Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 1

Kapitel 86: ṛgvede 1.86 · maruto yasya hi kṣaye pāthā divo vimahasaḥ Wer die Marut bei sich hat, ist wohlgeschützt

Anrufung der Marut: Wer sie verehrt, ist geborgen und wird reich; am Ende die Bitte, Unholde mit Blitzen zu durchbohren und Licht zu schaffen. 1.86.5 ist syntaktisch schwer zu fassen.

maruto yasya hi kṣaye pāthā divo vimahasaḥ / sa sugopātamo janaḥ

Der Mensch, in dessen Wohnstatt ihr, Marut, ihr weithin mächtigen Himmelsleute, schützt [Anm.: pātha auch 'trinkt' möglich], der ist der bestbehütete Mensch.

Wort für Wort
marutaḥ
Marut (Vok. Pl.)
yasya
dessen (Gen. Sg.)
hi
denn
kṣaye
in der Wohnstatt (Lok. Sg.)
pātha
ihr schützt (2. Pl.) [?]
divaḥ
des Himmels (Gen. Sg.)
vi-mahasaḥ
weithin mächtig (Vok. Pl.)
saḥ
der (Nom. Sg.)
su-gopātamaḥ
am besten behütet (Nom. Sg.)
janaḥ
Mensch (Nom. Sg.)

yajñairvā yajñavāhaso viprasya vā matīnām / marutaḥ śṛṇutā havam

Ob durch Weihehandlungen, ihr Weihehandlungen Herbeiführende, oder durch die Gedanken des Weisen: hört, Marut, den Ruf.

Wort für Wort
yajñaiḥ
durch Weihehandlungen (Instr. Pl.)
vā
oder
yajña-vāhasaḥ
Weihehandlungen herbeiführend (Vok. Pl.)
viprasya
des Weisen (Gen. Sg.)
vā
oder
matīnām
der Gedanken (Gen. Pl.)
marutaḥ
Marut (Vok. Pl.)
śṛṇuta
hört (2. Pl. Imp.)
havam
Ruf (Akk. Sg.)

uta vā yasya vājino 'nu vipramatakṣata / sa gantā gomativraje

Oder wessen kraftvolle Rosse (die Kraftvollen) den Weisen nach [?] gezimmert haben – der wird zum rinderreichen Pferch gelangen. [Anm.: Bezug von vājinaḥ und Sinn von anu ... atakṣata unsicher.]

Wort für Wort
uta
auch (Partikel)
vā
oder
yasya
dessen (Gen. Sg.)
vājinaḥ
Kraftvolle, Rosse (Nom. Pl.)
anu
nach, entlang (Präp.)
vipram
Weiser (Akk. Sg.)
atakṣata
sie zimmerten, bildeten (3. Pl. Impf. Med.) [?]
saḥ
der (Nom. Sg.)
gantā
Gehender, wird gehen (Nom. Sg.)
go--mati
rinderreich (Lok. Sg.)
vraje
im Pferch (Lok. Sg.)

asya vīrasya barhiṣi sutaḥ somo diviṣṭiṣu / ukthaṃ madaśca śasyate

Für diesen Helden ist auf dem Ligerstreu der Soma gepresst bei den Himmelszügen [?]; Lobspruch und Rausch werden gepriesen.

Wort für Wort
asya
dieses (Gen. Sg.)
vīrasya
des Helden (Gen. Sg.)
barhiṣi
auf dem Ligerstreu (Lok. Sg.)
sutaḥ
gepresst (Part. Nom. Sg.)
somaḥ
Soma (Nom. Sg.)
diviṣṭiṣu
bei den Himmelsstrebungen (Lok. Pl.) [?]
uktham
Lobspruch (Nom. Sg.)
madaḥ
Rausch (Nom. Sg.)
ca
und
śasyate
wird gepriesen (3. Sg. Pass.)

asya śroṣantvā bhuvo viśvā yaścarṣaṇīrabhi / sūraṃ cit sasruṣīriṣaḥ

Auf ihn [Anm.: Deutung unsicher] sollen sie hören; du seiest (ā bhuvaḥ) [?], der alle Völker ... sogar der Sonne zuströmende Labungen. [Anm.: Der Vers ist syntaktisch nicht sicher zu gliedern; mögliche Lesart: 'Seinem Ruf sollen sie lauschen, der über alle Völker [gebietet], sogar die zur Sonne strömenden Labungen [ihm zufließen]'.]

