Kapitel 190: ṛgvede 1.190 · anarvāṇaṃ vṛṣabhaṃ mandrajihvaṃ bṛhaspatiṃ vardhayā navyamarkaiḥ
Preis des Bṛhaspati, des Bullen unter den Göttern
Lobpreis auf Bṛhaspati als kraftvollen, gerechten Gott, der die Frommen belohnt und die Übeltäter straft. Der Text ist stellenweise sehr dunkel (bes. 1.190.2 añjaḥ/varāṃsi, 1.190.6), Deutungen dort unsicher.
Den Unbezwingbaren [?], den Bullen, den mit angenehmer Zunge, Bṛhaspati, den Neuen [Preiswürdigen], stärke mit Preisliedern: der Sänger, dessen [Wort] hell die Götter und Sterblichen hören, wenn er gepriesen wird [?]. [Anm.: Satzbau des zweiten Halbverses unsicher; gāthānyaḥ = ‚Lieder-Führer/Sänger‘ vermutet.]
tam ṛtviyā upa vācaḥ sacante sargo na yo devayatāmasarji / bṛhaspatiḥ sa hyañjo varāṃsi vibhvābhavat sam ṛte mātariśvā
Ihm folgen die zeitgerechten Reden, [er,] der wie ein Erguss von den Göttereifrigen entlassen wurde. Bṛhaspati, er, ja er [?] wurde die Räume [?] durchdringend, [ ] ohne [?] Mātariśvan. [Anm.: sehr dunkel; añjaḥ, varāṃsi und sam ṛte nicht sicher aufzulösen.]
upastutiṃ namasa udyatiṃ ca ślokaṃ yaṃsat saviteva pra bāhū / asya kratvāhanyo yo asti mṛgo na bhīmo arakṣasastuviṣmān
Preisrede, Erhebung der Verehrung und Ruf soll er [uns] reichen, wie Savitṛ die Arme ausstreckt. Wessen Geisteskraft unangreifbar ist, der ist wie ein Raubtier furchterregend, kraftvoll, [ohne Dämon] [?].
asya śloko divīyate pṛthivyāmatyo na yaṃsad yakṣabhṛd vicetāḥ / mṛgāṇāṃ na hetayo yanti cemā bṛhaspaterahimāyānabhi dyūn
Sein Ruf wird im Himmel [und] auf der Erde vernommen; wie ein Renner hält er das Wunderwesen [Wunder] tragend, mit Einsicht [?] zusammen. Wie die Geschosse der Raubtiere gehen diese [Geschosse] Bṛhaspatis gegen die Schlangenzauberer, Tag für Tag [?].
ye tvā devosrikaṃ manyamānāḥ pāpā bhadramupajīvanti pajrāḥ / na dūḍhye anu dadāsi vāmaṃ bṛhaspate cayasa it piyārum
Die, die dich, Gott, für ein Nichts [?] halten, die Bösen, Hartnäckigen, die vom Guten [Segen] zehren: dem Übelgesinnten gibst du kein Gut; nur den Schädiger, Bṛhaspati, ahndest du [?]. [Anm.: usrikam unsicher; vielleicht ‚kleiner Lichtstrahl/Kälbchen‘.]
supraituḥ sūyavaso na panthā durniyantuḥ pariprīto na mitraḥ / anarvāṇo abhi ye cakṣate no 'pīvṛtā aporṇuvanto asthuḥ
[Wie] ein Weg für den gut Ausziehenden, wie weidenreich, wie ein allseits Geliebter Freund für den schwer zu Lenkenden [?]: die Unbezwingbaren, die auf uns herabblicken, standen da, [einmal] verhüllt, [dann] aufdeckend [?]. [Anm.: sehr dunkel; Bezug der Vergleiche unsicher.]
saṃ yaṃ stubho 'vanayo na yanti samudraṃ na sravato rodhacakrāḥ / sa vidvānubhayaṃ caṣṭe antarbṛhaspatistara āpaśca gṛdhraḥ
Zu dem die Lobrufe strömen wie Ströme zum Meer, wie die fließenden [Wasser] mit Uferwindungen [?]: der Wissende schaut beide [?] innerhalb; Bṛhaspati, die Kraft [Überfahrt] und die Wasser begehrend [?].
evā mahastuvijātastuviṣmān bṛhaspatirvṛṣabho dhāyi devaḥ / sa na stuto vīravad dhātu gomad vi...
So ist der Große, Vielgeborene [Starkgeborene], Kraftvolle, Bṛhaspati, der Bulle, als Gott eingesetzt worden. Er, von uns gepriesen, möge männerreiche, rinderreiche [Labung] verleihen; mögen wir Labung, Weite [Weideland] und lange Lebensgabe erlangen [?].