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Mahābhārata · Droṇaparva

Kapitel 27: Suśarmaṇo Bhagadattasya ca Yuddha Der zehnte Tag: Arjunas Kampf gegen Suśarman und der Zusammenstoß mit Bhagadatta

Kṛṣṇa lenkt Arjunas Wagen auf dessen Wunsch hin in Richtung von Droṇas Heer, um Bhagadatta zu stellen; doch Suśarman, der Herrscher der Trigartas, verfolgt Arjuna erneut mit seinen Brüdern und fordert ihn heraus. Auf Arjunas Bitte hin wendet Kṛṣṇa den Wagen; Arjuna tötet Suśarmans Bruder, verwundet Suśarman selbst und zieht dann, seine Feinde niedermähend, weiter Richtung Prāgjyotiṣa — begleitet von Saṃjayas Reflexion über Arjunas Bogen Gāṇḍīva, der einst den Bharatas Sicherheit brachte und nun durch Duryodhanas Schuld zur Vernichtung der Kṣatriyas dient. Schließlich treffen Bhagadatta auf seinem Elefanten Supratīka und Arjuna in einem gewaltigen Duell aufeinander; Kṛṣṇa weicht dem anstürmenden Elefanten aus, und Arjuna verschont zunächst aus Pflichtgefühl Elefant und Reiter — bis das Tier in der Nähe stehende Krieger und Rosse zertrampelt und Arjunas Zorn entfacht.

saṃjaya uvāca yiyāsatas tataḥ kṛṣṇaḥ pārthasyāśvān manojavān apraiṣīd dhemasaṃchannān droṇānīkāya pāṇḍurān

Saṃjaya sprach: Da nun [Arjuna] aufbrechen wollte, lenkte Kṛṣṇa des Pārtha gedankenschnelle, goldverkleidete, weiße Rosse in Richtung von Droṇas Heer.

Wort für Wort
yiyāsatas tataḥ kṛṣṇaḥ
da er [Arjuna] aufbrechen wollte, da Kṛṣṇa (Gen.Sg.Desid.Part. + Adv. + Nom.Sg.)
pārthasyāśvān manojavān
des Pārtha gedankenschnelle Rosse (Gen.Sg. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
apraiṣīd dhemasaṃchannān
lenkte er, goldverkleidet (3.Sg.Aor. + Akk.Pl.)
droṇānīkāya pāṇḍurān
in Richtung Droṇas Heer, weiße [Rosse] (Dat.Sg. + Akk.Pl.)

[Anm.: V.1 bildet eine Einheit; Arjuna hatte am Ende des vorigen Kapitels Kṛṣṇa aufgefordert, zu Bhagadatta zu fahren, der bei Droṇas Truppen operiert.]

taṃ prayāntaṃ kuruśreṣṭhaṃ svāṃs trātuṃ droṇatāpitān suśarmā bhrātṛbhiḥ sārdhaṃ yuddhārthī pṛṣṭhato 'nvayāt

Ihm, dem besten der Kurus [Arjuna], der so dahinfuhr, um seine eigenen, von Droṇa bedrängten [Truppen] zu retten, folgte Suśarman, zusammen mit seinen Brüdern, kampfbegierig, von hinten nach.

Wort für Wort
taṃ prayāntaṃ kuruśreṣṭhaṃ
ihm, dem besten der Kurus, der dahinfuhr (Akk.Sg. + Akk.Sg.Part. + Akk.Sg.)
svāṃs trātuṃ droṇatāpitān
um seine von Droṇa bedrängten [Truppen] zu retten (Akk.Pl. + Inf. + Akk.Pl.)
suśarmā bhrātṛbhiḥ sārdhaṃ
Suśarman, zusammen mit seinen Brüdern (Nom.Sg. + Instr.Pl. + Postp.)
yuddhārthī pṛṣṭhato 'nvayāt
kampfbegierig folgte er von hinten (Nom.Sg. + Adv. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.2 bildet eine Einheit; Suśarman, Herrscher der Trigartas und Anführer der Saṃśaptakas, hatte die Vernichtung seiner Truppen in Kap.26 überlebt.]

tataḥ śvetahayaḥ kṛṣṇam abravīd ajitaṃ jayaḥ eṣa māṃ bhrātṛbhiḥ sārdhaṃ suśarmāhvayate 'cyuta

Da sprach der mit den weißen Rossen [Arjuna], der Unbesiegte, Jaya, zu Kṛṣṇa: „Dieser Suśarman fordert mich, zusammen mit seinen Brüdern, heraus, o Acyuta [Kṛṣṇa].

