Kapitel 103: jaḍabharata-rahūgaṇa-saṁvādaḥ [?]
Das Gespräch zwischen Jaḍa Bharata und Mahārāja Rahūgaṇa
Hinweis zur Feldbezeichnung 'num': Wie in der Aufgabenstellung angegeben wurde num=103 gesetzt (fortlaufende Gesamtnummer über das Bhagavata-Projekt), auch wenn dies von der tatsächlichen Sanskrit-Kapitelnummer (Skandha 5, Kapitel 10) abweicht. title_sa ist erschlossen/rekonstruiert, da das Sanskrit-Original keinen eigenen Kapiteltitel überliefert (der englische Titel stammt aus Prabhupadas Ausgabe); daher die [?]-Markierung. Das Kapitel umfasst gemäß vedabase.io 25 Verse (keine kombinierten Vers-Einheiten).
śrī-śuka uvāca / atha sindhu-sauvīra-pate rahūgaṇasya vrajata ikṣumatyās taṭe tat-kula-patinā śibikā-vāha-puruṣānveṣaṇa-samaye daivenopasāditaḥ sa dvija-vara upalabdha eṣa pīvā yuvā saṁhananāṅgo go-kharavad dhuraṁ voḍhum alam iti pūrva-viṣṭi-gṛhītaiḥ saha gṛhītaḥ prasabham atad-arha uvāha śibikāṁ sa mahānubhāvaḥ.
Śrī Śuka sprach: Als darauf Rahūgaṇa, der Herrscher von Sindhu und Sauvīra, am Ufer der Ikṣumatī entlangzog, wurde zur Zeit, da das Oberhaupt seiner Trägerschar nach einem Mann suchte, um die Sänfte zu tragen, durch Zufall jener beste der Zweifachgeborenen herbeigeführt und gefunden. "Dieser ist fett, jung, von festgefügten Gliedern, wie ein Rind oder ein Esel imstande, eine Last zu tragen" – so wurde er, zusammen mit den zuvor zur Fronarbeit gezwungenen Männern, gewaltsam ergriffen, und er, obwohl dessen nicht würdig, trug gezwungen die Sänfte, jener erhabene, große Seele.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach (Nom. Sg. + 3. Sg. Perf.)
atha
darauf (Adv.)
sindhu-sauvīra-pateḥ
des Herrschers von Sindhu und Sauvīra (Gen. Sg.)
rahūgaṇasya
des Rahūgaṇa (Gen. Sg.)
vrajataḥ
während er zog (Gen. Sg. Part. Präs.)
ikṣumatyāḥ taṭe
am Ufer der (Fluss) Ikṣumatī (Lok. Sg.)
tat-kula-patinā
durch das Oberhaupt seiner (Träger-)Sippe (Instr. Sg.)
śibikā-vāha-puruṣa-anveṣaṇa-samaye
zur Zeit der Suche nach einem Sänftenträger-Mann (Lok. Sg.)
daivena upasāditaḥ
durch Schicksal herbeigeführt (Nom. Sg., PPP)
saḥ dvija-varaḥ
jener beste der Zweifachgeborenen (Nom. Sg.)
upalabdhaḥ
gefunden/erlangt (Nom. Sg., PPP)
eṣaḥ pīvā yuvā
dieser (sei) fett, jung (Nom. Sg.)
saṁhanana-aṅgaḥ
von festgefügten Gliedern (Nom. Sg.)
go-khara-vat
wie ein Rind oder ein Esel (Adv.)
dhuram voḍhum alam
imstande, eine Last zu tragen (Inf.-Konstr.)
iti
so (denkend, Zitatpartikel)
pūrva-viṣṭi-gṛhītaiḥ saha
zusammen mit den zuvor zur Fron ergriffenen (Männern) (Instr. Pl.)
yadā hi dvija-varasyeṣu-mātrāvalokānugater na samāhitā puruṣa-gatis tadā viṣama-gatāṁ sva-śibikāṁ rahūgaṇa upadhārya puruṣān adhivahata āha he voḍhāraḥ sādhv atikramata kim iti viṣamam uhyate yānam iti.
