Kapitel 119: ṛgvede 1.119 · ā vāṃ rathaṃ purumāyaṃ manojuvaṃ jīrāśvaṃ yajñiyaṃ jīvase huve
Anruf an die Aśvin und Preis ihrer Rettungstaten
Der Anruf des Wagens der Aśvin leitet eine Aufzählung ihrer Hilfen für Bhujyu, Atri, Vandana, Kakṣīvant-Kreis, Dadhyañc und Pedu ein. Viele Anspielungen sind knapp und nur aus anderen Liedern zu erschließen.
Euren vielgestaltigen [oder: listenreichen], gedankenschnellen, mit flinken Rossen bespannten, verehrungswürdigen Wagen rufe ich her, um zu leben; den tausendbannerigen, gewinnbringenden [?], hundert Güter besitzenden, folgsamen, Weite schaffenden – (rufe ich ihn her) zur Labung hin.
Aufrecht steht das Gebet bei seiner Ausfahrt [Anm.: „seiner“ = des Wagens]; im Preislied laufen die Himmelsrichtungen zusammen. Ich mache den heißen Trank wohlschmeckend; die Hilfen (der Aśvin) kommen entgegen. Zu euch hat die Kraftvolle den Wagen bestiegen, ihr Aśvin.
Als die miteinander Wetteifernden aufeinanderprallten, um zu glänzen [oder: zum Glanz/Sieg?], die freigebigen, unermesslichen Sieger im Kampf – da wurde euer Wagen an der Bahn (dem Gefälle) erkannt, wenn ihr, Aśvin, den Gönner zur Wunschgabe [oder: Wahl] fahrt.
Ihr beide hobt den zappelnden Bhujyu, der von Vögeln (fort)gegangen war, mit selbst angeschirrten (Gespannen) hinab(fahrend) zu den Vätern. Ihr fuhrt, ihr Bullen, die Bahn, die zum Sieg gehört, für Divodāsa; groß zeigte sich eure Hilfe.
Zu eurer Zier (haben) die beiden Stimmen [oder: Lobreden; dual, unsicher] euren an euch angespannten Wagen, dessen Schar (Kraft), gehalten. Zur Freundschaft kam die Frau [Anm.: wohl Sūryā] zu euch, zur Gattenschaft; die Siegreiche wählte euch beide zu Gatten.
Ihr beide erlöstet Rebha aus der Umklammerung; für Atri (machtet ihr) mit Kälte den ringsum erhitzten Glutkessel (erträglich). Ihr ließt für Śayu in der Kuh Nahrung anschwellen; Vandana wurde mit langem Leben weiter (durchs Leben) geführt.
yuvaṃ vandanaṃ nirṛtaṃ jaraṇyayā rathaṃ na dasrā karaṇā saminvathaḥ / kṣetrādā vipraṃ janatho vipanyayā pra vāmatra vidhate daṃsanā bhuvat
Ihr beide, Wundertäter, setzt Vandana, den durch Altern Hingesunkenen [?], wie einen Wagen mit Kunst wieder in Gang. Aus dem Acker lasst ihr den Weisen entstehen durch (euer) bewundernswertes Werk; hier wurde euer Wunderwerk für den Verehrenden wirksam.
Ihr kamt zu dem in der Ferne Jammernden, der von der Verstoßung seines eigenen Vaters bedrängt war. Von hier (kamen) eure himmelreichen Hilfen; in der Nähe wurden eure Beistände wunderbar.
uta syā vāṃ madhuman makṣikārapan made somasyauśijo huvanyati / yuvaṃ dadhīco mana ā vivāsatho 'thā śiraḥ prati vāmaśvyaṃ vadat
Und jene Biene sprach honigreich zu euch im Rausch des Soma; der Auśija ruft (euch) an. Ihr beide wollt Dadhyañcs Sinn gewinnen; da sprach der Pferdekopf zu euch. [Anm.: Anspielung auf die Dadhyañc-Erzählung; Einzelheiten nur aus anderen Liedern erschließbar.]
Ihr beide, Aśvin, ehrt den Pedu mit einem vielbegehrten, weißen (Ross), einem Überwinder der Wettbewerber, mit Pfeilen [?] dem Himmel/Glanz zustrebend, in Schlachten schwer zu bezwingen, rühmenswert, gleich Indra, die Völker überwältigend.