Dhṛtarāṣṭra fragt, warum Karṇa seine unfehlbare Śakti nicht gegen Kṛṣṇa oder Arjuna einsetzte, und erfährt, dass sie stattdessen an Ghaṭotkaca verschwendet wurde. Saṃjaya berichtet vom nächtlichen Kampf nach Ghaṭotkacas Tod: Yudhiṣṭhira verfällt in tiefe Trauer, wird von Kṛṣṇa ermahnt und erzählt seinerseits von Ghaṭotkacas Verdiensten um die Pāṇḍavas; entschlossen, Karṇa selbst zu töten, bricht er auf, wird aber von Vyāsa aufgehalten und getröstet.
dass gleich bei Tagesanbruch am nächsten Morgen diese Śakti auf Keśava oder auf Arjuna geschleudert werden solle - so hieß es beständig: ‚Karṇa! Karṇa!‘
Wort für Wort
prabhātamātre
sobald es Morgen würde (Lok. Sg. n.)
śvaḥbhūte
wenn der morgige Tag angebrochen ist (Lok. Sg. absol.)
Doch dann, zur Zeit der Morgendämmerung, o König, wurde durch das Wirken der Götter Karṇas Entschluss, und ebenso der der anderen Krieger, immer wieder zunichte.
Wort für Wort
tataḥ
dann (Adv.)
prabhātasamaye
zur Zeit der Morgendämmerung (Lok. Sg. m.)
rājan
o König (Vok. Sg. m.)
karṇasya
Karṇas (Gen. Sg. m.)
daivataiḥ
durch die Götter, durch das Schicksal (Instr. Pl. n.)
daivam eva paraṃ manye yat karṇo hastasaṃsthayā na jaghāna raṇe pārthaṃ kṛṣṇaṃ vā devakīsutam
Ich halte einzig das Schicksal für das Höchste, dass Karṇa, die Waffe in der Hand haltend, im Kampf weder den Pārtha noch Kṛṣṇa, den Sohn Devakīs, erschlug.
tasya hastasthitā śaktiḥ kālarātrir ivodyatā daivopahatabuddhitvān na tāṃ karṇo vimuktavān
Jene Śakti, in seiner Hand ruhend, erhoben gleich der Nacht des Weltuntergangs - Karṇa ließ sie nicht los, weil sein Verstand vom Schicksal getrübt war.
Wort für Wort
tasya
seine, in seiner (Gen. Sg. m.)
hastasthitā
in der Hand ruhende (Nom. Sg. f.)
śaktiḥ
die Śakti (Nom. Sg. f.)
kālarātriḥ
die Nacht des Weltendes (Nom. Sg. f.)
iva
gleich wie (Partikel)
udyatā
erhoben (Nom. Sg. f., Part. Perf. Pass.)
daivopahatabuddhitvāt
weil sein Verstand vom Schicksal getroffen war (Abl. Sg. n., Grund)
na
nicht (Negation)
tām
sie (Akk. Sg. f.)
karṇaḥ
Karṇa (Nom. Sg. m.)
vimuktavān
losgelassen habend (Nom. Sg. m., Part. Perf. Akt.)
durch göttliche Māyā verblendet, ob nun auf Kṛṣṇa, den Sohn Devakīs, oder auf den Pārtha, der Śakra gleicht, die Vāsavī-Waffe zum Töten zu schleudern gewesen wäre, o Herr.“
daivenaiva hatā yūyaṃ svabuddhyā keśavasya ca gatā hi vāsavī hatvā tṛṇabhūtaṃ ghaṭotkacam
„Durch das Schicksal allein wurdet ihr vernichtet, und durch Keśavas eigene Klugheit; denn die Vāsavī ist dahin, nachdem sie Ghaṭotkaca erschlagen hat, der dabei zu bloßem Gras geworden ist.
