Kapitel 166: ṛgvede 1.166 · tan nu vocāma rabhasāya janmane pūrvaṃ mahitvaṃ vṛṣabhasyaketave
Preis der Maruts und ihrer Fahrt
Lobpreis der Maruts: ihre ungestüme Fahrt, ihr Schmuck (Goldplatten, Spangen, Klingen), ihre Hilfe für den Gebenden und ihr Schutz. Schwierig sind 1.166.6 (kriviḥ-datī), 1.166.7 (skambha-deṣṇāḥ, alātṛṇāsaḥ) und 1.166.9–10 (Schmuck-Aufzählung). Vers 15 ist in der Quelle offenbar aus 1.165.15 kopiert.
tan nu vocāma rabhasāya janmane pūrvaṃ mahitvaṃ vṛṣabhasyaketave / aidheva yāman marutastuviṣvaṇo yudheva śakrāstaviṣāṇi kartana
Dies wollen wir nun verkünden: für die ungestüme Geburt (Sippe) die frühere Größe, für das Erkennungszeichen des Stiers. Bei ihrer Fahrt, ihr lautrufenden Maruts, wie Brennholz-Feuer [?], wie Kämpfer, ihr Kräftigen, vollbringt ihr Gewaltiges.
Wort für Wort
tat
das (Akk. Sg. n.)
nu
nun
vocāma
wir wollen verkünden (1. Pl. Aor. Konj.)
rabhasāya
für die ungestüme (Dat. Sg.)
janmane
Geburt, Sippe (Dat. Sg.)
pūrvam
frühere (Akk. Sg.)
mahitvam
Größe (Akk. Sg.)
vṛṣabhasya
des Stiers (Gen. Sg.)
ketave
für das Zeichen/Erkennungszeichen (Dat. Sg.)
aidhāiva
wie Brennholz-Feuer [?]; PP „aidhāiva“ (Verschmelzung mit iva)
yāman
bei der Fahrt (Lok. Sg.)
marutaḥ
Maruts (Vok. Pl.)
tuvi-svaṇaḥ
lautrufend (Vok. Pl.)
yudhāiva
wie im Kampf (PP „yudhāiva“, Verschmelzung mit iva)
nityaṃ na sūnuṃ madhu bibhrata upa krīḷanti krīḷā vidatheṣu ghṛṣvayaḥ / nakṣanti rudrā avasā namasvinaṃ na mardhanti svatavaso haviṣkṛtam
Wie einen eigenen Sohn Honig tragend spielen sie, die Spielenden, bei den Versammlungen, die Munteren. Die Rudras nähern sich mit Hilfe dem Verehrenden; die Selbstkräftigen schädigen den, der die Darbringung bereitet hat, nicht.
Dem, dem die unsterblichen Helfer Reichtum und Gedeihen schenkten, dem mit der Darbringung Gebenden: für den besprengen die Maruts, wie ihm Zugetane, viele Räume mit Milch, die Wohlbefinden Schaffenden.
ā ye rajāṃsi taviṣībhiravyata pra va evāsaḥ svayatāsoadhrajan / bhayante viśvā bhuvanāni harmyā citro vo yāmaḥprayatāsv ṛṣṭiṣu
Die, die die Räume mit ihren Kräften umhüllten: eure Renner, selbstgelenkt, sind vorgestürmt; alle Welten fürchten sich, die Behausungen; wunderbar ist eure Fahrt bei den ausgestreckten Speeren.
Wenn ihr, mit funkelndem Gang, die Berge dröhnen macht oder den Rücken des Himmels erschüttert, ihr Männlichen: jeder Baum fürchtet sich bei eurer Fahrt; die Pflanze weicht weg wie eine, die zu fahren begehrt [?].
