Kapitel 170: ṛgvede 1.170 · na nūnamasti no śvaḥ kastad veda yadadbhutam
Wechselrede zwischen Indra und Agastya
Gesprächslied: Indra scheint Agastya die Gabe zu verweigern, dieser hält ihm die Freundschaft und die Maruts als Brüder vor; am Ende steht die Aufforderung zur Verständigung mit den Maruts und zur Annahme der Gaben. Die Sprecherzuweisung geht aus dem Text nicht sicher hervor.
na nūnamasti no śvaḥ kastad veda yadadbhutam / anyasyacittamabhi saṃcareṇyamutādhītaṃ vi naśyati
Nicht ist es jetzt, nicht ist es morgen (?) – wer kennt das, was wunderbar ist? Eines anderen Sinn ist ein zusammenzutreffender; und das Bedachte geht auseinander (zugrunde). [Anm.: śvaḥ ‚morgen‘, na nūnam asti no śvaḥ etwa ‚es gibt weder ein Jetzt noch ein Morgen (gesichert)‘; Sinn des Verses in der Wechselrede unsicher.]
Was willst du uns töten, Indra? Deine Brüder sind die Maruts. Mit ihnen füge dich in gutem Sinn; töte uns nicht im Zusammenstoß. [Anm.: sādhuyā Instr. als Adverb ‚auf gute Weise‘.]
kiṃ no bhrātaragastya sakhā sannati manyase / vidmā hi teyathā mano 'smabhyamin na ditsasi
Was denkst du, Bruder Agastya, der du Freund bist, (so) gering von uns? Wir kennen ja deinen Sinn – dass du uns ja nichts geben willst. [Anm.: ati manyase ‚über … hinweg denken, geringschätzen‘ oder ‚übermäßig (von dir) denken‘ – unsicher.]
Genug (bereit) sollen sie die Altarstätte machen, sie sollen vorn Agni entzünden. Dort ist des Unsterblichen Aufmerken; die Weihehandlung wollen wir beide für dich ausspannen. [Anm.: cetana ‚Aufmerken/Wahrnehmen‘; die Formulierung amṛtasya cetanam ist knapp und unsicher; ‚wir beide‘ = Sprecher und Adressat.]
Wort für Wort
aram
genug, bereit (Adv.)
kṛṇvantu
sie sollen machen (3. Pl. Imp.)
vedim
Altarstätte (Akk. Sg.)
sam
zusammen, an (Präverb)
agnim
Agni (Akk. Sg.)
indhatām
sie sollen entzünden (3. Pl. Imp. Med.)
puraḥ
vorn (Adv.)
tatra
dort (Adv.)
amṛtasya
des Unsterblichen (Gen. Sg.)
cetanam
Aufmerken, Wahrnehmung (Nom. Sg.)
yajñam
Verehrungs-Weihehandlung (Akk. Sg.)
te
für dich (Dat. Sg.)
tanavāvahai
wir beide wollen ausspannen, ausbreiten (1. Du. Konj. Med.)
Du gebietest, Herr der Güter, über die Güter; du, Herr der Freunde, bist der beste Halter der Freunde. Indra, verständige dich mit den Maruts; dann genieße zur rechten Zeit die Darbringungen. [Anm.: dheṣṭhaḥ ‚der beste Ordner/Halter‘; sam vadasva ‚sich absprechen‘.]