Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 1

Kapitel 164: ṛgvede 1.164 · asya vāmasya palitasya hotustasya bhrātā madhyamo astyaśnaḥ Rätsellied vom Rad, den Vögeln und der Rede

Langes Rätsel- und Weisheitslied (Ṛṣi-Dichtung im Frage-Antwort-Stil) über Jahres-Rad, Sonne, Feuer, Wasser, Rede und den Ursprung von Welt und Ritual. Vieles ist absichtlich mehrdeutig; angesetzte Ebenen (kosmisch, rituell, sprachlich) sind bei den einzelnen Versen als [Anm.] mit Belegstärke vermerkt, die zahlreichen Zahlenangaben (7, 12, 360, 720) verweisen plausibel auf Kalender und Ritual. Die Verse 1.164.48 und 1.164.49 haben verderbten Padapāṭha.

asya vāmasya palitasya hotustasya bhrātā madhyamo astyaśnaḥ / tṛtīyo bhrātā ghṛtapṛṣṭho asyātrāpaśyaṃ viśpatiṃ saptaputram

Von diesem lieben, altersgrauen Rufer (hotṛ) – dessen mittlerer Bruder ist der Verzehrende; sein dritter Bruder ist der mit dem Schmalz auf dem Rücken. Hier sah ich den Clanherrn mit den sieben Söhnen. [Anm.: Rätsellied. Der Rufer ist kosmisch-mythologisch wohl Agni bzw. die Sonne; die drei Brüder als Feuer-/Sonnen-Erscheinungsformen (plausibel), rein rituell auf Feuer/Schmalz lesbar (plausibel); keine Auflösung im Text.]

Wort für Wort
asya
dieses (Gen. Sg.)
vāmasya
lieben, begehrenswerten (Gen. Sg.)
palitasya
altersgrauen (Gen. Sg.)
hotuḥ
Rufers/Anrufers (Gen. Sg.)
tasya
dessen (Gen. Sg.)
bhrātā
Bruder (Nom. Sg.)
madhyamaḥ
mittlerer (Nom. Sg.)
asti
ist (3. Sg.)
aśnaḥ
verzehrend, gefräßig (Nom. Sg.)
tṛtīyaḥ
dritter (Nom. Sg.)
bhrātā
Bruder (Nom. Sg.)
ghṛta-pṛṣṭhaḥ
Schmalz-Rücken habend, mit Schmalz auf dem Rücken (Nom. Sg.)
asya
dessen/dieses (Gen. Sg.)
atra
hier
apasyam
ich sah (1. Sg. Impf.)
viśpatim
Clanherrn (Akk. Sg.)
sapta-putram
sieben Söhne habend (Akk. Sg.)

sapta yuñjanti rathamekacakrameko aśvo vahati saptanāmā / trinābhi cakramajaramanarvaṃ yatremā viśvā bhuvanādhitasthuḥ

Sieben schirren den einrädrigen Wagen an; ein Ross zieht, das sieben Namen hat. Das dreinabige Rad, unalternd, unhemmbar, auf dem alle diese Wesen/Welten stehen.

Wort für Wort
sapta
sieben (Nom. Pl.)
yuñjanti
sie schirren an (3. Pl.)
ratham
Wagen (Akk. Sg.)
eka-cakram
ein-rädrig (Akk. Sg.)
ekaḥ
ein (Nom. Sg.)
aśvaḥ
Ross (Nom. Sg.)
vahati
zieht/fährt (3. Sg.)
sapta-nāmā
sieben Namen habend (Nom. Sg.)
tr i-nābhi
drei-nabig (Nom. Sg. n.)
cakram
Rad (Nom. Sg.)
ajaram
unalternd (Nom. Sg.)
anarvam
nicht zu hemmen, unaufhaltsam (Nom. Sg.)
yatra
worauf, wo
imā
diese (Nom. Pl.)
viśvā
alle (Nom. Pl.)
bhuvanā
Wesen/Welten (Nom. Pl.)
adhi
darauf (Präverb)
tasthuḥ
sie stehen (3. Pl. Perf.)

imaṃ rathamadhi ye sapta tasthuḥ saptacakraṃ sapta vahantyaśvāḥ / sapta svasāro abhi saṃ navante yatra gavāṃ nihitā sapta nāma

Auf diesen Wagen, der siebenrädrig ist, sind sieben gestiegen, und sieben Rosse ziehen. Sieben Schwestern rufen einander zu, wo der Kühe sieben Namen niedergelegt sind. [Anm.: sapta-Reihen; Deutung auf Wochen-/Sonnen-/Sprachebene ist spekulativ.]

Wort für Wort
imam
diesen (Akk. Sg.)
ratham
Wagen (Akk. Sg.)
adhi
auf (Präverb)
ye
die (Nom. Pl.)
sapta
sieben
tasthuḥ
sie stiegen/stehen (3. Pl. Perf.)
sapta-cakram
siebenrädrig (Akk. Sg.)
sapta
sieben
vahanti
sie ziehen (3. Pl.)
aśvāḥ
Rosse (Nom. Pl.)
sapta
sieben
svasāraḥ
Schwestern (Nom. Pl.)
abhi
zu (Präverb)
sam
zusammen (Präverb)
navante
sie rufen/jauchzen (3. Pl. Med.)
yatra
wo
gavām
der Kühe (Gen. Pl.)
ni-hitā
niedergelegt (Nom. Pl. n.)
sapta
sieben
nāma
Namen (Nom. Pl.)

ko dadarśa prathamaṃ jāyamānamasthanvantaṃ yadanasthā bibharti / bhūmyā asurasṛgātmā kva svit ko vidvāṃsamupa gāt praṣṭumetat

Wer sah den zuerst Geborenen, wenn der Knochenlose den Knochenhaften trägt? Wo ist der Lebenshauch der Erde, das Blut, das Selbst? Wer ging zu einem Wissenden, um dies zu fragen?

Wort für Wort
kaḥ
wer (Nom. Sg.)
dadarśa
sah (3. Sg. Perf.)
prathamam
als ersten, zuerst (Akk. Sg.)
jāyamānam
geboren werdend (Akk. Sg. Part.)
asthan-vantam
knochenhaft, Knochen habend (Akk. Sg.)
yat
wenn, als
anasthā
knochenlos (Nom. Sg.)
bibharti
trägt (3. Sg.)
bhūmyāḥ
der Erde (Gen. Sg.)
asuḥ
Lebenshauch (Nom. Sg.)
asṛk
Blut (Nom. Sg.)
ātmā
Selbst, Wesen (Nom. Sg.)
kva
wo
svit
wohl
kaḥ
wer (Nom. Sg.)
vidvāṃsam
zum Wissenden (Akk. Sg.)
upa
hin (Präverb)
gāt
ging (3. Sg. Aor.)
praṣṭum
um zu fragen (Inf.)
etat
dies (Akk. Sg. n.)

pākaḥ pṛchāmi manasāvijānan devānāmenā nihitā padāni / vatse baṣkaye 'dhi sapta tantūn vi tatnire kavaya otavāu

Ich, der Unreife, frage im Geist unwissend nach diesen niedergelegten Spuren der Götter: Auf dem einjährigen Kalb haben die Dichter sieben Fäden ausgespannt, um sie zu weben. [Anm.: „Fäden“/Weben ist Bild für Lied bzw. Ritualgewebe (plausibel).]

Wort für Wort
pākaḥ
unreif, einfältig (Nom. Sg.)
pṛcchāmi
ich frage (1. Sg.)
manasā
mit dem Geist (Instr. Sg.)
avi-jānan
nicht erkennend (Nom. Sg. Part.)
devānām
der Götter (Gen. Pl.)
enā
diese (Akk. Pl. n.)
ni-hitā
niedergelegt (Akk. Pl. n.)
padāni
Spuren, Standorte (Akk. Pl.)
vatse
auf dem Kalb (Lok. Sg.)
baṣkaye
einjährig, Jährling [?] (Lok. Sg.)
adhi
auf (Präverb)
sapta
sieben
tantūn
Fäden (Akk. Pl.)
vi
auseinander (Präverb)
tatnire
sie spannten aus (3. Pl. Perf. Med.)
kavayaḥ
Dichter, Weise (Nom. Pl.)
otavai
um zu weben (Inf.)
oṃ iti
fürwahr (Partikel u)

acikitvāñcikituṣaścidatra kavīn pṛchāmi vidmane na vidvān / vi yastastambha ṣaḷ imā rajāṃsyajasya rūpe kimapi svidekam

Ich, der Unwissende, frage hierin die Wissenden, die Dichter, um zu wissen – nicht als ein Wissender: Wer hat diese sechs Räume auseinandergestützt? Ist es (etwas) Eines in der Gestalt des Ungeborenen?

Wort für Wort
acikitvān
unwissend (Nom. Sg.)
cikituṣaḥ
die Wissenden (Akk. Pl.)
cit
sogar, nämlich
atra
hierin
kavīn
Dichter, Weise (Akk. Pl.)
pṛcchāmi
ich frage (1. Sg.)
vidmane
um zu wissen (Dat. Inf.)
na
nicht
vidvān
wissend (Nom. Sg.)
vi
auseinander (Präverb)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
tastambha
stützte, hielt (3. Sg. Perf.)
ṣaṭ
sechs
imā
diese (Akk. Pl.)
rajāṃsi
Räume (Akk. Pl.)
ajasya
des Ungeborenen (Gen. Sg.)
rūpe
in der Gestalt (Lok. Sg.)
kim
was
api
etwa, irgend
svit
wohl
ekam
eines (Nom. Sg. n.)

iha bravītu ya īmaṅga vedāsya vāmasya nihitaṃ padaṃ veḥ / śīrṣṇaḥ kṣīraṃ duhrate gāvo asya vavriṃ vasānā udakaṃ padāpuḥ

Hier soll es sagen, wer es fürwahr weiß: die niedergelegte Spur dieses lieben Vogels. Aus dem Haupt melken die Kühe seine Milch, in ein Gewand gehüllt; mit dem Fuß haben sie Wasser getrunken. [Anm.: Bildrede; Kühe = Sonnenstrahlen, die Wasser aufsaugen, ist plausibel, nicht gesichert.]

