Kapitel 157: ṛgvede 1.157 · abodhyagnirjma udeti sūryo vyuṣāścandrā mahyāvo arciṣā
Morgenanruf an die Aśvin
Morgenlied: Agni erwacht, Sonne und Uṣas erscheinen; Anspannen des Wagens der Aśvin, Bitte um Kraft, Heilung, Schutz vor Feindschaft. Vers 5 nennt die Aśvin als die, die den Keim in die Lebewesen legen und Agni, Wasser und Bäume in Bewegung setzen.
Agni ist erwacht; die Sonne steigt aus der Erde auf; Uṣas, die glänzende, große, hat sich mit Glanz aufgetan; die beiden Aśvin haben den Wagen zum Fahren angeschirrt; der Gott Savitṛ hat die Welt auseinander [in Gang] gesetzt.
yad yuñjāthe vṛṣaṇamaśvinā rathaṃ ghṛtena no madhunā kṣatramukṣatam / asmākaṃ brahma pṛtanāsu jinvataṃ vayaṃ dhanā śūrasātā bhajemahi
Wenn ihr, Aśvin, den stierhaften Wagen anspannt, so besprengt uns die Herrschaft mit Schmalz und Honig; fördert unser Gebet in den Kämpfen; wir möchten Güter im Streit der Helden gewinnen.
Her soll der dreirädrige, honigführende Wagen der Aśvin kommen, mit schnellen Rossen, gut gepriesen; dreifach gebunden, freigebig, alles Glück tragend, soll er uns Heil bringen, den Zweifüßern und Vierfüßern.
Bringt uns Kraft her, ihr Aśvin; benetzt uns mit der honigreichen Peitsche; verlängert das Leben, streift die Übel weg, wehrt den Hass ab, seid gemeinsam Begleitende.
yuvaṃ ha garbhaṃ jagatīṣu dhattho yuvaṃ viśveṣu bhuvaneṣvantaḥ / yuvamagniṃ ca vṛṣaṇāvapaśca vanaspatīnraśvināvairayethām
Ihr legt den Keim in die Lebendigen, ihr in alle Welten hinein; ihr habt Agni, ihr Stiere, und die Wasser und die Bäume in Bewegung gesetzt, ihr Aśvin.
yuvaṃ ha stho bhiṣajā bheṣajebhiratho ha stho rathyā rāthyebhiḥ / atho ha kṣatramadhi dhattha ugrā yo vāṃ haviṣmānmanasā dadāśa
Ihr seid Ärzte mit Heilmitteln, ihr seid Wagenfahrer mit Wagen-[Gaben]; und ihr setzt, ihr Gewaltigen, die Herrschaft ein für den, der euch mit Opfergabe, mit Sinn gedient hat.