Preislied an Indra: Ruf zum Soma, Öffnung der Ströme und des Felsschatzes, Burgenzerstörung für Divodāsa. Vers 7 hat im PP einen verstümmelten Anfang; Vers 9 ist ein Rätselvers (Sonnenrad, Uśanā) und bleibt unsicher.
Komm herbei, Indra, zu uns aus der Ferne – wie dieser [Herr?] [?] zu den Versammlungen, der wahre Herr, wie ein König heim, der wahre Herr. Wir rufen dich, wir mit Labungen, beim Somapressen zugleich – wie Söhne einen Vater, zur Gewinnung der Beute, den Freigebigsten, zur Gewinnung der Beute. [Anm.: na ayam accha in Zeile 1 unsicher.]
pibā somamindra suvānamadribhiḥ kośena siktamavataṃ navaṃsagastātṛṣāṇo na vaṃsagaḥ | madāya haryataya te tuviṣṭamāya dhāyase / ā tvā yachantu harito na sūryamahāviśveva sūryam
Trink den Soma, Indra, den mit Steinen gepressten, aus dem Eimer gegossen, wie ein Stier den Brunnen, wie ein durstiger Stier – zum Rausch, dem begehrten, dir, dem Mächtigsten, zur Erquickung. Die Falben sollen dich herbringen, wie sie die Sonne [bringen], an allen Tagen die Sonne.
Er fand den vom Himmel [her] in der Höhle verborgenen Schatz, wie den Keim eines Vogels eingehüllt im Stein, im unendlichen Stein. Der Keulenträger, den Pferch wie einen der Rinder gewinnen wollend, der Aṅgirasenhafteste, deckte die Labungen auf – Indra die umschlossenen Türen der Labungen.
Indra, den Keil in beiden Händen festhaltend, schärfte [ihn] wie ein kṣadma [?], scharf, zum Schleudern, schärfte ihn zur Schlangentötung; mit Kraft, mit Stärken, mit Macht sich [umhüllend/rüstend] [?], Indra, haust du nieder wie ein Zimmermann den Baum, [die Bäume] der Wälder [?], wie mit der Axt haust du nieder.
Du hast mühelos die Flüsse, Indra, zum Fließen hin zum Meer losgelassen, wie Wagen von Wettfahrern, wie Wagen. Von hier [aus] schirrten sich die Hilfen [oder: Ströme] an, [mit] einem gemeinsamen unerschöpflichen Ziel, wie Milchkühe für Manu, allspendend, für den Menschen, allspendend.
Diese Rede haben dir die Menschen, Güter begehrend, gezimmert wie ein besonnener, kunstfertiger [Handwerker] einen Wagen; zur Gunst haben sie dich [angerufen und ihr] gezimmert. Sie schmücken [dich] wie den edlen, siegreichen [Renner] in den Kämpfen, Seher, wie ein Ross zur Kraft, zur Gewinnung der Schätze, aller Schätze, zur Gewinnung. [Anm.: PP atakṣ iṣuḥ ist Trennfehler für atakṣiṣuḥ.]
[Neunzig Burgen spaltete er, Indra, für Pūru, für Divodāsa – reichlich für den Spender, du Tänzer [?], mit dem Keil für den Spender, du Tänzer.] Dem Atithigva [holte er] den Śambara vom Berg herab, der Gewaltige; große Schätze schenkend mit Kraft, alle Schätze mit Kraft. [Anm.: Der PP ist hier am Anfang verstümmelt (nur ab iti erhalten); die Übersetzung der ersten Hälfte richtet sich nach dem Saṃhitā-Text.]
Wort für Wort
iti
iti (Rest eines abgebrochenen PP-Anfangs; verderbt) [?]
Indra förderte in den Kämpfen den verehrenden Ārya, der Hundertfach-Helfer in allen Wettläufen, in den Wettläufen um das Licht; für Manu, die Gesetzlosen zurechtweisend, unterwarf er die schwarze Haut [Anm.: wohl die so Bezeichneten]. Wie brennend verbrennt er alles Ausgedörrte; den Schmäher verbrennt er nieder [?].
Der Sonnengleiche/Die Sonne [?] – geboren riss er mit Kraft das Rad heraus; beim Vorrücken raubt der Rötliche die Stimme, der Gebietende raubt sie hin [?]. Als Uśanā aus der Ferne zur Hilfe kam, Seher [?], [bringt er] alle Gunsterweise wie Manu, der Rasche, wie an allen Tagen der Rasche. [Anm.: Vers dunkel; wohl Anspielung auf den Mythos vom Sonnenrad (Etaśa/Sūrya); die Deutung bleibt spekulativ.]
sa no navyebhirvṛṣakarmannukthaiḥ purāṃ dartaḥ pāyubhiḥpāhi śagmaiḥ / divodāsebhirindra stavāno vāvṛdhīthā ahobhiriva dyauḥ
Du, Stier-Täter, Zerreißer der Burgen, schütze uns mit neuen Preisliedern, mit Schützern, mit Hilfen. Von den Divodāsas gepriesen, Indra, bist du gewachsen wie der Himmel durch die Tage.