Kapitel 117: ṛgvede 1.117 · madhvaḥ somasyāśvinā madāya pratno hotā vivāsate vām
Einladung und Taten der Aśvins
Einladung an die Aśvins mit Aufzählung ihrer Hilfetaten (Atri, Rebha, Vandana, Ghoṣā, Cyavāna, Bhujyu, Ṛjrāśva, Dadhyañc u. a.), teils parallel zu 1.116. Viele Anspielungen sind nur skizziert und daher unsicher; mehrere Verse haben PP-Fehler (V. 10, 11, 14, 24).
Zum Rausch vom Honig-Soma, ihr Aśvins, sucht euch der alte Rufer zu gewinnen; / die Gabe ist mit Streu versehen, die Lobrede ausgebreitet – kommt mit Labung, ihr Nāsatyas, herbei mit Kraftgaben.
yo vāmaśvinā manaso javīyān rathaḥ svaśvo viśa ājigāti / yena gachathaḥ sukṛto duroṇaṃ tena narā vartirasmabhyaṃ yātam
Der Wagen von euch, Aśvins, der schneller ist als der Geist, mit guten Rossen, kommt zu den Stämmen; / mit dem ihr zum Haus des gut Handelnden fahrt, mit dem, ihr Männer, kommt zu uns [auf der Bahn].
Den Seher, ihr Männer, aus der Bedrängnis, den Atri der fünf Stämme, löst ihr aus der Ṛbīsa mit seiner Schar, / indem ihr, Stiere, die Listen des unholden Dasyu der Reihe nach vereitelt und antreibt.
Wie ein verborgenes Ross, Aśvins, [war] der Seher Rebha, ihr Männer, ihr Stiere, in den Wassern durch üble Anstürme [?] [zerschlagen]; / den Zerschlagenen fügtet ihr wieder zusammen mit euren Wundertaten; nicht altern eure früheren Taten.
suṣupvāṃsaṃ na nirṛterupasthe sūryaṃ na dasrā tamasi kṣiyantam / śubhe rukmaṃ na darśataṃ nikhātamudūpathuraśvinā vandanāya
Wie einen Schlafenden im Schoß der Nirṛti, wie die Sonne im Dunkel weilend, / wie einen sehenswerten vergrabenen Goldschmuck zur Zier grubt ihr ihn heraus, Aśvins, für Vandana [oder: zum Preis].
Dies euer Rühmenswertes ist bei Pajriya Kakṣīvant, ihr Männer, Nāsatyas, ringsum [bekannt] [?]; / aus dem Huf des kräftigen Rosses gosst ihr dem Mann hundert Krüge Honigtränke aus.
Ihr Männer gabt dem preisenden Kṛṣṇiya den Viṣṇāpva, dem Viśvaka; / und der Ghoṣā, die im Haus des Vaters [sitzen] blieb und alterte, gabt ihr, Aśvins, einen Gatten.
yuvaṃ śyāvāya ruśatīmadattaṃ mahaḥ kṣoṇasyāśvinā kaṇvāya / pravācyaṃ tad vṛṣaṇā kṛtaṃ vāṃ yan nārṣadāyaśravo adhyadhattam
Ihr gabt dem Śyāva die helle [Gattin], Aśvins, und dem Kaṇva [das Gewaltige] des großen Kṣoṇa [?]; / rühmenswert ist diese eure Tat, ihr Stiere, dass ihr dem Nārṣada Ruhm verliehen habt.
Viele Gestalten annehmend, Aśvins, brachtet ihr dem Pedu ein schnelles Ross, / das tausend gewinnt, kraftvoll, unaufhaltsam, schlangentötend, ruhmbringend, überwindend.
etāni vāṃ śravasyā sudānū brahmāṅgūṣaṃ sadanaṃ rodasyoḥ / yad vāṃ pajrāso aśvinā havante yātamiṣā ca viduṣe ca vājam
Dies sind eure ruhmbringenden [Taten], ihr Freigebigen: das Gebet, das Lied, die Stätte zwischen Himmel und Erde [?]; / wenn euch die Pajra anrufen, Aśvins, kommt mit Labung und dem Kundigen [bringt] Kraftgabe.