Wort für Wort
iha
hier
bravītu
er soll sagen (3. Sg. Imp.)
yaḥ
wer (Nom. Sg.)
īm
fürwahr (Partikel)
aṅga
wohlan, fürwahr
veda
weiß (3. Sg.)
asya
dieses (Gen. Sg.)
vāmasya
lieben (Gen. Sg.)
ni-hitam
niedergelegt (Akk. Sg.)
padam
Spur, Standort (Akk. Sg.)
veri tiveḥ
des Vogels (Gen. Sg.; PP-Trennfehler „veriti veḥ“)
śīrṣṇaḥ
vom Haupt (Abl. Sg.)
kṣīram
Milch (Akk. Sg.)
duhrate
sie melken (3. Pl. Med.)
gāvaḥ
Kühe (Nom. Pl.)
asya
seine (Gen. Sg.)
vavrim
Gewand, Hülle (Akk. Sg.)
vasānāḥ
gekleidet, sich hüllend (Nom. Pl. Part.)
udakam
Wasser (Akk. Sg.)
padā
mit dem Fuß (Instr. Sg.)
apuḥ
sie tranken (3. Pl. Perf.)

mātā pitaram ṛta ā babhāja dhītyagre manasā saṃ hi jagme / sā bībhatsurgarbharasā nividdhā namasvanta idupavākamīyuḥ

Die Mutter ließ den Vater am Ṛta teilhaben [?]; im Denken hat er sich zuvor mit dem Geist vereinigt. Sie, scheu, vom Keimsaft durchdrungen: nur die Ehrerbietigen gingen zur Anrufung hin. [Anm.: sehr dunkel; ṛta hier wohl „Ordnung/Wahrheit“; die Deutung von bībhatsuḥ und upavākam ist unsicher.]

Wort für Wort
mātā
Mutter (Nom. Sg.)
pitaram
Vater (Akk. Sg.)
ṛte
im Ṛta, in der Ordnung (Lok. Sg.)
ā
hin (Präverb)
babhāja
teilte zu, ließ teilhaben (3. Sg. Perf.) [?]
dhītī
durch Denken/Schau (Instr. Sg.)
agre
zuvor, am Anfang
manasā
mit dem Geist (Instr. Sg.)
sam
zusammen (Präverb)
hi
ja
jagme
kam (3. Sg. Perf. Med.)
sā
sie (Nom. Sg. f.)
bībhatsuḥ
scheu, sich abwendend (Nom. Sg. f.) [?]
garbha-rasā
Keimsaft habend, mit Keimsaft (Instr. Sg. f.) [?]
ni-viddhā
durchdrungen, durchbohrt (Nom. Sg. f.)
namasvantaḥ
ehrerbietig (Nom. Pl.)
it
nur, eben
upa-vākam
Anruf, Fürsprache (Akk. Sg.) [?]
īyuḥ
sie gingen (3. Pl. Perf.)

yuktā mātāsīd dhuri dakṣiṇāyā atiṣṭhad garbho vṛjanīṣvantaḥ / amīmed vatso anu gāmapaśyad viśvarūpyaṃ triṣu yojaneṣu

Angeschirrt war die Mutter an der Deichsel der Rechten [Anm.: dakṣiṇā = rechtes Zugtier/Kuh, auch „Lohngabe“]; der Keim stand innerhalb der Gehege/Pfade [?]. Das Kalb blökte; es erblickte die Kuh, die allgestaltige, auf drei Jochstrecken.

Wort für Wort
yuktā
angeschirrt (Nom. Sg. f.)
mātā
Mutter (Nom. Sg.)
āsīt
war (3. Sg. Impf.)
dhuri
an der Deichsel (Lok. Sg.)
dakṣiṇāyāḥ
der Rechten (Gen. Sg. f.)
atiṣṭhat
stand (3. Sg. Impf.)
garbhaḥ
Keim (Nom. Sg.)
vṛjanīṣu
in den Gehegen/Pfaden (Lok. Pl.) [?]
antariti
innerhalb
amīmet
blökte (3. Sg. Impf.)
vatsaḥ
Kalb (Nom. Sg.)
anu
entlang, nach (Präverb)
gām
Kuh (Akk. Sg.)
apaśyat
sah (3. Sg. Impf.)
viśva-rūpyam
allgestaltig (Akk. Sg. f.)
triṣu
in drei (Lok. Pl.)
yojaneṣu
Jochstrecken (Lok. Pl.)

tisro mātṝstrīn pitṝn bibhradeka ūrdhvastasthau nemava glāpayanti / mantrayante divo amuṣya pṛṣṭhe viśvavidaṃ vācamaviśvaminvām

Drei Mütter, drei Väter trägt einer, der aufrecht steht; sie machen ihn nicht müde. Auf dem Rücken jenes Himmels beraten sie ein Wort, das alles weiß, aber nicht alles antreibt [?]. [Anm.: Einer = Sonne/Agni (plausibel); die Dreiheiten = Räume/Welten (plausibel).]

Wort für Wort
tisraḥ
drei (Akk. Pl.)
mātṝḥ
Mütter (Akk. Pl.)
trīn
drei (Akk. Pl.)
pitṝn
Väter (Akk. Pl.)
bibhrat
tragend (Nom. Sg. Part.)
ekaḥ
einer (Nom. Sg.)
ūrdhvaḥ
aufrecht (Nom. Sg.)
tasthau
stand (3. Sg. Perf.)
na
nicht
īm
ihn (Akk. Sg.)
ava
ab, herab (Präverb)
glapayanti
sie ermüden (3. Pl. Kaus.)
mantrayante
sie beraten, besprechen (3. Pl. Med.)
divaḥ
des Himmels (Gen. Sg.)
amuṣya
jenes (Gen. Sg.)
pṛṣṭhe
auf dem Rücken (Lok. Sg.)
viśva-vidam
allwissend (Akk. Sg. f.)
vācam
Wort, Rede (Akk. Sg.)
aviśva-minvām
nicht alles fördernd/antreibend (Akk. Sg. f.) [?]

dvādaśāraṃ nahi tajjarāya varvarti cakraṃ pari dyām ṛtasya / ā putrā agne mithunāso atra sapta śatāni viṃśatiśca tasthuḥ

Das zwölfspeichige Rad des Ṛta rollt um den Himmel; es ist nicht zum Altern (bestimmt). Darauf, Agni, standen paarweise Söhne: siebenhundert und zwanzig. [Anm.: 720 = 360 Tage und 360 Nächte des Jahres (plausibel).]

Wort für Wort
dvādaśa-aram
zwölfspeichig (Akk./Nom. Sg. n.)
nahi
nicht ja, gewiß nicht
tat
das (Nom. Sg. n.)
jarāya
zum Altern (Dat. Sg.)
varvarti
rollt (3. Sg. Intens.)
cakram
Rad (Nom. Sg.)
pari
um (Präverb)
dyām
Himmel (Akk. Sg.)
ṛtasya
des Ṛta, der Ordnung (Gen. Sg.)
ā
hinauf (Präverb)
putrāḥ
Söhne (Nom. Pl.)
agne
Agni (Vok. Sg.)
mithunāsaḥ
paarweise (Nom. Pl.)
atra
hierauf
sapta
sieben
śatāni
hundert (Nom. Pl.)
viṃśatiḥ
zwanzig (Nom. Sg.)
ca
und
tasthuḥ
sie standen (3. Pl. Perf.)

pañcapādaṃ pitaraṃ dvādaśākṛtiṃ diva āhuḥ pare ardhe purīṣiṇam / atheme anya upare vicakṣaṇaṃ saptacakre ṣaḷara āhurarpitam

Den fünffüßigen Vater, zwölfgestaltig, nennen sie in der jenseitigen Hälfte des Himmels, den Wasserreichen [?]. Diese anderen aber sagen, der Weitschauende sei im unteren (Halbraum) auf dem siebenrädrigen, sechsspeichigen (Wagen) befestigt.

Wort für Wort
pañca-pādam
fünffüßig (Akk. Sg.)
pitaram
Vater (Akk. Sg.)
dvādaśa-ākṛtim
zwölfgestaltig (Akk. Sg.)
divaḥ
des Himmels (Gen. Sg.)
āhuḥ
sie nennen, sagen (3. Pl. Perf.)
pare
in der jenseitigen (Lok. Sg.)
ardhe
Hälfte (Lok. Sg.)
purīṣiṇam
wasserreich, segensreich (Akk. Sg.) [?]
atha
dann, aber
ime
diese (Nom. Pl.)
anye
andere (Nom. Pl.)
upare
im unteren (Lok. Sg.)
vi-cakṣaṇam
weitschauend (Akk. Sg.)
sapta-cakre
auf siebenrädrigem (Lok. Sg.)
ṣaṭ-are
sechsspeichigem (Lok. Sg.)
āhuḥ
sie sagen (3. Pl. Perf.)
arpitam
befestigt, gefügt (Akk. Sg. Part.)

pañcāre cakre parivartamāne tasminnā tasthurbhuvanāni viśvā / tasya nākṣastapyate bhūribhāraḥ sanādeva na śīryate sanābhiḥ

Auf dem fünfspeichigen, sich drehenden Rad standen alle Wesen/Welten. Dessen Achse wird nicht heiß, obwohl sie viel Last trägt; von alters her zerbricht sie nicht, samt der Nabe.