Wort für Wort
tataḥ śvetahayaḥ kṛṣṇam
da der mit den weißen Rossen zu Kṛṣṇa (Adv. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)
abravīd ajitaṃ jayaḥ
sprach der Unbesiegte, Jaya (3.Sg.Impf. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
eṣa māṃ bhrātṛbhiḥ sārdhaṃ
dieser fordert mich, zusammen mit seinen Brüdern (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Instr.Pl. + Postp.)
suśarmāhvayate 'cyuta
Suśarman heraus, o Acyuta (Nom.Sg. + 3.Sg.Präs.Med. + Vok.Sg.)

[Anm.: V.3 bildet eine Einheit; hier beginnt Arjunas direkte Rede an Kṛṣṇa, die sich über V.4-5 fortsetzt.]

dīryate cottareṇaitat sainyaṃ naḥ śatrusūdana dvaidhībhūtaṃ mano me 'dya kṛtaṃ saṃśaptakair idam

Und dieses unser Heer im Norden wird zerrissen, o Feindevertilger; mein Sinn ist heute durch diese Saṃśaptakas zwiegespalten gemacht worden.

Wort für Wort
dīryate cottareṇaitat
und dieses wird im Norden zerrissen (3.Sg.Pass.Präs. + Konj. + Instr.Sg. + Nom.Sg.)
sainyaṃ naḥ śatrusūdana
unser Heer, o Feindevertilger (Nom.Sg. + Gen.Pl. + Vok.Sg.)
dvaidhībhūtaṃ mano me 'dya
mein Sinn ist heute zwiegespalten (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Gen.Sg. + Adv.)
kṛtaṃ saṃśaptakair idam
gemacht worden durch diese Saṃśaptakas (Nom.Sg.Part. + Instr.Pl. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.4 bildet eine Einheit, Fortsetzung von Arjunas Rede.]

kiṃ nu saṃśaptakān hanmi svān rakṣāmy ahitārditān iti me tvaṃ mataṃ vettha tatra kiṃ sukṛtaṃ bhavet

Soll ich nun die Saṃśaptakas erschlagen, oder die Meinen schützen, die vom Feind bedrängt sind? Du kennst meine Gesinnung hierzu — was wäre hierbei wohlgetan?“

Wort für Wort
kiṃ nu saṃśaptakān hanmi
soll ich nun die Saṃśaptakas erschlagen (Partikel + Partikel + Akk.Pl. + 1.Sg.Präs.)
svān rakṣāmy ahitārditān
oder die Meinen schützen, vom Feind bedrängt (Akk.Pl. + 1.Sg.Präs. + Akk.Pl.)
iti me tvaṃ mataṃ vettha
du kennst meine Gesinnung hierzu (Partikel + Gen.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + 2.Sg.Perf.)
tatra kiṃ sukṛtaṃ bhavet
was wäre hierbei wohlgetan (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Opt.)

[Anm.: V.5 bildet eine Einheit und beschließt Arjunas in V.3 begonnene Rede.]

evam uktas tu dāśārhaḥ syandanaṃ pratyavartayat yena trigartādhipatiḥ pāṇḍavaṃ samupāhvayat

So angesprochen, wendete der Dāśārha [Kṛṣṇa] den Wagen dorthin, wo der Herrscher der Trigartas [Suśarman] den Pāṇḍava [Arjuna] herausforderte.

