Dhṛtarāṣṭra unterbricht mit einer Frage, was Droṇa gegen Śinis Enkel Yuyudhāna (Sātyaki) unternahm, nachdem dieser Dhṛṣṭadyumna befreit hatte (Einheit 1; Sprecherkennzeichnungen 'dhṛtarāṣṭra uvāca' und 'saṃjaya uvāca' entfallen gemäß Konvention). Saṃjaya schildert darauf in ausführlichen Bildern Droṇas zornigen Ansturm auf Sātyaki (Einheiten 2-4), woraufhin Sātyaki lachend seinen Wagenlenker anweist, gegen Droṇa vorzufahren (CQ-Region, Einheit 5). Es folgt ein langes, kunstvoll geschildertes Duell der beiden Wagenkämpfer mit Pfeilregen, verdunkeltem Himmel, zerschossenen Bannern und Schirmen, vor dem gebannt zuschauenden Heer beider Seiten sowie Göttern und Himmelswesen. Droṇa erkennt (in stillem, indirekt wiedergegebenem Gedanken, Einheiten 35-36) Sātyakis übermenschliche Kampfkunst an; beide setzen schließlich göttliche Waffen (Agni- und Varuṇa-Astra) ein, die einander neutralisieren. Die Pāṇḍava-Brüder eilen Sātyaki zu Hilfe, während sich auch auf Kaurava-Seite Verstärkung sammelt; die allgemeine Schlacht entbrennt erneut im aufgewirbelten Staub, während Arjuna, unbemerkt, an anderer Stelle seinen Weg durch die Reihen bereits vollendet hat. Eine zweite, kurze CQ-Region (Einheit 37) markiert den kollektiven, mit dem Zitatpartikel 'iti' eingeleiteten Jubelruf 'sādhu sādhu' der Siddhas und Cāraṇas.
bāṇe tasmin nikṛtte tu dhṛṣṭadyumne ca mokṣite tena vṛṣṇipravīreṇa yuyudhānena saṃjaya amarṣito maheṣvāsaḥ sarvaśastrabhṛtāṃ varaḥ naravyāghraḥ śineḥ pautre droṇaḥ kim akarod yudhi
Als jener Pfeil zerschnitten und Dhṛṣṭadyumna durch jenen Vṛṣṇi-Helden Yuyudhāna befreit worden war, o Saṃjaya - was tat da der erzürnte große Bogenschütze, der Beste aller Waffenträger, der Menschentiger Droṇa gegen den Enkel des Śini im Kampf?
Wort für Wort
bāṇe tasmin nikṛtte tu
als jener Pfeil zerschnitten worden war (Lok.Sg. + Lok.Sg. + Lok.Sg.Part.Pass. + Partikel)
dhṛṣṭadyumne ca mokṣite
und Dhṛṣṭadyumna befreit worden war (Lok.Sg. + Partikel + Lok.Sg.Part.Pass.)
tena vṛṣṇipravīreṇa yuyudhānena saṃjaya
durch jenen Vṛṣṇi-Helden Yuyudhāna, o Saṃjaya (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Instr.Sg. + Vok.Sg.)
amarṣito maheṣvāsaḥ sarvaśastrabhṛtāṃ varaḥ
der erzürnte große Bogenschütze, der Beste aller Waffenträger (Nom.Sg.Part. + Nom.Sg. + Gen.Pl. + Nom.Sg.)
naravyāghraḥ śineḥ pautre
der Menschentiger, gegen den Enkel des Śini (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Lok.Sg.)
droṇaḥ kim akarod yudhi
was tat Droṇa im Kampf (Nom.Sg. + Interr. + Impf. + Lok.Sg.)
[Anm.: V.1-2 bilden die Frage Dhṛtarāṣṭras an Saṃjaya (Sprecherkennzeichnung 'dhṛtarāṣṭra uvāca' entfällt gemäß Konvention); die anschließende Sprecherkennzeichnung 'saṃjaya uvāca' vor V.3 markiert die Wiederaufnahme von Saṃjayas Grunderzählung und wird ebenfalls nicht eigens wiedergegeben.]