Droṇa, ergrimmt über den Tod des Sohnes Somadattas und Saindhavas, der aus Unduldsamkeit sein Leben preisgegeben hatte und in das feindliche Heer eintauchte -
sindhurājavadheneme ghaṭotkacavadhena te amarṣitāḥ susaṃkruddhā raṇaṃ cakruḥ kathaṃ niśi
Wie führten diese, erbittert über den Tod des Königs von Sindhu, und jene, über den Tod Ghaṭotkacas, in höchstem Zorn entbrannt, den Kampf in der Nacht?“
Wort für Wort
sindhurājavadhena
durch den Tod des Königs von Sindhu (Instr. Sg. m.)
ime
diese (Nom. Pl. m.)
ghaṭotkacavadhena
durch den Tod Ghaṭotkacas (Instr. Sg. m.)
te
jene (Nom. Pl. m.)
amarṣitāḥ
erbittert, ergrimmt (Nom. Pl. m., Part. Perf. Pass.)
hate ghaṭotkace rājan karṇena niśi rākṣase praṇadatsu ca hṛṣṭeṣu tāvakeṣu yuyutsuṣu
„Als der Rākṣasa Ghaṭotkaca in der Nacht von Karṇa erschlagen war, o König, und deine Krieger, hocherfreut und kampfbegierig, ihr Siegesgebrüll erhoben,
Wort für Wort
hate
als erschlagen war (Lok. Sg. m. absol., Part. Perf. Pass.)
ghaṭotkace
Ghaṭotkaca (Lok. Sg. m.)
rājan
o König (Vok. Sg. m.)
karṇena
durch Karṇa (Instr. Sg. m.)
niśi
in der Nacht (Lok. Sg. f.)
rākṣase
der Rākṣasa (Lok. Sg. m.)
praṇadatsu
während sie laut brüllten (Lok. Pl. absol., Part.)
āpatatsu ca vegena vadhyamāne bale 'pi ca vigāḍhāyāṃ rajanyāṃ ca rājā dainyaṃ paraṃ gataḥ
während sie ungestüm heranstürmten und zugleich das eigene Heer niedergemetzelt wurde und die Nacht tief hereingebrochen war, verfiel der König in tiefste Verzagtheit.
Wort für Wort
āpatatsu
während sie heranstürmten (Lok. Pl. absol., Part.)
ca
und (Konjunktion)
vegena
mit Ungestüm (Instr. Sg. m.)
vadhyamāne
während niedergemetzelt wurde (Lok. Sg. absol., Part. Präs. Pass.)
Und der starkarmige Bezwinger der Feinde sprach zu Bhīmasena: ‚Halte, o Starkarmiger, das Heer des Sohnes Dhṛtarāṣṭras auf! Beim Schlag der Kunde von Haiḍimbas Tod hat mich eine große Ohnmacht befallen.‘
Nachdem er Bhīma so unterwiesen hatte, setzte sich der König auf seinen Wagen, das Gesicht tränenüberströmt, wieder und wieder aufseufzend; beim Anblick von Karṇas Tapferkeit verfiel er in schreckliche Niedergeschlagenheit.
Als Kṛṣṇa ihn so bekümmert sah, sprach er dieses Wort: ‚Sei nicht bekümmert, Sohn Kuntīs; solche Fassungslosigkeit, wie sie einem gewöhnlichen Manne eignet, geziemt sich nicht für dich, bester der Bharatas.
‚Bekannt ist dir, Starkarmiger, der höchste Gang der Rechtspflichten: Die Frucht des Brahmanenmordes trifft den, der eine ihm erwiesene Wohltat nicht anerkennt.
Als er erfuhr, dass der Pāṇḍava mit den weißen Rossen um der Waffen willen fortgegangen war, kam dieser große Bogenschütze zu mir nach Kāmyaka, o Kṛṣṇa, und weilte bei uns, solange Dhanañjaya nicht da war.
Wort für Wort
astrahetoḥ
um der Waffen willen (Abl. Sg. m.)
gatam
fortgegangen (Akk. Sg. m., Part. Perf. Pass.)
jñātvā
erfahren habend (Absolutiv)
pāṇḍavam
den Pāṇḍava (Akk. Sg. m.)
śvetavāhanam
mit den weißen Rossen (Arjuna) (Akk. Sg. m.)
asau
dieser (Nom. Sg. m.)
kṛṣṇa
o Kṛṣṇa (Vok. Sg. m.)
maheṣvāsaḥ
der große Bogenschütze (Nom. Sg. m.)
kāmyake
in Kāmyaka (Lok. Sg. n.)
mām
zu mir (Akk. Sg.)
upasthitaḥ
kam heran, trat auf (Nom. Sg. m., Part. Perf. Pass.)