Wort für Wort
evam uktas tu dāśārhaḥ
so angesprochen aber der Dāśārha (Adv. + Nom.Sg.Part. + Konj. + Nom.Sg.)
syandanaṃ pratyavartayat
wendete den Wagen (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
yena trigartādhipatiḥ
wo der Herrscher der Trigartas (Instr.Sg. + Nom.Sg.)
pāṇḍavaṃ samupāhvayat
den Pāṇḍava herausforderte (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.6 bildet eine Einheit.]

tato 'rjunaḥ suśarmāṇaṃ viddhvā saptabhir āśugaiḥ dhvajaṃ dhanuś cāsya tathā kṣurābhyāṃ samakṛntata

Dann durchbohrte Arjuna Suśarman mit sieben schnellen [Pfeilen] und zerschnitt ebenso mit zwei Rasiermesserpfeilen dessen Banner und Bogen.

Wort für Wort
tato 'rjunaḥ suśarmāṇaṃ
dann Arjuna Suśarman (Adv. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)
viddhvā saptabhir āśugaiḥ
durchbohrt mit sieben schnellen [Pfeilen] (Ger. + Num.Instr. + Instr.Pl.)
dhvajaṃ dhanuś cāsya
dessen Banner und Bogen (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Konj. + Gen.Sg.)
tathā kṣurābhyāṃ samakṛntata
ebenso mit zwei Rasiermesserpfeilen zerschnitt er (Adv. + Instr.Du. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.7 bildet eine Einheit.]

trigartādhipateś cāpi bhrātaraṃ ṣaḍbhir āyasaiḥ sāśvaṃ sasūtaṃ tvaritaḥ pārthaḥ praiṣīd yamakṣayam

Und auch den Bruder des Herrschers der Trigartas sandte Pārtha, mit sechs eisernen [Pfeilen], samt Rossen und Wagenlenker, eilends zu Yamas Reich.

Wort für Wort
trigartādhipateś cāpi
und auch des Herrschers der Trigartas (Gen.Sg. + Konj.+Partikel)
bhrātaraṃ ṣaḍbhir āyasaiḥ
den Bruder, mit sechs eisernen [Pfeilen] (Akk.Sg. + Num.Instr. + Instr.Pl.)
sāśvaṃ sasūtaṃ tvaritaḥ
samt Rossen und Wagenlenker, eilends (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
pārthaḥ praiṣīd yamakṣayam
sandte Pārtha zu Yamas Reich (Nom.Sg. + 3.Sg.Aor. + Akk.Sg.)

[Anm.: V.8 bildet eine Einheit.]

tato bhujagasaṃkāśāṃ suśarmā śaktim āyasīm cikṣepārjunam ādiśya vāsudevāya tomaram

Dann schleuderte Suśarman einen schlangengleichen eisernen Speer auf Arjuna, und, auf Vāsudeva [Kṛṣṇa] zielend, eine Lanze.

Wort für Wort
tato bhujagasaṃkāśāṃ
dann schlangengleichen (Adv. + Akk.Sg.)
suśarmā śaktim āyasīm
Suśarman einen eisernen Speer (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
cikṣepārjunam ādiśya
schleuderte auf Arjuna, zielend (3.Sg.Perf. + Akk.Sg. + Ger.)
vāsudevāya tomaram
auf Vāsudeva eine Lanze (Dat.Sg. + Akk.Sg.)

[Anm.: V.9 bildet eine Einheit.]

śaktiṃ tribhiḥ śaraiś chittvā tomaraṃ tribhir arjunaḥ suśarmāṇaṃ śaravrātair mohayitvā nyavartata

Arjuna zerschnitt den Speer mit drei Pfeilen, die Lanze mit drei [weiteren], und, nachdem er Suśarman mit einer Pfeilmasse betäubt hatte, wandte er sich [von ihm] ab.

Wort für Wort
śaktiṃ tribhiḥ śaraiś chittvā
den Speer mit drei Pfeilen zerschneidend (Akk.Sg. + Num.Instr. + Instr.Pl. + Ger.)
tomaraṃ tribhir arjunaḥ
die Lanze mit drei [Pfeilen], Arjuna (Akk.Sg. + Num.Instr. + Nom.Sg.)
suśarmāṇaṃ śaravrātair
Suśarman mit einer Pfeilmasse (Akk.Sg. + Instr.Pl.)
mohayitvā nyavartata
betäubend wandte er sich ab (Ger. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.10 bildet eine Einheit.]

taṃ vāsavam ivāyāntaṃ bhūrivarṣaśaraughiṇam rājaṃs tāvakasainyānāṃ nograṃ kaś cid avārayat

Ihm, der wie Vāsava [Indra] heranfuhr, mit reichlich strömendem Pfeilregen, o König, wagte keiner deiner Truppen entgegenzutreten.