Wort für Wort
pañca-are
fünfspeichig (Lok. Sg.)
cakre
auf dem Rad (Lok. Sg.)
pari-vartamāne
sich drehend (Lok. Sg. Part.)
tasmin
darauf (Lok. Sg.)
ā
hinauf (Präverb)
tasthuḥ
sie standen (3. Pl. Perf.)
bhuvanāni
Wesen/Welten (Nom. Pl.)
viśvā
alle (Nom. Pl.)
tasya
dessen (Gen. Sg.)
na
nicht
akṣaḥ
Achse (Nom. Sg.)
tapyate
wird heiß, wird gequält (3. Sg. Pass.)
bhūri-bhāraḥ
viel Last tragend (Nom. Sg.)
sanāt
von alters her
eva
eben, gerade
na
nicht
śīryate
zerbricht (3. Sg. Pass.)
sa-nābhiḥ
samt der Nabe (Nom. Sg.)

sanemi cakramajaraṃ vi vāvṛta uttānāyāṃ daśa yuktā vahanti / sūryasya cakṣū rajasaityāvṛtaṃ tasminnārpitā bhuvanāni viśvā

Das Rad mit Felge, unalternd, rollte auseinander; auf der Ausgestreckten [?] ziehen zehn Angeschirrte. Das Auge der Sonne geht, vom Dunstraum umhüllt, dahin; darin sind alle Wesen/Welten befestigt.

Wort für Wort
sa-nemi
mit Felge (Nom. Sg. n.)
cakram
Rad (Nom. Sg.)
ajaram
unalternd (Nom. Sg.)
vi
auseinander (Präverb)
vavṛte
rollte (3. Sg. Perf. Med.)
uttānāyām
auf der Ausgestreckten (Lok. Sg. f.) [?]
daśa
zehn
yuktāḥ
angeschirrt (Nom. Pl.)
vahanti
sie ziehen (3. Pl.)
sūryasya
der Sonne (Gen. Sg.)
cakṣiḥ
Auge (Nom. Sg.)
rajasā
durch den Dunstraum (Instr. Sg.)
eti
geht (3. Sg.)
āvṛtam
umhüllt (Nom. Sg. n. Part.)
tasmin
darin (Lok. Sg.)
ārpitā
befestigt (Nom. Pl. n.)
bhuvanāni
Wesen/Welten (Nom. Pl.)
viśvā
alle (Nom. Pl.)

sākaṃjānāṃ saptathamahurekajaṃ ṣaḷ id yamā ṛṣayo devajā iti / teṣāmiṣṭāni vihitāni dhāmaśa sthātre rejante vikṛtāni rūpaśaḥ

Den Siebten der zugleich Geborenen nennen sie den Einzelgeborenen; sechs sind Zwillinge, Ṛṣis, gottgeboren, so (heißt es). Deren erwünschte (Dinge) sind nach Stätten verteilt; dem Stehenden zittern sie [?], nach Gestalten verschieden ausgeformt.

Wort für Wort
sākam-jānām
der zugleich Geborenen (Gen. Pl.)
saptatham
den siebten (Akk. Sg.)
āhuḥ
sie nennen (3. Pl. Perf.)
eka-jam
einzelgeboren (Akk. Sg.)
ṣaṭ
sechs
it
eben, nur
yamāḥ
Zwillinge (Nom. Pl.)
ṛṣayaḥ
Ṛṣis, Seher (Nom. Pl.)
deva-jāḥ
gottgeboren (Nom. Pl.)
iti
so (Zitatpartikel)
teṣām
deren (Gen. Pl.)
iṣṭāni
erwünscht, dargebracht (Nom. Pl. n.)
vi-hitāni
verteilt, angeordnet (Nom. Pl. n.)
dhāma-śaḥ sthātre
nach Stätten (Adv.); dem Stehenden (Dat. Sg.) [PP-Token mit stray „sthātre“]
rejante
sie zittern, beben (3. Pl.)
vi-kṛtāni
verschieden gemacht (Nom. Pl. n.)
rūpa-śaḥ
nach Gestalten (Adv.)

striyaḥ satīstānu me puṃsa āhuḥ paśyadakṣaṇvān navi cetadandhaḥ / kaviryaḥ putraḥ sa īmā ciketa yastā vijānāt sa pituṣ pitāsat

Frauen sind sie, doch sie nennen sie mir Männer. Wer Augen hat, sieht (es); der Blinde erkennt (es) nicht. Der Dichter, der Sohn – der hat es erfasst; wer sie erkennt, der wird der Vater des Vaters sein.

Wort für Wort
striyaḥ
Frauen (Nom. Pl.)
satīḥ
seiend (Nom. Pl. f. Part.)
tān
sie (Akk. Pl.)
oṃ iti
aber (Partikel u)
me
mir (Dat. Sg.)
puṃsaḥ
Männer (Akk. Pl.)
āāhuḥ
sie nennen (3. Pl. Perf.)
paśyat
sieht (3. Sg. Inj.)
akṣaṇ-vān
augenbegabt (Nom. Sg.)
na
nicht
vi
auseinander (Präverb)
cetat
erkennt (3. Sg. Inj.)
andhaḥ
blind (Nom. Sg.)
kaviḥ
Dichter (Nom. Sg.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
putraḥ
Sohn (Nom. Sg.)
saḥ
der (Nom. Sg.)
īm
ihn (Akk. Sg.)
ā
hin (Präverb)
ciketa
hat erfaßt/erkannt (3. Sg. Perf.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
tā
sie (Akk. Pl.)
vi-jānāt
erkennt (3. Sg. Konj.)
saḥ
der (Nom. Sg.)
pituḥ
des Vaters (Gen. Sg.)
pitā
Vater (Nom. Sg.)
asat
wird sein (3. Sg. Opt./Inj.)

avaḥ pareṇa para enāvareṇa padā vatsaṃ bibhratī gaurudasthāt / sā kadrīcī kaṃ svidardhaṃ parāgāt kva svit sūte nahi yūthe antaḥ

Unten (verbunden) mit dem Oberen, oben mit diesem Unteren [?]: mit dem Fuß das Kalb tragend, hat die Kuh sich aufgerichtet. Wohin gewandt, in welche Hälfte ist sie gegangen? Wo gebiert sie wohl? Nicht doch innerhalb der Herde.

Wort für Wort
avaḥ
unten, herab (Adv.)
pareṇa
mit dem Höheren, Jenseitigen (Instr. Sg.)
paraḥ
oben, jenseits (Nom. Sg.)
enā
mit diesem (Instr. Sg.)
avareṇa
mit dem Unteren (Instr. Sg.)
padā
mit dem Fuß (Instr. Sg.)
vatsam
Kalb (Akk. Sg.)
bibhratī
tragend (Nom. Sg. f. Part.)
gauḥ
Kuh (Nom. Sg.)
ut
auf (Präverb)
asthāt
stand (3. Sg. Aor.)
sā
sie (Nom. Sg. f.)
kadrīcī
wohin gewandt (Nom. Sg. f.) [?]
kam
in welche (Akk. Sg.)
svit
wohl
ardham
Hälfte (Akk. Sg.)
parā
fort (Präverb)
agāt
ging (3. Sg. Aor.)
kva
wo
svit
wohl
sūte
gebiert (3. Sg. Med.)
nahi
nicht doch
yūthe
in der Herde (Lok. Sg.)
antari ti
innerhalb (Adv.; PP „antariti“)

avaḥ pareṇa pitaraṃ yo asyānuveda para enāvareṇa / kavīyamānaḥ ka iha pra vocad devaṃ manaḥ kuto adhi prājātam

Wer den Vater dieses (Kalbes) kennt – unten durch das Obere, oben durch dieses Untere [?] –: Welcher, sich als Dichter gebärdend, soll hier verkünden, woher der göttliche Geist (manas) geboren wurde?

Wort für Wort
avaḥ
unten, herab (Adv.)
pareṇa
mit dem Höheren (Instr. Sg.)
pitaram
Vater (Akk. Sg.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
asya
dieses (Gen. Sg.)
anu-veda
nachgeht, erkennt (3. Sg. Perf.)
paraḥ
oben (Nom. Sg.)
enā
mit diesem (Instr. Sg.)
avareṇa
mit dem Unteren (Instr. Sg.)
kavi-yamānaḥ
sich als Dichter gebärdend (Nom. Sg. Part.)
kaḥ
wer (Nom. Sg.)
iha
hier
pra
hervor (Präverb)
vocat
soll sprechen (3. Sg. Aor. Konj.)
devam
göttlich (Akk. Sg. n.)
manaḥ
Geist, Denkkraft (Akk. Sg.)
kutaḥ
woher
adhi
auf (Präverb)
pra-jātam
geboren (Akk. Sg. n.)

ye arvāñcastānu parāca āhurye parāñcastānu arvāca āhuḥ / indraśca yā cakrathuḥ soma tāni dhurā na yuktā rajaso vahanti

Die diesseits Gewandten, die nennen sie jenseits Gewandte; die jenseits Gewandten, die nennen sie diesseits Gewandte. Und was ihr beide getan habt, Indra und Soma [Anrede an Soma]: das tragen (die Zugtiere), wie an die Deichsel geschirrt, des Raumes [?]. [Anm.: syntaktisch unsicher.]

