Kapitel 44: ṛgvede 1.44 · agne vivasvaduṣasaścitraṃ rādho amartya
Agni als Bote, der die Götter zur Morgenfrühe bringt
Anruf an Agni als Boten, Priester und Oblationsträger, der bei Tagesanbruch die Götter zum Somatrunk führt; Erwähnung von Kaṇva und Praskaṇva. Die Wortfolge in V.8 ist locker (Götterreihe ohne Verb).
Agni, [bringe] wie ein Strahlender von den Morgenröten her bunte Gabe, du Unsterblicher, dem Darbringenden herbei; Jātavedas, führe heute die Götter herbei, die mit der Morgenröte erwachen.
juṣṭo hi dūto asi havyavāhano 'gne rathīradhvarāṇām / sajūraśvibhyāmuṣasā suvīryamasme dhehi śravo bṛhat
Denn geliebt bist du als Bote, Oblationsträger, Agni, Wagenlenker der Weihehandlungen; zusammen mit den beiden Aśvin und Uṣas lege uns Heldenkraft und hohen Ruhm hin.
Heute wählen wir den Boten, den Guten, Agni, den Vielgeliebten, der den Rauch als Banner hat, den im Glanz Strahlenden, bei den Morgenaufleuchten, die Zierde der Weihehandlungen.
Den Besten, Jüngsten, den Gast, den wohl Geopferten, dem gebenden Menschen Lieben, [ihn] zum Hingehen zu den Göttern, den Jātavedas, Agni, rufe ich an bei den Morgenaufleuchten.
Ich werde dich preisen, Unsterblicher, Nährer des Alls; Agni, [dich], den Retter, den Unsterblichen, du Opferwürdiger, den am meisten Verehrenden, Oblationsträger.
Ein gut Lobender sei aufmerksam für den Sänger, Jüngster, honigzüngig, wohlgeopfert; verlängere dem Praskaṇva das Leben zum Lebendigsein; verehre die göttliche Schar.
Savitṛ, Uṣas, die beiden Aśvin, Bhaga, Agni – bei den Morgenaufleuchten [und] in den Nächten entzünden dich die Kaṇvas mit gepresstem Soma, den Oblationsträger, du gut Verehrter. [Anm.: Die Götterreihe steht ohne Verb, wohl als Objekte des Anrufens gedacht; unsicher]
patir hi adhvarāṇām agne dūto viśām asi / uṣarbudha āvaha somapītaye devānadya svardṛśaḥ
Denn du bist der Herr der Weihehandlungen, Agni, der Bote der Sippen; führe die morgenerwachten Götter zum Somatrunk herbei, heute die Götter, die das Licht schauen.
Agni, den früheren Morgenröten entlang hast du geleuchtet, Lichtreicher, von allen gesehen; du bist in den Dörfern der Schützer, der Vorangesetzte; du bist in den Weihehandlungen der [den Menschen] Zugehörige.
ni tvā yajñasya sādhanamagne hotāram ṛtvijam / manuṣvad deva dhīmahi pracetasaṃ jīraṃ dūtamamartyam
Wir setzen dich nieder, Agni, den Vollbringer der Verehrungs-Weihehandlung, den Anrufer, den Ṛtvij, wie Manu, Gott, den Weisen, den Regen, den Boten, den Unsterblichen.
Wenn du, an Freundschaft reich [oder Mitra-gleich groß], als Vorangesetzter der Götter zwischen [beiden] den Botengang gehst: wie die tosenden Wellen des Stromes leuchten Agnis Strahlen.
Höre, Agni, mit hörendem Ohr, mit den fahrenden Göttern, den Mitfahrenden; auf das Barhis sollen sich setzen Mitra und Aryaman, die am Morgen zur Weihehandlung Kommenden.
Hören sollen das Loblied die Maruts, die gut Gebenden, deren Zunge Agni ist, die das Ṛta stärken; Varuṇa, der Gesetzesträger, soll Soma trinken, zusammen mit den beiden Aśvin und Uṣas. [Anm.: PP-Token 2 somam ist Tippfehler für stomam]
Wort für Wort
śṛṇvantu
sie sollen hören (3. Pl. Imp.)
somam
Loblied [PP: somam, verderbt aus stomam] (Akk. Sg.)