Wort für Wort
taṃ vāsavam ivāyāntaṃ
ihm, der wie Vāsava heranfuhr (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.Part.)
bhūrivarṣaśaraughiṇam
mit reichlich strömendem Pfeilregen (Akk.Sg.Kompositum)
rājaṃs tāvakasainyānāṃ
o König, deiner Truppen (Vok.Sg. + Gen.Pl.)
nograṃ kaś cid avārayat
keiner wagte, ihm entgegenzutreten (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Partikel + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.11 bildet eine Einheit.]

tato dhanaṃjayo bāṇais tata eva mahārathān āyād vinighnan kauravyān dahan kakṣam ivānalaḥ

Dann zog Dhanaṃjaya [Arjuna] mit Pfeilen von dort aus weiter, die großen Wagenkämpfer der Kauravas niedermähend, wie ein Feuer Dickicht verbrennt.

Wort für Wort
tato dhanaṃjayo bāṇais
dann Dhanaṃjaya mit Pfeilen (Adv. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)
tata eva mahārathān
von dort aus die großen Wagenkämpfer (Adv. + Partikel + Akk.Pl.)
āyād vinighnan kauravyān
zog weiter, niedermähend die Kauravas (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.Part. + Akk.Pl.)
dahan kakṣam ivānalaḥ
verbrennend Dickicht wie ein Feuer (Nom.Sg.Part. + Akk.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)

[Anm.: V.12 bildet eine Einheit.]

tasya vegam asahyaṃ tu kuntīputrasya dhīmataḥ nāśaknuvaṃs te saṃsoḍhuṃ sparśam agner iva prajāḥ

Seinen unerträglichen Ansturm, [des Arjuna,] des weisen Sohnes der Kuntī, vermochten sie nicht zu ertragen, wie Geschöpfe nicht die Berührung des Feuers [ertragen].

Wort für Wort
tasya vegam asahyaṃ tu
seinen unerträglichen Ansturm aber (Gen.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Konj.)
kuntīputrasya dhīmataḥ
des weisen Sohnes der Kuntī (Gen.Sg. + Gen.Sg.)
nāśaknuvaṃs te saṃsoḍhuṃ
sie vermochten nicht zu ertragen (Neg. + 3.Pl.Impf. + Nom.Pl. + Inf.)
sparśam agner iva prajāḥ
die Berührung des Feuers, wie Geschöpfe (Akk.Sg. + Gen.Sg. + Partikel + Nom.Pl.)

[Anm.: V.13 bildet eine Einheit; Bezugspersonen sind die Kaurava-Krieger.]

saṃveṣṭayann anīkāni śaravarṣeṇa pāṇḍavaḥ suparṇapātavad rājann āyāt prāgjyotiṣaṃ prati

Die Truppen mit einem Pfeilregen einhüllend, zog der Pāṇḍava [Arjuna], wie im Sturzflug des Suparṇa [Garuḍa], o König, weiter in Richtung Prāgjyotiṣa.

Wort für Wort
saṃveṣṭayann anīkāni
einhüllend die Truppen (Nom.Sg.Part. + Akk.Pl.)
śaravarṣeṇa pāṇḍavaḥ
mit einem Pfeilregen, der Pāṇḍava (Instr.Sg. + Nom.Sg.)
suparṇapātavad rājann
wie im Sturzflug des Suparṇa, o König (Adv.Kompositum + Vok.Sg.)
āyāt prāgjyotiṣaṃ prati
zog er weiter, Richtung Prāgjyotiṣa (3.Sg.Impf. + Akk.Sg. + Postp.)

