Kapitel 70: ṛgvede 1.70 · vanema pūrvīraryo manīṣā agniḥ suśoko viśvānyaśyāḥ
Agni als Keim der Wasser und Wälder, Anrufer der Götter
Hymnus auf Agni als Keim von Wassern, Wäldern, Stehendem und Bewegtem und als Bote/Anrufer bei den Göttern. Die Quelle zählt Halbverse (11 Blöcke = 5 Verse plus 1 Dreipādavers). Schwierig: 1.70.4 (viśām na viśvaḥ), 1.70.6 (bhūma), 1.70.9 (svaḥ naḥ), 1.70.10 (vedī vermutlich verderbt für vedaḥ).
garbho yo apāṃ garbho vanānāṃ garbhaśca sthātāṃ garbhaścarathām / adrau cidasmā antarduroṇe viśāṃ na viśvo amṛtaḥ svādhīḥ [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: ā daivyāni vratā cikitvān ā mānuṣasya janasya janma]
(Als) Kundiger (erkenne) die göttlichen Satzungen und die Herkunft/Geburt des menschlichen Geschlechts [Anm.: ā ... ā rahmen den Vers ein; Konstruktion unsicher].
sa hi kṣapāvānagnī rayīṇāṃ dāśad yo asmā araṃ sūktaiḥ / etā cikitvo bhūmā ni pāhi devānāṃ janma martāṃśca vidvān [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: garbhaḥ yaḥ apām garbhaḥ vanānām garbhaḥ ca sthātām garbhaḥ carathām]
Der Keim der Wasser ist er, der Keim der Wälder, und der Keim des Stehenden, der Keim des Sich-Bewegenden.
vardhān yaṃ pūrvīḥ kṣapo virūpā sthātuśca ratham ṛtapravītam / arādhi hotā svarniṣattaḥ kṛṇvan viśvānyapāṃsi satyā [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: adrau cit asmai antaḥ duroṇe viśām na viśvaḥ amṛtaḥ su-ādhīḥ]
Sogar im Stein hat er für sich drinnen im Haus (eine Stätte) [?]; wie unter den Stämmen (?) ist er allgemein, unsterblich, wohlgesinnt [Anm.: viśām na viśvaḥ ist mehrdeutig].
goṣu praśastiṃ vaneṣu dhiṣe bharanta viśve baliṃ svarṇaḥ / vi tvā naraḥ purutrā saparyan piturna jivrervi vedobharanta [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: saḥ hi kṣapāvān agniḥ rayīṇām dāśat yaḥ asmai aram su-uktaiḥ]
Denn er, der Nachtwächter/Nächtliche [?] Agni, (ist Herr) der Schätze – für den, der ihm mit wohlgesprochenen Worten gebührend dient.
sādhurna gṛdhnurasteva śūro yāteva bhīmastveṣaḥ samatsu [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: etā cikitvaḥ bhūma ni pāhi devānām janma martān ca vidvān]
Dies wahrnehmend, du Kundiger: hüte (die Fülle) [?], (bewahre) die Geburt/das Geschlecht der Götter und die Sterblichen, als Wissender.
vardhān yam pūrvīḥ kṣapaḥ virūpāḥ sthātuḥ ca ratham ṛtapravītam [Anm.: Saṃhitā-Text in der Quelle nicht vorhanden; aus dem Padapāṭha ohne Sandhi wiedergegeben]
(Ihn), den die vielen verschiedengestaltigen Nächte stärkten, und des Stehenden [?] vom ṛta getriebenen Wagen [Anm.: Bezug von sthātuḥ ca ratham ṛtapravītam unklar].
goṣu praśastim vaneṣu dhiṣe bharanta viśve balim svaḥ naḥ [Anm.: Saṃhitā-Text in der Quelle nicht vorhanden; aus dem Padapāṭha ohne Sandhi wiedergegeben]
In den Kühen (?) legst du Ruhm, in den Wäldern (?) [?]; alle brachten die Abgabe (bali) dar, das Licht/uns [Anm.: svaḥ naḥ unsicher: 'das Licht, uns' oder Verschreibung].
vi tvā naraḥ purutrā saparyan pituḥ na jivreḥ vi vedī bharanta [Anm.: Saṃhitā-Text in der Quelle nicht vorhanden; aus dem Padapāṭha ohne Sandhi wiedergegeben]
Dich haben die Männer an vielen Orten verehrt; wie (Söhne) vom altgewordenen Vater den Besitz teilen sie [Anm.: PP 'vedī' ist wohl verderbt für vedaḥ 'Besitz'].
sādhuḥ na gṛdhnuḥ astāiva śūraḥ yātāiva bhīmaḥ tveṣaḥ samatsu [Anm.: Saṃhitā-Text in der Quelle nicht vorhanden; aus dem Padapāṭha ohne Sandhi wiedergegeben]
Wie ein Tüchtiger, wie ein Gieriger (Begehrlicher), wie ein Schütze, wie ein Held, wie ein Angreifer furchtbar, ungestüm in den Schlachten.