Kapitel 34: ṛgvede 1.34 · triś cin no adyā bhavataṃ navedasā vibhur vāṃ yāma uta rātir aśvinā |
Anruf an die Aśvin mit dem Kehrwort ‚dreimal‘
Jeder Vers ruft die Aśvin mit dem Zahlwort triḥ/tri- an (dreimal, dreifach, drei Räder, drei Ströme). Vers 6 ist im Padapāṭha verderbt (nur »iti«), daher aus dem Saṃhitā-Text übersetzt und nur ein Glossen-Token. Mehrere Ausdrücke (vartiḥ, venām, himyā, pravā, tisraḥ in 7) bleiben unsicher.
Dreimal heute seid uns doch zugegen, ihr Kundigen [navedasā ?]; weitreichend ist eure Fahrt und eure Gabe, Aśvin. / Denn euer Halt [yantra: Zügel/Schutz ?] ist wie [der Schutz] des Gewandes gegen Kälte [himyā ?]; werdet erreichbar [abhyāyaṃsenya ?] durch die Weisen. [Anm.: himyā und abhyāyaṃsenyā unsicher.]
trayaḥ pavayo madhuvāhane rathe somasya venām anu viśva id viduḥ | / traya skambhāsa skabhitāsa ārabhe trir naktaṃ yāthas trir v aśvinā divā ||
Drei Radkränze [pavayaḥ] hat der honigführende Wagen; nach Somas Sehnen [venā ?] wissen es alle. / Drei Stützen sind zum Festhalten aufgerichtet; dreimal bei Nacht fahrt ihr, dreimal, Aśvin, bei Tag.
Wort für Wort
trayaḥ
drei (Nom.)
pavayaḥ
Radkränze/Felgen (Nom. Pl.)
madhu-vāhena
honigführend (Lok. Sg.; PP -vāhena verderbt für -vāhane)
rathe
am Wagen (Lok. Sg.)
somasya
des Soma (Gen. Sg.)
venām
Sehnen/Verlangen (Akk. Sg.) [?]
anu
gemäß
viśve
alle (Nom. Pl.)
it
eben
viduḥ
sie wissen (3. Pl. Perf.)
trayaḥ
drei (Nom.)
skambhāsaḥ
Stützen (Nom. Pl.)
skamitāsaḥ
aufgerichtet/gestützt (Nom. Pl.; PP skamitāsaḥ verderbt für skabhitāsaḥ)
Am selben Tag dreimal, ihr Tadel Verbergenden [avadya-gohanā ?], dreimal heute benetzt die Verehrungs-Weihehandlung mit Süßem. / Dreimal kraftvolle Labungen, Aśvin, lasst ihr beide für uns anschwellen, abends und in den Morgenröten.
Dreimal fahrt die Runde [vartiḥ ?]; dreimal zum Volk, das eurem Gebot folgt; dreimal helft dem gut zu Fördernden [su-prāvya ?] wie in dreifacher Weise. / Dreimal bringt Erfreuliches [nāndya ?], ihr Aśvin; dreimal Nährkräfte lasst für uns anschwellen wie Ströme [akṣarā-iva ?].
Dreimal führt uns Reichtum herbei, ihr Aśvin; dreimal in der Götterverehrung, dreimal fördert [unsere] Dichtungen; / dreimal Glück, dreimal auch Ruhm für uns; euren dreistöckigen Wagen bestieg die Tochter des Sūra [der Sonne].
trir no aśvinā divyāni bheṣajā triḥ pārthivāni trir u dattam adbhyaḥ | / omānaṃ śaṃyor mamakāya sūnave tridhātu śarma vahataṃ śubhas patī || [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: iti]
Dreimal, Aśvin, [gebt] uns himmlische Heilmittel, dreimal irdische, dreimal auch [die] aus den Wassern. / Schutz und Wohlergehen bringt meinem [oder: Mamakas ?] Nachkommen, dreifachen Schirm, ihr Herren des Glanzes. [Anm.: Nur aus SA übersetzt; PP im Quelltext verderbt (»iti«).]
Wort für Wort
iti
[?] PP-Eintrag verderbt (nur »iti«); Glossierung nicht möglich, Vers nach SA übersetzt
trir no aśvinā yajatā dive-dive pari tridhātu pṛthivīm aśāyatam | / tisro nāsatyā rathyā parāvata ātmeva vātaḥ svasarāṇi gachatam ||
Dreimal, Aśvin, ihr Verehrungswürdigen, Tag für Tag habt ihr die dreifache Erde umlagert [pari aśāyatam ?]; / drei [Male ?], ihr Nāsatya, Wagenlenker, kommt aus der Ferne zu den Wohnstätten wie der Wind, der Hauch [ātman].
Dreimal, Aśvin, [seid ihr] mit den Strömen, die sieben Mütter haben; drei Tränktröge, dreifach ist die Gabe bereitet. / Drei Erden; oberhalb [davon] das Vorwärts [pravā ?] des Himmels; den Himmelsfirst behütet ihr beide, den mit Tagen und Nächten gesetzten. [Anm.: pravā und der Gesamtsinn unsicher.]
kva trī cakrā trivṛto rathasya kva trayo vandhuro ye sanīḷāḥ | / kadā yogo vājino rāsabhasya yena yajñaṃ nāsatyopayāthaḥ ||
Wo sind die drei Räder des dreifach gewundenen Wagens? Wo die drei Sitze [vandhura ?], die zusammengehören? / Wann [ist] das Anschirren des kräftigen Esels, mit dem ihr, Nāsatya, zur Verehrungs-Weihehandlung herankommt?
Kommt her, Nāsatya! Die Gabe wird dargebracht; trinkt vom Süßen mit honigtrinkenden Mündern. / Denn euren Wagen treibt Savitṛ vor der Morgenröte her an, den bunten, schmalzreichen, für die Ordnung [ṛta].
ā no aśvinā trivṛtā rathenārvāñcaṃ rayiṃ vahataṃ suvīram | / śṛṇvantā vām avase johavīmi vṛdhe ca no bhavataṃ vājasātau ||
Kommt zu uns, Aśvin, mit dem dreifach gewundenen Wagen; bringt uns herwärts gewandten Reichtum mit guten Männern. / Als Hörende rufe ich euch beide immer wieder zur Hilfe; und seid zu unserem Gedeihen im Kraftgewinn [vāja-sāti].