Kapitel 153: ṛgvede 1.153 · yajāmahe vāṃ mahaḥ sajoṣā havyebhirmitrāvaruṇā namobhiḥ
Mitra und Varuṇa: Verehrung mit Schmalz, Milch und Somasaft
Kurzes Verehrungslied an Mitra und Varuṇa mit Aufzählung der Gaben (Opferspeisen, Schmalz, Milch der Aditi-Kuh, Somasaft). Bildrede: Aditi als Milchkuh.
yajāmahe vāṃ mahaḥ sajoṣā havyebhirmitrāvaruṇā namobhiḥ / ghṛtairghṛtasnū adha yad vāmasme adhvaryavo na dhītibhirbharanti
Wir verehren euch, Mitra und Varuṇa, einträchtig mit Opfergaben, mit Verbeugungen, mit Schmalz, ihr Schmalz-Rückigen [?]; dann, wenn die Adhvaryus [euch] für uns wie mit Andachten herbeitragen.
Wort für Wort
yajāmahe
wir verehren (1. Pl. Med.)
vām
euch beiden (Akk. Du.)
mahaḥ
groß (Adv./Gen.)
sa-joṣāḥ
einträchtig (Nom. Pl.)
havyebhiḥ
mit Opfergaben (Instr. Pl.)
mitrāvaruṇā
Mitra und Varuṇa (Vok. Du.)
namaḥ-bhiḥ
mit Verbeugungen (Instr. Pl.)
ghṛtaiḥ
mit Schmalz (Instr. Pl.)
ghṛtasnūitighṛta-snū
Schmalz-Rückige, von Schmalz triefend (Vok. Du.) [?]
prastutirvāṃ dhāma na prayuktirayāmi mitrāvaruṇā suvṛktiḥ / anakti yad vāṃ vidatheṣu hotā sumnaṃ vāṃ sūrirvṛṣaṇāviyakṣan
Die Preisrede, wie eine Wohnstatt, die Anspannung [des Gedichts] ist euch, Mitra und Varuṇa, mit gutem Lobspruch dargebracht; wenn der Rufer euch in den Versammlungen salbt, möge der Sänger euer Wohlwollen erlangen wollen, ihr Stiere.
pīpāya dhenuraditirṛtāya janāya mitrāvaruṇā havirde / hinoti yad vāṃ vidathe saparyan sa rātahavyo mānuṣo na hotā
Die Kuh Aditi ist für das Ṛta angeschwollen, für den Menschen, der Opferspeise gibt, Mitra und Varuṇa; wenn er in der Versammlung dienend [euch] antreibt, so ist er der, dessen Opfergabe gegeben ist, wie ein menschlicher Rufer.
uta vāṃ vikṣu madyāsvandho gāva āpaśca pīpayanta devīḥ / uto no asya pūrvyaḥ patirdan vītaṃ pātaṃ payasa usriyāyāḥ
Und euch mögen in den Sippen die berauschenden Somasäfte, die Kühe und die göttlichen Wasser laben; und unser früherer Hausherr soll dies [?] geben; genießt und trinkt die Milch der rötlichen Kuh.