Kapitel 100: ṛgvede 1.100 · sa yo vṛṣā vṛṣṇyebhiḥ samokā maho divaḥ pṛthivyāścasamrāṭ
Preis Indras, des Marut-Begleiteten, als Helfer im Kampf
Neunzehn Verse mit dem Kehrreim „Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein“; Indra wird als stiergewaltiger Kämpfer, Vṛtra-Töter und Gewinner von Sonne, Wassern und Feld gepriesen. Schwierig sind satīna-satvan (1), camrīṣa (12), smat (13) und die Stutenstrophe 16; die Verse 16–17 nennen Ṛjrāśva und die Vārṣāgira-Namen, die 18. Strophe schließt mit Sieg über Dasyus.
sa yo vṛṣā vṛṣṇyebhiḥ samokā maho divaḥ pṛthivyāścasamrāṭ / satīnasatvā havyo bhareṣu marutvān no bhavatvindra ūtī
Er, der Stier mit Stierkräften, der Mitbewohner (der Marut), der Oberherr über den großen Himmel und die Erde, / der satīna-Kämpfer [?], im Kampf anzurufen: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein. [Anm.: satīna-satvan ist unklar; „Feinde/Fluten niederwerfender Kämpfer“ wäre eine Möglichkeit.]
Dessen unerreichter Zug ist wie der der Sonne; in Kampf um Kampf ist er die Vṛtra-tötende Kraft, / der stiergewaltigste mit seinen eigenen Gefährten, den Schnellen [?]: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein.
Dessen Pfade gehen, ergiebig wie der Samen des Himmels [?], mit Kraft, unumgehbar; / er überwindet den Hass, der Überwältiger mit Mannestaten: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein. [Anm.: „Samen des Himmels“ = Regen ist plausibel, aber nicht sicher.]
so aṅgirobhiraṅgirastamo bhūd vṛṣā vṛṣabhiḥ sakhibhiḥ sakhā san / ṛgmibhirṛgmī gātubhirjyeṣṭho ma...
Er wurde mit den Aṅgiras der aṅgirashafteste, Stier mit Stieren, Freund mit Freunden, / mit den Jubelnden der Jubelnde, mit den Wegkundigen der Erste: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein. [Anm.: ṛgmin = strahlend/jubelnd; gātu = Weg.]
sa sūnubhirna rudrebhirṛbhvā nṛṣāhye sāsahvānamitrān / sanīḷebhiḥ śravasyāni tūrvan ma...
Er, wie mit Söhnen, mit den Rudras, der Geschickte, hat im Männerkampf die Feinde überwältigt, / mit den Nestgenossen Ruhmestaten durchdringend: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein.
sa manyumīḥ samadanasya kartāsmākebhirnṛbhiḥ sūryaṃ sanat / asminnahan satpatiḥ puruhūto ma...
Er, der Zornzerstörer, der Macher des Rauschgetümmels, gewann mit unseren Männern die Sonne; / an diesem Tag ist er der Herr der Guten, der Vielgerufene: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein.
Ihn ließen die Hilfen jubeln im Heldenkampf [?]; ihn machen die Siedler zum Schützer des sicheren Besitzes; / er allein ist Herr über alles Tun [?]: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein.
Ihn erlangten die Männer um der Kraft willen bei den Aufbrüchen, den Mann zur Hilfe, ihn zum Gewinn [?]; / er fand selbst im blinden Dunkel das Licht: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein.
sa savyena yamati vrādhataścit sa dakṣiṇe saṃgṛbhītā kṛtāni / sa kīriṇā cit sanitā dhanāni ma...
Er hält mit der Linken selbst die Kühnen im Zaum; in der Rechten sind die (Beute-)Taten zusammengegriffen; / er ist auch durch den Sänger ein Gewinner von Gütern: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein. [Anm.: kṛtāni „Getanes“ hier als Ergebnisse/Beutestücke gedeutet [?].]
sa grāmebhiḥ sanitā sa rathebhirvide viśvābhiḥ kṛṣṭibhirnvadya / sa pauṃsyebhirabhibhūraśastīrma...
Er ist Gewinner mit den Heerhaufen, er mit den Wagen; er ist jetzt bei allen Völkern bekannt; / er ist mit Mannestaten der Überwinder der Schmähungen: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein.