āgamya sa sahāyena kṛtā rakṣā mahātmanā so 'dya karṇena nihataḥ paśyatāṃ pāpacetasām asya pāpasya mokṣaṃ hi kathaṃ yāsyāmi mādhava
Herbeigekommen als Helfer, gewährte der Großherzige uns Schutz. Er ist heute von Karṇa erschlagen worden, vor den Augen von uns Übelgesinnten, die nur zusahen. Wie, o Mādhava, werde ich je von dieser Sünde Erlösung finden?
Wort für Wort
āgamya
herbeigekommen (Absolutiv)
saḥ
er (Nom. Sg. m.)
sahāyena
als Helfer (Instr. Sg. m.)
kṛtā
gewährt (Nom. Sg. f., Part. Perf. Pass.)
rakṣā
der Schutz (Nom. Sg. f.)
mahātmanā
durch den Großherzigen (Instr. Sg. m.)
saḥ
er (Nom. Sg. m.)
adya
heute (Adv.)
karṇena
durch Karṇa (Instr. Sg. m.)
nihataḥ
erschlagen (Nom. Sg. m., Part. Perf. Pass.)
paśyatām
der Zuschauenden (Gen. Pl. m., Part.)
pāpacetasām
der Übelgesinnten (Gen. Pl. m.)
asya
dieser (Gen. Sg. n.)
pāpasya
Sünde (Gen. Sg. n.)
mokṣam
die Befreiung (Akk. Sg. m.)
hi
denn, fürwahr (Partikel)
katham
wie (Adv.)
yāsyāmi
werde ich gelangen (1. Sg. Fut.)
mādhava
o Mādhava (Vok. Sg. m.)
[Anm.: Apparatus-Einschub *1257 (3 Zeilen) nach 07,158.028b, im kritischen Apparat überliefert; er setzt Yudhiṣṭhiras Klage über Ghaṭotkacas Opfertod und die eigene Schuld fort.]
diśāṃ hi vijaye kṛṣṇa sahadevasya cājñayā laṅkāṃ tu gatvā paulastyaḥ karaṃ vai dāpito balāt
Bei der Eroberung der Himmelsrichtungen, o Kṛṣṇa, ist ja auf Sahadevas Geheiß der Nachkomme des Pulastya, nachdem man nach Laṅkā gezogen war, gewaltsam zur Tributzahlung gezwungen worden.
Wort für Wort
diśām
der Himmelsrichtungen (Gen. Pl. f.)
hi
denn (Partikel)
vijaye
bei der Eroberung (Lok. Sg. m.)
kṛṣṇa
o Kṛṣṇa (Vok. Sg. m.)
sahadevasya
Sahadevas (Gen. Sg. m.)
ca
und (Konjunktion)
ājñayā
auf Geheiß (Instr. Sg. f.)
laṅkām
nach Laṅkā (Akk. Sg. f.)
tu
aber, nun (Partikel)
gatvā
gegangen (Absolutiv)
paulastyaḥ
der Nachkomme des Pulastya (Rāvaṇa) (Nom. Sg. m.)
karam
Tribut, Steuer (Akk. Sg. m.)
vai
fürwahr (Partikel)
dāpitaḥ
zum Zahlen gebracht (Nom. Sg. m., Kausativ-Part. Perf. Pass.)
balāt
mit Gewalt (Abl. Sg. n.)
[Anm.: Apparatus-Einschub *1258 (2 Zeilen) nach 07,158.029d; bezieht sich auf Sahadevas Feldzug zur Eroberung der Himmelsrichtungen und die Tributzahlung des Rāvaṇa-Nachkommen in Laṅkā - ein im Hauptstrang nicht enthaltener Nebenzweig der Erzählung.]
ārambhāc caiva yuddhānāṃ yad eṣa kṛtavān prabho madarthaṃ duṣkaraṃ karma kṛtaṃ tena mahātmanā
Und gleich vom Beginn der Kämpfe an, was immer dieser tat - eine schwer zu vollbringende Tat wurde von jenem Großherzigen um meinetwillen vollbracht, o Herr.
bhaktaś ca me mahābāhuḥ priyo 'syāhaṃ priyaś ca me yena vindāmi vārṣṇeya kaśmalaṃ śokatāpitaḥ
Der Starkarmige war mir ergeben; ihm war ich lieb, und er war mir lieb - seinetwegen, o Vārṣṇeya, verfalle ich jetzt, von Kummer gepeinigt, in Niedergeschlagenheit.
