Kapitel 110: ṛgvede 1.110 · tataṃ me apastadu tāyate punaḥ svādiṣṭhā dhītirucathāya śasyate
Die Ṛbhus: Werk, Unsterblichkeit und Lohn
Lied auf die Ṛbhus (Söhne des Sudhanvan), die durch Kunstfertigkeit Unsterblichkeit unter den Göttern erlangten; Anspielungen auf ihre Taten (Schale vervierfacht, Kuh aus Haut, Eltern verjüngt) sind knapp und teils unklar. In Vers 8 bricht der Padapāṭha der Quelle nach vier Wörtern ab.
tataṃ me apastadu tāyate punaḥ svādiṣṭhā dhītirucathāya śasyate / ayaṃ samudra iha viśvadevyaḥ svāhākṛtasya samu tṛpṇuta ṛbhavaḥ
Mein Werk ist gespannt (gewebt), und es wird wieder fortgesponnen; das süßeste Dichtwort wird zum Lobspruch gesprochen. / Dieser Ozean hier gehört allen Göttern; ihr Ṛbhus, sättigt euch am mit svāhā Dargebrachten.
ābhogayaṃ pra yadichanta aitanāpākāḥ prāñco mama ke cidāpayaḥ / saudhanvanāsaścaritasya bhūmanāgachata saviturdāśuṣo gṛham
Als ihr, dem Genuß [?] nachstrebend, hierher kamt, ihr von hinten und von vorn Kommenden, irgendwelche Verwandte von mir, / ihr Söhne des Sudhanvan, seid ihr durch die Fülle eures Wandelns [?] zum Haus des Savitṛ, des Gebers, gelangt.
tat savitā vo 'mṛtatvāmāsuvadagohyaṃ yacchravayanta aitana / tyaṃ ciccamasamasurasya bhakṣaṇamekaṃ santamakṛṇutā caturvayam
Das hat Savitṛ euch als Unsterblichkeit zugesprochen, die unverborgene, als ihr euch Ruhm verschaffend kamt: / jene Schale des Asura, den Trank, die eine seiende, machtet ihr vierfach [?].
Wort für Wort
tat
dies (Nom./Akk. Sg. n.)
savitā
Savitṛ (Nom. Sg.)
vaḥ
euch (Dat. Pl.)
amṛta-tvam
Unsterblichkeit (Akk. Sg.)
ā
hierher (ā)
asuvat
hat zugesprochen/angetrieben (3. Sg. Aor.)
agohyam
nicht zu verbergende, unverhüllte (Akk. Sg. n.)
yat
als (yat)
śravayantaḥ
Ruhm verschaffend, hörbar machend (Nom. Pl. Part. Kaus.)
Durch Dienst, durch Werk, durch Behendigkeit, als Vāghat-Priester [?], erreichten sie, obwohl Sterbliche, die Unsterblichkeit; / die Ṛbhus, Söhne des Sudhanvan, sonnenäugig, wurden im Jahr durch ihre Gedanken (mit dem Ziel) vereint [?].
Sie vermaßen wie ein Feld mit dem Messrohr die eine Schale, die sich sträubende, ihr Ṛbhus; / gepriesen, um das Höchste [?] flehend, Ruhm unter den Unsterblichen wünschend.
Wort für Wort
kṣetram-iva
wie ein Feld (Akk. Sg.)
vi
aus(einander) (vi)
mamuḥ
vermaßen (3. Pl. Perf.)
tejanenam
mit dem Messrohr (Instr. Sg.) [PP-Fehler für tejanena]
Wir gießen den Denkimpuls aus dem Luftraum den Männern zu wie mit dem Löffel Schmalz, mit Kunstverstand. / Die durch Behendigkeit an diesem Trank [?] Anteil erlangten, die Ṛbhus, bestiegen den Kampfpreis, den Raum des Himmels.
Ṛbhu ist uns durch Kraft Indra, der Neuere [?]; Ṛbhu ist mit den Vājas, mit den Vasus der Guthabende, der Gebende. / Euch, ihr Götter, wollen wir mit eurem Beistand am lieben Tag die Kämpfe der Nichtpressenden überwinden.
niścarmaṇa ṛbhavo gāmapiṃśata saṃ vatsenāsṛjatā mātaraṃ punaḥ / saudhanvanāsaḥ svapasyayā naro jivrī yuvānā pitarākṛṇotana [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: iti yuvānā pitarā akṛṇotana]
Aus der Haut habt ihr, Ṛbhus, eine Kuh geformt und die Mutter wieder mit dem Kalb vereint; ihr Söhne des Sudhanvan, ihr Männer, habt durch gutes Werk die beiden greisen Eltern zu Jungen gemacht. [Anm.: Der Padapāṭha der Quelle enthält nur vier Wörter; die Übersetzung folgt der Saṃhitā.]
Wort für Wort
iti
so (iti) [PP bricht ab; Rest von 'nir-carmaṇaḥ … jivrī']
vājebhirno vājasātāvaviḍḍhy ṛbhumānindra citramā darṣi rādhaḥ / tan no ...
Mit den Vājas hilf uns im Erringen des Kampfpreises, Indra mit den Ṛbhus; / du schließt uns wunderbare Gabe auf [?]. / Dies sollen uns Mitra und Varuṇa gewähren, Aditi, Sindhu, Erde und Himmel.