Von Zorngift überströmt, den Bogen wie ein aufgesperrtes Maul, mit scharfschneidigen Pfeilen als Zähnen und spitzen Eisenschäften als Fangzähnen, mit vor Grimm und Unmut kupferroten Augen, schnaubend wie eine gewaltige Schlange, mit seinen an Heldenmut sich freuenden roten, überaus schnellen Pferden,
Wort für Wort
saṃpradrutaḥ krodhaviṣo
von Zorngift überströmt (Nom.Sg.Part.Pass. + Nom.Sg.Adj.)
vyāditāsyaśarāsanaḥ
mit dem Bogen wie ein aufgesperrtes Maul (Nom.Sg.Adj.)
tīkṣṇadhāreṣudaśanaḥ
mit scharfschneidigen Pfeilen als Zähnen (Nom.Sg.Adj.)
śitanārācadaṃṣṭravān
mit spitzen Eisenschäften als Fangzähnen (Nom.Sg.Adj.)
saṃrambhāmarṣatāmrākṣo
mit vor Grimm und Unmut kupferroten Augen (Nom.Sg.Adj.)
mahāhir iva niḥśvasan
schnaubend wie eine gewaltige Schlange (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.Part.)
naravīrapramuditaiḥ
an Heldenmut sich freuenden (Instr.Pl.Adj.)
śoṇair aśvair mahājavaiḥ
mit roten, überaus schnellen Pferden (Instr.Pl.Adj. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Adj.)
die wie in den Himmel emporfliegend, überallhin schreitend schienen, goldbeschwingte Pfeile abschießend, stürmte er auf Yuyudhāna zu - eine gewaltige Regenwolke fallender Pfeile, mit dem Wagengedröhn als Donner, aus dem Bogenzug geschleudert, mit vielen Blitzen der Eisenpfeile, Speer, Schwert und Donnerkeil tragend, durch die Wucht des Zorns emporgestiegen: die unaufhaltsame Droṇa-Wolke, vom Sturm der Pferde getrieben.
Wort für Wort
utpatadbhir ivākāśaṃ
wie in den Himmel emporfliegend (Instr.Pl.Part. + Partikel + Akk.Sg.)
kramadbhir iva sarvataḥ
wie überallhin schreitend (Instr.Pl.Part. + Partikel + Adv.)
„Gegen diesen grausamen Brahmanen, der seiner eigenen Pflicht untreu geworden ist, die Zuflucht des Königssohns Dhṛtarāṣṭra, der Leid und Furcht bringt - fahre eilends mit schnellen Rossen entgegen, freudig, gegen den Lehrer der Königssöhne, der sich stets für einen Helden hält!“
Wort für Wort
etaṃ vai brāhmaṇaṃ krūraṃ
gegen diesen grausamen Brahmanen (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj.)
svakarmaṇy anavasthitam
der seiner eigenen Pflicht untreu geworden ist (Lok.Sg. + Akk.Sg.Adj.)
āśrayaṃ dhārtarāṣṭrasya rājño
die Zuflucht des Königssohns Dhṛtarāṣṭra (Akk.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)
duḥkhabhayāvaham
der Leid und Furcht bringt (Akk.Sg.Adj.)
śīghraṃ prajavitair aśvaiḥ
eilends, mit schnellen Rossen (Adv. + Instr.Pl.Adj. + Instr.Pl.)
pratyudyāhi prahṛṣṭavat
fahre entgegen, freudig (Imp. + Adv.)
ācāryaṃ rājaputrāṇāṃ
gegen den Lehrer der Königssöhne (Akk.Sg. + Gen.Pl.)
satataṃ śūramāninam
der sich stets für einen Helden hält (Adv. + Akk.Sg.Adj.)
Darauf kämpften die beiden, Droṇa und der Śaineya [Sātyaki], die Feindevernichter, einander mit vielen tausend Pfeilen treffend; die beiden Männerstiere bedeckten den Himmel mit einem Pfeilnetz.
Wort für Wort
tatas tau droṇaśaineyau
darauf die beiden, Droṇa und der Śaineya (Adv. + Nom.Du. + Nom.Du.)
yuyudhāte paraṃtapau
kämpften, die Feindevernichter (Perf. + Nom.Du.)