Sieh, o Vārṣṇeya, wie unsere Heerscharen von den Kauravas in die Flucht geschlagen werden; sieh Droṇa und Karṇa, die beiden großen Wagenkämpfer, im Kampfe voll entfesselt.
Wort für Wort
paśya
sieh! (2. Sg. Imp.)
sainyāni
die Heerscharen (Akk. Pl. n.)
vārṣṇeya
o Vārṣṇeya (Vok. Sg. m.)
drāvyamāṇāni
in die Flucht geschlagen werdend (Akk. Pl. n., Part. Präs. Pass. Kausativ)
kauravaiḥ
durch die Kauravas (Instr. Pl. m.)
droṇakarṇau
Droṇa und Karṇa (Akk. Dual m.)
ca
und (Konjunktion)
saṃyattau
die beiden gerüsteten, entfesselten (Akk. Dual m.)
yadābhimanyur nihato dhārtarāṣṭrair durātmabhiḥ nāsīt tatra raṇe kṛṣṇa savyasācī mahārathaḥ
Als Abhimanyu von den übelgesinnten Söhnen Dhṛtarāṣṭras erschlagen wurde, war der große Wagenkämpfer Savyasācin damals nicht in jenem Kampf zugegen, o Kṛṣṇa.
saindhavo yādavaśreṣṭha tac ca nātipriyaṃ mama yadi śatruvadhe nyāyyo bhavet kartuṃ ca pāṇḍavaiḥ
- Saindhava, o Bester der Yādavas; und das ist mir nicht sehr genehm. Wäre es rechtens, dass wir Pāṇḍavas bei der Tötung eines Feindes ungeachtet dessen handeln,
droṇakarṇau raṇe pūrvaṃ hantavyāv iti me matiḥ etau mūlaṃ hi duḥkhānām asmākaṃ puruṣarṣabha
dann sind es Droṇa und Karṇa, die zuerst im Kampf getötet werden müssen - das ist mein Entschluss. Denn diese beiden sind die Wurzel unserer Leiden, o Stier unter den Männern.
Sind diese beiden im Kampf gefallen, so ist Suyodhana ohne Hoffnung auf ein Morgen. Dort, wo Droṇa und der Sohn des Wagenlenkers samt seinem Gefolge zu töten gewesen wären,
Wort für Wort
etau
diese beiden (Akk. Dual m.)
raṇe
im Kampf (Lok. Sg. m.)
samāsādya
begegnet, angegriffen habend (Absolutiv)
parāśvastaḥ
ohne Hoffnung auf ein Morgen, hilflos (Nom. Sg. m.)
tatrāvadhīn mahābāhuḥ saindhavaṃ dūravāsinam avaśyaṃ tu mayā kāryaḥ sūtaputrasya nigrahaḥ tato yāsyāmy ahaṃ vīra svayaṃ karṇajighāṃsayā bhīmaseno mahābāhur droṇānīkena saṃgataḥ
dort hat stattdessen der Starkarmige den fernwohnenden Saindhava erschlagen. Doch von mir muss unbedingt die Bezwingung des Sohnes des Wagenlenkers vollbracht werden. Darum werde ich selbst, o Held, mit dem Verlangen, Karṇa zu töten, dorthin ziehen; der starkarmige Bhīmasena wird sich mit Droṇas Heer messen.‘
Nachdem er dies gesagt hatte, zog Yudhiṣṭhira eilends und rasch davon; nachdem er seinen großen Bogen gespannt und sein furchterregendes Muschelhorn geblasen hatte,
tato rathasahasreṇa gajānāṃ ca śatais tribhiḥ vājibhiḥ pañcasāhasrais trisāhasraiḥ prabhadrakaiḥ vṛtaḥ śikhaṇḍī tvarito rājānaṃ pṛṣṭhato 'nvayāt
dann folgte, umgeben von tausend Wagen, dreihundert Elefanten, fünftausend Rossen und dreitausend Prabhadrakas, Śikhaṇḍin eilends dem König von hinten nach.
Und die gepanzerten Krieger ließen das Dröhnen der Muschelhörner und das Schwirren der Pfeile erschallen.
Wort für Wort
śaṅkhaśabdaravān
das Dröhnen des Muschelhornklangs (Akk. Pl. m.)
ca eva
und auch (Partikel)
bāṇaśabdān
die Pfeilgeräusche (Akk. Pl. m.)
ca
und (Konjunktion)
daṃsitāḥ
die gepanzerten Krieger (Nom. Pl. m.)