[Anm.: V.14 bildet eine Einheit.]

yat tadānāmayaj jiṣṇur bharatānām apāyinām dhanuḥ kṣemakaraṃ saṃkhye dviṣatām aśruvardhanam

Jenen Bogen, den Jiṣṇu [Arjuna] damals spannte — [einen Bogen,] der den vom Untergang bedrohten Bharatas im Kampf Sicherheit brachte und der Feinde Tränen mehrte —

Wort für Wort
yat tadānāmayaj jiṣṇur
jenen [Bogen], den damals spannte Jiṣṇu (Akk.Sg. + Adv. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
bharatānām apāyinām
der vom Untergang bedrohten Bharatas (Gen.Pl. + Gen.Pl.)
dhanuḥ kṣemakaraṃ saṃkhye
den Bogen, Sicherheit bringend im Kampf (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
dviṣatām aśruvardhanam
der Feinde Tränen mehrend (Gen.Pl. + Akk.Sg.)

[Anm.: V.15-16 bilden eine syntaktische Einheit; hier reflektiert Saṃjaya über den einstigen edlen Zweck von Arjunas Bogen Gāṇḍīva im Gegensatz zu seinem gegenwärtigen Einsatz (V.16). „bharatānām apāyinām“ ist als 'der [sonst] dem Untergang geweihten Bharatas' gedeutet [?].]

tad eva tava putrasya rājan durdyūtadevinaḥ kṛte kṣatravināśāya dhanur āyacchad arjunaḥ

eben jenen [Bogen] spannte Arjuna nun, o König, um deines dem üblen Würfelspiel ergebenen Sohnes [Duryodhana] willen, zur Vernichtung der Kṣatriyas.

Wort für Wort
tad eva tava putrasya
eben jenen, deines Sohnes (Akk.Sg. + Partikel + Gen.Sg. + Gen.Sg.)
rājan durdyūtadevinaḥ
o König, des dem üblen Würfelspiel ergebenen (Vok.Sg. + Gen.Sg.)
kṛte kṣatravināśāya
um [seinet]willen, zur Vernichtung der Kṣatriyas (Postp. + Dat.Sg.)
dhanur āyacchad arjunaḥ
spannte den Bogen Arjuna (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.16 beschließt die in V.15 begonnene syntaktische Einheit.]

tathā vikṣobhyamāṇā sā pārthena tava vāhinī vyadīryata mahārāja naur ivāsādya parvatam

So wurde dein Heer, von Pārtha aufgewühlt, zerrissen, großer König, wie ein Boot, das auf einen Berg [Felsen] auftrifft.

Wort für Wort
tathā vikṣobhyamāṇā sā
so, aufgewühlt, jenes (Adv. + Nom.Sg.Part. + Nom.Sg.)
pārthena tava vāhinī
von Pārtha, dein Heer (Instr.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.)
vyadīryata mahārāja
wurde zerrissen, großer König (3.Sg.Impf.Pass. + Vok.Sg.)
naur ivāsādya parvatam
wie ein Boot, das auf einen Berg trifft (Nom.Sg. + Partikel + Ger. + Akk.Sg.)

[Anm.: V.17 bildet eine Einheit.]

tato daśa sahasrāṇi nyavartanta dhanuṣmatām matiṃ kṛtvā raṇe kruddhā vīrā jayaparājaye

Da wandten sich zehntausend der Bogenträger [ihm entgegen], im Kampf erzürnte Helden, entschlossen auf Sieg oder Niederlage [gefasst].

Wort für Wort
tato daśa sahasrāṇi
da zehntausend (Adv. + Num. + Nom.Pl.)
nyavartanta dhanuṣmatām
wandten sich der Bogenträger (3.Pl.Impf. + Gen.Pl.)
matiṃ kṛtvā raṇe kruddhā
im Kampf erzürnt, entschlossen (Akk.Sg. + Ger. + Lok.Sg. + Nom.Pl.)
vīrā jayaparājaye
Helden, auf Sieg oder Niederlage [gefasst] (Nom.Pl. + Lok.Sg.)

