Kapitel 65: ṛgvede 1.65 · paśvā na tāyuṃ guhā catantaṃ namo yujānaṃ namo vahantam
Agni, der verborgene Sohn der Ordnung
Agni-Lied. Die Quelle teilt den Text in Halbverse (die Verse 1.65.1–10 entsprechen den Padapāṭha-Halbzeilen); die Übersetzung folgt dem Padapāṭha der jeweiligen Nummer, die Saṃhitā-Zeilen 1–5 der Quelle fassen je zwei Halbverse zusammen. Bild- und Vergleichsreihen; einzelne Wörter (pariṣṭi, panvā, ibhya) unsicher.
paśvā na tāyuṃ guhā catantaṃ namo yujānaṃ namo vahantam / sajoṣā dhīrāḥ padairanu gmannupa tvā sīdan viśveyajatrāḥ
Wie einen Dieb [durch das Vieh aufgespürt], den in der Verborgenheit sich Verbergenden, der Verneigung anschirrt, Verneigung trägt [Anm.: namas ‚Verneigung, Huldigung‘; Halbvers, Fortsetzung in 1.65.2].
ṛtasya devā anu vratā gurbhuvat pariṣṭirdyaurna bhūma / vardhantīmāpaḥ panvā suśiśvim ṛtasya yonā garbhe sujātam [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: sajoṣāḥ dhīrāḥ padaiḥ anu gman upa tvā sīdan viśve yajatrāḥ]
Einträchtig sind die Weisen den Fußspuren nachgegangen; zu dir setzten sich alle Verehrungswürdigen [Götter?].
puṣṭirna raṇvā kṣitirna pṛthivī girirna bhujma kṣodo na śambhu / atyo nājman sargaprataktaḥ sindhurna kṣodaḥ ka īṃ varāte [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: ṛtasya devāḥ anu vratā guḥ bhuvat pariṣṭiḥ dyauḥ na bhūma]
Der Ordnung (ṛta) [zu]folge gingen die Götter ihren Satzungen nach; die Umgebung [Aufwartung, pariṣṭi] war wie Himmel [und] Erde [?].
jāmiḥ sindhūnāṃ bhrāteva svasrāmibhyān na rājā vanānyatti / yad vātajūto vanā vyasthādagnirha dāti romā pṛthivyāḥ [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: vardhanti īm āpaḥ panvā su-śiśvim ṛtasya yonā garbhe su-jātam]
Die Wasser lassen ihn mit Bewunderung [?] wachsen, das schöne Kind, im Schoß der Ordnung (ṛta), in der Frucht [Leibesfrucht] gut geboren.
śvasityapsu haṃso na sīdan kratvā cetiṣṭho viśāmuṣarbhut / somo na vedhā ṛtaprajātaḥ paśurna śiśvā vibhurdūrebhāḥ [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: puṣṭiḥ na raṇvā kṣitiḥ na pṛthvī giriḥ na bhujma kṣodaḥ na śam-bhu]
Wie Gedeihen erfreulich, wie eine Wohnstatt weit, wie ein Berg nutzbringend [?], wie eine Flut wohltuend.
atyaḥ na ajman sargaprataktaḥ sindhuḥ na kṣodaḥ kaḥ im varāte [Anm.: Saṃhitā-Text in der Quelle nicht vorhanden; aus dem Padapāṭha ohne Sandhi wiedergegeben]
Wie ein Ross auf der Fahrt, im Lauf losgetrieben, wie ein Strom in Flut: wer hält ihn zurück?
jāmiḥ sindhūnām bhrātāiva svasrām ibhyān na rājā vanāni atti [Anm.: Saṃhitā-Text in der Quelle nicht vorhanden; aus dem Padapāṭha ohne Sandhi wiedergegeben]
Verwandter der Ströme, wie ein Bruder der Schwestern; wie ein König die Begüterten [?] frisst er die Wälder.
yat vātajūtaḥ vanā vi asthāt agniḥ ha dāti roma pṛthivyāḥ [Anm.: Saṃhitā-Text in der Quelle nicht vorhanden; aus dem Padapāṭha ohne Sandhi wiedergegeben]
Wenn er, vom Wind getrieben, sich durch die Wälder ausbreitet, schert Agni fürwahr das Haar der Erde [Anm.: Bild: Pflanzenwuchs als Haar].
śvasiti apsu haṃsaḥ na sīdan kratvā cetiṣṭhaḥ viśām uṣaḥbhut [Anm.: Saṃhitā-Text in der Quelle nicht vorhanden; aus dem Padapāṭha ohne Sandhi wiedergegeben]
Er schnaubt in den Wassern, wie ein Schwan sich niederlassend; durch Willenskraft am achtsamsten, der Erwachte [mit] der Morgenröte bei den Siedlungen [?].
somaḥ na vedhāḥ ṛtaprajātaḥ paśuḥ na śiśvā vibhuḥ dūrebhāḥ [Anm.: Saṃhitā-Text in der Quelle nicht vorhanden; aus dem Padapāṭha ohne Sandhi wiedergegeben]
Wie Soma ein Ordner, in der Ordnung (ṛta) geboren; wie ein Stück Vieh ein Junges [?], weitreichend, weithin leuchtend.