Kapitel 159: ṛgvede 1.159 · pra dyāvā yajñaiḥ pṛthivī ṛtāvṛdhā mahī stuṣe vidatheṣu pracetasā
Himmel und Erde, Eltern der Götter; Bitte an Savitṛ
Lied an Himmel und Erde als die großen Eltern, Ordner der Welt und Weber des Kosmos, mit einer Schlussbitte an den Gott Savitṛ (Vers 5). Mehrere Ausdrücke (varīmabhiḥ, bhūma) sind offen.
Himmel und Erde preise ich mit Verehrungen, die beiden Großen, die das Ṛta mehren, die Klugen, in den Versammlungen; die mit den Göttern, die Götter zu Söhnen haben, gut wirkend, hier mit Andacht das Wünschenswerte ausrichten [?].
Und ich denke: der Sinn des unschädlichen Vaters und der Mutter [ist] groß, eigenmächtig; das [rufen wir an] mit unseren Anrufungen; die samenreichen Eltern haben durch Weiten [?] für die Nachkommenschaft die Erde [?] [und] Unsterbliches weit gemacht. [Anm.: bhūma ,Erde/Fülle‘, varīmabhiḥ unsicher.]
Diese Söhne, gut wirkend, kunstreich, haben die beiden Großen zu Müttern geboren, zu früherem Erkennen [?]; das Wahre des Stehenden und des Beweglichen [ist] in der Satzung; der Sohn behütet den Standort des Nicht-Zwiespältigen [?].
te māyino mamire supracetaso jāmī sayonī mithunā samokasā / navyaṃ-navyaṃ tantumā tanvate divi samudre antaḥ kavayaḥ sudītayaḥ
Die Wunderkundigen, gut Einsichtigen haben gemessen: das Geschwisterpaar aus gleichem Schoß, zusammenwohnend; ein neues und wieder neues Gewebe spannen die Seher, gut Leuchtende, am Himmel, im Meer hinein.
Diese begehrenswerte Gabe des Savitṛ wollen wir heute im Antrieb des Gottes erbitten; Himmel und Erde, mit gutem Sinn gebt uns Reichtum, guthabenreich, hundert Rinder umfassend.
Wort für Wort
tat
diese (Akk. Sg. n.)
rādhaḥ
Gabe (Akk. Sg.)
adya
heute
savituḥ
des Savitṛ (Gen. Sg.)
vareṇyam
begehrenswert (Akk. Sg. n.)
vayam
wir (Nom. Pl.)
devasya
des Gottes (Gen. Sg.)
pra-save
im Antrieb (Lok. Sg.)
manāmahe
wir wünschen, erbitten (1. Pl. Med.)
asmabhyam
uns (Dat. Pl.)
dyāvāpṛthivī iti
Himmel und Erde (Vok. Du.)
su-cetunā
mit gutem Sinn, gut erkennend (Instr. Sg. / Nom. Du.)