Kapitel 155: ṛgvede 1.155 · pra vaḥ pāntamandhaso dhiyāyate mahe śūrāya viṣṇave cārcata
Indra und Viṣṇu: Schutz vor dem Bogenschützen, die drei Namen und Schritte
Preislied auf das Paar Indra-Viṣṇu (Dual); Viṣṇus drei Schritte, davon der dritte für Vögel und Menschen unerreichbar. Vers 3 (die drei Namen des Vaters) und Vers 6 (94 Namen) sind rätselhaft und offen.
Singt für euren [?] Trinker des Saftes, den im Sinn Strebenden [?], für den großen Helden und für Viṣṇu; die beiden, die auf dem Rücken der Berge, unbezwingbar, mit Größe standen wie zwei Renner mit gutem [Gespann] [?].
Flammend [ist] so das Zusammentreffen der beiden Eifrigen, Indra und Viṣṇu; der Somatrinker sucht euren Schutz [?]; ihr beide wehrt das dem Sterblichen zugewandte Geschoss ab, den Schuss des Bogenschützen Kṛśānu.
tā īṃ vardhanti mahyasya pauṃsyaṃ ni mātarā nayati retase bhuje / dadhāti putro 'varaṃ paraṃ piturnāma tṛtīyamadhi rocane divaḥ
Diese stärken seine große Manneskraft; die beiden Mütter führt er zum Samengenuss [?] hin; der Sohn setzt den niederen, den höheren [Namen] des Vaters und den dritten Namen in den Lichtraum des Himmels. [Anm.: Rätselvers; Deutung der drei ,Namen‘ auf drei Stufen/Räume plausibel, sonst spekulativ.]
Jede seiner Manneskräfte preisen wir, des Mächtigen, des Retters, des [wolfsfreien] Unversehrten, des Stiers; der die irdischen [Räume] mit drei Schritten weit durchschritt, für den Weitschreitenden, zum Leben.
Wort für Wort
tat-tat
jede einzelne (Akk. Pl.)
it
nur
asya
dessen (Gen. Sg.)
paiṃsyam
Manneskraft (Akk. Pl.)
gṛṇīmasi
wir preisen (1. Pl.)
inasya
des Mächtigen (Gen. Sg.)
trātuḥ
des Retters (Gen. Sg.)
avṛkasya
des Wolflosen, Unversehrten (Gen. Sg.)
mīḷhuṣaḥ
des Stiers (Gen. Sg.)
yaḥ
der (Rel.)
pārthivāni
irdische (Akk. Pl. n.)
tri-bhiḥ
mit drei (Instr. Pl.)
it
nur
vigāma-bhiḥ
mit Schritten (Instr. Pl.)
uru
weit (Adv.)
kramiṣṭa
er schritt (3. Sg. Aor. Med.)
uru-gāyāyajīvase
für den Weitschreitenden, zum Leben (Dat. + Dat. Inf.)
Zwei seiner Schritte sind nur [sichtbar], lichtschauend; der Sterbliche, hinschauend, regt sich; den dritten wagt keiner anzugehen, nicht einmal die Vögel, die fliegen als Geflügelte.
caturbhiḥ sākaṃ navatiṃ ca nāmabhiścakraṃ na vṛttaṃ vyatīnravīvipat / bṛhaccharīro vimimāna ṛkvabhiryuvākumāraḥ pratyetyāhavam
Mit vier und neunzig Namen [?] hat er wie ein gerundetes Rad die Wanderer in Bewegung gesetzt [?]; großleibig, [sie] ausmessend mit Sängern, ein junger Mann, kein Knabe, geht er dem Ruf entgegen. [Anm.: ,vier und neunzig Namen‘ wörtlich nach dem Text; Deutung offen; vyatīn unsicher.]