Wort für Wort
asya
dieses (Gen. Sg.)
śroṣantu
sie sollen hören (3. Pl. Subj./Imp.)
ā
her (Präverb)
bhuvaḥ
du wurdest, seiest (2. Sg. Inj.) [?]
viśvāḥ
alle (Akk. Pl. f.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
carṣaṇīḥ
Völker, Menschen (Akk. Pl.)
abhi
über, gegen (Präverb)
sūram
Sonne (Akk. Sg.)
cit
sogar
sasruṣīḥ
strömend (Part. Akk. Pl. f.)
iṣaḥ
Labungen, Stärkungen (Akk. Pl.)

pūrvībhirhi dadāśima śaradbhirmaruto vayam / avobhiścarṣaṇīnām

Denn viele Herbste lang haben wir euch gedient, Marut, wir, mit den Hilfen [?] der Völker.

Wort für Wort
pūrvībhiḥ
mit vielen (Instr. Pl. f.)
hi
denn
dadāśima
wir haben gedient, geehrt (1. Pl. Perf.)
śarat-bhiḥ
mit Herbsten, Jahren (Instr. Pl.)
marutaḥ
Marut (Vok. Pl.)
vayam
wir (Nom. Pl.)
avaḥ-bhiḥ
mit Hilfen (Instr. Pl.)
carṣaṇīnām
der Völker (Gen. Pl.)

subhagaḥ sa prayajyavo maruto astu martyaḥ / yasya prayāṃsiparṣatha

Glücklich soll jener Sterbliche sein, ihr Marut, ihr Verehrungswürdigen, dem ihr die Labungen zuführt.

Wort für Wort
su-bhagaḥ
glücklich, mit gutem Anteil (Nom. Sg.)
saḥ
der (Nom. Sg.)
pra-yajyavaḥ
ihr Verehrungswürdigen (Vok. Pl.)
marutaḥ
Marut (Vok. Pl.)
astu
er soll sein (3. Sg. Imp.)
martyaḥ
Sterblicher (Nom. Sg.)
yasya
dessen (Gen. Sg.)
prayāṃsi
Labungen, Genüsse (Akk. Pl.)
parṣatha
ihr führt hinüber, erfüllt (2. Pl.)

śaśamānasya vā naraḥ svedasya satyaśavasaḥ / vidā kāmasyavenataḥ

Erkennt, ihr Männer, ihr wahrhaft Starken, den Wunsch des sich Mühenden, des Schwitzenden, des Sehnenden.

Wort für Wort
śaśamānasya
des sich Mühenden (Gen. Sg.)
vā
oder
naraḥ
Männer (Vok. Pl.)
svedasya
des Schweiß-Vergießenden (Gen. Sg.)
satya-śavasaḥ
wahrhaft stark (Vok. Pl.)
vida
erkennt (2. Pl. Imp.)
kāmasya
Wunsch (Gen. Sg.)
venataḥ
des Verlangenden (Gen. Sg.)

yūyaṃ tat satyaśavasa āviṣ karta mahitvanā / vidhyatā vidyutā rakṣaḥ

Ihr, wahrhaft Starke, macht dies durch eure Größe offenbar: durchbohrt mit dem Blitz den Unhold (das Unwesen).

Wort für Wort
yūyam
ihr (Nom. Pl.)
tat
das (Akk. Sg. n.)
satya-śavasaḥ
wahrhaft stark (Vok. Pl.)
āviḥ
offenbar (Adv.)
karta
macht (2. Pl. Imp.)
mahi-tvanā
durch Größe (Instr. Sg.)
vidhyata
durchbohrt (2. Pl. Imp.)
vi-dyutā
mit dem Blitz (Instr. Sg.)
rakṣaḥ
Unhold, Schädigung (Akk. Sg.)

gūhatā guhyaṃ tamo vi yāta viśvamatriṇam / jyotiṣ kartā yaduśmasi

Verbergt das Verbergbare, die Finsternis; fahrt auseinander gegen jeden Fresser; schafft Licht, das wir begehren.

Wort für Wort
gūhata
verbergt (2. Pl. Imp.)
guhyam
das Verbergbare (Akk. Sg. n.)
tamaḥ
Finsternis (Akk. Sg.)
vi
auseinander (Präverb)
yāta
fahrt (2. Pl. Imp.)
viśvam
jeden (Akk. Sg.)
atriṇam
Fresser (Akk. Sg.)
jyotiḥ
Licht (Akk. Sg.)
karta
macht (2. Pl. Imp.)
yat
das, was (Akk. Sg. n.)
uśmas i
wir begehren (1. Pl.) [Token getrennt: uśmas i]

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