Als nämlich, weil er nur einen Pfeilschuss weit voraus blickend Schritt hielt, die Bewegung der (übrigen) Männer nicht mehr übereinstimmte, da bemerkte Rahūgaṇa, dass seine eigene Sänfte ungleichmäßig schwankte, und sprach zu den tragenden Männern: "Oh Träger, schreitet ordentlich voran! Warum wird die Sänfte so ungleichmäßig getragen?"
Wort für Wort
yadā hi
als nämlich (Adv.)
dvija-varasya
des besten der Zweifachgeborenen (Gen. Sg., Jaḍa Bharata)
iṣu-mātra-avaloka-anugateḥ
des Folgens (im Gang) nur einem Pfeilschuss-Maß Blickens (Gen. Sg. Abstr.)
na samāhitā
nicht übereinstimmend/vereint (Nom. Sg. f.)
puruṣa-gatiḥ
die Bewegung der (Träger-)Männer (Nom. Sg.)
tadā
da, dann (Adv.)
viṣama-gatām sva-śibikām
seine eigene, ungleichmäßig gehende Sänfte (Akk. Sg.)
rahūgaṇaḥ
Rahūgaṇa (Nom. Sg.)
upadhārya
wahrnehmend/bemerkend (Absolutiv)
puruṣān adhivahataḥ
zu den (die Sänfte) tragenden Männern (Akk. Pl.)
āha
sprach (3. Sg. Perf.)
he voḍhāraḥ
oh Träger (Vok. Pl.)
sādhu atikramata
schreitet ordentlich voran (2. Pl. Imperativ)
kim iti
aus welchem Grund (Adv.)
viṣamam uhyate yānam
wird das Fahrzeug ungleichmäßig getragen (Passiv, 3. Sg. Präs.)
atha ta īśvara-vacaḥ sopālambham upākarṇyopāya-turīyāc chaṅkita-manasas taṁ vijñāpayāṁ babhūvuḥ.
Darauf, nachdem sie die tadelnden Worte ihres Gebieters vernommen hatten, machten sie ihm, im Geiste ob der vierten der (Staats-)Maßnahmen, der Bestrafung, besorgt, Folgendes kund:
Wort für Wort
atha
darauf (Adv.)
te
sie, die Träger (Nom. Pl.)
īśvara-vacaḥ
die Worte des Gebieters (Akk. Sg.)
sa-upālambham
mit Tadel versehen (Adv./Adj.)
upākarṇya
gehört habend (Absolutiv)
upāya-turīyāt
wegen der vierten (Staats-)Maßnahme, der Strafe (Abl. Sg.)
na vayaṁ nara-deva pramattā bhavan-niyamānupathāḥ sādhv eva vahāmaḥ. ayam adhunaiva niyukto 'pi na drutaṁ vrajati nānena saha voḍhum u ha vayaṁ pārayāma iti.
"Nicht sind wir, o Herr der Menschen, nachlässig; deinem Befehl folgend, tragen wir ordentlich. Dieser Mann hier, obwohl gerade erst mit eingesetzt, geht nicht schnell; mit ihm zusammen vermögen wir die Last nicht zu tragen" – so (sprachen sie).
Wort für Wort
na vayam
nicht wir (Nom. Pl.)
nara-deva
o Herr der Menschen (Vok. Sg., Anrede an den König)
"Gewiss wird fürwahr ein aus schlechter Verbindung entstandener Fehler eines Einzelnen zum Fehler aller mit ihm Verbundenen" – so urteilend und die klägliche Rede der Träger vernehmend, sprach König Rahūgaṇa – obwohl er einst Alte verehrt und von ihnen gelernt hatte, doch durch seine (Kṣatriya-)Natur mit Gewalt dazu gebracht, leicht in Zorn entbrannt, seinen Verstand von der Leidenschaft verhüllt – zu jenem, dessen geistige Glut, wie die eines mit Asche bedeckten Feuers, nicht deutlich sichtbar war:
Wort für Wort
sāṁsargikaḥ doṣaḥ
ein aus (schlechter) Verbindung entstehender Fehler (Nom. Sg.)
