. + 2.Sg.Aor. + Akk.Sg. + Vok.Sg.)
gataḥ sa paramāṃ gatim
er ist zum höchsten Zustand gegangen (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
svādhyāyayuktaṃ brāhmaṇī yācitāraṃ gaurvoḍhāraṃ tv āśugantāram aśvā dāsaṃ śūdrā karmakaraṃ tu vaiśyā śūraṃ sūte tvadvidhā rājaputrī
Die Brahmanin gebiert einen dem [Veda-]Studium ergebenen, einen Bittsteller; die Kuh einen Lasttragenden, die Stute aber einen Schnellläufer; die Śūdra-Frau einen Knecht, die Vaiśya-Frau aber einen Arbeiter — einen Helden aber gebiert eine Königstochter wie du.
Wort für Wort
svādhyāyayuktaṃ brāhmaṇī
die Brahmanin [gebiert] einen dem Studium ergebenen (Akk.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
yācitāraṃ gaurvoḍhāraṃ
einen Bittsteller; die Kuh einen Lasttragenden (Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
tv āśugantāram aśvā
aber die Stute einen Schnellläufer (Konj. + Akk.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
dāsaṃ śūdrā karmakaraṃ tu
die Śūdra-Frau einen Knecht, aber (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg.Kompositum + Konj.)
vaiśyā śūraṃ sūte
die Vaiśya-Frau einen Arbeiter [gebiert einen Helden] (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Präs.)
tvadvidhā rājaputrī
eine Königstochter wie du (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum)
[Anm.: Ein formelhafter Vergleichsvers über die den vier Ständen (und Tierarten) je gemäße Nachkommenschaft, der in einem eigenen, kürzeren Versmaß steht; die genaue Zuordnung der beiden mittleren Glieder (Kuh/Lasttier, Stute/Läufer) ist im Sanskrit leicht verdichtet und daher stellenweise unsicher [?]. Die Pointe: Subhadrā, als Königstochter, hat standesgemäß einen Helden geboren.]
Und jener niederträchtige Saindhava, der Töter des Knaben, wird die Frucht dieser Vermessenheit erhalten, samt seiner Freundesschar und seinen Verwandten.
Wort für Wort
prāpsyate cāpy asau kṣudraḥ
und jener niederträchtige wird erhalten (3.Sg.Fut.Med. + Konj.+Konj. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
saindhavo bālaghātakaḥ
der Saindhava, der Töter des Knaben (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
asyāvalepasya phalam
die Frucht dieser Vermessenheit (Gen.Sg.+Gen.Sg. + Akk.Sg.)
sasuhṛdgaṇabāndhavaḥ
samt seiner Freundesschar und seinen Verwandten (Nom.Sg.Kompositum)
vyuṣṭāyāṃ tu varārohe rajanyāṃ pāpakarmakṛt na hi mokṣyati pārthāt sa praviṣṭo 'py amarāvatīm
Wenn die Nacht vergangen ist, o Schöngestaltete, wird der Übeltäter nicht vor Pārtha entkommen, selbst wenn er in Amarāvatī [Indras Stadt] eingedrungen wäre.
Wort für Wort
vyuṣṭāyāṃ tu varārohe
wenn vergangen ist, o Schöngestaltete (Lok.Sg.Ptz. + Konj. + Vok.Sg.Kompositum)
rajanyāṃ pāpakarmakṛt
die Nacht, der Übeltäter (Lok.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
na hi mokṣyati pārthāt
wird nicht vor Pārtha entkommen (Neg. + Partikel + 3.Sg.Fut. + Abl.Sg.)
sa praviṣṭo 'py amarāvatīm
selbst wenn er in Amarāvatī eingedrungen wäre (Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Konj. + Akk.Sg.)
Morgen wirst du hören, dass das Haupt jenes Saindhava in der Schlacht abgeschlagen und aus Samantapañcaka hinausgetragen wurde — sei frei von Kummer, weine nicht.
Wort für Wort
śvaḥ śiraḥ śroṣyase
morgen wirst du hören das Haupt (Adv. + Akk.Sg. + 2.Sg.Fut.)
tasya saindhavasya raṇe
jenes Saindhava in der Schlacht (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Lok.Sg.)
hṛtam samantapañcakād
abgeschlagen, aus Samantapañcaka (Akk.Sg.Ptz. + Abl.Sg.)
bāhyaṃ viśokā bhava mā rudaḥ
hinausgetragen; sei frei von Kummer, weine nicht (Akk.Sg. + Nom.Sg.Kompositum + 2.Sg.Imp. + Proh. + 2.Sg.Aor.)
[Anm.: Samantapañcaka bezeichnet das heilige Schlachtfeld von Kurukṣetra selbst.]