Wort für Wort
ye
die (Nom. Pl.)
arvāñcaḥ
diesseits Gewandten (Nom. Pl.)
tān
sie (Akk. Pl.)
oṃ iti
aber (Partikel u)
parācaḥ
jenseits Gewandte (Akk. Pl.)
āhuḥ
sie nennen (3. Pl. Perf.)
ye
die (Nom. Pl.)
parāñcaḥ
jenseits Gewandten (Nom. Pl.)
tān
sie (Akk. Pl.)
oṃ iti
aber (Partikel u)
arvācaḥ
diesseits Gewandte (Akk. Pl.)
āhuḥ
sie nennen (3. Pl. Perf.)
indraḥ
Indra (Nom. Sg.)
ca
und
yā
was (Akk. Pl. n.)
cakrathuḥ
ihr beide tatet (2. Du. Perf.)
soma
Soma (Vok. Sg.)
tāni
das (Akk. Pl. n.)
dhurā
an der Deichsel (Instr. Sg.)
na
wie
yuktāḥ
angeschirrt (Nom. Pl.)
rajasaḥ
des Raumes (Gen. Sg.)
vahanti
sie ziehen, tragen (3. Pl.)

dvā suparṇā sayujā sakhāyā samānaṃ vṛkṣaṃ pari ṣasvajāte / tayoranyaḥ pippalaṃ svādvattyanaśnannanyo abhi cākaśīti

Zwei schönbeschwingte (Vögel), verbunden, Gefährten, umarmen denselben Baum. Von ihnen isst der eine die süße Beere; der andere schaut, ohne zu essen, herab. [Anm.: Die Deutung auf zwei Selbste oder Sonne/Agni ist späterer Deutung zugänglich; im Text fest ist nur das Bild.]

Wort für Wort
dvā
zwei (Nom. Du.)
su-parṇā
schönbeschwingt (Nom. Du.)
sa-yujā
verbunden (Nom. Du.)
sakhāyā
Gefährten, Freunde (Nom. Du.)
samanam
denselben (Akk. Sg.; PP „samanam“, verschrieben)
vṛkṣam
Baum (Akk. Sg.)
pari
rundum (Präverb)
sasvajāteiti
sie umarmen (3. Du. Perf. Med.)
tayoḥ
von den beiden (Gen. Du.)
anyaḥ
der eine (Nom. Sg.)
pippalam
Beere, Feige (Akk. Sg.)
svādu
süß (Akk. Sg.)
atti
isst (3. Sg.)
anaśnan
nicht essend (Nom. Sg. Part.)
anyaḥ
der andere (Nom. Sg.)
abhi
herab (Präverb)
cākaśīti
schaut (3. Sg. Intens.)

yatrā suparṇā amṛtasya bhāgamanimeṣaṃ vidathābhisvaranti / ino viśvasya bhuvanasya gopāḥ sa mā dhīraḥ pākamatrā viveśa

Wo die Schönbeschwingten den Anteil am Unsterblichen unablässig bei den Versammlungen (vidatha) anrufen: dort ist der Herr, der Hüter jeglicher Welt, der Weise, in mich, den Unreifen, eingetreten.

Wort für Wort
yatra
wo
su-parṇā
schönbeschwingt (Nom. Pl.)
amṛtasya
des Unsterblichen (Gen. Sg.)
bhāgam
Anteil (Akk. Sg.)
animeṣam
ohne Blinzeln, unablässig
vidathā
bei den Versammlungen (Lok. Pl.) [?]
abhi-svaranti
sie rufen an, tönen zu (3. Pl.)
inaḥ
Herr, Gebieter (Nom. Sg.)
viśvasya
jeder (Gen. Sg.)
bhuvanasya
Welt, Wesen (Gen. Sg.)
gopāḥ
Hüter (Nom. Sg.)
saḥ
der (Nom. Sg.)
mā
mich (Akk. Sg.)
dhīraḥ
weise (Nom. Sg.)
pākam
den Unreifen (Akk. Sg.)
atra
hier, dort
ā
hinein (Präverb)
viveśa
trat ein (3. Sg. Perf.)

yasmin vṛkṣe madhvadaḥ suparṇā niviśante suvate cādhi viśve / tasyedāhuḥ pippalaṃ svādvagre tan non naśad yaḥpitaraṃ na veda

In welchem Baum honigessende Schönbeschwingte sich niederlassen und alle sich fortpflanzen [?]: dessen Beere, sagen sie, ist zuoberst süß; die erreicht der nicht, der den Vater nicht kennt.

Wort für Wort
yasmin
in welchem (Lok. Sg.)
vṛkṣe
Baum (Lok. Sg.)
madhu-adaḥ
honigessend (Nom. Pl.)
su-parṇāḥ
schönbeschwingt (Nom. Pl.)
ni-viśante
sie lassen sich nieder (3. Pl. Med.)
suvate
sie zeugen, bringen hervor (3. Pl. Med.)
ca
und
adhi
darüber, oben (Präverb)
viśve
alle (Nom. Pl.)
tasya
dessen (Gen. Sg.)
it
eben
āhuḥ
sie sagen (3. Pl. Perf.)
pippalam
Beere (Akk. Sg.)
svādu
süß (Akk. Sg.)
agre
zuoberst, an der Spitze
tat
die (Akk. Sg.)
na
nicht
ut
hinauf (Präverb)
naśat
erreicht (3. Sg. Aor. Inj.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
pitaram
Vater (Akk. Sg.)
na
nicht
veda
kennt (3. Sg. Perf.)

yad gāyatre adhi gāyatramāhitaṃ traiṣṭubhād vā traiṣṭubhaṃ niratakṣata / yad vā jagajjagatyāhitaṃ padaṃ ya it tad viduste amṛtatvamānaśuḥ

Was auf das Gāyatra das Gāyatra aufgesetzt ist, oder was sie aus dem Traiṣṭubha das Traiṣṭubha herausgezimmert haben, oder was auf der Jagatī das Jagat-Wort als Schritt gesetzt ist – die, die dies kennen, haben Unsterblichkeit erlangt. [Anm.: Versmaß-Vokabular; padam als Vers-Viertel oder „Schritt“.]

Wort für Wort
yat
was (Nom. Sg. n.)
gāyatre
im Gāyatra (Lok. Sg. n.)
adhi
darauf (Präverb)
gāyatram
Gāyatra-Vers (Nom. Sg. n.)
āhitam
aufgesetzt (Nom. Sg. n.)
traistubhāt
aus dem Traiṣṭubha (Abl. Sg.)
vā
oder
traistubham
Traiṣṭubha-Vers (Akk. Sg. n.)
niḥ-atakṣata
sie zimmerten heraus (3. Pl. Impf. Med.)
yat
was (Nom. Sg. n.)
vā
oder
jagat
Jagat-Vers (Nom. Sg. n.)
jagati
in der Jagatī (Lok. Sg.)
āhitam
aufgesetzt (Akk. Sg. n.)
padam
Schritt, Vers-Viertel (Akk. Sg.)
ye
die (Nom. Pl.)
it
eben
tat
das (Akk. Sg. n.)
viduḥ
sie kennen (3. Pl. Perf.)
te
sie (Nom. Pl.)
amṛta-tvam
Unsterblichkeit (Akk. Sg.)
ānaśuḥ
sie erreichten (3. Pl. Perf.)

gāyatreṇa prati mimīte arkamarkeṇa sāma traiṣṭubhena vākam / vākena vākaṃ dvipadā catuṣpadākṣareṇa mimate sapta vāṇīḥ

Mit dem Gāyatra bemisst er den Arka zu; mit dem Arka das Sāman; mit dem Traiṣṭubha die Vāka(-Rede); mit dem Vāka die Vāka; mit dem Zweifüßigen, dem Vierfüßigen, mit der Silbe messen sie die sieben Stimmen. [Anm.: technische Ritualdichtung; Bedeutung von arka und vāka im Einzelnen unsicher.]

Wort für Wort
gāyatreṇa
mit dem Gāyatra (Instr. Sg.)
prati
zu (Präverb)
mimīte
bemisst (3. Sg. Med.)
arkam
Arka, Lobgesang (Akk. Sg.)
arkeṇa
mit dem Arka (Instr. Sg.)
sāma
Sāman, Gesang (Akk. Sg.)
traistubhena
mit dem Traiṣṭubha (Instr. Sg.)
vākam
Vāka, Rede (Akk. Sg.)
vākena
mit dem Vāka (Instr. Sg.)
vākam
Vāka, Rede (Akk. Sg.)
dvi-padā
mit dem Zweifüßigen (Instr. Sg. f.)
catuḥ-padā
mit dem Vierfüßigen (Instr. Sg. f.)
akṣareṇa
mit der Silbe (Instr. Sg.)
mimate
sie messen (3. Pl. Med.)
sapta
sieben
vāṇīḥ
Stimmen (Akk. Pl.)

jagatā sindhuṃ divyasthabhāyad rathantare sūryaṃ paryapaśyat / gāyatrasya samidhastisra āhustato mahnā pra ririce mahitvā

Mit dem Jagat stützte er den Strom im Himmel; im Rathantara sah er die Sonne rundum. Des Gāyatra Entzündungen [samidh] nennen sie drei; daraufhin ragte es durch Größe, durch Erhabenheit hervor.

Wort für Wort
jagatā
mit dem Jagat (Instr. Sg.)
sindhum
Strom, Fluss (Akk. Sg.)
divi
im Himmel (Lok. Sg.)
astabhāyat
stützte (3. Sg. Impf.)
ratham-tare
im Rathantara (Lok. Sg.)
sūryam
Sonne (Akk. Sg.)
pari
rundum (Präverb)
apaśyat
sah (3. Sg. Impf.)
gāyatrasya
des Gāyatra (Gen. Sg.)
sam-idhaḥ
Entzündungen, Brennhölzer (Akk. Pl.)
tisraḥ
drei (Akk. Pl.)
āhuḥ
sie nennen (3. Pl. Perf.)
tataḥ
daraufhin, daher
mahrā
durch Größe (Instr. Sg.; PP „mahrā“, verschrieben für mahnā)
pra
hervor (Präverb)
ririce
ragte hinaus (3. Sg. Perf.)
mahi-tvā
durch Erhabenheit (Instr. Sg.)

upa hvaye sudughāṃ dhenumetāṃ suhasto godhuguta dohadenām / śreṣṭhaṃ savaṃ savitā sāviṣan no 'bhīddho gharmastadu ṣu pra vocam

Ich rufe diese gutmelkende Milchkuh herbei; der Geschickte, der Kuhmelker, soll sie melken. Den besten Antrieb möge Savitṛ uns antreiben; der entflammte Gharma (Heißtrank) – das will ich nun wohl verkünden.