eva nūnam
gewiss, fürwahr (Adv.)
ekasya api
auch eines Einzelnen (Gen. Sg.)
sarveṣām sāṁsargikāṇām
für alle Mitverbundenen (Gen. Pl.)
bhavitum arhati
kann/muss werden (Inf.-Konstr.)
iti niścitya
so entscheidend (Absolutiv)
niśamya kṛpaṇa-vacaḥ
die klägliche Rede vernehmend (Absolutiv + Akk.)
rājā rahūgaṇaḥ
König Rahūgaṇa (Nom. Sg.)
upāsita-vṛddhaḥ api
obwohl er Alte verehrt hatte (Nom. Sg.)
nisargeṇa balāt kṛtaḥ
durch seine (angeborene) Natur mit Gewalt dazu gebracht (Nom. Sg.)
īṣat-utthita-manyuḥ
dessen Zorn leicht erregt war (Nom. Sg.)
avispaṣṭa-brahma-tejasam
dessen geistige Glutkraft nicht deutlich sichtbar war (Akk. Sg., bez. Jaḍa Bharata)
jāta-vedasam iva
wie ein (mit Asche bedecktes) Feuer (Akk. Sg.)
rajasā āvṛta-matiḥ
dessen Verstand von der Leidenschaft verhüllt war (Nom. Sg.)
"Ach, wie mühsam, o Bruder! Offensichtlich bist du, ganz allein einen langen Weg so lange Zeit getragen habend, überaus erschöpft; nicht sehr kräftig und nicht von festgefügten Gliedern, dazu vom Alter geplagt bist du, o Freund – während diese anderen Genossen hier keineswegs so erschöpft sind!" – so vielfach verspottet, ließ sich jener dennoch, da im eigenen, dem Vergehen geweihten Leib – der, aus Unwissenheit gebildet aus Stoff, Eigenschaften, Tatfolgen und Neigungen, in Wahrheit ein unwirkliches Ding in besonderer Gestalt ist – keine falsche Vorstellung von "Ich" und "Mein" mehr aufprägen; im Brahman verweilend trug er schweigend die Sänfte wie zuvor.
Wort für Wort
aho kaṣṭam
ach, wie mühsam (Interj.)
bhrātaḥ
o Bruder (Vok. Sg.)
vyaktam
offensichtlich (Adv.)
uru-pariśrāntaḥ
sehr erschöpft (Nom. Sg.)
dīrgham adhvānam
einen langen Weg (Akk. Sg.)
ekaḥ eva ūhivān
du hast ganz allein getragen (Nom. Sg., Perf.-Part.)
su-ciram
sehr lange (Adv.)
na ati-pīvā
nicht sehr kräftig (Nom. Sg.)
na saṁhanana-aṅgaḥ
nicht von festgefügten Gliedern (Nom. Sg.)
jarasā ca upadrutaḥ
und vom Alter geplagt (Nom. Sg.)
bhavān sakhe
du, o Freund (Nom./Vok. Sg.)
no eva apare ete saṅghaṭṭinaḥ
keineswegs diese anderen Mitträger (Nom. Pl.)
iti
so (Zitatpartikel)
bahu-vipralabdhaḥ api
obwohl vielfach verspottet (Nom. Sg.)
avidyayā racita
durch Unwissenheit gebildet (Nom. Sg.)
dravya-guṇa-karma-āśaya
aus Stoff, Eigenschaften, Tatfolgen und Neigungen (bestehend)
sva-carama-kalevare
im eigenen, letzten/vergänglichen Leib (Lok. Sg.)
avastuni
im (in Wahrheit) unwirklichen Ding (Lok. Sg.)
saṁsthāna-viśeṣe
in der besonderen Gestalt (Lok. Sg.)
aham mama iti
"ich" und "mein" – so (Zitat)
anadhyāropita-mithyā-pratyayaḥ
einer, dem keine falsche Auffassung eingeprägt wurde (Nom. Sg.)
atha punaḥ sva-śibikāyāṁ viṣama-gatāyāṁ prakupita uvāca rahūgaṇaḥ kim idam are tvaṁ jīvan-mṛto māṁ kadarthī-kṛtya bhartṛ-śāsanam aticarasi pramattasya ca te karomi cikitsāṁ daṇḍa-pāṇir iva janatāyā yathā prakṛtiṁ svāṁ bhajiṣyasa iti.
