Kapitel 128: ṛgvede 1.128 · ayaṃ jāyata manuṣo dharīmaṇi hotā yajiṣṭha uśijāmanuvratamagniḥ svamanu vratam | viśvaśruṣṭiḥ sakhīyate rayiriva śravasyate
Agni als Gast, Rufer und Schützer im Haus
Preislied auf Agni: seine Geburt am Platz der Iḷā, sein Wirken als Bote zwischen Menschen und Göttern und sein Schutz vor Schädigung. Der Satzbau der Verse 2, 4 und 6 ist stellenweise schwer zu bestimmen (vātayāmasi, iṣūyate, aratiḥ, abhihnutaḥ).
Dieser wurde geboren im Sitz [?] des Manu (der Menschen): der Rufer, der Verehrendste, Agni, gemäß dem Gelübde der Uśijs, gemäß seinem eigenen Gelübde. Allem willig gehorsam, zeigt er sich dem Freundschaft Suchenden freundlich, wie ein Reichtum dem, der nach Ruhm strebt. Unbetrügbar, der Rufer, setzte sich nieder am Platz der Iḷā, umhüllt am Platz der Iḷā.
Wort für Wort
ayam
dieser (Nom. Sg.)
jāyata
er wurde geboren (3. Sg. Aor. Med.)
manuṣaḥ
des Manu/des Menschen (Gen. Sg.)
dharīmaṇi
im Sitz/in der Stütze (Lok. Sg.) [?]
hotā
Rufer (Nom. Sg.)
yajiṣṭhaḥ
am meisten verehrend (Nom. Sg.)
uśijām
der Uśijs (Gen. Pl.)
anu
gemäß
vratam
Gelübde/Gebot (Akk. Sg.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
svam
eigenes (Akk. Sg.)
anu
gemäß
vratam
Gelübde/Gebot (Akk. Sg.)
viśva-śruṣṭiḥ
allem gehorsam/willig (Nom. Sg.)
sakhi-yate
dem Freundschaft Suchenden (Dat. Sg.; sich freundlich verhaltend, 3. Sg.)
taṃ yajñasādhamapi vātayāmasy ṛtasya pathā namasā haviṣmatā devatātā haviṣmatā | sa na ūrjāmupābhṛtyayā kṛpā na jūryati / yaṃ mātariśvā manave parāvato devaṃ bhāḥ parāvataḥ
Ihn, der die Weihehandlung zum Ziel bringt, fachen wir [?] auf dem Pfad der Ordnung an, mit Verneigung, mit der Gabenreichen, mit der zum Götterdienst gehörigen, gabenreichen. Er altert uns nicht bei der Herbeibringung der Stärkungen mit dieser Gestalt [?] – ihn, den Gott, den Mātariśvan dem Manu von fern brachte, den Lichtglanz aus der Ferne.
Wort für Wort
tam
ihn (Akk. Sg.)
yajña-sādham
Weihehandlung zum Ziel bringend (Akk. Sg.)
api
hinzu/auch (api)
vātayāmasi
wir fachen an/lassen wehen (1. Pl.) [?]
ṛtasya
der Ordnung/des Ṛta (Gen. Sg.)
pathā
mit dem Pfad (Instr. Sg.)
namasā
mit Verneigung (Instr. Sg.)
haviṣmatā
mit gabenreicher (Instr. Sg. f.)
deva-tātā
mit der Götterdienst-Gabe (Instr. Sg. f.)
haviṣmatā
mit gabenreicher (Instr. Sg. f.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Dat./Akk.)
ūrjām
der Stärkungen (Gen. Pl.)
upa-ābhṛti
bei der Herbeibringung (Lok. Sg.)
ayā
mit dieser (Instr. Sg. f.)
kṛpā
Gestalt/Anmut (Instr. Sg.) [?]
na
nicht
jūryati
er altert (3. Sg.)
yam
den (Akk. Sg.)
mātariśvā
Mātariśvan (Nom. Sg.)
manave
dem Manu (Dat. Sg.)
parāvataḥ
von fern (Abl. Sg.)
devam
Gott (Akk. Sg.)
bhāritibhāḥ
Licht (Akk. Sg.; PP-Fehler bhāritibhāḥ, SA bhāḥ) [?]
Mit seiner Bahn umkreist er sogleich das Irdische, der immer wieder Verschlingende [?], der brüllende Stier, Samen niederlegend, brüllend. Hundertfach mit den Augen schauend, der Gott, in den Wäldern hindurchdringend, seine Sitze setzend auf die unteren Hänge, Agni, auf die oberen Hänge.
Er, der Kluge, der Vorangestellte, in Haus um Haus – Agni nimmt die unversehrte Weihehandlung wahr, durch Einsicht nimmt er die Weihehandlung wahr. Durch Einsicht strebt der Ordner [?]; alles Geborene überblickt er, seit der schmalzglänzende Gast geboren wurde, der Fahrer, der Ordner geboren wurde.
kratvā yadasya taviṣīṣu pṛñcate 'gneraveṇa marutāṃ na bhojyeṣirāya na bhojyā | sa hi ṣmā dānaminvati vasūnāṃ ca majmanā / sa nastrāsate duritādabhihrutaḥ śaṃsādaghādabhihrutaḥ
Wenn sie sich durch seinen Willen in seinen Kraftregungen verbinden – mit Agnis Hilfe, wie die Genüsse der Marut, wie Genüsse für den Eifrigen [?] – dann setzt er ja die Gabe in Gang, und zwar mit der Fülle der Güter. Er schütze uns vor Missgeschick, vor Schmähung, vor Bosheit – (uns,) die Bedrängten [?].
Der Allumfassende, Gewaltige [?], der Diener, der Gute hat das Gut in die rechte Hand genommen; der Rasche gab nicht nach, aus Streben nach Ruhm gab er nicht nach. Für jeden, der bittet, führst du die Gabe zu den Göttern hin. Für jeden, der gut handelt, setzt Agni die Wunschgabe in Gang, die Türen öffnet er.
sa mānuṣe vṛjane śantamo hito 'gniryajñeṣu jenyo na viśpatiḥ priyo yajñeṣu viśpatiḥ | sa havyā mānuṣāṇāmiḷā kṛtāni patyate / sa nastrāsate varuṇasya dhūrtermahodevasya dhūrteḥ
Er, im Menschenbezirk der Heilsamste, hingesetzt, Agni, bei den Weihehandlungen edel wie ein Stammesherr, lieb, der Herr der Stämme bei den Weihehandlungen: er waltet über die Gaben der Menschen, die mit der Iḷā bereitet sind. Er schütze uns vor der Schädigung des Varuṇa, vor der Schädigung des großen Gottes.
Agni, den Rufer, rufen sie an, den Güter-Setzer [?], den Lieben, den Erkenntnisreichsten, den Diener; sie haben den Gabenfahrer eingesetzt, eingesetzt. Den Allbelebenden, Allwissenden, den Rufer, zu Verehrenden, den Seher – die Göttlichen [?], gutsuchend, [rufen] zur Hilfe den Erfreuenden mit Liedern, den Erfreuenden, gutsuchend.