Kapitel 73: ṛgvede 1.73 · rayirna yaḥ pitṛvitto vayodhāḥ supraṇītiścikituṣo naśāsuḥ
Agni als Schatz, Gast und Stütze der Menschen
Preislied auf Agni: er ist wie ein Schatz, ein Gast, ein Gott Savitṛ, eine tugendhafte Gattin; er wird von den Männern im Haus unterhalten, von den Kühen des ṛta (Bildrede) und von den Strömen bedrängt; am Ende Bitte um Reichtum, Rosse, Helden und langes Leben. Schwierig: 1.73.8 (sisakṣi), 1.73.9 (Quelltext verderbt/zusammengezogen), 1.73.10 (yamam).
Der wie ein Schatz, vom Vater erworben/ererbt, Lebenskraft schenkt, gut geführt, wie die Weisung eines Kundigen; sanft ruhend, wie ein Gast erfreuend, wie ein Anrufer den Sitz des Verehrers durchdringt/hindurchführt.
Wie der Gott Savitṛ, wahren Gedankens, hütet er durch Geisteskraft alle Bezirke; vielgepriesen, wie eine Gestalt [?] wahr, wie das Selbst/der Lebensatem lieb, war er begehrenswert.
Wort für Wort
devaḥ
Gott (Nom. Sg.)
na
wie
yaḥ
der (Nom. Sg.)
savitā
Savitṛ/Anreger (Nom. Sg.)
satya-manmā
wahren Gedankens (Nom. Sg.)
kratvā
durch Geisteskraft (Instr. Sg.)
ni-pāti
hütet/bewahrt (3. Sg. Präs.)
vṛjanāni
Bezirke/Bereiche (Akk. Pl.)
viśvā
alle (Akk. Pl. n.)
puru-praśastaḥ
vielgepriesen (Nom. Sg.)
amatiḥ
Gestalt/Erscheinung (Nom. Sg.) [?]
na
wie
satyaḥ
wahr (Nom. Sg.)
ātmāiva
wie das Selbst/der Atem (ātmā iva) (Nom. Sg. + Partikel)
devo na yaḥ pṛthivīṃ viśvadhāyā upakṣeti hitamitro na rājā / puraḥsadaḥ śarmasado na vīrā anavadyā patijuṣṭeva nārī
Der wie ein Gott die Erde als Allerhalter bewohnt, wie ein König, dessen Freunde versorgt sind; wie vorn Sitzende, im Schutz Sitzende (Männer), wie Helden, wie eine tadellose, vom Gatten geliebte Frau.
Wort für Wort
devaḥ
Gott (Nom. Sg.)
na
wie
yaḥ
der (Nom. Sg.)
pṛthivīm
Erde (Akk. Sg.)
viśva-dhāyāḥ
allhaltend/Allernährer (Nom. Sg.)
upa-kṣeti
bewohnt/weilt bei (3. Sg. Präs.)
hita-mitraḥ
dessen Freundschaft gesetzt ist/mit versorgten Freunden (Nom. Sg.)
na
wie
rājā
König (Nom. Sg.)
puraḥ-sadaḥ
vorn sitzend (Nom. Pl.)
śarma-sadaḥ
im Schutz sitzend (Nom. Pl.)
na
wie
vīrāḥ
Helden (Nom. Pl.)
anavadyā
tadellos (Nom. Sg. f.)
patijuṣṭāiva
wie eine vom Gatten geliebte (patijuṣṭā iva) (Nom. Sg. f. + Partikel)
Dich, den allezeit Entfachten, Agni, begleiten die Männer im Haus, in den festen Siedlungen. Sie legten viel Herrlichkeit auf ihn; sei allbelebend, Stütze der Schätze.
Mögen die Gabenreichen die Stärkungen erlangen, Agni, mögen die Patrone, ein ganzes Leben schenkend, (sie) erlangen. Mögen wir in den Kämpfen die Beute des Feindes/Herrn gewinnen, einen Anteil bei den Göttern für Ruhm erlangend.
