Kapitel 33: ṛgvede 1.33 · etāyāmopa gavyanta indramasmākaṃ su pramatiṃ vāvṛdhāti
Indras Kämpfe gegen die Nicht-Verehrenden, mit der Bitte um Rinder
Bitte an Indra um Rinder und Reichtum (1–3), dann Rückblick auf seine Siege über Dasyus, Nicht-Weihende und Dämonen (4–13), zuletzt Beispiele früherer Hilfe für Einzelne (14–15). Viele Eigennamen und Bildworte (navagvāḥ, ayātayanta, citayantaḥ, vedanā) sind unsicher; Rinder/Licht in Vers 10 sind Bildrede.
Kommt, wir wollen zu Indra hingehen, wir Rinderverlangenden; er soll unseren Bedacht [pramati; ?] gut stärken. / Unbezwungen [ist er]; gewiss [kuvit; ?] wird er uns dann das höchste Zeichen [ketu] seines Rinderreichtums zuwenden.
upedahaṃ dhanadāmapratītaṃ juṣṭaṃ na śyeno vasatimpatāmi / indraṃ namasyannupamebhirarkairyaḥ stotṛbhyo havyo asti yāman
Wahrlich, ich fliege zu dem Reichtumsgeber, dem, dem niemand entgegentritt, wie ein Falke zum geliebten Nest, / Indra verehrend mit höchsten Sangesliedern, der den Sängern auf dem Zug anrufbar ist.
Der Herr [aryaḥ] mit seinem ganzen Heer hat die Köcher(träger) [ni asakta: ?] niedergehängt/unterworfen [?]; er treibt die Rinder zusammen, wessen er begehrt. / Indra, [gib] viel Kostbares, [du,] der du laut rufst/lockst [coṣkūyamāṇa: ?]; sei uns gegenüber kein Paṇi [Geizhals], Hochgewachsener! [Anm.: Zeilenbau und Bedeutung von ni asakta, coṣkūyamāṇa und adhi unsicher.]
Denn du erschlugst den reichen Dasyu mit der Keule, allein einherziehend mit [deinen] Beistandskräften [?], Indra. / Vor deinem Bogen zerstoben nach allen Seiten die Nicht-Weihenden; die Uralten [?] gingen ihrem Hingang [pretim: Aufbruch/Ende ?] entgegen.
parā cicchīrṣā vavṛjusta indrāyajvāno yajvabhiḥ spardhamānāḥ / pra yad divo hariva sthātarugra niravratānadhamorodasyoḥ
Selbst ihre Köpfe warfen sie von sich vor dir, Indra, die Nicht-Weihenden, die mit den Weihenden wetteiferten. / Als du, Falbenlenker, Gewaltiger, Stehender [sthātar: ?], vom Himmel hervortratest, bliesest du die Gesetzlosen aus den beiden Welten hinaus.
Sie wollten kämpfen [gegen] das Heer des Untadeligen; die Siedler, die Navagvas [?], stellten sich auf [ayātayanta: ?]. / Wie Verschnittene mit ‚Stierwaffen‘ hinausgestoßen, kamen sie über Abhänge hinab, von Indra her zur Besinnung kommend [?]. [Anm.: Sehr unsicher: Bezug von anavadya, Sinn von ayātayanta und citayantaḥ; navagvāḥ = Angirasa-Gruppe (plausibel) oder ‚Neun-Fahrer‘.]
Wort für Wort
ayuyutsan
sie wollten kämpfen (3. Pl. Aor. Des.)
anavadyasya
des Untadeligen (Gen. Sg.)
senām
Heer (Akk. Sg.)
ayātayanta
sie stellten auf/ordneten (3. Pl. Impf. Med. Kaus.) [?]
Du hast diese Weinenden und Lachenden [oder: Schmausenden ?] kämpfen lassen [?] jenseits des Dunstraums, Indra. / Du hast den Dasyu von hoch oben vom Himmel herab verbrannt; die Lobrede des Pressenden und des Preisenden hast du gefördert.
cakrāṇāsaḥ parīṇahaṃ pṛthivyā hiraṇyena maṇinā śumbhamānāḥ / na hinvānāsastitirusta indraṃ pari spaśo adadhāt sūryeṇa
[Sie,] die sich an der Fülle der Erde erfreuen [cakāṇāsaḥ; SA: cakrāṇāsaḥ ‚machend‘], sich mit goldenem Schmuckstein zierend, / überwanden Indra nicht, obwohl sie vorwärtsdrängten; er stellte Späher ringsum mit der Sonne auf [?].