śarair anekasāhasrais
mit vielen tausend Pfeilen (Instr.Pl. + Instr.Pl.Adj.)
tāḍayantau parasparam
einander treffend (Nom.Du.Part. + Adv.)
iṣujālāvṛtaṃ vyoma
den mit einem Pfeilnetz bedeckten Himmel (Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg.)
pūrayām āsatur vīrāv ubhau daśa diśaḥ śaraiḥ meghāv ivātapāpāye dhārābhir itaretaram na sma sūryas tadā bhāti na vavau ca samīraṇaḥ
Beide Helden erfüllten die zehn Himmelsrichtungen mit Pfeilen, wie zwei Wolken am Ende der heißen Jahreszeit einander mit Regengüssen überschütten; die Sonne schien da nicht, und auch der Wind wehte nicht.
Wort für Wort
pūrayām āsatur vīrāv ubhau
erfüllten die beiden Helden (Perf.Kaus. + Nom.Du. + Nom.Du.)
daśa diśaḥ śaraiḥ
die zehn Himmelsrichtungen mit Pfeilen (Akk.Pl. + Akk.Pl. + Instr.Pl.)
meghāv ivātapāpāye
wie zwei Wolken am Ende der heißen Jahreszeit (Nom.Du. + Partikel + Lok.Sg.)
dhārābhir itaretaram
einander mit Regengüssen (Instr.Pl. + Adv.)
na sma sūryas tadā bhāti
die Sonne schien da nicht (Neg. + Partikel + Nom.Sg. + Adv. + Präs.)
na vavau ca samīraṇaḥ
und der Wind wehte nicht (Neg. + Impf. + Partikel + Nom.Sg.)
Von einem Pfeilnetz umhüllt, war da grauenhafte, unaufhörliche Finsternis entstanden, für andere Helden gleichsam unangreifbar, als die Welt durch die Pfeile Droṇas und des Śaineya verdunkelt worden war.
Wort für Wort
iṣujālāvṛtaṃ ghoram
von einem Pfeilnetz umhüllt, grauenhaft (Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg.Adj.)
andhakāram anantaram
Finsternis, unaufhörlich (Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj.)
anādhṛṣyam ivānyeṣāṃ śūrāṇām
gleichsam unangreifbar für andere Helden (Nom.Sg.Adj. + Partikel + Gen.Pl. + Gen.Pl.)
abhavat tadā
war da entstanden (Impf. + Adv.)
andhakārīkṛte loke
als die Welt verdunkelt worden war (Lok.Sg.Part.Pass. + Lok.Sg.)
droṇaśaineyayoḥ śaraiḥ
durch die Pfeile Droṇas und des Śaineya (Gen.Du. + Instr.Pl.)
Die Gestalt der von Eisenpfeilen durchbohrten Pfeile erschien wie die von giftschlangen-gebissenen Schlangen, o Bhārata.
Wort für Wort
nārācair atividdhānāṃ
der von Eisenpfeilen durchbohrten (Instr.Pl. + Gen.Pl.Part.Pass.)
śarāṇāṃ rūpam ābabhau
die Gestalt der Pfeile erschien (Gen.Pl. + Nom.Sg. + Perf.)
āśīviṣavidaṣṭānāṃ
von Giftschlangen gebissenen (Gen.Pl.Part.Pass.)
sarpāṇām iva bhārata
wie der Schlangen, o Bhārata (Gen.Pl. + Partikel + Vok.Sg.)
[Anm.: Das Bild 'von Giftschlangen gebissene Schlangen' ist auffällig, da Schlangen einander normalerweise nicht in dieser Weise beißen; vermutlich ein Vergleich der von Pfeilen durchbohrten Pfeile mit ineinander verschlungenen Schlangenkörpern.]
ubhayos tau rathau rājaṃs te cāśvāstau ca sārathī rukmapuṅkhaiḥ śaraiḥ channāś citrarūpā babhus tadā
Beider Wagen, o König, sowie die beiden Pferdegespanne und die beiden Wagenlenker, waren, von goldbeschwingten Pfeilen bedeckt, da von wunderbarer Gestalt.