Als darauf wiederum seine eigene Sänfte ungleichmäßig schwankte, sprach Rahūgaṇa zornentbrannt: "Was soll das, du Narr! Du, obwohl lebend wie tot, missachtest mich und überschreitest den Befehl des Herrn. Für dich, den Verrückten, werde ich nun die rechte Behandlung vollziehen, wie Yama, der Stabträger, gegenüber den Menschen, auf dass du zu deiner eigenen wahren Natur zurückkehrst!"
Wort für Wort
atha punaḥ
als darauf wiederum (Adv.)
sva-śibikāyām viṣama-gatāyām
als seine eigene Sänfte ungleichmäßig ging (Lok. abs.)
prakupitaḥ
in Zorn entbrannt (Nom. Sg.)
uvāca rahūgaṇaḥ
sprach Rahūgaṇa (3. Sg. Perf.)
kim idam
was ist dies (Interrogativ)
are
he, du Narr (Interj.)
tvam jīvan-mṛtaḥ
du, lebend tot (Nom. Sg.)
mām kad-arthī-kṛtya
mich missachtend, geringschätzend (Absolutiv)
bhartṛ-śāsanam aticarasi
du überschreitest den Befehl des Herrn (2. Sg. Präs.)
pramattasya ca te
und für dich, den Verrückten (Gen. Sg.)
karomi cikitsām
ich vollziehe/bereite die Behandlung (1. Sg. Präs.)
daṇḍa-pāṇiḥ iva
wie der Stabträger, Yama (Nom. Sg., Vergleich)
janatāyāḥ
gegenüber den Menschen (Gen. Sg.)
yathā
auf dass (Konj.)
prakṛtim svām bhajiṣyase
du zu deiner eigenen Natur zurückkehren wirst (2. Sg. Fut.)
evaṁ bahv abaddham api bhāṣamāṇaṁ nara-devābhimānaṁ rajasā tamasānuviddhena madena tiraskṛtāśeṣa-bhagavat-priya-niketaṁ paṇḍita-māninaṁ sa bhagavān brāhmaṇo brahma-bhūta-sarva-bhūta-suhṛd-ātmā yogeśvara-caryāyāṁ nāti-vyutpanna-matiṁ smayamāna iva vigata-smaya idam āha.
So sprach jener erhabene Brahmane – der, zum Brahman geworden, die Seele und der Freund aller Wesen war – gleichsam lächelnd, doch selbst frei von Stolz, zu ihm, der solcherart viel Unzusammenhängendes redete, sich für einen Herrn der Menschen hielt, durch einen von Leidenschaft und Dunkelheit durchtränkten Rausch zahllose dem Herrn liebe Geweihte geschmäht hatte, sich für einen Gelehrten hielt und dessen Verstand im Verhalten der Meister des Yoga wenig bewandert war, dieses:
Wort für Wort
evam bahu abaddham api bhāṣamāṇam
obwohl solcherart viel Unzusammenhängendes redend (Akk. Sg., Part.)
nara-deva-abhimānam
der sich für einen Herrn der Menschen hielt (Akk. Sg.)
rajasā tamasā anuviddhena madena
durch einen von Leidenschaft und Dunkelheit durchdrungenen Rausch (Instr. Sg.)
tiraskṛta-aśeṣa-bhagavat-priya-niketam
der zahllose dem Herrn liebe Geweihte geschmäht hatte (Akk. Sg.)
paṇḍita-māninam
der sich für einen Gelehrten hielt (Akk. Sg.)