Als du, Indra, beide Welten in deiner Größe von allen Seiten umfingst [abubhojīḥ: in Besitz nahmst ?], / hast du die Nichtachtenden [?] mit den Achtenden [?] und mit Brahman-Sprüchen [brahma: heiligen Formeln] hinausgeblasen, den Dasyu, Indra.
na ye divaḥ pṛthivyā antamāpurna māyābhirdhanadāṃ paryabhūvan / yujaṃ vajraṃ vṛṣabhaścakra indro nirjyotiṣā tamaso gā adukṣat
Die weder das Ende des Himmels [noch] der Erde erreichten, noch mit Zauberkünsten den Reichtumsgeber überwältigten – / den Vajra machte der Stier Indra zu seinem Gefährten; mit Licht molk er die Rinder aus dem Dunkel heraus. [Anm.: gāḥ = Rinder, im Bild wohl Lichtstrahlen/Morgenlicht (plausibel); wörtlich: Rinder.]
Gemäß seiner Eigenkraft [svadhā] flossen die Wasser; er wuchs inmitten der schiffbaren [Gewässer ?]. / Mit gleichgerichtetem Sinn, mit kräftigstem Schlag erschlug Indra ihn [?] hin zu den Himmeln/Tagen [abhi dyūn: ?].
Er durchbohrte die Festungen [dṛḷhā: Festes] des Ilībiśa; den gehörnten Śuṣṇa spaltete Indra auseinander. / So weit deine Überwindungskraft [taras], Maghavan, so weit deine Stärke [ojas] reicht: mit dem Vajra hast du den Feind, den Heerangreifer, erschlagen.
abhi sidhmo ajigādasya śatrūn vi tigmena vṛṣabheṇa puro 'bhet / saṃ vajreṇāsṛjad vṛtramindraḥ pra svāṃ matimatiracchāśadānaḥ
Der Zielsichere [sidhma] ist auf seine Feinde losgegangen; mit dem scharfen Stier(haften) [tigmena vṛṣabheṇa: wohl dem Vajra ?] spaltete er die Burgen auf. / Mit dem Vajra ließ Indra Vṛtra zusammenprallen [?]; er förderte weit seinen eigenen Gedanken/Einsicht, sich wetzend/rüstend [?].
Du halfst Kutsa, Indra, an dem du Gefallen fandest; du halfst dem kämpfenden Stier Daśadyu. / Der von den Hufen losgelöste Staub erreichte den Himmel; der Śvaitreya stand auf, um den Männern überlegen zu sein [nṛ-sahyāya ?].
Du halfst Śama, dem Stier, in den Tugryā-… [tugryāsu: ?], beim Feldgewinnen, Maghavan, [auch um] die Śvitrya-Kuh [?]. / Lange schon haben die hier Standhaltenden [ihr Werk] getan [akran: ?]; den Feindseligen hast du ihre Habe nach unten gebracht [?]. [Anm.: Vers sehr unsicher; gām möglicherweise Bild (Rind/Land), wörtlich Kuh.]
Wort für Wort
āvaḥ
du halfst (2. Sg. Impf.)
śamam
Śama (Akk. Sg.) [Name]
vṛṣabham
Stier/Mächtiger (Akk. Sg.)
tugryāsu
in den Tugryā-… (Lok. Pl.) [?]
kṣetra-jeṣe
beim Feldgewinnen (Lok. Sg.)
magha-van
Gabenreicher (Vok.)
śvitryam
den Śvitrya/weißen (Akk. Sg.) [?]
gām
Rind/Kuh (Akk. Sg.)
jyok
lange
cit
auch
atra
hier
tasthi-vāṃsaḥ
Standhaltende (Part. Perf. Nom. Pl.)
akran
sie machten (3. Pl. Aor.) [?]
śatru-yatām
der Feindschaft-Suchenden (Gen. Pl.)
adharā
unteres/nach unten (Akk. Pl. n.)
vedanā
Habe/Beute (Akk. Pl. n.) [?]
akar ity akaḥ
du machtest (akaḥ 2. Sg. Aor. Inj.) [PP: akar ity akaḥ]