Kapitel 76: ṛgvede 1.76 · kā ta upetirmanaso varāya bhuvadagne śantamā kā manīṣā
Fragen an Agni: wie ihn recht verehren?
Das Lied beginnt mit vier Fragen (wie nähern wir uns dir, welche Eingebung, wer erreicht deine Kraft, mit welchem Sinn dienen wir?) und führt dann zu Bitte um Beistand, Vertreibung der Schädlinge, Herbeibringen des Soma-Herrn (Indra?) und Verehrung der Götter. Schwierig: 1.76.4 (vahniḥ āsā ā huve), 1.76.5 (manuṣaḥ).
kā ta upetirmanaso varāya bhuvadagne śantamā kā manīṣā / ko vā yajñaiḥ pari dakṣaṃ ta āpa kena vā te manasādāśema
Welche Annäherung an dich, dem Sinn nach zum Wunsch, wird die heilsamste sein, Agni, welche Eingebung? Oder wer hat durch Weihehandlungen deine Geschicklichkeit erreicht? Oder mit welchem Sinn sollen wir dir dienen?
ehyagna iha hotā ni ṣīdādabdhaḥ su puraetā bhavā naḥ / avatāṃ tvā rodasī viśvaminve yajā mahe saumanasāya devān
Komm herbei, Agni, setz dich hier als Anrufer nieder; unbezwungen, sei uns ein guter Vorangeher. Dich sollen die beiden Welten, die alles Bewegenden, fördern; verehre die Götter für große Wohlgesinntheit.
pra su viśvān rakṣaso dhakṣyagne bhavā yajñānāmabhiśastipāvā / athā vaha somapatiṃ haribhyāmātithyamasmai cakṛmā sudāvne
Verbrenne wohl alle Schädlinge, Agni; sei der Weihehandlungen Beschützer vor Anfeindung. Dann fahre den Somaherrn mit den beiden Falben herbei; Gastfreundschaft haben wir diesem Freigebigen bereitet.
prajāvatā vacasā vahnirāsā ca huve ni ca satsīha devaiḥ / veṣi hotramuta potraṃ yajatra bodhi prayantarjanitarvasūnām
Mit nachkommenreichem Wort, mit dem Mund, rufe ich dich, den Beförderer, herbei; und setze dich hier mit den Göttern nieder. Du gehst zum Anrufer- und zum Reiniger-Amt, Verehrungswürdiger; achte darauf, du Geber und Erzeuger der Güter [Anm.: vahniḥ steht im Nominativ; Bezug unsicher].
Wie du für den weisen Manu mit Gaben die Götter verehrtest, mit den Sehern selbst ein Seher, so verehre heute, Anrufer, Wahrhaftigster, Agni, mit der erfreuenden Zunge/dem Löffel.