Die Pflicht des Kṣatriya voranstellend, ist der Held zum Zustand der Guten gegangen — den auch wir hier erlangen möchten, und jene anderen, die vom Schwert leben.
Wort für Wort
kṣatradharmaṃ puraskṛtya
die Pflicht des Kṣatriya voranstellend (Akk.Sg.Kompositum + Ger.)
gataḥ śūraḥ satāṃ gatim
ist der Held zum Zustand der Guten gegangen (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg. + Gen.Pl. + Akk.Sg.)
yāṃ vayaṃ prāpnuyāmeha
den auch wir hier erlangen möchten (Akk.Sg. + Nom.Pl. + 1.Pl.Opt.+Adv.)
ye cānye śastrajīvinaḥ
und jene anderen, die vom Schwert leben (Nom.Pl. + Konj.+Nom.Pl. + Nom.Pl.Kompositum)
Breitbrüstig, starkarmig, niemals zurückweichend, Wünsche gewährend — dein Sohn, o Schöngestaltete, ist in den Himmel gegangen; wirf dein Fieber [des Kummers] ab.
anu jātaś ca pitaraṃ mātṛpakṣaṃ ca vīryavān sahasraśo ripūn hatvā hataḥ śūro mahārathaḥ
Dem Vater nachgeboren und, an Kraft der Familie der Mutter [ebenbürtig], hat er, nachdem er Feinde zu Tausenden erschlagen hatte, [selbst] den Tod gefunden — der Held, der große Wagenkämpfer.
Wort für Wort
anu jātaś ca pitaraṃ
und nachgeboren dem Vater (Adv. + Nom.Sg.Ptz. + Konj. + Akk.Sg.)
mātṛpakṣaṃ ca vīryavān
und an Kraft der mütterlichen Familie ebenbürtig (Akk.Sg.Kompositum + Konj. + Nom.Sg.Kompositum)
sahasraśo ripūn hatvā
nachdem er Feinde zu Tausenden erschlagen hatte (Adv. + Akk.Pl. + Ger.)
hataḥ śūro mahārathaḥ
hat den Tod gefunden, der Held, der große Wagenkämpfer (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
Tröste die Schwiegertochter, o Königin; gräme dich nicht zu sehr, o Kṣatriya-Frau; morgen, wenn du etwas sehr Erfreuliches gehört hast, sei frei von Kummer, o Freudenspenderin.
Wort für Wort
āśvāsaya snuṣāṃ rājñi
tröste die Schwiegertochter, o Königin (2.Sg.Imp.Kaus. + Akk.Sg. + Vok.Sg.)
mā śucaḥ kṣatriye bhṛṣam
gräme dich nicht zu sehr, o Kṣatriya-Frau (Proh. + 2.Sg.Aor. + Vok.Sg. + Adv.)
śvaḥ priyaṃ sumahac chrutvā
morgen, etwas sehr Erfreuliches gehört habend (Adv. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
viśokā bhava nandini
sei frei von Kummer, o Freudenspenderin (Nom.Sg.Kompositum + 2.Sg.Imp. + Vok.Sg.)
yadi ca manujapannagāḥ piśācā rajanicarāḥ patagāḥ surāsurāś ca raṇagatam abhiyānti sindhurājaṃ na sa bhavitā saha tair api prabhāte
Und selbst wenn Menschen, Schlangen, Piśācas, Nachtwandler, Vögel und Götter samt Asuras dem in die Schlacht gezogenen König von Sindhu zu Hilfe kämen — er wird, selbst mit ihnen, bei Tagesanbruch nicht mehr sein.“
Wort für Wort
yadi ca manujapannagāḥ
und selbst wenn Menschen, Schlangen (Konj. + Konj. + Nom.Pl.Kompositum)
und Götter samt Asuras, dem in die Schlacht gezogenen (Nom.Pl.Kompositum + Konj. + Akk.Sg.Kompositum)
abhiyānti sindhurājam
zu Hilfe kämen dem König von Sindhu (3.Pl.Präs. + Akk.Sg.Kompositum)
na sa bhavitā saha tair api
er wird nicht sein, selbst mit ihnen (Neg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Fut.Ag. + Postp. + Instr.Pl. + Konj.)
prabhāte
bei Tagesanbruch (Lok.Sg.)
[Anm.: Schlussvers in abweichendem Versmaß (Indravajrā/Upajāti statt Anuṣṭubh) — wie häufig als rhetorisch verstärkender Kapitelabschluss verwendet. Hiermit schließt CQ-Region 2 (Kṛṣṇas Trostrede). Mit dem folgenden Vers 07,055.001 beginnt ein neues Kapitel.]