Nach dem Maß [der Verehrung] des Sohnes [?] gepriesen, Aśvins, öffnet ihr, die Eilenden, dem Weisen die Kraftgabe; / durch das Gebet des Agastya erstarkend, fügtet ihr, Nāsatyas, die Viśpalā wieder zusammen [?].
Wohin fahrend [kommt ihr] zum Lobpreis des Sehers, ihr Enkel des Himmels, ihr Stiere, bei Śayu [?]; / wie einen vergrabenen Goldtopf grubt ihr [ihn] heraus am zehnten Tag, Aśvins. [Anm.: wohl Vandana/Rebha; Deutung unsicher.]
Für Tugra wurdet ihr, ihr Jungen, mit den früheren Gängen wieder [wohl]gesinnt [?]; / ihr trugt den Bhujyu aus der Flut, aus dem Meer, mit Vögeln, mit raschen Rossen.
Es rief euch an, Aśvins, der Taugrya, aufs Meer hinausgetrieben, hingelangt, aber unerschüttert; / ihn führtet ihr heraus mit gut angeschirrtem Wagen, geistesschnell, ihr Stiere, heil.
Es rief euch die Wachtel an, Aśvins, als ihr sie aus dem Rachen des Wolfs befreitet; / siegreich fuhrt ihr auseinander über den Rücken des Berges; das nach allen Seiten [Ausschlagende] schlugt ihr mit Gift [?].
Hundert Widder [gab er der] Wölfin, gewährend – ihn, der in Finsternis geführt worden war durch den unheilvollen Vater; / dem Ṛjrāśva setztet ihr Augen ein, Aśvins; dem Blinden machtet ihr Licht zum Sehen.
Für den Blinden rief die Wölfin nach Glück und Beistand [?], „Aśvins, ihr Stiere, ihr Männer!“, sprach sie; / wie ein junger Liebhaber, spendend, [war] Ṛjrāśva, hundert und einen Widder [gebend]. [Anm.: bharam unsicher.]
Groß ist euer Beistand, Aśvins, wohlbringend; und den Lahmen fügt ihr mit Geschick wieder zusammen; / dann rief euch Purandhi an, da kamt ihr her, ihr Stiere, mit euren Hilfen.
Die milchlose, unfruchtbare, [abgewendete?] Kuh ließt ihr für Śayu anschwellen, ihr Aśvins; / ihr habt mit Wundertaten dem Vimada die Gattin heimgeführt, des Purumitra Frau [?].
Gerste säend mit dem Pflug [?], Aśvins, Labung melkend für Manu, ihr Wundertäter, / den Dasyu mit dem Bakura [?] niederblasend, machtet ihr weites Licht für den Ārya. [Anm.: vṛka „Wolf“ oder „Pflug“; hier Pflug plausibel; bakura unklar (Blitz?).]
ātharvaṇāyāśvinā dadhīce 'śvyaṃ śiraḥ pratyairayatam / sa vāṃ madhu pra vocad ṛtāyan tvāṣṭraṃ yad dasrāvapikakṣyaṃ vām
Dem Dadhyañc, dem Atharvaṇa, setztet ihr, Aśvins, den Rosskopf wieder auf; / er verkündete euch, dem Ṛta folgend, den Honig, das Tvaṣṭrische, das euch, ihr Wundertäter, verborgen [?] ist.
Immer, ihr beiden Seher, habe ich euer Wohlwollen erbeten; fördert, Aśvins, alle meine Andachten; / gebt uns, Nāsatyas, großen Reichtum, der Nachkommen begleitet und rühmlich ist.
Einen goldhändigen Sohn gabt ihr, ihr Schenkenden, Männer, der Vadhrimatī; / den dreifach zerstückelten Śyāva, Aśvins, den Zerteilten, führtet ihr empor zum Leben.
Diese eure Heldentaten, Aśvins, haben die Menschen der Vorzeit verkündet, / Gebet [für euch] machend, ihr Stiere; mit guten Männern wollen wir in der Versammlung sprechen [Anm.: vidatha „Versammlung, Ordnung“; Refrain].