Wort für Wort
upa
herbei (Präverb)
hvaye
ich rufe (1. Sg. Med.)
su-dughām
gutmelkend (Akk. Sg. f.)
dhenum
Milchkuh (Akk. Sg.)
etām
diese (Akk. Sg. f.)
su-hastaḥ
geschickthändig (Nom. Sg.)
go--dhuk
Kuhmelker (Nom. Sg.)
uta
und
dohat
soll melken (3. Sg. Aor. Konj.)
enām
sie (Akk. Sg. f.)
śreṣṭham
besten (Akk. Sg.)
savam
Antrieb (Akk. Sg.)
savitā
Savitṛ (Nom. Sg.)
sāviṣat
soll antreiben (3. Sg. Aor. Konj.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
abhi-iddhaḥ
entflammt (Nom. Sg.)
gharmaḥ
Gharma, Heißtrank (Nom. Sg.)
tat
das (Akk. Sg. n.)
oṃ iti
fürwahr (Partikel u)
su
wohl (Partikel)
pra
hervor (Präverb)
vocam
möchte ich sprechen (1. Sg. Aor. Konj.)

hiṅkṛṇvatī vasupatnī vasūnāṃ vatsamichantī manasābhyāgāt / duhāmaśvibhyāṃ payo aghnyeyaṃ sa vardhatāṃ mahate saubhagāya

Das „Hin“ muhend, Herrin der Güter, das Kalb wünschend, ist sie mit dem Sinn herzugekommen. Sie soll den Aśvin Milch melken lassen, diese unantastbare Kuh; sie soll wachsen zu großem Glück.

Wort für Wort
hiṅ-kṛṇvatī
das „Hin“ ausstoßend, muhend (Nom. Sg. f. Part.)
vasu-patnī
Herrin/Gattin (Nom. Sg.)
vasūnām
der Güter (Gen. Pl.)
vatsam
Kalb (Akk. Sg.)
icchantī
wünschend (Nom. Sg. f. Part.)
manasā
mit dem Sinn (Instr. Sg.)
abhi
hin (Präverb)
ā
her (Präverb)
agāt
kam (3. Sg. Aor.)
duhām
sie soll melken lassen, geben (3. Sg. Imp. Med.)
aśvi-bhyām
den Aśvin (Dat. Du.)
payaḥ
Milch (Akk. Sg.)
aghnyā
unantastbare Kuh (Nom. Sg. f.)
iyam
diese (Nom. Sg. f.)
sā
sie (Nom. Sg. f.)
vardhatām
soll wachsen (3. Sg. Imp. Med.)
mahate
zu großem (Dat. Sg.)
saubhagāya
Glück (Dat. Sg.)

gauramīmedanu vatsaṃ miṣantaṃ mūrdhānaṃ hiṃṃ akṛṇon mātavā u / sṛkvāṇaṃ gharmamabhi vāvaśānā mimāti māyuṃ payate payobhiḥ

Die Kuh hat nach dem blinzelnden Kalb gemuht; sie machte über seinem Haupt „Hin“, um zu muhen [?]. Nach dem Mundwinkel und nach dem warmen Trank verlangend, stößt sie den Laut aus und schwillt von Milchströmen.

Wort für Wort
gauḥ
Kuh (Nom. Sg.)
amīmet
muhte (3. Sg. Impf.)
anu
nach (Präverb)
vatsam
Kalb (Akk. Sg.)
miṣantam
blinzelnd (Akk. Sg. Part.)
mūrdhānam
Haupt (Akk. Sg.)
hiṅ
„Hin“ (Laut)
akṛṇot
machte (3. Sg. Impf.)
mātavai
um zu muhen (Inf.) [?]
oṃ iti
fürwahr (Partikel u)
sṛkvaaṇam
Mundwinkel (Akk. Sg.)
gharmam
Gharma, warmen Trank (Akk. Sg.)
abhi
hin (Präverb)
vāvaśānā
verlangend (Nom. Sg. f. Part.)
mimāti
stößt aus, mißt (3. Sg.)
māyum
Laut, Muhen (Akk. Sg.)
payate
schwillt (3. Sg. Med.)
payaḥ-bhiḥ
mit Milchströmen (Instr. Pl.)

ayaṃ sa śiṅkte yena gaurabhīvṛtā mimāti māyuṃ dhvasanāvadhi śritā / sā cittibhirni hi cakāra martyaṃ vidyud bhavantī prati vavrimauhata

Dies ist der, um den die Kuh, umhüllt, tönt [?]; sie brüllt den Laut, auf dem Dunstigen/Aufstiebenden ruhend [?]. Sie hat mit Einsichten den Sterblichen niedergeworfen; zum Blitz werdend hat sie ihre Hülle zurückgeschoben [?]. [Anm.: Wolke-Regen-Blitz-Deutung ist plausibel; Wortbedeutungen unsicher.]

Wort für Wort
ayam
dieser (Nom. Sg.)
saḥ
der (Nom. Sg.)
śiṅkte
tönt, zischt (3. Sg. Med.) [?]
yena
wodurch, um den (Instr. Sg.)
gauḥ
Kuh (Nom. Sg.)
abhi-vṛṭā
umhüllt (Nom. Sg. f. Part.; PP „abhivṛṭā“, verschrieben)
mimāti
brüllt, mißt (3. Sg.)
māyum
Laut (Akk. Sg.)
dhvasanau
im Aufstiebenden, Staubigen (Lok. Sg.) [?]
adhi
darauf (Präverb)
śritā
ruhend, gestützt (Nom. Sg. f. Part.)
sā
sie (Nom. Sg. f.)
citti-bhiḥ
mit Einsichten (Instr. Pl.)
ni
nieder (Präverb)
hi
ja
cakāra
machte (3. Sg. Perf.)
martyam
Sterblichen (Akk. Sg.)
vi-dyut
Blitz (Nom. Sg.)
bhavantī
werdend (Nom. Sg. f. Part.)
prati
zurück (Präverb)
vavrim
Hülle (Akk. Sg.)
auhata
schob/warf (3. Sg. Aor. Med.) [?]

anacchaye turagātu jīvamejad dhruvaṃ madhya ā pastyānām / jīvo mṛtasya carati svadhābhiramartyo martyenā sayoniḥ

Atmend liegt es da, rasch ausgreifend, lebendig, regsam, feststehend mitten unter den Behausungen. Der Lebendige geht mit den Eigenkräften (svadhā) des Toten umher; der Unsterbliche ist mit dem Sterblichen aus demselben Schoß.

Wort für Wort
anat
atmend (Nom. Sg. n. Part.)
śaye
liegt (3. Sg. Med.)
tura-gātu
rasch ausgreifend (Nom. Sg. n.)
jīvam
lebendig (Nom. Sg. n.)
ejat
regsam (Nom. Sg. n.)
dhruvam
feststehend (Nom. Sg. n.)
madhye
in der Mitte (Lok. Sg.)
ā
hin (Präverb)
pastyānām
der Behausungen (Gen. Pl.)
jīvaḥ
Lebendiger (Nom. Sg.)
mṛtasya
des Toten (Gen. Sg.)
carati
geht umher (3. Sg.)
svadhābhiḥ
mit Eigenkräften (Instr. Pl.)
amartyaḥ
unsterblich (Nom. Sg.)
martyena
mit dem Sterblichen (Instr. Sg.)
sa-yoniḥ
aus demselben Schoß (Nom. Sg.)

apaśyaṃ gopāmanipadyamānamā ca parā ca pathibhiścarantam / sa sadhrīcīḥ sa viśūcīrvasāna ā varīvarti bhuvaneṣvantaḥ

Ich sah einen Hüter, der sich nie niederlegt, auf seinen Wegen herzu und hinweg wandelnd. Er, sich kleidend in die zusammenlaufenden und in die auseinanderlaufenden (Strahlen/Gewänder) [?], kehrt immer wieder in den Welten um.

Wort für Wort
apaśyam
ich sah (1. Sg. Impf.)
gopām
Hüter (Akk. Sg.)
ani-padyamānam
nie sich niederlegend (Akk. Sg. Part.)
ā
herzu (Adv.)
ca
und
parā
hinweg (Adv.)
ca
und
pathi-bhiḥ
auf Wegen (Instr. Pl.)
carantam
wandelnd (Akk. Sg. Part.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
sadhrīcīḥ
die zusammenlaufenden (Akk. Pl. f.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
viṣūcīḥ
die auseinanderlaufenden (Akk. Pl. f.)
vasānaḥ
sich kleidend (Nom. Sg. Part.)
ā
hin (Präverb)
varīvarti
kehrt wiederholt um (3. Sg. Intens.)
bhuvaneṣu
in den Welten (Lok. Pl.)
antariti
innerhalb (Adv.; PP „antariti“)

ya īṃ cakāra na so asya veda ya īṃ dadarśa hirugin nutasmāt / sa māturyonā parivīto antarbahuprajā nirṛtimā viveśa

Wer ihn gemacht hat, der kennt ihn nicht; wer ihn gesehen hat, dem ist er gewiß entrückt [?]. Er, im Schoß der Mutter umhüllt, kinderreich, ist in die Auflösung (Nirṛti) eingetreten. [Anm.: Nirṛti = „Auflösung, Verderben“; Bezug auf Tod/Untergang plausibel.]

