Kapitel 146: ṛgvede 1.146 · trimūrdhānaṃ saptaraśmiṃ gṛṇīṣe 'nūnamagniṃ pitrorupasthe
Agni, der dreiköpfige Siebenstrahlige, zwischen Himmel und Erde
Rätselhaftes Preislied auf Agni als kosmische Gestalt zwischen den beiden Eltern (Himmel und Erde); Bildrede von Stier, Kuhmüttern und Kalb. Vers 4 und 5 sind syntaktisch schwierig.
Den Dreiköpfigen, Siebenstrahligen preise ich, den unverkürzten [?] Agni, der im Schoß der beiden Eltern sitzt, [Sitzender] dieses Beweglichen und Festen, der alle Lichträume des Himmels erfüllt hat.
ukṣā mahānabhi vavakṣa ene ajarastasthāvitaūtirṛṣvaḥ / urvyāḥ pado ni dadhāti sānau rihantyūdho aruṣāso asya
Der große Stier ist zu diesen beiden hin erstarkt [?]; unalternd stand er da, erhaben, dessen Hilfe von hier kommt [?]. Die Fußspuren setzt er nieder auf dem Rücken der Weiten; seine rötlichen (Flammen) lecken das Euter. [Anm.: Stier = Agni, die beiden = Himmel und Erde, Euter = wohl die Erde; plausibel.]
Zu einem gemeinsamen Kalb hin gehen die beiden Kuhmütter zusammen und gehen doch nach allen Seiten auseinander, wohlgestaltet [?]; unumgängliche Wege messend, alle Zeichen im Großen tragend [?]. [Anm.: Die beiden Kühe = Himmel und Erde (plausibel), das Kalb = Agni.]
Die besonnenen Seher führen (ihn) zur Stätte, jeweils mit dem Herzen den Unalternden hütend; gewinnen wollend blickten sie ringsum zum Strom hin; für diese wurde die Sonne sichtbar (für) die Männer [?]. [Anm.: Der Schluss (sūryo nṝn) ist unsicher; ,Sonne‘ könnte auch Agni meinen.]
Sehenswert ringsum in den Bahnen, siegreich, preisenswert für den Großen [?] und den Kleinen zum Leben — als er vielfältig wurde, war er fürwahr der Erzeuger [?] für diese Leibesfrüchte, der Gabenreiche, von allen Gesehene.