Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 1

Kapitel 56: ṛgvede 1.56 · eṣa pra pūrvīrava tasya camriṣo 'tyo na yoṣāmudayaṃsta bhurvaṇiḥ Indra, Bezwinger Vṛtras und Halter der Welt

Preis des Indra: sein Wagen, seine Lieder, seine Siege über Śuṣṇa und Vṛtra und das Festhalten der Weltordnung. V. 1 ist verderbt oder rätselhaft und wird nur vorsichtig wiedergegeben.

eṣa pra pūrvīrava tasya camriṣo 'tyo na yoṣāmudayaṃsta bhurvaṇiḥ / dakṣaṃ mahe pāyayate hiraṇyayaṃ rathamāvṛtyā hariyogam ṛbhvasam

Dieser [Anm.: Indra?] hat die vielen [?] des Bechers [?] ... wie ein Hengst die Stute hob der Rührige sich empor; / dem Großen lässt er das Können trinken, den goldenen, mit Falben bespannten, erhabenen Wagen herbeigewendet habend [Anm.: Stelle stark unsicher].

Wort für Wort
eṣaḥ
dieser (Nom. Sg.)
pra
hervor
pūrvīḥ
viele (Akk. Pl. Fem.) [?]
ava
herab, hinab
tasya
dessen (Gen. Sg.)
camriṣaḥ
des Bechers [?] (Gen. Sg.)
atyaḥ
Hengst, Ross (Nom. Sg.)
na
wie
yoṣām
Stute, Weibchen (Akk. Sg.)
ut
hinauf
ayaṃsta
er hob, streckte (3. Sg. Aor. Med.)
bhurvaṇiḥ
rührig, eifrig (Nom. Sg.)
dakṣam
Können, Geschick (Akk. Sg.)
mahe
dem Großen (Dat. Sg.)
pāyayate
lässt trinken (3. Sg. Kaus.)
hiraṇyayam
golden (Akk. Sg.)
ratham
Wagen (Akk. Sg.)
āvṛtya
herbeigewendet habend (Abs.)
hari-yogam
mit Falben bespannt (Akk. Sg.)
ṛbhvasam
erhaben (Akk. Sg.) [?]

taṃ gūrtayo nemanniṣaḥ parīṇasaḥ samudraṃ na saṃcaraṇe saniṣyavaḥ / patiṃ dakṣasya vidathasya nū saho giriṃ na venā adhi roha tejasā

Ihn (umgeben) die Lobrufe, ... die reichlichen, wie das Meer beim Zusammenströmen, Gaben erstrebend; / den Herrn der Geschicklichkeit und der Versammlung, jetzt, Mächtiger: steig wie die Verlangenden einen Berg mit Glanz hinauf [?].

Wort für Wort
tam
ihn (Akk. Sg.)
gūrtayaḥ
Lobrufe (Nom. Pl.)
neman-iṣaḥ
...-begehrend (Nom. Pl.) [?]
parīṇasaḥ
reichlich (Nom. Pl.)
samudram
Meer (Akk. Sg.)
na
wie
sam-caraṇe
beim Zusammenströmen (Lok. Sg.)
san iṣyavaḥ
erstrebend (Nom. Pl.)
patim
Herrn (Akk. Sg.)
dakṣasya
der Geschicklichkeit (Gen. Sg.)
vidathasya
der Versammlung, Weisung (Gen. Sg.)
nu
jetzt
sahāḥ
Mächtiger (Nom./Vok. Sg.)
girim
Berg (Akk. Sg.)
na
wie
venāḥ
Verlangende (Nom. Pl.)
adhi
hinauf
roha
steig (2. Sg. Imp.)
tejasā
mit Glanz (Instr. Sg.)

sa turvaṇirmahānareṇu pauṃsye girerbhṛṣṭirna bhrājate tujā śavaḥ / yena śuṣṇaṃ māyinamāyaso made dudhraābhūṣu rāmayan ni dāmani

Er, der Überwinder, der Große, im makellosen Manneswerk, glänzt wie die Zacke des Berges, die Kraft mit Drang; / durch sie hielt der Unbezwingbare, im Rausch, den zauberischen Śuṣṇa in den Fesseln fest [?].

Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
turvaṇiḥ
Überwinder (Nom. Sg.)
mahān
groß (Nom. Sg.)
areṇu
staublos, makellos (Lok. Sg.)
paiṃsye
im Manneswerk (Lok. Sg.)
gireḥ
des Berges (Gen. Sg.)
bhṛṣṭiḥ
Zacke (Nom. Sg.)
na
wie
bhrājate
er glänzt (3. Sg.)
tujā
mit Drang (Instr. Sg.)
śavaḥ
Kraft (Nom. Sg.)
yena
durch die (Instr. Sg.)
śuṣṇam
Śuṣṇa (Akk. Sg.)
māyinam
zauberisch (Akk. Sg.)
āyasaḥ
eisern, der Eiserne (Nom. Sg.) [?]
made
im Rausch (Lok. Sg.)
dudhraḥ
unbezwingbar (Nom. Sg.)
ābhūṣu
in den (Kräften) ābhū (Lok. Pl.) [?]
rāmayat
er ließ ruhen, hielt fest (3. Sg. Kaus.) [?]
ni
nieder, in
dāman i
in den Fesseln (Lok. Sg.)

