Kapitel 163: ṛgvede 1.163 · yadakrandaḥ prathamaṃ jāyamāna udyan samudrāduta vā purīṣāt
Preis des Rosses: seine Geburt, seine Bänder und seine Fahrt zu den Göttern
Lobgesang auf das (Opfer-)Ross, das mit Yama, Āditya, Trita, Soma und Varuṇa gleichgesetzt wird; er verbindet Mythos (himmlische Herkunft, dreifache Bindung) mit dem Zug zur Darbringung. Schwierig: purīṣa- (V. 1), sūra- (V. 2), avaḥ/divā (V. 6), silika-madhyama- (V. 10), śṛṅga- (V. 11).
Als du zum ersten Mal wieherst, eben geboren, aus dem Meer aufsteigend oder aus dem Wasser [?]: / des Falken Schwingen, der Antilope Vorderläufe – rühmenswert ist deine große Geburt, Ross.
Von Yama gegeben, schirrte Trita ihn an; Indra bestieg ihn als erster. / Der Gandharva ergriff seinen Zügel; aus der Sonne [?] zimmerten die Vasus das Ross.
asi yamo asyādityo arvannasi trito guhyena vratena / asi somena samayā vipṛkta āhuste trīṇi divi bandhanāni
Du bist Yama, du bist Āditya, Ross; du bist Trita durch verborgene Satzung (vrata). / Du bist mit Soma [?] vermischt; man sagt, dir seien drei Bänder im Himmel.
Wort für Wort
asi
du bist (2. Sg.)
yamaḥ
Yama (Nom. Sg.)
asi
du bist (2. Sg.)
ādityaḥ
Āditya (Nom. Sg.)
arvan
Ross (Vok. Sg.)
asi
du bist (2. Sg.)
tritaḥ
Trita (Nom. Sg.)
guhena
durch verborgene (Instr. Sg.; Token verderbt, sinngemäß guhyena)
trīṇi ta āhurdivi bandhanāni trīṇyapsu trīṇyantaḥ samudre / uteva me varuṇaścantsyarvan yatrā ta āhuḥ paramaṃ janitram
Drei Bänder, sagt man, hast du im Himmel, drei in den Wassern, drei im Innern des Meeres. / Und mir erscheinst du gleichsam als Varuṇa [?], Ross, dort, wo man deine höchste Geburtsstätte nennt.
imā te vājinnavamārjanānīmā śaphānāṃ saniturnidhānā / atrā te bhadrā raśanā apaśyam ṛtasya yā abhirakṣantigopāḥ
Dies sind deine Abwaschungen, Sieger, dies die Ablagen der Hufe des Gewinners; / hier sah ich deine glückbringenden Zügel, die die Hüter der Ordnung (ṛta) bewahren.
Dein Selbst erkannte ich von fern mit dem Geist, wie es unten [?] am Himmel dahinfliegt, als Flieger. / Dein Haupt sah ich auf gut gangbaren, staublosen Wegen dahinstürmend, das Geflügelte [?].
atrā te rūpamuttamamapaśyaṃ jigīṣamāṇamiṣa ā padegoḥ / yadā te marto anu bhogamānaḷ ādid grasiṣṭha oṣadhīrajīgaḥ
Hier sah ich deine höchste Gestalt, nach Labung [?] strebend, im Standort der Kuh [?]. / Als der Sterbliche dir zu (deinem) Genuss gelangte, da erst fraßest du gierig; die Kräuter verschlangst du. [Anm.: ‚iṣa ā pade goḥ‘ unsicher.]
anu tvā ratho anu maryo arvannanu gāvo 'nu bhagaḥ kanīnām / anu vrātāsastava sakhyamīyuranu devā mamire vīryaṃ te
Dir folgt der Wagen, dir folgt der Mann, Ross; dir folgen die Rinder, dir folgt die Gunst der Mädchen. / Dir nach suchten die Scharen deine Freundschaft; dir nach maßen die Götter deine Heldenkraft [?].
hiraṇyaśṛṅgo 'yo asya pādā manojavā avara indra āsīt / devā idasya haviradyamāyan yo arvantaṃ prathamo adhyatiṣṭhat
Goldgehörnt, seine Füße aus Eisen [?], gedankenschnell: Indra stand ihm nach. / Die Götter kamen eben zu seiner Speisegabe – (dem,) der als Erster das Ross bestieg [?].
Mit Armen/Vorderbeinen als Enden [?], mit ‚silika‘-Mitte [?], zusammen, die kräftigen [?], himmlischen Renner: / wie Schwäne streben sie in Reihen, wenn die Rosse die himmlische Bahn erreicht haben [?]. [Anm.: īrma-anta- und silika-madhyama- unsicher, vielleicht ‚Enden der Vorderbeine‘ und ‚glatte/schlanke Mitte‘.]
Dein Leib ist flugtüchtig, Ross; dein Sinn ist wie der Wind, sausend [?]. / Deine Spitzen, weit verteilt, regen sich zuckend an vielen Orten in den Wildnissen [?]. [Anm.: śṛṅgāṇi wohl ‚Hörner/Spitzen‘, Bildrede ungewiss.]
Hin zur Schlachtstätte [?] ist das Ross, der Renner, gegangen, mit dem zu den Göttern gerichteten Sinn nachsinnend. / Der Bock wird vorangeführt, sein Nabel [Verwandter?]; hinterher gehen die Dichter, die Sänger.
upa prāgāt paramaṃ yat sadhasthamarvānachā pitaraṃ mātaraṃ ca / adyā devāñ juṣṭatamo hi gamyā athā śāste dāśuṣe vāryāṇi
Hin ist das Ross zum höchsten, gemeinsamen Sitz gegangen, zu Vater und Mutter. / Heute mögest du als der den Göttern Liebste zu den Göttern gelangen; dann erbittet er für den Spender Kostbares [?].