Wort für Wort
yaḥ
der (Nom. Sg.)
īm
ihn (Akk. Sg.)
cakāra
machte (3. Sg. Perf.)
na
nicht
saḥ
der (Nom. Sg.)
asya
seiner/ihn (Gen. Sg.)
veda
kennt (3. Sg. Perf.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
īm
ihn (Akk. Sg.)
dadarśa
sah (3. Sg. Perf.)
hiruk
abseits, entrückt (Adv.) [?]
it
eben
nu
jetzt
tasmāt
von dem (Abl. Sg.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
mātuḥ
der Mutter (Gen. Sg.)
yonā
im Schoß (Lok. Sg.)
pari-vītaḥ
umhüllt (Nom. Sg. Part.)
antaḥ
innerhalb (Adv.)
bahu-prajāḥ
kinderreich (Nom. Sg.)
niḥ-ṛtim
in die Auflösung (Akk. Sg.)
ā
hin (Präverb)
viveśa
trat ein (3. Sg. Perf.)

dyaurme pitā janitā nābhiratra bandhurme mātā pṛthivīmahīyam / uttānayoścamvoryonirantaratrā pitā duhiturgarbhamādhāt

Der Himmel ist mein Vater, der Erzeuger; hier ist die Nabe. Meine Verwandte ist die Mutter, diese große Erde. Zwischen den beiden ausgebreiteten Schalen ist der Schoß; hier hat der Vater der Tochter den Keim eingelegt.

Wort für Wort
dyauḥ
Himmel (Nom. Sg.)
me
mein (Gen. Sg.)
pitā
Vater (Nom. Sg.)
janitā
Erzeuger (Nom. Sg.)
nābhiḥ
Nabe (Nom. Sg.)
atra
hier
bandhuḥ
Verwandte, Sippe (Nom. Sg.)
me
mein (Gen. Sg.)
mātā
Mutter (Nom. Sg.)
pṛthivī
Erde (Nom. Sg.)
mahī
große (Nom. Sg.)
iyam
diese (Nom. Sg.)
uttānayoḥ
der ausgebreiteten (Gen. Du.)
camvoḥ
Schalen (Gen. Du.)
yoniḥ
Schoß (Nom. Sg.)
antaḥ
zwischen, innerhalb
atra
hier
pitā
Vater (Nom. Sg.)
duhituḥ
der Tochter (Gen. Sg.)
garbham
Keim (Akk. Sg.)
ā
hin (Präverb)
adhāt
legte (3. Sg. Aor.)

pṛchāmi tvā paramantaṃ pṛthivyāḥ pṛchāmi yatra bhuvanasyanābhiḥ / pṛchāmi tvā vṛṣṇo aśvasya retaḥ pṛchāmi vācaḥ paramaṃ vyoma

Ich frage dich nach dem äußersten Ende der Erde; ich frage, wo der Welt Nabe ist; ich frage dich nach dem Samen des männlichen Rosses; ich frage nach dem höchsten Himmelsraum der Rede.

Wort für Wort
pṛcchāmi
ich frage (1. Sg.)
tvā
dich (Akk. Sg.)
param
äußerste (Akk. Sg.)
antam
Ende (Akk. Sg.)
pṛthivyāḥ
der Erde (Gen. Sg.)
pṛcchāmi
ich frage (1. Sg.)
yatra
wo
bhuvanasya
der Welt (Gen. Sg.)
nābhiḥ
Nabe (Nom. Sg.)
pṛcchāmi
ich frage (1. Sg.)
tvā
dich (Akk. Sg.)
vṛṣṇaḥ
des männlichen (Gen. Sg.)
aśvasya
Rosses (Gen. Sg.)
retaḥ
Samen (Akk. Sg.)
pṛcchāmi
ich frage (1. Sg.)
vācaḥ
der Rede (Gen. Sg.)
paramam
höchsten (Akk. Sg.)
vi-oma
Himmelsraum (Akk. Sg.; PP „vi-oma“ für vyoman)

iyaṃ vediḥ paro antaḥ pṛthivyā ayaṃ yajño bhuvanasya nābhiḥ / ayaṃ somo vṛṣṇo aśvasya reto brahmāyaṃ vācaḥparamaṃ vyoma

Diese Vedi ist das äußerste Ende der Erde; diese Verehrungs-Weihehandlung (yajña) ist der Welt Nabe; dieser Soma ist der Same des männlichen Rosses; dieser Brahman-Priester [?] ist der höchste Himmelsraum der Rede.

Wort für Wort
iyam
diese (Nom. Sg. f.)
vediḥ
Vedi, Ritualstätte (Nom. Sg.)
paraḥ
äußerstes (Nom. Sg.)
antaḥ
Ende (Nom. Sg.)
pṛthivyāḥ
der Erde (Gen. Sg.)
ayam
diese (Nom. Sg.)
yajñaḥ
Verehrungs-Weihehandlung (Nom. Sg.)
bhuvanasya
der Welt (Gen. Sg.)
nābhiḥ
Nabe (Nom. Sg.)
ayam
dieser (Nom. Sg.)
somaḥ
Soma (Nom. Sg.)
vṛṣṇaḥ
des männlichen (Gen. Sg.)
aśvasya
Rosses (Gen. Sg.)
retaḥ
Same (Nom. Sg.)
brahmā
Brahman-Priester (Nom. Sg.) [?]
ayam
dieser (Nom. Sg.)
vācaḥ
der Rede (Gen. Sg.)
paramam
höchster (Nom. Sg.)
v i-oma
Himmelsraum (Nom. Sg.; PP „v i-oma“ verschrieben)

saptārdhagarbhā bhuvanasya reto viṣṇostiṣṭhanti pradiśāvidharmaṇi / te dhītibhirmanasā te vipaścitaḥ paribhuvaḥ pari bhavanti viśvataḥ

Sieben Halbkeime, der Welt Same, stehen nach Viṣṇus Weisung im Auseinanderhalten [?]. Sie, mit Gedanken und Sinn, die Inspirations-Kundigen, umfassen (alles) ringsum von allen Seiten.

Wort für Wort
sapta
sieben
ardha-garbhāḥ
Halbkeime, Keime der Hälfte (Nom. Pl.) [?]
bhuvanasya
der Welt (Gen. Sg.)
retaḥ
Same (Nom. Sg.)
viṣṇoḥ
des Viṣṇu (Gen. Sg.)
tiṣṭhanti
sie stehen (3. Pl.)
pra-diśā
nach der Weisung, in der Richtung (Instr. Sg.)
vi-dharmaṇi
im Auseinanderhalten, in der Stützung (Lok. Sg.) [?]
te
sie (Nom. Pl.)
dhīti-bhiḥ
mit Gedanken (Instr. Pl.)
manasā
mit Sinn (Instr. Sg.)
te
sie (Nom. Pl.)
vipaḥ-citaḥ
inspirationskundig (Nom. Pl.)
pari-bhuvaḥ
umfassend (Nom. Pl.)
pari
rings (Präverb)
bhavanti
sie sind, werden (3. Pl.)
viśvataḥ
von allen Seiten

an vi jānāmi yadivedamasmi niṇyaḥ saṃnaddho manasā carāmi / yadā māgan prathamajā ṛtasyādid va[co aśnuve bhāgamasyāḥ

Ich erkenne nicht, was ich hier eigentlich bin: verborgen, gebunden wandle ich im Geist. Wenn die Erstgeborenen des Ṛta zu mir gekommen sind, dann erlange ich einen Anteil an dieser Rede.

Wort für Wort
na
nicht
vi
auseinander (Präverb)
jānāmi
ich erkenne (1. Sg.)
yat-iva
was auch immer, wie beschaffen
idam
dies (Akk. Sg. n.)
asmi
ich bin (1. Sg.)
niṇyaḥ
verborgen (Nom. Sg.)
sam-naddhaḥ
gebunden (Nom. Sg. Part.)
manasā
mit dem Geist (Instr. Sg.)
carāmi
ich wandle (1. Sg.)
yadā
wenn
mā
zu mir (Akk. Sg.)
ā
her (Präverb)
agan
kamen (3. Pl. Aor.)
prathama-jāḥ
die Erstgeborenen (Nom. Pl.)
ṛtasya
des Ṛta (Gen. Sg.)
āt
dann
it
eben
vācaḥ
der Rede (Gen. Sg.)
aśnuve
ich erlange (1. Sg. Med.)
bhāgam
Anteil (Akk. Sg.)
asyāḥ
dieser (Gen. Sg. f.)

apāṃ prāṃ eti svadhayā gṛbhīto 'martyo martyenā sayoniḥ / tā śaśvantā viṣūcīnā viyantā nyanyaṃ cikyurna nicikyuranyam

Abwärts, vorwärts geht er, von der Eigenkraft (svadhā) gehalten: unsterblich, mit dem Sterblichen aus demselben Schoß. Diese beiden, ewig, in verschiedene Richtungen auseinandergehend, haben den einen wahrgenommen, den anderen nicht wahrgenommen.

Wort für Wort
apāṅ
abwärts, rückwärts (Adv.)
prāṅ
vorwärts (Adv.)
eti
geht (3. Sg.)
svadhayā
von der Eigenkraft (Instr. Sg.)
gṛbhītaḥ
gehalten (Nom. Sg. Part.)
amartyaḥ
unsterblich (Nom. Sg.)
martyena
mit dem Sterblichen (Instr. Sg.)
sa-yoniḥ
aus demselben Schoß (Nom. Sg.)
tā
diese beiden (Nom. Du.)
śaśvantā
ewig (Nom. Du.)
viṣūcīnā
nach verschiedenen Richtungen (Nom. Du.)
vi-yantā
auseinandergehend (Nom. Du. Part.)
ni
hin (Präverb)
anyam
den einen (Akk. Sg.)
cikyuḥ
sie nahmen wahr (3. Pl. Perf.)
na
nicht
ni
hin (Präverb)
cikyuḥ
sie nahmen wahr (3. Pl. Perf.)
anyam
den anderen (Akk. Sg.)

ṛco akṣare parame vyoman yasmin devā adhi viśve niṣeduḥ / yastan na veda kim ṛcā kariṣyati ya it tad vidusta ime samāsate

Der Ṛc-Verse im höchsten Unvergänglichen/in der höchsten Silbe, im höchsten Himmelsraum, wo alle Götter sich niedergelassen haben: wer das nicht kennt, was wird er mit dem Vers tun? Die es kennen, die sitzen hier beisammen. [Anm.: akṣara = „Silbe“ oder „das Unvergängliche“; beide Lesarten möglich (plausibel).]