ṛtasya hi dhenavo vāvaśānāḥ smadūdhnīḥ pīpayanta dyubhaktāḥ / parāvataḥ sumatiṃ bhikṣamāṇā vi sindhavaḥ samayā sasruradrim
Des ṛta Milchkühe nämlich, verlangend, mit strotzenden Eutern, vom Himmel zugeteilt, haben (ihn/uns) genährt. Von fern Wohlwollen erbittend, stürzten die Ströme auseinander, hin zum Fels [Anm.: Bildrede; Kühe = wohl Wasser/Milch/Rede des ṛta].
tve agne sumatiṃ bhikṣamāṇā divi śravo dadhire yajñiyāsaḥ / naktā ca cakruruṣasā virūpe kṛṣṇaṃ ca varṇamaruṇaṃ ca saṃ dhuḥ
Bei dir, Agni, Wohlwollen erbittend, legten die Verehrungswürdigen im Himmel Ruhm nieder. Nacht und Uṣas machten sie verschiedengestaltig; die schwarze Farbe und die rote fügten sie zusammen.
yān rāye martān suṣūdo agne te syāma maghavāno vayaṃ ca / chāyeva viśvaṃ bhuvanaṃ sisakṣyāpaprivān rodasī antarikṣam
Welche Sterbliche du, Agni, zum Reichtum angetrieben hast, mögen wir – deine – Gabenreiche sein, auch wir. Wie ein Schatten begleitest du die ganze Welt, der du Himmel, Erde und Luftraum angefüllt hast.
Wort für Wort
yān
welche (Akk. Pl.)
rāye
zum Reichtum (Dat. Sg.)
martān
Sterbliche (Akk. Pl.)
susūdaḥ
hast angetrieben/gefördert (2. Sg. Perf.)
agne
Agni (Vok. Sg.)
te
deine (Nom. Pl. m.)
syāma
mögen wir sein (1. Pl. Opt.)
magha-vānaḥ
gabenreich (Nom. Pl.)
vayam
wir (Nom. Pl.)
ca
auch
chāyāiva
wie ein Schatten (chāyā iva) (Nom. Sg. + Partikel)
arvadbhiragne arvato nṛbhirnṝn vīrairvīrān vanuyāmā tvotāḥ / īśānāsaḥ pitṛvittasya rāyo vi sūrayaḥ śatahimā no aśyuḥ
Mit Rossen, Agni, (gewinnen wir) Rosse, mit Männern Männer, mit Helden Helden mögen wir gewinnen, von dir gefördert; als Herren des vom Vater ererbten Reichtums mögen die Patrone uns hundert Winter (lang) [ihn/uns] erreichen [?] [Anm.: PP-Text verderbt/zusammengezogen: Token 5 enthält mehrere Wörter, 7/8 sind falsch getrennt (rāyaḥ)].
Wort für Wort
arvat-bhiḥ
mit Rossen (Instr. Pl.)
agne
Agni (Vok. Sg.)
arvataḥ
Rosse (Akk. Pl.)
nṛbhiḥ
mit Männern (Instr. Pl.)
nṝn vīrair vīrān vanuyāmā tvotāḥ
[zusammengezogen:] Männer mit Männern, Helden mit Helden, mögen wir gewinnen, von dir gefördert
īśānāsaḥ
Gebieter/Herren (Nom. Pl.)
pitṛ-vittasyar
des vom Vater erworbenen (Gen. Sg.; PP verderbt, r gehört zu 'rāyaḥ')
etā te agna ucathāni vedho juṣṭāni santu manase hṛde ca / śakema rāyaḥ sudhuro yamaṃ te 'dhi śravo devabhaktaṃ dadhānāḥ
Diese deine Sprüche, Agni, du Ordner, sollen dem Sinn und dem Herzen wohlgefällig sein. Mögen wir gut angeschirrte Reichtümer zu lenken vermögen [?], ferner deinen von den Göttern zugeteilten Ruhm erlangen.