Kapitel 10: ṛgvede 1.10 · gāyanti tvā gāyatriṇo 'rcantyarkamarkiṇaḥ
Lied an Indra: Preis, Bitte um Kraft, Gut und Erhörung
Anuṣṭubh-Lied an Indra: Sänger, Wagenfahrt und Anruf (1-4), Bitten um Freundschaft, Gut und Rinder (5-8), Bitte um Erhörung und langes Leben des Sängers (9-12). Unsicher sind 2 (Subjekt von āruhat), 7a und die Anrede Kauśika in 11.
gāyanti tvā gāyatriṇo 'rcantyarkamarkiṇaḥ / brahmāṇastvā śatakrata ud vaṃśamiva yemire
Dir singen die Gāyatrī-Sänger, / ein Strahllied singen die Strahl-Sänger; / die Brahmā-Priester haben dich, Hundertwerker, emporgestemmt wie eine Stange.
Wenn (er) von Rücken zu Rücken emporstieg, trat viel Zu-Tuendes hervor; / da erkennt Indra das Ziel; / mit der Schar regt sich der Stier. [Anm.: Subjekt von āruhat nicht genannt; die Deutung ist spekulativ, denkbar sind Indra oder ein Bild vom Aufstieg des Pressvorgangs]
ehi stomānabhi svarābhi gṛṇīhyā ruva / brahma ca no vasosacendra yajñaṃ ca vardhaya
Komm herbei, stimme auf die Lobgesänge hin an, antworte, brülle heran; / und unser Brahman (heilige Formulierung) / und die Weihehandlung, du Guter, mach zusammen (mit uns) wachsen, Indra. [Anm.: brahman hier als heilige Formulierung/Dichtung gefasst; vasu Vok. „Gutbesitzer/Güter“ [?]]
Ein Spruch, für Indra auszusprechen, ein stärkender, / für den, der viele abwehrt: / damit der Mächtige an unseren Pressungen und an den Freundschaften Gefallen finde.
Ihn eben bitten wir in Freundschaft, ihn um Reichtum, ihn um gute Mannhaftigkeit; / er, der Mächtige, möge es uns auch vermögen, / Indra, der Gut zuteilt.
Gut aufgeschlossen, gut herausgetrieben [?] – von dir gegeben ist ja der Ruhm; / öffne den Pferch der Rinder, / mach Gabe, Steinbewehrter. [Anm.: „Rinder“ wörtlich; Bildrede auf Lichtstrahlen oder Reichtum ist plausibel, aber nicht gesichert; Pāda a syntaktisch unsicher]
Denn wir kennen dich als den Stierkräftigsten, in den Kämpfen die Rufe Hörenden; / des Stierkräftigsten Hilfe rufen wir an, / die tausendfach gewinnbringendste.
ā tū na indra kauśika mandasānaḥ sutaṃ piba / navyamāyuḥpra sū tira kṛdhī sahasrasām ṛṣim
Komm doch zu uns, Indra Kauśika, dich erfreuend, trink das Gepresste; / verlängere gut das neue Leben; / mach den Seher tausendfach gewinnend. [Anm.: Kauśika Vok., „Abkömmling Kuśikas“; die Anrede Indras damit ist auffällig, Deutung offen; navya āyus „neues Leben“ [?]]
Rings um dich, Liedgeliebter, sollen diese Lieder sein, von allen Seiten; / dich, dessen Lebenskraft gewachsen ist, sollen die Mehrungen begleiten; / gern angenommen sollen die Gunsterweise sein.