Kapitel 54: ṛgvede 1.54 · mā no asmin maghavan pṛtsvaṃhasi nahi te antaḥ śavasaḥ parīṇaśe
Indra als unbezwingbarer Helfer
Bitte um Indras Beistand im Kampf, Preis seiner Kraft und seiner Siege (Śambara, Śuṣṇa, Vṛtra) sowie seiner Freunde; V. 5 und 10 sind schwer, V. 10 nur vorsichtig deutbar.
mā no asmin maghavan pṛtsvaṃhasi nahi te antaḥ śavasaḥ parīṇaśe / akrandayo nadyo roruvad vanā kathā na kṣoṇīrbhiyasā samārata
Nicht (überlasse) uns, Freigebiger, in diesem Kampf und dieser Bedrängnis; denn deiner Kraft Ende ist nicht zu erreichen; / du ließest die Ströme aufschreien, die Wälder brüllen; wie sollten die Erdenweiten nicht vor Furcht zusammenzucken? [?]
Besinge den Mächtigen, den Könner, den Kraftreichen; den erhörenden Indra verherrlichend stimm den Lobpreis an, / der mit kühner Kraft beide Welten, der Stier, mit Stierkraft bezwingt [?].
Besinge dem hohen Himmel [?] das kraftvolle Wort, dessen Eigenherrschaft, des Kühnen, kühn (ist) der Sinn; / hochberühmt, Herr, durch Niederwerfen vorangestellt, der Stier auf dem Wagen mit zwei Falben: er ist es ja.
Du ließest den Gipfel des hohen Himmels erbeben, du spaltetest mit kühner Eigenkraft den Śambara herab, / als du gegen die Zauberischen, Strotzenden [?] kühn mit dem Berauschenden den geschärften Strahl, den Schleuderblitz, einsetztest [?].
ni yad vṛṇakṣi śvasanasya mūrdhani śuṣṇasya cid vrandinororuvad vanā / prācīnena manasā barhaṇāvatā yadadyā cit kṛṇavaḥ kastvā pari
Als du auf den Kopf des Śvasana niederdrückst, auch des strotzenden Śuṣṇa, während die Wälder brüllen, / mit früherem, niederwerfendem Sinn [?]: was du auch heute tun magst, wer (kann) dich hindern?
Du halfst dem mannhaften Turvaśa, dem Yadu; du dem Turvīti, dem Vayya, Hundertwirker; / du dem Wagen, dem Etaśa, im Wettkampf um den Preis; du brachest neunundneunzig Burgen.
sa ghā rājā satpatiḥ śūśuvajjano rātahavyaḥ prati yaḥ śāsaminvati / ukthā vā yo abhigṛṇāti rādhasā dānurasmā uparā pinvate divaḥ
Er ist wahrhaft König, der Herr der Guten; das Volk gedeiht [?], das, wer der Weisung entgegenkommt, Gaben gibt; / oder wer mit Gabe Lieder anstimmt: ihm lassen die Spender des Himmels, die oberen [Wolken?], [Segen] anschwellen [?].
asamaṃ kṣatramasamā manīṣā pra somapā apasā santu neme / ye ta indra daduṣo vardhayanti mahi kṣatraṃ sthaviraṃ vṛṣṇyaṃ ca
Unvergleichlich sei die Herrschaft, unvergleichlich die Einsicht; voran sollen die Somatrinker durch ihr Werk sein, nicht die anderen, / die dir, Indra, als Gebende große, dauerhafte Herrschaft und Mannhaftigkeit mehren.
Für dich allein sind diese vielen, mit Steinen ausgemolkenen [Somasäfte], die in den Holzschalen sitzenden Becher, zum Trinken für Indra. / Nimm sie ganz an, stille den Wunsch dieser; danach richte den Sinn auf Gütergeben.
Das die Wasser [festhaltende], krumme Dunkel stand fest, im Innern des Vṛtra, in den Bäuchen, der Berg [?]. / Indra schlug auf sie ein, die Ströme, die von der Umhüllung Eingeschlossenen, alle der Reihe nach, an den Abhängen [Anm.: Bildlichkeit der Stelle unsicher].
sa śevṛdhamadhi dhā dyumnamasme mahi kṣatraṃ janāṣāḷindra tavyam / rakṣā ca no maghonaḥ pāhi sūrīn rāye ca naḥ svapatyā iṣe dhāḥ
So setze uns den wohlgedeihenden Glanz auf, große, starke Herrschaft, du Völkerbezwinger, Indra; / und behüte uns, die Freigebigen, beschütze die Herren; zu Reichtum und guter Nachkommenschaft, zur Labung setze uns.