[Anm.: Apparatus-Einschub *1259 (1 Zeile) nach 07,158.050b; ergänzt im kritischen Apparat den Klang von Muschelhörnern und Pfeilen beim Aufbruch des Heeres.]
tato 'bravīn mahābāhur vāsudevo dhanaṃjayam eṣa prayāti tvarito krodhāviṣṭo yudhiṣṭhiraḥ jighāṃsuḥ sūtaputrasya tasyopekṣā na yujyate
Da sprach der starkarmige Vāsudeva zu Dhanañjaya: ‚Da zieht Yudhiṣṭhira eilends dahin, von Zorn erfüllt, den Wunsch hegend, den Sohn des Wagenlenkers zu töten; ihn zu missachten geziemt sich nicht.‘
Als er ihn so plötzlich dahineilen sah, in dem Verlangen, den Sohn des Wagenlenkers zu töten, seinen Entschluss von Kummer erschüttert, wie von Feuer verzehrt, trat Vyāsa herzu und sprach zu Yudhiṣṭhira, dem Sohn des Dharma:
Wort für Wort
tam
ihn (Akk. Sg. m.)
dṛṣṭvā
gesehen habend (Absolutiv)
sahasā
plötzlich (Adv.)
yāntam
dahineilend (Akk. Sg. m., Part. Präs.)
sūtaputrajighāṃsayā
mit dem Verlangen, den Sohn des Wagenlenkers zu töten (Instr. Sg. f.)
śokopahatasaṃkalpam
dessen Entschluss von Kummer erschüttert war (Akk. Sg. m.)
‚Nachdem er Karṇa in der Schlacht getroffen hat, lebt Phalguna durch günstiges Geschick; denn jener hat, obwohl er Savyasācins Tod begehrte, die Śakti dennoch zurückgehalten.
Wort für Wort
karṇam
Karṇa (Akk. Sg. m.)
āsādya
getroffen, angegriffen habend (Absolutiv)
saṃgrāme
in der Schlacht (Lok. Sg. m.)
diṣṭyā
durch günstiges Geschick, glücklicherweise (Adv.)
jīvati
lebt (3. Sg. Präs.)
phalgunaḥ
Phalguna (Nom. Sg. m.)
savyasācivadhākāṅkṣī
der den Tod Savyasācins begehrende (Nom. Sg. m.)
śaktim
die Śakti (Akk. Sg. f.)
rakṣitavān
bewahrt, zurückgehalten habend (Nom. Sg. m., Part. Perf. Akt.)
Und Jiṣṇu ging, zum Glück, o Stier der Bharatas, nicht mit ihm den Zweikampf ein - denn sonst hätten diese beiden Rivalen allenthalben göttliche Waffen entfesselt.
Denn wären ihm seine Waffen im Zweikampf zerstört worden, hätte der bedrängte Sohn des Wagenlenkers gewiss die Vāsavī-Śakti im Kampf losgelassen, o Yudhiṣṭhira.
Wort für Wort
vadhyamāneṣu
während vernichtet wurden (Lok. Pl. absol., Part. Präs. Pass.)
tato bhavet te vyasanaṃ ghoraṃ bharatasattama diṣṭyā rakṣo hataṃ yuddhe sūtaputreṇa mānada
Dann wäre dir ein schreckliches Unheil widerfahren, bester der Bharatas. Zum Glück wurde der Rākṣasa im Kampf von dem Sohn des Wagenlenkers erschlagen, o Ehrenspender.
Indem er die Vāsavī-Waffe zum Anlass nahm, wurde jener fürwahr von der Zeit dahingerafft; deinetwegen allein, mein Sohn, wurde der Rākṣasa im Kampf erschlagen.
bhrātṛbhiḥ sahitaḥ sarvaiḥ pārthivaiś ca mahātmabhiḥ kauravān samare rājann abhiyudhyasva bhārata pañcame divase caiva pṛthivī te bhaviṣyati
Zusammen mit all deinen Brüdern und den hochherzigen Königen kämpfe gegen die Kauravas im Kampf, o König, Bhārata; und schon am fünften Tage wird die Erde dein sein.
Übe sie mit größter Hingabe; denn wo der Dharma ist, dort ist auch der Sieg.‘ Nachdem Vyāsa dies zum Pāṇḍava gesprochen hatte, verschwand er auf der Stelle.“