[Anm.: V.18 bildet eine Einheit; „nyavartanta“ ist hier als 'sich [zum Kampf] wenden' und nicht als 'zurückweichen' verstanden, da V.19 unmittelbar Arjunas schwere Bedrängnis durch sie schildert.]

vyapetahṛdayatrāsa āpaddharmātigo rathaḥ ārchat pārtho guruṃ bhāraṃ sarvabhārasaho yudhi

Mit aus dem Herzen gewichener Furcht, sein Wagen jenseits der Notrecht-Grenzen, nahm Pārtha, der jede Last erträgt, im Kampf die schwere Last [dieser zehntausend] auf sich.

Wort für Wort
vyapetahṛdayatrāsa
mit aus dem Herzen gewichener Furcht (Nom.Sg.Kompositum)
āpaddharmātigo rathaḥ
sein Wagen jenseits der Notrecht-Grenzen (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
ārchat pārtho guruṃ bhāraṃ
nahm Pārtha die schwere Last auf sich (3.Sg.Impf. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
sarvabhārasaho yudhi
der jede Last erträgt, im Kampf (Nom.Sg.Kompositum + Lok.Sg.)

[Anm.: V.19 bildet eine Einheit; „āpaddharmātigaḥ“ ('jenseits des Notrechts befindlich') deutet auf eine extreme, über gewöhnliche Kampfregeln hinausgehende Gefahrenlage [?].]

yathā naḍavanaṃ kruddhaḥ prabhinnaḥ ṣaṣṭihāyanaḥ mṛdnīyāt tadvad āyastaḥ pārtho 'mṛdnāc camūṃ tava

Wie ein erzürnter, brunftiger, sechzigjähriger [Elefant] ein Röhrichtdickicht zertreten würde, so zertrat der angestrengte Pārtha dein Heer.

Wort für Wort
yathā naḍavanaṃ kruddhaḥ
wie ein erzürntes Röhrichtdickicht (Adv. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
prabhinnaḥ ṣaṣṭihāyanaḥ
brunftig, sechzigjährig (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
mṛdnīyāt tadvad āyastaḥ
zertreten würde, ebenso der angestrengte (3.Sg.Opt. + Adv. + Nom.Sg.)
pārtho 'mṛdnāc camūṃ tava
Pārtha zertrat dein Heer (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg. + Gen.Sg.)

[Anm.: V.20 bildet eine Einheit.]

tasmin pramathite sainye bhagadatto narādhipaḥ tena nāgena sahasā dhanaṃjayam upādravat

Als jenes Heer so zermalmt war, griff Bhagadatta, der Herrscher, mit jenem Elefanten [Supratīka] plötzlich Dhanaṃjaya [Arjuna] an.

Wort für Wort
tasmin pramathite sainye
als jenes Heer zermalmt war (Lok.Sg. + Lok.Sg.Part. + Lok.Sg.)
bhagadatto narādhipaḥ
Bhagadatta, der Herrscher (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
tena nāgena sahasā
mit jenem Elefanten plötzlich (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Adv.)
dhanaṃjayam upādravat
griff Dhanaṃjaya an (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.21 bildet eine Einheit; hier treffen Bhagadatta und Arjuna erstmals direkt aufeinander.]

taṃ rathena naravyāghraḥ pratyagṛhṇād abhītavat sa saṃnipātas tumulo babhūva rathanāgayoḥ

Ihn empfing der Tiger unter den Männern [Arjuna] furchtlos mit seinem Wagen; jener Zusammenstoß von Wagen und Elefant wurde tosend.

Wort für Wort
taṃ rathena naravyāghraḥ
ihn mit dem Wagen der Tiger unter den Männern (Akk.Sg. + Instr.Sg. + Nom.Sg.)
pratyagṛhṇād abhītavat
empfing furchtlos (3.Sg.Impf. + Adv.)
sa saṃnipātas tumulo
jener Zusammenstoß wurde tosend (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
babhūva rathanāgayoḥ
wurde, von Wagen und Elefant (3.Sg.Perf. + Gen.Du.)

[Anm.: V.22 bildet eine Einheit.]

kalpitābhyāṃ yathāśāstraṃ rathena ca gajena ca saṃgrāme ceratur vīrau bhagadattadhanaṃjayau

Mit Wagen und Elefant, beide vorschriftsgemäß ausgerüstet, bewegten sich die zwei Helden, Bhagadatta und Dhanaṃjaya, im Kampf.