saḥ bhagavān brāhmaṇaḥ
jener erhabene Brahmane (Nom. Sg.)
brahma-bhūta-sarva-bhūta-suhṛt-ātmā
der, zum Brahman geworden, die Seele/der Freund aller Wesen war (Nom. Sg.)
yoga-īśvara-caryāyām na ati-vyutpanna-matim
dessen Verstand im Verhalten der Meister des Yoga wenig bewandert war (Akk. Sg.)
tvayoditaṁ vyaktam avipralabdhaṁ bhartuḥ sa me syād yadi vīra bhāraḥ gantur yadi syād adhigamyam adhvā pīveti rāśau na vidāṁ pravādaḥ
"Was von dir gesagt wurde, o Held, ist deutlich und nicht widersprüchlich – wäre die Last aber die des Trägers, so wäre sie meine, wenn dem so wäre; wäre der Weg das vom Gehenden zu Durchmessende, wenn dem so wäre – doch dass man von einem bloßen Stoffhaufen sagt, 'er sei fett', ist keine Aussage der Erkennenden [?]."
Wort für Wort
tvayā uditam
von dir Gesagtes (Nom. Sg.)
vyaktam
deutlich, klar (Nom. Sg.)
avipralabdham
nicht widersprüchlich, nicht (bloß) täuschend (Nom. Sg.)
bhartuḥ
des Trägers/(des Körpers) (Gen. Sg.)
saḥ me syāt bhāraḥ
sie wäre meine Last (Optativ, Nom. Sg.)
yadi
wenn (Konj.)
vīra
o Held (Vok. Sg.)
gantuḥ
des Gehenden (Gen. Sg.)
yadi syāt adhigamyam adhvā
wenn der Weg das zu Erreichende wäre (Optativ)
pīvā iti rāśau
"(er sei) fett" – bezüglich eines Stoffhaufens (Lok. Sg.)
na vidām pravādaḥ
keine Aussage der Erkennenden (Nom. Sg., Gen. Pl.)
[Anm.: philosophisch verdichteter Vers – Jaḍa Bharata unterscheidet zwischen Körper (Träger/Gehendem, dem Last und Weg tatsächlich zukommen) und dem unkörperlichen Selbst, dem beides nicht zukommt.]
sthaulyaṁ kārśyaṁ vyādhaya ādhayaś ca kṣut tṛḍ bhayaṁ kalir icchā jarā ca nidrā ratir manyur ahaṁ madaḥ śuco dehena jātasya hi me na santi
Beleibtheit, Magerkeit, Krankheiten und seelische Sorgen, Hunger, Durst, Furcht, Streit, Begierde, Alter und Schlaf, Anhaftung, Zorn, das (falsche) Ich-Gefühl, Verblendung, Kummer – diese sind, wiewohl ich durch einen Körper geboren erscheine, fürwahr nicht bei mir vorhanden.
Das "Lebendig-Tot-Sein" wird, o König, gemäß dem Naturgesetz an allem gesehen, was Wandel unterworfen ist und daher einen Anfang und ein Ende hat. Ein feststehendes Verhältnis von Herr und Diener, o Verehrungswürdiger, besteht nur dort, wo man von jenem Zusammenhang von Vorschrift und Pflicht spricht [d.h. allein auf der Ebene weltlicher Übereinkunft].
Wort für Wort
jīvat-mṛtatvam
das Zustand-des-lebendig-Toten (Nom. Sg.)
niyamena
durch das (Natur-)Gesetz (Instr. Sg.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
ādi-anta-vat
mit Anfang und Ende versehen (Nom. Sg.)
yat vikṛtasya dṛṣṭam
was am Gewandelten (Körperlichen) gesehen wird (Nom. Sg.)
sva-svāmya-bhāvaḥ
das Verhältnis von Eigentum und Eigentümer, Diener und Herr (Nom. Sg.)
dhruvaḥ
feststehend, unveränderlich (Nom. Sg.)