devī yadi taviṣī tvāvṛdhotaya indraṃ siṣaktyuṣasaṃ na sūryaḥ / yo dhṛṣṇunā śavasā bādhate tama iyarti reṇuṃ bṛhadarhariṣvaṇiḥ

Wenn die göttliche Kraft, dich mehrend, zur Hilfe Indra begleitet wie die Sonne die Morgenröte, / der mit kühner Kraft das Dunkel verdrängt, erregt er den Staub, hoch und laut tönend.

Wort für Wort
devī
göttlich (Nom. Sg.)
yadi
wenn
taviṣī
Kraft (Nom. Sg.)
tvāvṛdhā
dich mehrend (Nom. Sg.)
ūtaye
zur Hilfe (Dat. Sg.)
indram
Indra (Akk. Sg.)
siṣakti
sie begleitet (3. Sg.)
uṣasam
Morgenröte (Akk. Sg.)
na
wie
sūryaḥ
Sonne (Nom. Sg.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
dhṛṣṇunā
mit kühner (Instr. Sg.)
śavasā
mit Kraft (Instr. Sg.)
bādhate
er verdrängt (3. Sg.)
tamaḥ
Dunkel (Akk. Sg.)
iyarti
er erregt (3. Sg.)
reṇum
Staub (Akk. Sg.)
bṛhat
hoch, laut (Adv.)
arhari-svani ḥ
sehr laut tönend (Nom. Sg.)

vi yat tiro dharuṇamacyutaṃ rajo 'tiṣṭhipo diva ātāsubarhaṇā / svarmīḷhe yan mada indra harṣyāhan vṛtraṃ nirapāmaubjo arṇavam

Als du den Halt, den unerschütterlichen Raum, quer auseinander an den Weiten des Himmels durch Niederwerfen festgestellt hast [?], / als du, Indra, im Rausch beim Himmelslicht-Ringen in Entzücken den Vṛtra erschlugst, aus den Wassern die Flut hervorpresstest.

Wort für Wort
vi
auseinander
yat
als
tiraḥ
quer
dharuṇam
Halt (Akk. Sg.)
acyutam
unerschüttert (Akk. Sg.)
rajaḥ
Raum (Akk. Sg.)
atisthipaḥ
du stelltest hin (2. Sg. Aor.)
divaḥ
des Himmels (Gen. Sg.)
ātāsu
in den Ausspannungen (Lok. Pl.) [?]
barhaṇā
durch Niederwerfen (Instr. Sg.)
svaḥ-mīḷhe
im Himmelslicht-Preis (Lok. Sg.) [?]
yat
als
made
im Rausch (Lok. Sg.)
indra
Indra (Vok.)
harṣyā
in Entzücken, freudig (Abs.) [?]
ahan
du erschlugst (2. Sg. Impf.)
vṛtram
Vṛtra (Akk. Sg.)
niḥ
heraus
apām
der Wasser (Gen. Pl.)
aubjaḥ
du pressest, drücktest (2. Sg. Impf.)
arṇavam
Flut (Akk. Sg.)

tvaṃ divo dharuṇaṃ dhiṣa ojasā pṛthivyā indra sadaneṣu māhinaḥ / tvaṃ sutasya made ariṇā apo vi vṛtrasya samayā pāṣyārujaḥ

Du hältst den Halt des Himmels durch Kraft, Indra, und bist in den Sitzen der Erde mächtig; / du ließest im Rausch des Gepressten die Wasser strömen, du zerbrachst des Vṛtra ... mit dem Felsen [?].

Wort für Wort
tvam
du (Nom.)
divaḥ
des Himmels (Gen. Sg.)
dharuṇam
Halt (Akk. Sg.)
dhiṣe
du hältst (2. Sg. Med.)
ojasā
durch Kraft (Instr. Sg.)
pṛthivyāḥ
der Erde (Gen. Sg.)
indra
Indra (Vok.)
sadaneṣu
in den Sitzen (Lok. Pl.)
māhinaḥ
mächtig (Nom. Sg.)
tvam
du (Nom.)
sutasya
des Gepressten (Gen. Sg.)
made
im Rausch (Lok. Sg.)
ariṇāḥ
du ließest strömen (2. Sg. Impf.)
apaḥ
Wasser (Akk. Pl.)
vi
auseinander
vṛtrasya
des Vṛtra (Gen. Sg.)
samayā
nahe, mittendrin (Adv.) [?]
pāṣyā
mit dem Felsen, Stein (Instr. Sg.) [?]
arujaḥ
du zerbrachst (2. Sg. Impf.)

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