Wort für Wort
kalpitābhyāṃ yathāśāstraṃ
vorschriftsgemäß ausgerüstet (Instr.Du.Part. + Adv.)
rathena ca gajena ca
mit Wagen und mit Elefant (Instr.Sg. + Konj. + Instr.Sg. + Konj.)
saṃgrāme ceratur vīrau
bewegten sich im Kampf die zwei Helden (Lok.Sg. + 3.Du.Perf. + Nom.Du.)
bhagadattadhanaṃjayau
Bhagadatta und Dhanaṃjaya (Nom.Du.Kompositum)

[Anm.: V.23 bildet eine Einheit.]

tato jīmūtasaṃkāśān nāgād indra ivābhibhūḥ abhyavarṣac charaugheṇa bhagadatto dhanaṃjayam

Dann überschüttete Bhagadatta, vom wolkengleichen Elefanten herab, wie der überwältigende Indra, Dhanaṃjaya mit einer Pfeilmasse.

Wort für Wort
tato jīmūtasaṃkāśān nāgād
dann vom wolkengleichen Elefanten (Adv. + Abl.Sg. + Abl.Sg.)
indra ivābhibhūḥ
wie der überwältigende Indra (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
abhyavarṣac charaugheṇa
überschüttete mit einer Pfeilmasse (3.Sg.Impf. + Instr.Sg.)
bhagadatto dhanaṃjayam
Bhagadatta [überschüttete] Dhanaṃjaya (Nom.Sg. + Akk.Sg.)

[Anm.: V.24 bildet eine Einheit.]

sa cāpi śaravarṣaṃ tac charavarṣeṇa vāsaviḥ aprāptam eva ciccheda bhagadattasya vīryavān

Und auch er, der kraftvolle Sohn des Vāsava [Indra, Arjuna], zerschnitt jenen Pfeilregen des Bhagadatta mit seinem eigenen Pfeilregen, noch ehe er ihn erreichte.

Wort für Wort
sa cāpi śaravarṣaṃ tac
und auch er jenen Pfeilregen (Nom.Sg. + Konj.+Partikel + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
charavarṣeṇa vāsaviḥ
mit seinem Pfeilregen, der Sohn des Vāsava (Instr.Sg. + Nom.Sg.)
aprāptam eva ciccheda
noch ehe er ihn erreichte, zerschnitt er (Akk.Sg. + Partikel + 3.Sg.Perf.)
bhagadattasya vīryavān
des Bhagadatta, der kraftvolle (Gen.Sg. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.25 bildet eine Einheit. Im Anschluss zwei einzeilige Apparatseinschübe (*0208_01, *0209_01): „Rasch, wegen seiner Gewandtheit, wehrte der Sohn des Pākaśāsana [Indra, Arjuna] jenen [Pfeilregen] ab; und wiederum ließ Dhanaṃjaya einen Pfeilregen niedergehen.“ — nicht übersetzt, elaborieren nur V.25.]

tataḥ prāgjyotiṣo rājā śaravarṣaṃ nivārya tat śarair jaghne mahābāhuṃ pārthaṃ kṛṣṇaṃ ca bhārata

Dann, nachdem der König von Prāgjyotiṣa [Bhagadatta] jenen Pfeilregen abgewehrt hatte, traf er mit Pfeilen den starkarmigen Pārtha und Kṛṣṇa, o Bhārata [Dhṛtarāṣṭra].

Wort für Wort
tataḥ prāgjyotiṣo rājā
dann der König von Prāgjyotiṣa (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
śaravarṣaṃ nivārya tat
jenen Pfeilregen abwehrend (Akk.Sg. + Ger. + Akk.Sg.)
śarair jaghne mahābāhuṃ
traf mit Pfeilen den starkarmigen (Instr.Pl. + 3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)
pārthaṃ kṛṣṇaṃ ca bhārata
Pārtha und Kṛṣṇa, o Bhārata (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Konj. + Vok.Sg.)

