Kapitel 104: ṛgvede 1.104 · yoniṣ ṭa indra niṣade akāri tamā ni ṣīda svāno nārvā
Kutsas Bitte an Indra um Schutz und Anwesenheit
Ein schwieriges, teils dunkles Lied: Indra soll seinen Sitz einnehmen (1), Kutsas Feinde (Kuyava und seine beiden Frauen, 3–5) werden erwähnt; 6–9 bitten um Schonung, Nahrung und sein Kommen zum Soma. Verse 3–5 sind sachlich und syntaktisch unsicher.
Der Sitz ist dir, Indra, zum Niederlassen gemacht; setz dich auf ihn wie ein tönender Renner. / Löse die Kraft [?], zum Rasten die Rosse, abends und morgens, die Besseren im Zugwerden [?]. [Anm.: Zeile 2 sehr unsicher: vayaḥ „Vogel/Kraft/Speise“, pra-pitve „bei der Ankunft/Zeit der Ankunft“ [?].]
o tye nara indramūtaye gurnū cit tān sadyo adhvano jagamyāt / devāso manyuṃ dāsasya ścamnan te na ā vakṣan suvitāya varṇam
Jene Männer sind zu Indra zur Hilfe gegangen; und doch soll er sie vom Weg alsbald herbeigelangen [?]; / die Götter brachen des Dāsa Zorn; die sollen zu uns die Farbe [Licht?] zum Wohlergehen bringen. [Anm.: varṇa „Farbe, Erscheinung“ [?]; jagamyāt Desiderativ/Opt. „möge kommen“.]
ava tmana bharate ketavedā ava tmanā bharate phenamudan / kṣīreṇa snātaḥ kuyavasya yoṣe hate te syātāṃ pravaṇe śiphāyāḥ
Herab bringt er von selbst, der Zeichenkundige; herab bringt er von selbst den Schaum im Wasser. / Mit Milch gebadet [wird] Kuyavas Frauenpaar: erschlagen sollen die beiden in der Senke der Śiphā sein. [Anm.: sehr unsichere Zeile; Kuyavas „zwei Frauen“ und die Śiphā (Fluss?) mythologisch nicht klar [?].]
Der Nabel des späteren Menschen [?] hat sich verwischt; mit früheren [Hilfen] überwindet und gebietet der Held. / Añjasī, Kuliśī, Vīrapatnī, die Milch antreibend, tragen mit Wassern. [Anm.: Añjasī, Kuliśī, Vīrapatnī sind wohl Flussnamen; uparasya āyoḥ „des Späteren/Unteren Lebendigen“ unsicher [?].]
prati yat syā nīthādarśi dasyoroko nāchā sadanaṃ jānatī gāt / adha smā no maghavañcarkṛtādin mā no magheva niṣṣapī parā dāḥ
Als jene Spur des Dasyu erblickt wurde, ging sie hin wie [zu] einem Heim, das Wohnsitz kennt [?]; / so, Maghavan, [gib uns] nur von dem Wiederholt-Tuenden [?]; gib uns nicht wie Gaben dem Niṣṣapin preis [?]. [Anm.: nīthā „Spur/Weise“; niṣṣapin unklar; carkṛt „oft tuend, hervorragend“ [?].]
sa tvaṃ na indra sūrye so apsvanāgāstva ā bhaja jīvaśaṃse / māntarāṃ bhujamā rīriṣo naḥ śraddhitaṃ te mahata indriyāya
So gib du uns, Indra, an der Sonne, an den Wassern teil, in Schuldlosigkeit, in dem Lob des Lebenden; / verletze uns nicht an der inneren Biegung [?]; dir ist vertraut worden für deine große Indra-Kraft. [Anm.: antarām bhujam „die innere Biegung/den inneren Arm“ [?].]
adhā manye śrat te asmā adhāyi vṛṣā codasva mahate dhanāya / mā no akṛte puruhūta yonāvindra kṣudhyadbhyo vaya āsutiṃ dāḥ
Nun denke ich, dass dir Vertrauen gesetzt ist; du Stier, treibe uns an zu großem Gewinn. / Nicht in der Ungetanen, Vielgerufener, Stätte, Indra, gib den Hungernden Kraft und Labung. [Anm.: akṛte yonau „im Ungemachten Schoß/Ort“ [?]; āsuti „Labung/Trank/Anstoß“.]
mā no vadhīrindra mā parā dā mā naḥ priyā bhojanāni pra moṣīḥ / āṇḍā mā no maghavañchakra nirbhen mā naḥ pātrā bhet sahajānuṣāṇi
Schlag uns nicht, Indra, gib uns nicht preis, raub uns nicht unsere lieben Nahrungen; / die Eier, Maghavan, Śakra, zerbrich nicht heraus, zerbrich nicht die Gefäße, die mit uns geboren sind [?]. [Anm.: sahajānuṣāṇi „zugleich Geborene/Beigeordnete“ [?].]
Komm hierher; man sagt, du liebst den Soma; dieser ist gepresst; trink von ihm zum Rausch; / weit ausgedehnt, ergieß [ihn] in den Bauch, wie ein Vater hör uns an, wenn wir dich rufen. [Anm.: vṛṣasva „ergieß/zeige dich als Stier“, „in den Bauch“ als Trinkbild.]