Wort für Wort
ṛcaḥ
der Verse (Gen. Sg./Pl.)
akṣare
in der Silbe, im Unvergänglichen (Lok. Sg.)
parame
im höchsten (Lok. Sg.)
vi-oman
im Himmelsraum (Lok. Sg.; PP „vi-oman“)
yasmin
worin (Lok. Sg.)
devāḥ
Götter (Nom. Pl.)
adhi
darauf (Präverb)
viśve
alle (Nom. Pl.)
ni-seduḥ
ließen sich nieder (3. Pl. Perf.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
tat
das (Akk. Sg. n.)
na
nicht
veda
kennt (3. Sg. Perf.)
kim
was
ṛcā
mit dem Vers (Instr. Sg.)
kariṣyati
wird tun (3. Sg. Fut.)
ye
die (Nom. Pl.)
it
eben
tat
das (Akk. Sg. n.)
viduḥ
sie kennen (3. Pl. Perf.)
te
sie (Nom. Pl.)
ime
diese (Nom. Pl.)
sam
zusammen (Präverb)
āsate
sie sitzen (3. Pl. Med.)

sūyavasād bhagavatī hi bhūyā atho vayaṃ bhagavantaḥ syāma / addhi tṛṇamaghnye viśvadānīṃ piba śuddhamudakamācarantī

Von guter Weide essend sollst du glückhaft [?] werden; und dann wollen auch wir glückhaft sein. Friss Gras, unantastbare Kuh, allezeit; trink klares Wasser, umherziehend.

Wort für Wort
suyavasa-at
gute Weide essend (Nom. Sg. f.)
bhaga-vatī
glückhaft, Anteil habend (Nom. Sg. f.)
hi
denn
bhūyāḥ
du sollst werden (2. Sg. Opt.)
atho iti
und dann
vayam
wir
bhaga-vantaḥ
glückhaft (Nom. Pl.)
syāma
wir wollen sein (1. Pl. Opt.)
addhi
friss (2. Sg. Imp.)
tṛṇam
Gras (Akk. Sg.)
aghnye
unantastbare Kuh (Vok. Sg. f.)
viśva-dānīm
allezeit
piba
trink (2. Sg. Imp.)
śuddham
klar, rein (Akk. Sg. n.)
udakam
Wasser (Akk. Sg.)
ācarantī
umherziehend (Nom. Sg. f. Part.)

gaurīrmimāya salilāni takṣatyekapadī dvipadī sā catuṣpadī / aṣṭāpadī navapadī babhūvuṣī sahasrākṣarā parame vyoman

Die Gaurī hat gebrüllt und formt die Wasserfluten; sie ist einfüßig, zweifüßig, vierfüßig, achtfüßig, neunfüßig geworden; tausendsilbig im höchsten Himmelsraum. [Anm.: Gaurī = „die Glänzende/Büffelkuh“; Deutung auf Rede, Wolke oder Wasser plausibel, nicht entschieden.]

Wort für Wort
gaurīḥ
Gaurī, die Glänzende (Nom. Sg.)
mimāya
brüllte, ließ ertönen (3. Sg. Perf.)
salilāni
Wasserfluten (Akk. Pl.)
takṣatī
formend, zimmernd (Nom. Sg. f. Part.)
eka-padī
einfüßig (Nom. Sg. f.)
dvi-padī
zweifüßig (Nom. Sg. f.)
sā
sie (Nom. Sg. f.)
catuḥ-padī
vierfüßig (Nom. Sg. f.)
aṣṭāpadī
achtfüßig (Nom. Sg. f.)
nava-padī
neunfüßig (Nom. Sg. f.)
babhūvuṣī
geworden (Nom. Sg. f. Part.)
sahasra-akṣarā
tausendsilbig (Nom. Sg. f.)
parame
im höchsten (Lok. Sg.)
vi-oman
im Himmelsraum (Lok. Sg.; PP „vi-oman“)

tasyāḥ samudrā adhi vi kṣaranti tena jīvanti pradiśaścatasraḥ / tataḥ kṣaratyakṣaraṃ tad viśvamupa jīvati

Von ihr strömen die Meere auseinander; davon leben die vier Weltgegenden. Von da strömt das Unvergängliche [Anm.: akṣara auch „Nichtströmendes“] herab; davon lebt das All.

Wort für Wort
tasyāḥ
von ihr (Abl. Sg. f.)
samudrāḥ
Meere (Nom. Pl.)
adhi
darauf, herab (Präverb)
vi
auseinander (Präverb)
kṣaranti
sie strömen (3. Pl.)
tena
davon (Instr. Sg. n.)
jīvanti
sie leben (3. Pl.)
pra-diśaḥ
Weltgegenden (Nom. Pl.)
catasraḥ
vier (Nom. Pl.)
tataḥ
von da (Adv.)
kṣarati
strömt (3. Sg.)
akṣaram
Unvergängliches, Nichtströmendes (Nom. Sg. n.)
tat
das (Nom. Sg. n.)
viśvam
All (Nom. Sg. n.)
upa
daran (Präverb)
jīvati
lebt (3. Sg.)

śakamayaṃ dhūmamārādapaśyaṃ viṣūvatā para enāvareṇa / ukṣāṇaṃ pṛśnimapacanta vīrāstāni dharmāṇi prathamānyāsan

Ich sah von fern einen Rauch aus Dung [?], (dort) jenseits mit diesem Unteren, der nach beiden Seiten auseinandergeht [?]. Den bespritzenden, gefleckten Stier haben die Männer gekocht; das waren die ersten Ordnungen (dharma). [Anm.: Rätselvers; rituelle Deutung (Kochen eines Stiers/Opfertiers) plausibel, Rauch-Bild kosmisch möglich.]

Wort für Wort
śaka-mayam
aus Dung/Mist bestehend (Akk. Sg.) [?]
dhūmam
Rauch (Akk. Sg.)
ārāt
von fern
apaśyam
ich sah (1. Sg. Impf.)
viṣu-vatā
mit dem nach beiden Seiten Gehenden, mit dem Gegensätzlichen (Instr. Sg.) [?]
paraḥ
jenseits (Adv.)
enā
mit diesem (Instr. Sg.)
avareṇa
mit dem Unteren (Instr. Sg.)
ukṣāṇam
Stier, Bespritzer (Akk. Sg.)
pṛśnim
gefleckt, bunt (Akk. Sg.)
apacanta
sie kochten (3. Pl. Impf. Med.)
vīrāḥ
Männer, Helden (Nom. Pl.)
tāni
diese (Nom. Pl. n.)
dharmāṇi
Ordnungen, Stützen (Nom. Pl.)
prathamāni
ersten (Nom. Pl. n.)
āsan
sie waren (3. Pl. Impf.)

trayaḥ keśina ṛtuthā vi cakṣate saṃvatsare vapata eka eṣām / viśvameko abhi caṣṭe śacībhirdhrājirekasya dadṛśena rūpam

Drei Langhaarige schauen nach den Jahreszeiten auseinander; im Jahr lässt sich einer von ihnen scheren [?]. Einer überblickt das All mit (seinen) Kräften; der Schwung des einen ist zu sehen, nicht seine Gestalt. [Anm.: Deutung auf Agni–Vāyu–Sūrya als Feuer, Wind, Sonne ist plausibel.]

Wort für Wort
trayaḥ
drei (Nom. Pl.)
keśinaḥ
langhaarig (Nom. Pl.)
ṛtu-thā
nach Jahreszeiten (Adv.)
vi
auseinander (Präverb)
cakṣate
sie schauen (3. Pl. Med.)
saṃvatsare
im Jahr (Lok. Sg.)
vapate
scheren sich, streuen (3. Sg. Med.) [?]
ekaḥ
einer (Nom. Sg.)
eṣām
von ihnen (Gen. Pl.)
viśvam
All (Akk. Sg.)
ekaḥ
einer (Nom. Sg.)
abhi
hin (Präverb)
caṣṭe
überschaut (3. Sg. Med.)
śacībhiḥ
mit Kräften (Instr. Pl.)
dhrājiḥ
Schwung, Schnellen (Nom. Sg.)
ekasya
des einen (Gen. Sg.)
dadṛśe
wird gesehen (3. Sg. Aor. Pass.)
na
nicht
rūpam
Gestalt (Nom. Sg.)

catvāri vāk parimitā padāni tāni vidurbrāhmaṇā ye manīṣiṇaḥ / guhā trīṇi nihitā neṅgayanti turīyaṃ vāco manuṣyā vadanti

Vier sind die abgemessenen Stufen der Rede; die kennen die Brahman-Kundigen, die Weisen. Drei, im Verborgenen niedergelegt, setzen sie nicht in Bewegung; das vierte der Rede sprechen die Menschen.

Wort für Wort
catvāri
vier (Nom. Pl. n.)
vāk
Rede (Nom. Sg.)
pari-mitā
abgemessen (Nom. Pl. n. Part.)
padāni
Stufen, Schritte (Nom. Pl.)
tāni
die (Akk. Pl. n.)
viduḥ
sie kennen (3. Pl. Perf.)
brāhmaṇāḥ
Brahman-Kundige, Brāhmaṇas (Nom. Pl.)
ye
die (Nom. Pl.)
manīṣiṇaḥ
Weise, Gedankenkundige (Nom. Pl.)
guhā
im Verborgenen (Lok. Sg.)
trīṇi
drei (Nom. Pl. n.)
ni-hitā
niedergelegt (Nom. Pl. n.)
na
nicht
iṅgayanti
sie setzen in Bewegung (3. Pl.)
turīyam
das vierte (Akk. Sg.)
vācaḥ
der Rede (Gen. Sg.)
manuṣyāḥ
Menschen (Nom. Pl.)
vadanti
sie sprechen (3. Pl.)

indraṃ mitraṃ varuṇamagnimāhuratho divyaḥ sa suparṇo garutmān / ekaṃ sad viprā bahudhā vadantyagniṃ yamaṃ mātariśvānamāhuḥ

Indra, Mitra, Varuṇa, Agni nennen sie; und auch jener himmlische Schönbeschwingte, Garutmant. Das Eine Seiende nennen die Redekundigen vielfältig: Agni, Yama, Mātariśvan nennen sie es.

