Kapitel 88: ṛgvede 1.88 · ā vidyunmadbhirmarutaḥ svarkai rathebhiryāta ṛṣṭimadbhiraśvaparṇaiḥ
Anruf an die Marut: Wagen, Schmuck und Gotamas Brunnen
Einladung der Marut auf ihren blitzenden Wagen, Schilderung ihrer Rosse und ihres Schmucks, Rückverweis auf Gotamas Quellenwerk. Die Verse 4 bis 6 sind lexikalisch schwierig (ahāni, vārkāryām, sasvaḥ, varāhūn, astobhayat).
ā vidyunmadbhirmarutaḥ svarkai rathebhiryāta ṛṣṭimadbhiraśvaparṇaiḥ / ā varṣiṣṭhayā na iṣā vayo na paptatā sumāyāḥ
Kommt her, Marut, mit blitzbegabten Wagen, mit schönem Lied(glanz), mit Speeren, mit Rossflügeln; mit reichlichster Labung fliegt zu uns wie Vögel herbei, ihr Klugen (Zauberkundigen).
te 'ruṇebhirvaramā piśaṅgaiḥ śubhe kaṃ yānti rathatūrbhiraśvaiḥ / rukmo na citraḥ svadhitīvān pavyā rathasya jaṅghananta bhūma
Sie fahren mit rötlichen, rotbraunen Rossen, wagenschnellen, zum Besten hin, zur Zier. Wie ein Schmuck bunt, mit Beil versehen: die Radfelgen des Wagens stampfen die Erde.
śriye kaṃ vo adhi tanūṣu vāśīrmedhā vanā na kṛṇavanta ūrdhvā / yuṣmabhyaṃ kaṃ marutaḥ sujātāstuvidyumnāso dhanayante adrim
Zum Glanz tragen sie auf euren Leibern Äxte; sie machen die Weisheiten (Weihegaben) [?] wie Wälder aufrecht. Für euch, Marut, Edelgeborene, lassen die stark Glänzenden den Stein (Pressstein/Berg) [?] Beute erlaufen.
Wort für Wort
śriye
zum Glanz (Dat. Sg.)
kam
wahrlich (Partikel)
vaḥ
euch (Gen. Pl.)
adhi
auf (Präp.)
tanūṣu
auf den Leibern (Lok. Pl.)
vāśīḥ
Äxte (Nom./Akk. Pl.)
medhā
Weisheiten, Weihegaben (Akk. Pl.) [?]
vanā
Wälder (Akk. Pl.)
na
wie
kṛṇavante
sie machen (3. Pl. Med.)
ūrdhvā
aufrecht (Akk. Pl.)
yuṣmabhyam
für euch (Dat. Pl.)
kam
wahrlich (Partikel)
marutaḥ
Marut (Vok. Pl.)
su-jātāḥ
edelgeboren (Vok. Pl.)
tuvi-dyumnāsaḥ
von starkem Glanz (Nom. Pl.)
dhanayante
sie lassen Preis erlaufen (3. Pl. Denom. Med.) [?]
Tage lang [?] sind Gierige zu euch herumgekommen, zu dieser Erbauung (diesem Gedanken) und zur göttlichen [?]. Die Gotamas, ein Brahma-Gebet mit Sängen machend, stießen den Quellenbehälter aufwärts, um zu trinken. [Anm.: ahāni und vārkāryām unsicher.]
etat tyan na yojanamaceti sasvarha yan maruto gotamo vaḥ / paśyan hiraṇyacakrānayodaṃṣṭrān vidhāvato varāhūn
Dies da ist wie ein Gespann bemerkt worden [?], heimlich, als Gotama euch, Marut, sah: die mit goldenen Rädern, mit eisernen Hauern, davonstürmenden Eber [?]. [Anm.: Wortsinn von sasvaḥ, yojana und varāhu unsicher; die 'Eber' sind wohl Bildrede für die Marut, plausibel.]
eṣā syā vo maruto 'nubhartrī prati ṣṭobhati vāghato na vāṇī / astobhayad vṛthāsāmanu svadhāṃ gabhastyoḥ
Diese da, ihr Marut, ist eure Nachträgerin (Begleiterin); sie stimmt entgegen wie die Stimme des Weihepriesters. Er hat sie ungehindert stützen (verstummen?) lassen [?] nach ihrer Gewohnheit in den Händen. [Anm.: astobhayat und der Schluss unklar.]
Wort für Wort
eṣā
diese (Nom. Sg. f.)
syā
jene (Nom. Sg. f.)
vaḥ
euch (Gen. Pl.)
marutaḥ
Marut (Vok. Pl.)
anu-bhartrī
Nachträgerin, Begleiterin (Nom. Sg. f.)
prati
entgegen (Präverb)
stobhati
sie tönt (3. Sg.)
vāghataḥ
des Opferpriesters, Priester (Gen. Sg./Nom. Pl.) [?]