Wort für Wort
ubhayos tau rathau rājaṃs
beider Wagen, o König (Gen.Du. + Nom.Du. + Nom.Du. + Vok.Sg.)
te cāśvāstau ca sārathī
und die beiden Pferdegespanne und die beiden Wagenlenker (Nom.Du. + Partikel + Nom.Du. + Partikel + Nom.Du.)
rukmapuṅkhaiḥ śaraiḥ channāś
von goldbeschwingten Pfeilen bedeckt (Instr.Pl.Adj. + Instr.Pl. + Nom.Pl.Part.Pass.)
citrarūpā babhus tadā
waren da von wunderbarer Gestalt (Nom.Pl.Adj. + Perf. + Adv.)
Als beider Schirme gefallen waren, ebenso beide Banner, da Droṇa und Satyaka [Sātyaki] mit scharfen Pfeilen sie abgeschnitten hatten, waren beide mit blutbespritzten Gliedern, beide nach dem Sieg strebend,
Wort für Wort
ubhayoḥ patite chatre
als beider Schirme gefallen waren (Gen.Du. + Lok.Du. + Lok.Du.)
tathaiva patitau dhvajau
ebenso beide Banner gefallen (Adv. + Nom.Du.Part. + Nom.Du.)
nikṛntatoḥ śarais tīkṣṇair
als sie mit scharfen Pfeilen abschnitten (Gen.Du.Part. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Adj.)
droṇasatyakayos tadā
Droṇa und Satyaka, da (Gen.Du. + Adv.)
ubhau rudhirasiktāṅgāv
beide mit blutbespritzten Gliedern (Nom.Du. + Nom.Du.Adj.)
ubhau ca vijayaiṣiṇau
beide, und nach dem Sieg strebend (Nom.Du. + Partikel + Nom.Du.Adj.)
Wagenkämpfer, Elefantenlenker, Reiter und Fußsoldaten umringten die beiden Wagenstiere und betrachteten sie mit unbeweglichen Augen; von allen Seiten umringend, blickten sie beide mit weitgeöffneten Augen an.
Wort für Wort
rathino hastiyantāro
Wagenkämpfer, Elefantenlenker (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
hayārohāḥ padātayaḥ
Reiter, Fußsoldaten (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
avaikṣantācalair netraiḥ
betrachteten mit unbeweglichen Augen (Impf. + Instr.Pl.Adj. + Instr.Pl.)
parivārya ratharṣabhau
die beiden Wagenstiere umringend (Ger. + Akk.Du.)
sarvataḥ parivāryobhau
von allen Seiten beide umringend (Adv. + Ger. + Akk.Du.)
pratatākṣabhivīkṣire
blickten mit weitgeöffneten Augen an (Instr.Pl.Adj. + Impf.Pass.)
muktāvidrumacitraiś ca maṇikāñcanabhūṣitaiḥ dhvajair ābharaṇaiś citraiḥ kavacaiś ca hiraṇmayaiḥ vaijayantīpatākābhiḥ paristomāṅgakambalaiḥ vimalair niśitaiḥ śastrair hayānāṃ ca prakīrṇakaiḥ
Mit perlen- und korallenbunten, mit Juwelen und Gold geschmückten Bannern, mit bunten Zierraten und goldenen Rüstungen, mit Siegesfähnchen und Wimpeln, mit Schabracken und Satteldecken, mit blanken, scharfen Waffen und den Zierdecken der Pferde,
Wort für Wort
muktāvidrumacitraiś ca
und perlen- und korallenbunt (Instr.Pl.Adj. + Partikel)
maṇikāñcanabhūṣitaiḥ
mit Juwelen und Gold geschmückt (Instr.Pl.Adj.)
dhvajair ābharaṇaiś citraiḥ
mit Bannern, mit bunten Zierraten (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Adj.)
kavacaiś ca hiraṇmayaiḥ
und mit goldenen Rüstungen (Instr.Pl. + Partikel + Instr.Pl.Adj.)
vaijayantīpatākābhiḥ
mit Siegesfähnchen und Wimpeln (Instr.Pl.)
paristomāṅgakambalaiḥ
mit Schabracken und Satteldecken (Instr.Pl.)
vimalair niśitaiḥ śastrair
mit blanken, scharfen Waffen (Instr.Pl.Adj. + Instr.Pl.Adj. + Instr.Pl.)
hayānāṃ ca prakīrṇakaiḥ
und mit den Zierdecken der Pferde (Gen.Pl. + Partikel + Instr.Pl.)