Wort für Wort
indram
Indra (Akk. Sg.)
mitram
Mitra (Akk. Sg.)
varuṇam
Varuṇa (Akk. Sg.)
agnim
Agni (Akk. Sg.)
āhuḥ
sie nennen (3. Pl. Perf.)
atho iti
und dann, auch
divyaḥ
himmlisch (Nom. Sg.)
saḥ
jener (Nom. Sg.)
su-parṇaḥ
schönbeschwingt (Nom. Sg.)
garutmān
Garutmant, Geflügelter (Nom. Sg.)
ekam
das Eine (Akk. Sg. n.)
sat
Seiende(s) (Akk. Sg. n. Part.)
viprāḥ
Inspirierte, Redekundige (Nom. Pl.)
bahu-dhā
vielfältig
vadanti
sie sprechen (3. Pl.)
agnim
Agni (Akk. Sg.)
yamam
Yama (Akk. Sg.)
mātariśvānam
Mātariśvan (Akk. Sg.)
āhuḥ
sie nennen (3. Pl. Perf.)

kṛṣṇaṃ niyānaṃ harayaḥ suparṇā apo vasānā divamut patanti / ta āvavṛtran sadanād ṛtasyādid ghṛtena pṛthivī vyudyate

Die falben Schönbeschwingten, (zum) dunklen Niedergang/Einkehrort [?], in Wasser gekleidet, fliegen zum Himmel auf. Sie sind vom Sitz des Ṛta zurückgekehrt; dann wird die Erde mit Schmalz/Fett benetzt. [Anm.: Regen-Bild (Wasser als Gewand, Fett = Regen) plausibel.]

Wort für Wort
kṛṣṇam
dunkel, schwarz (Akk. Sg.)
ni-yānam
Niedergang, Einkehr (Akk. Sg.) [?]
harayaḥ
falb, goldgelb (Nom. Pl.)
su-parṇāḥ
schönbeschwingt (Nom. Pl.)
apaḥ
Wasser (Akk. Pl.)
vasānāḥ
gekleidet (Nom. Pl. Part.)
divam
Himmel (Akk. Sg.)
ut
hinauf (Präverb)
patanti
sie fliegen (3. Pl.)
te
sie (Nom. Pl.)
ā
her (Präverb)
avavṛtran
sie kehrten zurück (3. Pl. Aor.)
sadanāt
vom Sitz (Abl. Sg.)
ṛtasya
des Ṛta (Gen. Sg.)
āt
dann
it
eben
ghṛtena
mit Schmalz/Fett (Instr. Sg.)
pṛthivī
Erde (Nom. Sg.)
vi
ganz (Präverb)
udyate
wird benetzt (3. Sg. Pass.)

dvādaśa pradhayaścakramekaṃ trīṇi nabhyāni ka u tacciketa / tasmin sākaṃ triśatā na śaṅkavo 'rpitāḥ ṣaṣṭirna calācalāsaḥ

Zwölf Radfelgen, ein Rad, drei Naben – wer hat das erkannt? Darauf sind zugleich dreihundert wie Pflöcke befestigt, und sechzig, bewegliche. [Anm.: PP nur als Rest überliefert (nur ab „iti tat ciketa“); Übersetzung folgt dem Saṃhitā-Text. 360 = Tage des Jahres (plausibel).]

Wort für Wort
iti
so, Zitatpartikel (PP-Rest; PP unvollständig) [?]
tat
das (Akk. Sg. n.)
ciketa
erkannte, bemerkte (3. Sg. Perf.)
tasmin
darauf (Lok. Sg.)
sākam
zugleich
tri-śatāḥ
dreihundert (Nom. Pl.)
na
wie
śaṅkavaḥ
Pflöcke (Nom. Pl.)
arpitāḥ
befestigt (Nom. Pl. Part.)
ṣaṣṭiḥ
sechzig (Nom. Sg.)
na
wie/und
calācalāsaḥ
beweglich, unstet (Nom. Pl.)

yaste stanaḥ śaśayo yo mayobhūryena viśvā puṣyasi vāryāṇi / yo ratnadhā vasuvid yaḥ sudatraḥ sarasvati tamiha dhātave kaḥ

Deine Brust, die strotzende, die Wohlbefinden schafft, mit der du alles Wünschenswerte nährst, die Schätze verleiht, Güter findet, gut gibt – Sarasvatī, diese lege/gib hier zum Saugen hin!

Wort für Wort
yaḥ
die (Nom. Sg.)
te
deine (Gen. Sg.)
stanaḥ ḥ śaśayaḥ
Brust; strotzend, schwellend (Nom. Sg.) [PP-Token verbunden]
yaḥ
die (Nom. Sg.)
mayaḥ-bhūḥ
Wohlbefinden schaffend (Nom. Sg.)
yena
mit der (Instr. Sg.)
viśvā
alles (Akk. Pl. n.)
puṣyasi
du nährst (2. Sg.)
vāryāṇi
Wünschenswerte (Akk. Pl. n.)
yaḥ
die (Nom. Sg.)
ratna-dhāḥ
Schätze verleihend (Nom. Sg.)
vasu-vit
Güter findend (Nom. Sg.)
yaḥ
die (Nom. Sg.)
su-datraḥ
gut gebend (Nom. Sg.)
sarasvati
Sarasvatī (Vok. Sg.)
tam
diese (Akk. Sg.)
iha
hier
dhātave
zum Saugen (Dat. Inf.)
karitikaḥ
gib, lege (2. Sg. Inj.; PP „kariti kaḥ“ verderbt) [?]

yajñena yajñamayajanta devāstani dharmāṇi prathamānyāsan / te ha nākaṃ mahimānaḥ sacanta yatra pūrve sādhyāḥ santi devāḥ

Mit der Verehrungs-Weihehandlung verehrten die Götter die Verehrungs-Weihehandlung; das waren die ersten Ordnungen (dharma). Diese Großen gelangten zum Himmelsgewölbe, wo die früheren Sādhyas, die Götter, sind.

Wort für Wort
yajñena
mit der Verehrungs-Weihehandlung (Instr. Sg.)
yajñam
Verehrungs-Weihehandlung (Akk. Sg.)
ayajanta
sie verehrten (3. Pl. Impf. Med.)
devāḥ
Götter (Nom. Pl.)
tāni
diese (Nom. Pl. n.)
dharmāṇi
Ordnungen, Stützen (Nom. Pl.)
prathamāni
ersten (Nom. Pl. n.)
āsan
sie waren (3. Pl. Impf.)
te
sie (Nom. Pl.)
ha
fürwahr
nākam
Himmelsgewölbe (Akk. Sg.)
mahimānaḥ
die Großen, an Größe (Nom. Pl.)
sacanta
sie gelangten, folgten (3. Pl. Med.)
yatra
wo
pūrve
frühere (Nom. Pl.)
sādhyāḥ
Sādhyas (Nom. Pl.)
santi
sie sind (3. Pl.)
devāḥ
Götter (Nom. Pl.)

samānametadudakamuccaityava cāhabhiḥ / bhūmiṃ parjanyā jinvanti divaṃ jinvantyagnayaḥ

Dies Wasser ist dasselbe; es steigt auf und kehrt herab mit den Tagen. Die Regenwolken erquicken die Erde, die Feuer erquicken den Himmel.

Wort für Wort
samānam
dasselbe, gemeinsam (Nom. Sg. n.)
etat
dies (Nom. Sg. n.)
udakam
Wasser (Nom. Sg.)
ut
hinauf (Präverb)
ca
und
eti
geht (3. Sg.)
ava
herab (Präverb)
ca
und
aha-bhiḥ
mit den Tagen (Instr. Pl.)
bhūmim
Erde (Akk. Sg.)
parjanyāḥ
Regenwolken, Regengötter (Nom. Pl.)
j invanti
sie erquicken (3. Pl.; PP „j invanti“)
divam
Himmel (Akk. Sg.)
jinvanti
sie erquicken (3. Pl.)
agnayaḥ
Feuer (Nom. Pl.)

divyaṃ suparṇaṃ vāyasaṃ bṛhantamapāṃ garbhaṃ darśatamoṣadhīnām / abhīpato vṛṣṭibhistarpayantaṃ sarasvantamavase johavīmi

Den himmlischen Schönbeschwingten, den Vogel, den Großen, den Keim der Wasser, den Anblickswerten der Pflanzen, der die Herzueilenden mit Regengüssen sättigt: den Sarasvant rufe ich eindringlich zur Hilfe.

Wort für Wort
divyam
himmlisch (Akk. Sg.)
su-parṇam
schönbeschwingt (Akk. Sg.)
vāyasam
Vogel, Geflügelter (Akk. Sg.)
bṛhantam
groß (Akk. Sg.)
apām
der Wasser (Gen. Pl.)
garbham
Keim (Akk. Sg.)
darśatam
anblickswert (Akk. Sg.)
oṣadhīnām
der Pflanzen (Gen. Pl.)
abhīpataḥ
die Herzueilenden (Akk. Pl.) [?]
vṛṣṭi-bhiḥ
mit Regengüssen (Instr. Pl.)
tarpayantam
sättigend (Akk. Sg. Part.)
sarasvantam
Sarasvant (Akk. Sg.)
avase
zur Hilfe (Dat. Sg.)
johavīm i
ich rufe eindringlich (1. Sg. Intens.; PP „johavīm i“)

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks