Kapitel 138: ṛgvede 1.138 · pra-pra pūṣṇas tuvijātasya śasyate mahitvam asya tavaso na tandate stotram asya na tandate |
Lobpreis und Bitte an Pūṣan
Anruf an Pūṣan als Freund, Wegbegleiter und Beistand bei Wettkämpfen. Unsicher sind ājūṣ/āṅgūṣa (2c) und die Formen in 4d (ati-manye, apa-hnute nach PP).
pra-pra pūṣṇas tuvijātasya śasyate mahitvam asya tavaso na tandate stotram asya na tandate | / arcāmi sumnayann aham antyūtim mayobhuvam | / viśvasya yo mana āyuyuve makho deva āyuyuve makhaḥ ||
Vorwärts, vorwärts wird des Pūṣan, des Vielgeborenen, Größe gepriesen; seiner Kraft wird nicht nachgelassen, seinem Lobgesang wird nicht nachgelassen. / Ich singe ihn an, Wohlwollen begehrend, ihn mit naher Hilfe, den Wohltuenden. / Der bei jedermanns Sinn [?] einkehrt [?], der rüstige Gott kehrt ein, der Rüstige.
Wort für Wort
pra-pra
vorwärts, vorwärts (Präv. verdoppelt)
pūṣṇaḥ
des Pūṣan (Gen. Sg.)
tuvi-jātasya
des Vielgeborenen, des vielfach Entstandenen (Gen. Sg.)
śasyate
wird gepriesen (3. Sg. Pass.)
mahi-tvam
Größe (Akk. Sg. n.)
asya
seine (Gen. Sg.)
tavasaḥ
der Kraft (Gen. Sg.)
na
nicht (Partikel)
tandate
lässt nach (3. Sg. Med.)
stotram
Lobgesang (Nom. Sg. n.)
asya
seiner (Gen. Sg.)
na
nicht (Partikel)
tandate
lässt nach (3. Sg. Med.)
arcāmi
ich singe (1. Sg.)
sumna-yan
Wohlwollen begehrend (Nom. Sg. m.)
aham
ich (Nom. Sg.)
anti-ūtim
dessen Hilfe nahe ist (Akk. Sg. m.)
mayaḥ-bhuvam
Wohltuend (Akk. Sg. m.)
viśvasya
des Ganzen (Gen. Sg.)
yaḥ
jedes (Gen. Sg.)
manaḥ
Sinn, Geist (Akk. Sg. n.)
āyuyuve
hat sich verbunden / kehrt ein (3. Sg. Perf. Med.) [?]
makhaḥ
der Rüstige, Freigebige [?] (Nom. Sg.)
devaḥ
Gott (Nom. Sg.)
āyuyuve
hat sich verbunden / kehrt ein (3. Sg. Perf. Med.) [?]
pra hi tvā pūṣann ajiraṃ na yāmani stomebhiḥ kṛṇva ṛṇavo yathā mṛdha uṣṭro na pīparo mṛdhaḥ | / huve yat tvā mayobhuvaṃ devaṃ sakhyāya martyaḥ | / asmākam āṅgūṣān dyumninas kṛdhi vājeṣu dyumninas kṛdhi ||
Vorwärts, denn dich, Pūṣan, setze ich mit Lobgesängen in Bewegung wie einen Läufer auf der Fahrt; wie ein Angreifer die Kämpfe, wie ein Kamel bringst du (uns) durch die Kämpfe [?]. / Ich rufe dich an, den wohltuenden Gott, zur Freundschaft, ich, der Sterbliche. / Mache uns zu Glänzenden, zu Glänzenden bei den Wettkämpfen. [Anm.: āṅgūṣa in 2c ist unsicher, hier als „Lobpreiser/Ruf“ zu uns gestellt, aber stark spekulativ.]
Pūṣan, in dessen Freundschaft die Eifrigen, ob (auch) durch Geisteskraft (schon) vorhanden, sich mit (deiner) Hilfe Genuss verschafften, sich Genuss verschafften: / dem folgend erbitten wir von dir neuen Reichtum, ein Gespann von Gütern. / Ungezürnt, weithin gepriesen, sei (unser) Genosse, in jedem Wettlauf sei (unser) Genosse.
Wort für Wort
yasya
dessen (Gen. Sg.)
te
deiner (Gen./Dat. Sg.)
pūṣan
Pūṣan (Vok. Sg.)
sakhye
in der Freundschaft (Lok. Sg.)
vipanyavaḥ
die Eifrigen, Bewundernden (Nom. Pl.)
kratvā
durch Geisteskraft (Instr. Sg.)
cit
sogar, auch (cit)
santaḥ
seiend (Nom. Pl. m.)
avasā
mit Hilfe (Instr. Sg.)
bubhujr ire
haben genossen / sich verschafft (3. Pl. Perf. Med.)
asyā ū ṣu ṇa upa sātaye bhuvo 'heḷamāno rarivāṃ ajāśva śravasyatām ajāśva | / o ṣu tvā vavṛtīmahi stomebhir dasma sādhubhiḥ | / nahi tvā pūṣann atimanya āghṛṇe na te sakhyam apahnuve ||
Für diese (Gewinnung) sei uns nun, ungezürnt, gebend, du mit Ziegen als Rossen, zur Gewinnung nahe, für (uns), die Ruhm suchen, du mit Ziegen als Rossen. / Gut wollen wir dich herbeilenken mit trefflichen Lobgesängen, du Wundertäter. / Denn ich verachte dich nicht, Pūṣan, du Glühender; ich verleugne deine Freundschaft nicht.