jātarūpamayībhiś ca rājatībhiś ca mūrdhasu gajānāṃ kumbhamālābhir dantaveṣṭaiś ca bhārata sabalākāḥ sakhadyotāḥ sairāvataśatahradāḥ adṛśyantoṣṇaparyāye meghānām iva vāgurāḥ
und mit goldenen und silbernen Ketten an den Stirnhöckern der Elefanten sowie deren Stoßzahn-Umwicklungen, o Bhārata - so erschienen sie wie Gewölk am Ende der heißen Jahreszeit, mit Kranichen, mit Glühwürmchen, mit Regenbögen gleich Airāvata, wie Fangnetze der Wolken.
Wort für Wort
jātarūpamayībhiś ca
und aus Gold bestehend (Instr.Pl.Adj. + Partikel)
rājatībhiś ca mūrdhasu
und aus Silber, an den Stirnhöckern (Instr.Pl.Adj. + Partikel + Lok.Pl.)
gajānāṃ kumbhamālābhir
der Elefanten, mit den Ketten an den Stirnhöckern (Gen.Pl. + Instr.Pl.)
dantaveṣṭaiś ca bhārata
und mit den Stoßzahn-Umwicklungen, o Bhārata (Instr.Pl. + Partikel + Vok.Sg.)
sabalākāḥ sakhadyotāḥ
mit Kranichen, mit Glühwürmchen (Nom.Pl.Adj. + Nom.Pl.Adj.)
sairāvataśatahradāḥ [?]
mit Regenbögen gleich Airāvata [?] (Nom.Pl.Adj. [?])
adṛśyantoṣṇaparyāye
erschienen am Ende der heißen Jahreszeit (Impf.Pass. + Lok.Sg.)
meghānām iva vāgurāḥ
wie Fangnetze der Wolken (Gen.Pl. + Partikel + Nom.Pl.)
[Anm.: Die Deutung des Kompositums 'sairāvataśatahradāḥ' (etwa 'mit Regenbögen gleich Airāvata') ist unsicher; 'śatahrada' kann sowohl 'Regenbogen' als auch ein Beiname Indras bezeichnen.]
Die Götter, in ihren Himmelswagen befindlich, mit Brahmā und Śakra an der Spitze, die Scharen der Siddhas und Cāraṇas, die Vidyādharas und großen Schlangen, die Gandharvas, Dānavas, Yakṣas, Rākṣasas, Apsaras und Vögel des Himmels,
Wort für Wort
vimānāgragatā devā
die Götter, an der Spitze der Himmelswagen befindlich (Nom.Pl.Adj. + Nom.Pl.)
brahmaśakrapurogamāḥ
mit Brahmā und Śakra an der Spitze (Nom.Pl.Adj.)
siddhacāraṇasaṃghāś ca
und die Scharen der Siddhas und Cāraṇas (Nom.Pl. + Partikel)
vidyādharamahoragāḥ
die Vidyādharas und großen Schlangen (Nom.Pl.)
gandharvā dānavā yakṣā
die Gandharvas, Dānavas, Yakṣas (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
rākṣasāpsarasaḥ khagāḥ
die Rākṣasas, Apsaras und Vögel (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
Darauf zerschnitt der Dāśārha [Sātyaki] Droṇas Pfeile im Kampf, mit überaus festen, gefiederten Pfeilen, rasch, sowie auch dessen Bogen, o Glanzvoller.
Wort für Wort
tato droṇasya dāśārhaḥ
darauf der Dāśārha, Droṇas (Adv. + Gen.Sg. + Nom.Sg.)
śarāṃś ciccheda saṃyuge
zerschnitt die Pfeile im Kampf (Akk.Pl. + Perf. + Lok.Sg.)
Darauf stand Droṇa, eilends, wiederum mit dem Bogen in der Hand bereit; und immer wieder, sobald er ihn gespannt hatte, zerschnitt jener [Sātyaki] ihn mit scharfen Pfeilen.
Dabei bahnte er sich dort einen Weg, auf dem [einst] Janārdana [Kṛṣṇa] gegangen war.
Wort für Wort
cakāra tatra panthānaṃ
dabei bahnte er sich einen Weg (Perf. + Adv. + Akk.Sg.)
yayau yena janārdanaḥ
auf dem Janārdana gegangen war (Perf. + Instr.Sg. + Nom.Sg.)
[Anm.: Eingeschobener Halbvers gemäß kritischer Ausgabe; offenbar eine Anspielung darauf, dass Sātyaki, als Schüler bzw. Verwandter Kṛṣṇas, dessen Kampfkunst gleichkommt.]
evam ekaśataṃ chinnaṃ dhanuṣāṃ dṛḍhadhanvinā na cāntaraṃ tayor dṛṣṭaṃ saṃdhāne chedane 'pi ca
So wurden hunderteins Bögen von dem mit festem Bogen Kämpfenden [Sātyaki] zerschnitten; und keine Lücke war bei den beiden zu sehen, weder beim Anlegen noch beim Zerschneiden.
Wort für Wort
evam ekaśataṃ chinnaṃ
so wurden hunderteins zerschnitten (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Part.Pass.)
dhanuṣāṃ dṛḍhadhanvinā
Bögen, von dem mit festem Bogen (Kämpfenden) (Gen.Pl. + Instr.Sg.Adj.)
na cāntaraṃ tayor dṛṣṭaṃ
und keine Lücke war bei den beiden zu sehen (Neg. + Akk.Sg. + Gen.Du. + Nom.Sg.Part.Pass.)
saṃdhāne chedane 'pi ca
weder beim Anlegen noch beim Zerschneiden (Lok.Sg. + Lok.Sg. + Partikel + Partikel)
als er die übermenschliche Tat sah (Ger. + Akk.Sg.Adj.)
yuyudhānasya rājendra
über Yuyudhāna, o Herrscher der Könige (Gen.Sg. + Vok.Sg.)
manasedam acintayat
dachte er dies bei sich (Instr.Sg. + Akk.Sg. + Impf.)
[Anm.: Es folgt Droṇas stiller, innerer Gedanke ('manasā acintayat'), daher in indirekter Rede ohne Anführungszeichen wiedergegeben, gemäß der Konvention für stumme innere Gedanken.]
etad astrabalaṃ rāme kārtavīrye dhanaṃjaye bhīṣme ca puruṣavyāghre yad idaṃ sātvatāṃ vare
Diese Waffenkraft, wie sie in Rāma, in Kārtavīrya, in Dhanaṃjaya und in Bhīṣma, dem Tiger unter den Männern, zu finden ist - eben diese ist in diesem Besten der Sātvatas [Sātyaki],
Wort für Wort
etad astrabalaṃ rāme
diese Waffenkraft, in Rāma (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Lok.Sg.)
kārtavīrye dhanaṃjaye
in Kārtavīrya, in Dhanaṃjaya (Lok.Sg. + Lok.Sg.)
bhīṣme ca puruṣavyāghre
und in Bhīṣma, dem Tiger unter den Männern (Lok.Sg. + Partikel + Lok.Sg.)
yad idaṃ sātvatāṃ vare
die, eben diese, im Besten der Sātvatas (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Gen.Pl. + Lok.Sg.)
und jene Tapferkeit von ihm ehrte Droṇa in seinem Herzen, als er, der Beste der Zweifachgeborenen, die Gewandtheit wie die Vāsavas [Indras] betrachtete.
Wort für Wort
taṃ cāsya manasā droṇaḥ
und jene von ihm, in seinem Herzen, Droṇa (Akk.Sg. + Partikel + Gen.Sg. + Instr.Sg. + Nom.Sg.)
pūjayām āsa vikramam
ehrte die Tapferkeit (Perf.Kaus. + Akk.Sg.)
lāghavaṃ vāsavasyeva
die Gewandtheit wie die Vāsavas (Akk.Sg. + Gen.Sg. + Partikel)
saṃprekṣya dvijasattamaḥ
betrachtend, der Beste der Zweifachgeborenen (Ger. + Nom.Sg.)
Der Beste der Waffenkundigen [Droṇa] war zufrieden, ebenso die Götter mit Vāsava [Indra]; sichtbar wie die Gewandtheit Vāsavas war die des Vṛṣṇi-Helden [Sātyaki] - seine Gewandtheit priesen die Götter mit Agni an der Spitze, und die Scharen der Siddhas und Cāraṇas riefen: „Fürwahr, fürwahr!“
Wort für Wort
tutoṣāstravidāṃ śreṣṭhas
war zufrieden der Beste der Waffenkundigen (Perf. + Gen.Pl. + Nom.Sg.)
tathā devāḥ savāsavāḥ
ebenso die Götter mit Vāsava (Adv. + Nom.Pl. + Nom.Pl.Adj.)
lāghavaṃ vṛṣṇivīrasya
die Gewandtheit des Vṛṣṇi-Helden (Nom.Sg. + Gen.Sg.)
vāsavasyeva dṛśya saḥ
wie die Vāsavas sichtbar, jene (Gen.Sg. + Partikel + Nom.Sg.Adj. + Nom.Sg.)
tuṣṭuvur lāghavāt tasya
priesen seine Gewandtheit (Perf. + Abl.Sg. + Gen.Sg.)
devāḥ sāgnipurogamāḥ
die Götter mit Agni an der Spitze (Nom.Pl. + Nom.Pl.Adj.)
siddhacāraṇasaṃghāś ca
und die Scharen der Siddhas und Cāraṇas (Nom.Pl. + Partikel)
sādhu sādhv iti cukruśuḥ
riefen: 'Fürwahr, fürwahr!' (Adv. + Adv. + Partikel + Perf.)
Doch jene Schnelligkeit des Schnellhandelnden nahmen sie nicht wahr.
Wort für Wort
na tām ālakṣayām āsur
nahmen jene nicht wahr (Neg. + Akk.Sg. + Perf.Kaus.)
laghutāṃ śīghrakāriṇaḥ
die Schnelligkeit des Schnellhandelnden (Akk.Sg. + Gen.Sg.)
[Anm.: Gemeint sind offenbar die gewöhnlichen, sterblichen Kämpfer im Unterschied zu den zuvor genannten Göttern und Weisen, die Sātyakis Gewandtheit sehr wohl wahrnahmen.]
Als sie dessen übermenschliche, von anderen unerreichte Tat im Kampf sahen, gepaart mit rechter Anwendung, priesen deine mit der Waffenanwendung Vertrauten sie.
Wort für Wort
tasyātimānuṣaṃ karma
dessen übermenschliche Tat (Gen.Sg. + Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg.)
dṛṣṭvānyair asamaṃ raṇe
als sie sahen, von anderen unerreicht, im Kampf (Ger. + Instr.Pl. + Akk.Sg.Adj. + Lok.Sg.)
yuktaṃ yogena yogajñās
gepaart mit rechter Anwendung, die mit der Anwendung Vertrauten (Akk.Sg.Adj. + Instr.Sg. + Nom.Pl.)
yad astram asyati droṇas tad evāsyati sātyakiḥ tam ācāryo 'py asaṃbhrānto 'yodhayac chatrutāpanaḥ ity āsīt tumulaḥ śabdo durdharṣasya rathaṃ prati
Welche Waffe Droṇa auch abschoss, eben diese schoss auch Sātyaki ab; auch der Lehrer, unbeirrt, bekämpfte ihn, den Feindebedränger. So erhob sich Lärm und Getümmel um den Wagen des Unangreifbaren.
hāhākāro mahān āsīd dṛṣṭvā divyāstradhāriṇau na vicerus tadākāśe bhūtāny ākāśagāny api
Ein gewaltiger Schreckensruf erhob sich, als man die beiden Träger göttlicher Waffen sah; selbst die Himmelswesen bewegten sich da nicht mehr am Himmel.
Wort für Wort
hāhākāro mahān āsīd
ein gewaltiger Schreckensruf erhob sich (Nom.Sg. + Nom.Sg.Adj. + Impf.)
dṛṣṭvā divyāstradhāriṇau
als man die beiden Träger göttlicher Waffen sah (Ger. + Akk.Du.)
na vicerus tadākāśe
bewegten sich da am Himmel nicht (Neg. + Perf. + Adv. + Lok.Sg.)
bhūtāny ākāśagāny api
selbst die Himmelswesen (Nom.Pl. + Nom.Pl.Adj. + Partikel)
astre te vāruṇāgneye tābhyāṃ bāṇasamāhite na tāvad abhiṣajyete vyāvartad atha bhāskaraḥ
Jene beiden Waffen, die Varuṇa- und die Agni-Waffe, von den beiden auf den Pfeil gelegt, gerieten zunächst nicht in Wirkung; da wandte sich die Sonne ab.