Wort für Wort
yat
wenn
tveṣa-yāmāḥ
mit funkelndem Gang (Nom. Pl.)
nadayanta
ihr macht dröhnen (2. Pl. Kaus. Med.)
parvatān
Berge (Akk. Pl.)
divaḥ
des Himmels (Gen. Sg.)
vā
oder
pṛṣṭham
Rücken (Akk. Sg.)
naryāḥ
Männliche (Nom. Pl.)
acucyavuḥ
ihr erschütterten (2. Pl. Aor.)
viśvaḥ
jeder (Nom. Sg.)
vaḥ
euer (Gen. Pl.)
ajman
bei der Fahrt (Lok. Sg.)
bhayate
fürchtet sich (3. Sg. Med.)
vanaspatiḥ
Baum (Nom. Sg.)
rathiyantī-iva
wie eine Fahrbegierige (Nom. Sg. f.; PP „rathiyantī-iva“) [?]
yūyaṃ na ugrā marutaḥ sucetunāriṣṭagrāmāḥ sumatiṃ pipartana / yatrā vo didyud radati krivirdatī riṇāti paśvaḥ sudhiteva barhaṇā
Ihr, unsere Gewaltigen, Maruts, mit guter Einsicht, mit unversehrter Schar: bringt uns gute Gesinnung zur Erfüllung. Wo euer Blitz nagt, reißt der Zahnbewehrte [?] das Vieh auseinander wie ein gut gerichtetes Vernichtungsmittel [?].
Wort für Wort
yūyam
ihr (Nom. Pl.)
naḥ
uns (Dat./Gen. Pl.)
ugrāḥ
Gewaltige (Nom. Pl.)
marutaḥ
Maruts (Vok. Pl.)
su-cetunā
mit guter Einsicht (Instr. Sg.)
ariṣṭa-grāmāḥ
mit unversehrter Schar (Nom. Pl.)
su-matim
gute Gesinnung (Akk. Sg.)
pipartana
ihr sollt erfüllen (2. Pl. Imp.)
yatra
wo
vaḥ
euer (Gen. Pl.)
didyut
Blitz (Nom. Sg.)
radati
nagt, reißt (3. Sg.)
kriviḥ-datī
zahnbewehrt (Nom. Sg. f.) [?]
riṇāti
löst auf, zerreißt (3. Sg.) [?]
paśvaḥ
das Vieh (Akk. Pl. / Gen. Sg.) [?]
sudhitāiva
wie eine gut gerichtete (Instr. Sg.; PP „sudhitā-iva“)
Sie, mit Stützen-Gaben [?], mit unerschöpflicher Freigebigkeit, unbeirrbar [?], bei den Versammlungen gut gepriesen, singen den Arka-Sang, um den Rauschtrank zu trinken; sie kennen des Helden erste Mannestaten.
Mit hundertfältigen Burgen schützt ihn, ihr Maruts, vor Schädigung und Übel – den, dem ihr helft, den Mann, den ihr, die Gewaltigen, Kräftigen, Vielstimmigen, (beschützt): bewahrt (ihn) vor Schmähung beim Gedeihen des Nachkommens.
viśvāni bhadrā maruto ratheṣu vo mithaspṛdhyeva taviṣāṇyāhitā / aṃseṣvā vaḥ prapatheṣu khādayo 'kṣo vaścakrā samayā vi vāvṛte
Alles Segensreiche, ihr Maruts, ist auf euren Wagen; wie im Wettstreit sind die Stärken aufgelegt. Auf den Schultern (sind) eure Spangen, an den Vorderteilen [?]; die Achse (und) eure Räder rollen gemeinsam auseinander [?].
Wort für Wort
viśvāni
alles (Nom. Pl. n.)
bhadrā
Segensreiches (Nom. Pl. n.)
marutaḥ
Maruts (Vok. Pl.)
ratheṣu
auf den Wagen (Lok. Pl.)
vaḥ
euer (Gen. Pl.)
mithaspṛdhyāiva
wie im gegenseitigen Wettstreit (PP „mithaspṛdhyā-iva“)
Vieles Segensreiche ist an den männlichen Armen, auf den Brüsten Goldschmuck, ungestüme Salben; auf den Schultern diese [?], an den Radschienen Klingen; wie Vögel ihre Flügel haben sie Pracht angelegt.
