Kapitel 87: ṛgvede 1.87 · pratvakṣasaḥ pratavaso virapśino 'nānatā avithurā ṛjīṣiṇaḥ
Die Marut, schmuckvoll, ungestüm und schüttelnd
Schilderung der Marut mit Schmuck, Speeren, Wagen und erbebender Erde; am Ende ein Hinweis auf ihre 'verehrungswürdigen Namen' nach Erreichen Indras. Viele Wörter (upahvara, acidhvam, abhīravaḥ, ṛṇayāvā) sind unsicher; in 1.87.1 und 1.87.3 sind PP-Tokens zusammengezogen.
Die voranstürmend Kraftvollen, voraus Starken, Vielbesungenen, Unbeugsamen, Unerschütterlichen, Geradezielenden [?], die Willkommensten, die Männlichsten: mit Schmuckstücken haben sie sich herausgeputzt, manche wie Lichtkühe (Morgenröten) mit Sternen [?].
Wort für Wort
pra-tvakṣasaḥ
vorwärts stürmend (Nom. Pl.)
pra-tavasaḥ
voraus stark (Nom. Pl.)
vi-rapśinaḥ
vielbesungen, wortreich (Nom. Pl.)
anānatāḥ
unbeugsam (Nom. Pl.)
avithurāḥ
unerschütterlich (Nom. Pl.)
ṛjīṣ iṇaḥ
geradeaus zielend (Nom. Pl.) [?]
juṣṭa-tamāsaḥ
am willkommensten (Nom. Pl.)
nṛ-tamāsaḥ
am männlichsten (Nom. Pl.)
añji-bhiḥ
mit Schmuckstücken (Instr. Pl.)
vi
auseinander, ganz (Präverb)
ānajre
sie haben sich geschmückt (3. Pl. Perf. Med.)
ke
welche, manche (Nom. Pl.)
cit
gar, irgendwie (Partikel)
usrāivastṛbhiḥ
wie Lichtkühe mit Sternen [Token zusammengezogen: usrā iva stṛbhiḥ; ?]
Wenn ihr in den Krümmungen (Winkeln) den Eilenden gesammelt habt [?], Marut, wie Vögel auf irgendeinem Weg – es tropfen die Eimer (Fässer) an euren Wagen; besprengt ist das Schmalz, honigfarben, für den Singenden. [Anm.: upahvara 'Krümmung/Winkel', acidhvam von √ci; Deutung unsicher.]
Wort für Wort
upa-hvareṣu
in den Winkeln, Krümmungen (Lok. Pl.)
yat
wenn
acidhvam
ihr habt gesammelt, aufgeschichtet (2. Pl. Aor. Med.) [?]
praiṣāmajmeṣu vithureva rejate bhūmiryāmeṣu yad dha yuñjate śubhe / te krīḷayo dhunayo bhrājadṛṣṭayaḥ svayaṃ mahitvaṃ panayanta dhūtayaḥ
Bei ihren Vorstößen bebt die Erde hervor wie eine Wankende, wenn sie sich auf den Fahrten zur Zier anschirren. Sie, die Spielenden, Schüttelnden, mit glänzenden Speeren, die Schüttler, bewundern selbst ihre Größe [?].
Wort für Wort
pra
hervor (Präverb)
eṣām
ihrer (Gen. Pl.)
ajmeṣu
bei den Vorstößen (Lok. Pl.)
vithurāiva
wie eine Wankende (Nom. Sg. f. + iva) [Token zusammengezogen]
sa hi svasṛt pṛṣadaśvo yuvā gaṇo 'yā īśānastaviṣībhirāvṛtaḥ / asi satya ṛṇayāvānedyo 'syā dhiyaḥ prāvitāthā vṛṣā gaṇaḥ
Denn du bist diese Schar: von selbst gehend, mit gesprenkelten Rossen, jugendlich, herrschend [?], von Kräften umgeben, wahrhaftig, Schulden ... [?] überwindend, untadelig; dieses Gedankens Förderer, du, die stiergleiche Schar. [Anm.: ṛṇayāvā unsicher ('Schuld abtreibend / Schulden begleichend'); ayā īśānaḥ unklar.]
Wir sprechen von der Geburt des alten Vaters; die Zunge des Soma geht hervor durch den Blick [?]. Als sie, die Singenden, Indra durch Werk [?] erreicht hatten, da erst nahmen sie verehrungswürdige Namen an. [Anm.: Namensverleihung nach Indra-Bezug, plausibel; śami 'Werk' unsicher.]
śriyase kaṃ bhānubhiḥ saṃ mimikṣire te raśmibhista ṛkvabhiḥ sukhādayaḥ / te vāśīmanta iṣmiṇo abhīravo vidre priyasya mārutasya dhāmnaḥ
Zum Glanz haben sie sich mit Strahlen vermengt, mit Strahlenseilen, mit Singenden; sie, gut geschmückt (mit schönen Spangen) [?], mit Äxten versehen, ungestüm, kühn [?], haben den lieben Wesensbereich der Marut erlangt. [Anm.: abhīravaḥ unsicher.]