Wort für Wort
astre te vāruṇāgneye
jene beiden Waffen, die Varuṇa- und Agni-Waffe (Nom.Du. + Nom.Du. + Nom.Du.)
tābhyāṃ bāṇasamāhite
von den beiden auf den Pfeil gelegt (Instr.Du. + Nom.Du.Part.Pass.)
na tāvad abhiṣajyete
gerieten zunächst nicht in Wirkung (Neg. + Adv. + Präs.Pass.Du.)
vyāvartad atha bhāskaraḥ
da wandte sich die Sonne ab (Impf. + Adv. + Nom.Sg.)
[Anm.: Die Bedeutung von 'vyāvartad atha bhāskaraḥ' ('da wandte sich die Sonne ab/zurück') ist im Kontext nicht eindeutig - möglicherweise eine Anspielung auf die neutralisierende Wirkung der Varuṇa-Waffe (Wasser) auf die Agni-Waffe (Feuer), oder ein Hinweis auf den heraufziehenden Abend.]
dhṛṣṭadyumnamukhaiḥ sārdhaṃ virāṭaś ca sakekayaḥ matsyāḥ śālveyasenāś ca droṇam ājagmur añjasā
Und Virāṭa mit den Kekayas, zusammen mit Dhṛṣṭadyumna und den Seinen, die Matsyas und die Heerscharen der Śālveyas, rückten geradewegs gegen Droṇa vor.
Wort für Wort
dhṛṣṭadyumnamukhaiḥ sārdhaṃ
zusammen mit Dhṛṣṭadyumna und den Seinen (Instr.Pl. + Postp.)
virāṭaś ca sakekayaḥ
und Virāṭa mit den Kekayas (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.Adj.)
matsyāḥ śālveyasenāś ca
die Matsyas und die Heerscharen der Śālveyas (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Partikel)
droṇam ājagmur añjasā
rückten geradewegs gegen Droṇa vor (Akk.Sg. + Perf. + Adv.)
tato yuddham abhūd rājaṃs tava teṣāṃ ca dhanvinām rajasā saṃvṛte loke śarajālasamāvṛte
Darauf entbrannte, o König, der Kampf zwischen deinen und jenen Bogenschützen, während die Welt von Staub verhüllt und von einem Pfeilnetz überzogen war.
Wort für Wort
tato yuddham abhūd rājaṃs
darauf entbrannte der Kampf, o König (Adv. + Nom.Sg. + Impf. + Vok.Sg.)
tava teṣāṃ ca dhanvinām
zwischen deinen und jenen Bogenschützen (Gen.Sg. + Gen.Pl. + Partikel + Gen.Pl.)
rajasā saṃvṛte loke
während die Welt von Staub verhüllt war (Instr.Sg. + Lok.Sg.Part.Pass. + Lok.Sg.)
In jener Zwischenzeit aber hatte der Pārtha [Arjuna], nachdem er im Kampf große Wagenkämpfer besiegt hatte, die Schlacht durchquert und stand nun, den Kampf vollbracht habend, an anderer Stelle.
Wort für Wort
tenāntareṇa pārthas tu
in jener Zwischenzeit aber der Pārtha (Instr.Sg. + Nom.Sg. + Partikel)
raṇe jitvā mahārathān
nachdem er im Kampf große Wagenkämpfer besiegt hatte (Lok.Sg. + Ger. + Akk.Pl.)
atikrāntas tadā yuddhaṃ
hatte da die Schlacht durchquert (Nom.Sg.Part. + Adv. + Akk.Sg.)
kṛtvā paryavatasthivān
vollbracht habend, stand er (an anderer Stelle) (Ger. + Nom.Sg.Part.Perf.)
[Anm.: Eingeschobene zweizeilige Passage gemäß kritischer Ausgabe, die zum vorangehenden Geschehen zurücklenkt: während um Droṇa und Sātyaki das Getümmel tobt, hat Arjuna unbemerkt seinen Weg durch die Reihen bereits vollendet.]