Kapitel 185: ṛgvede 1.185 · katarā pūrvā katarāparāyoḥ kathā jāte kavayaḥ ko vi veda
Anruf an Himmel und Erde um Schutz
Lied an Dyāvāpṛthivī (Himmel und Erde) mit Kehrvers 'Himmel und Erde, schützt uns vor Unheil'; Eingangsrätsel, welche von beiden früher entstand (v.1), Bitte um Vergebung (v.8). In v.4-5 ist der Text/Padapāṭha fragmentarisch (Token 'iti'), Übersetzung dort unsicher. abhvāt hier 'vor dem Ungeheuren/Unheil' [?].
katarā pūrvā katarāparāyoḥ kathā jāte kavayaḥ ko vi veda / viśvaṃ tmanā bibhṛto yad dha nāma vi vartete ahanī cakriyeva
Welche von beiden ist die frühere, welche die spätere? Wie sind die beiden entstanden, ihr Seher? Wer weiß es? / Alles, was einen Namen hat, tragen sie von selbst; sie rollen auseinander als die beiden Tage [Tag und Nacht] wie zwei Räder.
bhūriṃ dve acarantī carantaṃ padvantaṃ garbhamapadī dadhāte / nityaṃ na sūnuṃ pitrorupasthe dyāvā rakṣataṃ pṛthivī no abhvāt
Viel [tragen] die beiden Nicht-Gehenden: ein gehendes, fußtragendes Kind [Embryo] tragen die Fußlosen; / wie einen beständigen Sohn im Schoß der Eltern: Himmel und Erde, schützt uns vor Unheil.
Die schadlose Gabe der Aditi, die unangreifbare, lichtreiche, untadelige, ehrfurchtsvolle rufe ich an; / diese erzeugt, ihr beiden Welten, für den Sänger: Himmel und Erde, schützt uns vor Unheil.
[Die] nicht Glühenden [Unversengten], Hilfe Bringenden, ... möchten wir folgen, ihr beiden Welten, Söhne-der-Götter-Habende; / beide der Götter, mit beiderlei Tagen: Himmel und Erde, schützt uns vor Unheil [Anm.: Text fragmentarisch, atapyamāne avasāvantī ... anu syāma; Übersetzung unsicher].
[Zusammenkommend, jung,] gleichrandig, Schwestern, Verwandte im Schoß der Eltern, / am Nabel der Welt schnuppernd: Himmel und Erde, schützt uns vor Unheil [Anm.: Beginn fragmentarisch].
Wort für Wort
iti
[Textrest, Padapāṭha-Fragment 'iti'; wohl 'zusammenkommend, jung'] [?]
Die Weiten, Sitzreichen, Hohen rufe ich durch die Ordnung mit der Hilfe der Götter an, die Erzeugerinnen; / die die Unsterblichkeit tragen, schön Angesichtigen: Himmel und Erde, schützt uns vor Unheil.
Die Weite, Breite, Mannigfaltige, mit fernem Ende spreche ich mit Ehrerbietung bei dieser Weihehandlung an; / die die Glücklichen, gut Überwindenden tragen: Himmel und Erde, schützt uns vor Unheil [Anm.: yajña hier 'Weihehandlung'].
Wenn wir gegen Götter irgendein Vergehen begangen haben, oder gegen einen Freund oder immer wieder gegen den Herrn des Geschlechts: / dieses Gebet möge Abtragung für diese werden. Himmel und Erde, schützt uns vor Unheil.
Beide Männerfreundliche mögen mich mit Lobpreis fördern, beide mögen mit Hilfe und Beistand zu mir kommen; / viel dem noch besseren Geber [und] Gönner: an Labung uns erfreuend, möchten wir [uns] stärken, ihr Götter [?].
Die Wahrheit habe ich für den Himmel, für die Erde als Erstes zum Hörenlassen ausgesprochen, ich, der Kluge. / Sie mögen [uns] vor Tadel, vor Unheil in der Not behüten: Vater und Mutter mögen mit ihren Hilfen schützen.
Dies soll wahr sein, Himmel und Erde, Vater, Mutter, was ich hier zu euch spreche. / Seid den Göttern die Nächsten mit euren Hilfen. Mögen wir Labung, Gehege [und] rasch strömende Spende erlangen [?].