Kapitel 120: ṛgvede 1.120 · kā rādhad dhotrāśvinā vāṃ ko vāṃ joṣa ubhayoḥ
Fragen an die Aśvin: wie soll man euch recht verehren
Das Lied beginnt mit Fragen des unwissenden Sängers an die wissenden Aśvin, wendet sich dann zu Bitten um Schutz, Rinder und Speise. Die Schlussverse (10–12) sind sprachlich dunkel und nur mit Vorbehalt zu verstehen.
vidvāṃsāvid duraḥ pṛchedavidvānitthāparo acetāḥ / nū cin nu marte akrau
Nur die beiden Wissenden möge der Unwissende befragen [Anm.: „duraḥ“ unsicher, vielleicht „Türen“ oder „von fern“]; so ist der andere ohne Einsicht. Doch jetzt, gleich, (helft) dem Sterblichen, dem Unbeholfenen [?].
tā vidvāṃsā havāmahe vāṃ tā no vidvāṃsā manma vocetamadya / prārcad dayamāno yuvākuḥ
Euch beide, die Wissenden, rufen wir an; ihr beiden Wissenden, sagt uns heute den Gedanken. Der nach euch Verlangende singt hervor und teilt (sich) mit [?].
vi pṛchāmi pākyā na devān vaṣaṭkṛtasyādbhutasya dasrā / pātaṃ ca sahyaso yuvaṃ ca rabhyaso naḥ
Ich frage die Götter aus wie ein Einfältiger: Ihr Wundertäter, (trinkt) von dem mit vaṣaṭ Bereiteten, dem Wunderbaren [Anm.: „pātam“ kann „trinkt“ oder „schützt“ sein] – und ihr beide (seid) unsere Stärkeren und Ungestümeren [?].
Hört das Gāyatra des Takavāna; am Tag habe ich euch ja schon gepriesen, Aśvin. Die beiden Augen, ihr Herren des Glanzes, im Haus [?] – [Anm.: Schluss dunkel].
yuvaṃ hyāstaṃ maho ran yuvaṃ vā yan niratataṃsatam / tāno vasū sugopā syātaṃ pātaṃ no vṛkādaghāyoḥ
Denn ihr beide wart (Herren) über Großes, (oder) ihr, wenn ihr (den Feind) weggeschüttelt habt [Anm.: „mahaḥ ran“ unsicher]. Ihr beiden Güterbringer, seid unsere guten Hüter; schützt uns vor dem Wolf und dem Übelwollenden.
duhīyan mitradhitaye yuvāku rāye ca no mimītaṃ vājavatyai / iṣe ca no mimītaṃ dhenumatyai
Gemolken werden möge (Milch) für die Freundes-Sättigung [?], du Verlangender; und misst uns zu Reichtum mit Siegespreis, misst uns zu Labung mit Milchkühen.
Wort für Wort
duhīyan
es möge gemolken werden (3. Sg. Pass. Opt.) [?]
mitra-dhitaye
für die Freundes-Sättigung/Freundesgabe [?] (Dat. Sg.)
Dieser hier [?], wie im Wettkampf, wird als mein Leib unter die Leute hin gefahren [?]; ein Wagen mit guter Nabe/Achse (führt) zum Somatrunk. [Anm.: Vers dunkel, nur vorläufig gedeutet.]
adha svapnasya nirvide 'bhuñjataśca revataḥ / ubhā tā basri naśyataḥ
Dann, wegen des Überdrusses am Schlaf [?]: der Nichtgenießende und der Reiche – beide schwinden dahin, Basri [?]. [Anm.: Schluss unklar; „basri“ nicht sicher zu deuten.]