[Anm.: V.26 bildet eine Einheit.]

tataḥ sa śarajālena mahatābhyavakīrya tau codayām āsa taṃ nāgaṃ vadhāyācyutapārthayoḥ

Dann, nachdem er die beiden mit einem gewaltigen Pfeilnetz überschüttet hatte, trieb er jenen Elefanten zur Tötung von Acyuta [Kṛṣṇa] und Pārtha an.

Wort für Wort
tataḥ sa śarajālena mahatā
dann er mit einem gewaltigen Pfeilnetz (Adv. + Nom.Sg. + Instr.Sg. + Instr.Sg.)
abhyavakīrya tau
die beiden überschüttend (Ger. + Akk.Du.)
codayām āsa taṃ nāgaṃ
trieb jenen Elefanten an (Periphr.Perf. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
vadhāyācyutapārthayoḥ
zur Tötung von Acyuta und Pārtha (Dat.Sg. + Gen.Du.)

[Anm.: V.27 bildet eine Einheit.]

tam āpatantaṃ dviradaṃ dṛṣṭvā kruddham ivāntakam cakre 'pasavyaṃ tvaritaḥ syandanena janārdanaḥ

Als er jenen heranstürmenden Elefanten sah, wie den zornigen Antaka [Yama, den Tod], lenkte Janārdana [Kṛṣṇa] eilends den Wagen im Bogen zur Seite.

Wort für Wort
tam āpatantaṃ dviradaṃ
jenen heranstürmenden Elefanten (Akk.Sg. + Akk.Sg.Part. + Akk.Sg.)
dṛṣṭvā kruddham ivāntakam
sehend, wie den zornigen Antaka (Ger. + Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
cakre 'pasavyaṃ tvaritaḥ
lenkte eilends im Bogen zur Seite (3.Sg.Impf. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
syandanena janārdanaḥ
mit dem Wagen, Janārdana (Instr.Sg. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.28 bildet eine Einheit; „apasavyam“ ('gegen den Uhrzeigersinn/nach links') bezeichnet ein Ausweichmanöver.]

saṃprāptam api neyeṣa parāvṛttaṃ mahādvipam sārohaṃ mṛtyusāt kartuṃ smaran dharmaṃ dhanaṃjayaḥ

Obwohl der große, gewendete Elefant nahe herangekommen war, wollte Dhanaṃjaya [Arjuna] ihn samt seinem Reiter nicht dem Tode weihen, eingedenk seiner Pflicht.

Wort für Wort
saṃprāptam api neyeṣa
obwohl herangekommen, wollte er nicht (Akk.Sg.Part. + Partikel + Neg.+3.Sg.Impf.)
parāvṛttaṃ mahādvipam
den gewendeten großen Elefanten (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
sārohaṃ mṛtyusāt kartuṃ
samt Reiter dem Tode weihen (Akk.Sg. + Adv. + Inf.)
smaran dharmaṃ dhanaṃjayaḥ
eingedenk seiner Pflicht, Dhanaṃjaya (Nom.Sg.Part. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.29 bildet eine Einheit; Arjunas Zurückhaltung gegenüber dem Elefanten und dessen Lenker aus Pflichtbewusstsein.]

sa tu nāgo dviparathān hayāṃś cārujya māriṣa prāhiṇon mṛtyulokāya tato 'krudhyad dhanaṃjayaḥ

Jener Elefant aber zerschmetterte Wagenkämpfer und Rosse, o Verehrter, und sandte sie zum Reich des Todes; daraufhin wurde Dhanaṃjaya [Arjuna] zornig.

Wort für Wort
sa tu nāgo dviparathān
jener Elefant aber die Wagenkämpfer (Nom.Sg. + Konj. + Nom.Sg. + Akk.Pl.)
hayāṃś cārujya māriṣa
und Rosse zerschmetternd, o Verehrter (Akk.Pl. + Konj. + Ger. + Vok.Sg.)
prāhiṇon mṛtyulokāya
sandte zum Reich des Todes (3.Sg.Impf. + Dat.Sg.)
tato 'krudhyad dhanaṃjayaḥ
daraufhin wurde Dhanaṃjaya zornig (Adv. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.30 bildet eine Einheit und beschließt das Kapitel; das Tier zertrampelt nahestehende Krieger und entfacht damit Arjunas Zorn.]

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