Große, durch Größe allmächtig, von weiter Macht, weithin sichtbar, die wie Himmlische mit Sternen (leuchten); beglückend, schönzüngig, mit ihren Mündern Rufer, mit Indra vermischt, die Maruts, ringsum preisend.
tad vaḥ sujātā maruto mahitvanaṃ dīrghaṃ vo dātramaditeriva vratam / indraścana tyajasā vi hruṇāti tajjanāya yasmai sukṛte arādhvam
Diese eure Größe, ihr Gutgeborenen, Maruts: eure Gabe ist lang, wie das Gebot der Aditi. Selbst Indra wendet das nicht durch Preisgabe ab [?] – (das) für den Menschen, dem ihr, dem Gutwirkenden, Gelingen gegeben habt.
tad vo jāmitvaṃ marutaḥ pare yuge purū yacchaṃsamamṛtāsaāvata / ayā dhiyā manave śruṣṭimāvyā sākaṃ naro daṃsanairā cikitrire
Dies ist eure Verwandtschaft, ihr Maruts, im fernen Zeitalter, dass ihr Unsterbliche vielfach den Lobspruch gefördert habt. Mit diesem Gedanken haben sich die Männer für Manu, (ihm) Erhörung erweisend [?], zugleich mit ihren Tatkräften bemerkbar gemacht.
Wort für Wort
tat
dies (Nom. Sg. n.)
vaḥ
euer (Gen. Pl.)
jāmi-tvam
Verwandtschaft (Nom. Sg.)
marutaḥ
Maruts (Vok. Pl.)
pare
im fernen (Lok. Sg.)
yuge
Zeitalter (Lok. Sg.)
puru
vielfach (Adv.)
yat
dass (Akk. Sg. n.)
śaṃsam
Lobspruch, Anruf (Akk. Sg.)
amṛtāsaḥ
Unsterbliche (Nom. Pl.)
āvata
ihr fördertet (2. Pl. Perf.)
ayā
mit diesem (Instr. Sg.)
dhiyā
Gedanken (Instr. Sg.)
manave
für Manu (Dat. Sg.)
śruṣṭim
Erhörung (Akk. Sg.)
āvya
erweisend, fördernd (Absol.) [?]
sākam
zugleich
naraḥ
Männer (Nom. Pl.)
daṃsanaiḥ
mit Tatkräften (Instr. Pl.)
ā
her (Präverb)
cikitrire
sie machten sich bemerkbar (3. Pl. Perf. Med.) [?]
Wodurch wir, ihr Maruts, lange erstarken mögen, durch euren allseitigen Antrieb, wir Rasche, wenn die Leute im Gehege (die Fäden) ausgespannt haben: mit diesen Verehrungs-Weihehandlungen möchte ich das Erstrebte erlangen.
Wort für Wort
yena
wodurch (Instr. Sg. m.)
dīrgham
lange (Adv.)
marutaḥ
Maruts (Vok. Pl.)
śūśavāma
wir mögen erstarken (1. Pl. Perf. Konj.)
yuṣmākena
durch euren (Instr. Sg.)
parīṇasā
durch Fülle, allseitigen Antrieb (Instr. Sg.) [?]
turāsaḥ
Rasche (Nom. Pl.)
ā
her (Präverb)
yat
wenn (Konjunktion)
tatanam
sie spannten aus (3. Pl. Aor.; PP „tatanam“ verschrieben)
eṣa va stomo ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: eṣaḥ vaḥ stomaḥ marutaḥ iyam gīḥ māndāryasya mānyasya kāroḥ ā iṣā yāsīṣṭa tanve vayām vidyāma iṣam vṛjanam jīra-dānum]
Dies ist euer Lobgesang, ihr Maruts, dies das Lied des Māndārya, des Mānya, des Sängers. Kommt her mit Erquickung, (gebt) für den Leib einen Zweig [?]; wir möchten Labung finden, Kraft und lebhaftes Geben [?]. [Anm.: Der Padapāṭha der Quelle wiederholt hier 1.165.15 wörtlich; der Saṃhitā-Text ist abgekürzt (eṣa va stomo …); vermutlich Quellenfehler.]