Er, wenn er mit Verwandten im Kampfpreis zusammentrifft oder mit Nicht-Verwandten, der Vielgerufene, mit seinen Gängern, / zum Gewinn der Wasser, der Nachkommen, der Nachkommenschaft: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein. [Anm.: mīḷha = Kampfpreis/Wettstreit; apām tokasya tanayasya = „Wasser, Kind und Kindeskind“ als Gewinnziele.]
sa vajrabhṛd dasyuhā bhīma ugraḥ sahasracetāḥ śatanīthaṛbhvā / camrīṣo na śavasā pāñcajanyo ma...
Er, der Keulenträger, Dasyu-Töter, furchtbar, gewaltig, tausendfach einsichtig, hundertfach wegekundig [?], der Geschickte, / wie ein camrīṣa [?] durch Kraft, den fünf Stämmen zugehörig: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein. [Anm.: camrīṣa unklar (etwa „Schalenfüller“?); nīthā = Weg/Weise/Lied.]
Dessen Keule brüllt [smat?], sonnengewinnend, funkelnd, ein Gebrüll wie das des Himmels, werkgewaltig; / ihn begleiten die Gewinne, ihn die Güter: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein. [Anm.: smat ist unklar; hier als Partikel („fürwahr“) offen gelassen.]
Dessen unaufhörliches Maß und dessen Lobspruch umfasst mit Kraft die beiden Welten von allen Seiten [?]; / er soll uns hinüberbringen, sich erfreuend an den Einsichtskräften: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein. [Anm.: Konstruktion unsicher; mānam uktham als Objekte oder Subjekte lesbar.]
na yasya devā devatā na martā āpaścana śavaso antamāpuḥ / sa prarikvā tvakṣasā kṣmo divaśca ma...
Dessen Kraft Ende erreichten weder die Götter in ihrer Göttlichkeit noch die Sterblichen, nicht einmal die Wasser; / er überragt durch Schaffenskraft Erde und Himmel: Marutvān-Indra soll uns zur Hilfe sein.
Die rötliche, die dunkle, die berauschend Glänzende [?], die Blesse tragende, die Himmelsbenetzende, zum Reichtum des Ṛjrāśva, / die einen stierbespannten Wagen an den Deichseln trägt, ward als Erfreuende unter den Nahuṣa-Stämmen bemerkt. [Anm.: Bezug unklar: (Stuten) des Ṛjrāśva oder Marut-Gefährtin; sumad-aṃśu ungesichert.]
Wort für Wort
rohit
rötlich (Nom. Sg. f.)
śyāvā
dunkel (Nom. Sg. f.)
sumat-aṃśuḥ
berauschend-strahlend [?] (Nom. Sg. f.)
lalāmīḥ
mit Blesse (Nom. Sg. f.)
dyukṣā
himmelbenetzend, im Himmel strahlend [?] (Nom. Sg. f.)
Dies jenes Lied für dich, Indra, den Stier: die Vārṣāgira singen (dir) die Gabe zu: / Ṛjrāśva mit den Beipferden, Ambarīṣa, Sahadeva, Bhayamāna, Surādhas. [Anm.: Namen der Vārṣāgira-Fürsten; praṣṭi = Beipferd/Vorspann [?].]
dasyūñchimyūṃśca puruhūta evairhatvā pṛthivyāṃ śarvā ni barhīt / sanat kṣetraṃ sakhibhiḥ śvitnyebhiḥ sanatsūryaṃ sanadapaḥ suvajraḥ
Die Dasyus und die Śimyus hat der Vielgerufene mit seinen Gängern erschlagen, hat sie auf der Erde mit dem Geschoss niedergestreckt; / er gewann das Feld mit den hellen Gefährten, gewann die Sonne, gewann die Wasser, der mit guter Keule. [Anm.: śarvā „Geschoss“ [?].]
viśvāhendro adhivaktā no astvaparihvṛtāḥ sanuyāma vājam / tan no ...
An allen Tagen soll Indra unser Fürsprecher sein; unbeugsam mögen wir den Kampfpreis gewinnen. / Das sollen uns Mitra und Varuṇa gewähren, Aditi, Sindhu, Erde und Himmel.