īḍya
o Verehrungswürdiger (Vok. Sg.)
yatra tarhi
dort wo dann (Adv.)
ucyate
wird gesprochen (Passiv, 3. Sg. Präs.)
asau vidhi-kṛtya-yogaḥ
jener Zusammenhang von Vorschrift und Pflicht (Nom. Sg.)
viśeṣa-buddher vivaraṁ manāk ca paśyāma yan na vyavahārato 'nyat ka īśvaras tatra kim īśitavyaṁ tathāpi rājan karavāma kiṁ te
Und wir sehen für die Vorstellung eines wesenhaften Unterschieds zwischen Herr und Diener kaum einen Raum, der über die bloße weltliche Übereinkunft hinausginge. Wer wäre da wirklich Herr, was wäre wirklich zu beherrschen? Dennoch, o König, was mag ich für dich tun?
Wort für Wort
viśeṣa-buddheḥ vivaram
der Spielraum für die Vorstellung eines (wesenhaften) Unterschieds (Nom./Gen. Sg.)
manāk ca
auch nur ein wenig (Adv.)
paśyāmaḥ
wir sehen (1. Sg./Pl. Präs.)
yat na vyavahārataḥ anyat
das nicht anderes als bloße Übereinkunft (ist) (Nom. Sg.)
kaḥ īśvaraḥ
wer (wäre) Herr (Interrogativ, Nom. Sg.)
tatra
darin, dabei (Adv.)
kim īśitavyam
was (wäre) zu beherrschen (Nom. Sg., Gerundiv)
tathā api
dennoch (Adv.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
karavāma kim te
was mag ich für dich tun (1. Sg. Präs. Konj. + Interrogativ)
unmatta-matta-jaḍavat sva-saṁsthāṁ gatasya me vīra cikitsitena arthaḥ kiyān bhavatā śikṣitena stabdha-pramattasya ca piṣṭapeṣaḥ
Für mich, der ich – wie ein Wahnsinniger, ein Betrunkener oder ein Dummer erscheinend – zu meinem eigenen wahren Zustand gelangt bin, welcher Nutzen, o Held, liegt in deiner Behandlung, in deiner Belehrung? Für einen bereits Erstarrten und "Verrückten" wäre dies nur das nutzlose Mahlen von bereits gemahlenem Mehl.
Wort für Wort
unmatta-matta-jaḍa-vat
wie ein Wahnsinniger, Betrunkener oder Dummer (Adv./Adj.)
sva-saṁsthām gatasya me
für mich, der ich zu meinem eigenen (wahren) Zustand gelangt bin (Gen. Sg.)
vīra
o Held (Vok. Sg.)
cikitsitena
durch (deine) Behandlung (Instr. Sg.)
arthaḥ kiyān
welcher Nutzen (Nom. Sg., Interrogativ)
bhavatā śikṣitena
durch deine Belehrung/Zurechtweisung (Instr. Sg.)
stabdha-pramattasya ca
und für einen Erstarrten und Verrückten (Gen. Sg.)
piṣṭa-peṣaḥ
das Mahlen von (bereits) Gemahlenem, nutzlose Mühe (Nom. Sg.)
Śrī Śuka sprach: Nachdem der beste der Weisen, von friedvollem Wesen, dies soviel in Form einer bloßen Wiederholung der (Worte des Königs) erwidert hatte – er, für den die Ursache der Verbindung mit dem Nicht-Selbst erloschen war –, das in Gang gesetzte Reifungs-Karma durch dessen Erfahren austilgend, trug er dennoch weiterhin die Sänfte des Königs wie zuvor.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach (3. Sg. Perf.)
etāvat
so viel, dies (Akk. Sg.)
anuvāda-paribhāṣayā
in Form einer (bloßen) Wiederholung der Worte (Instr. Sg.)
pratyudīrya
erwidert habend (Absolutiv)
muni-varaḥ
der beste der Weisen (Nom. Sg.)
upaśama-śīlaḥ
von friedvollem, ruhigem Wesen (Nom. Sg.)
uparata-anātmya-nimittaḥ
für den die Ursache (der Verbindung) mit dem Nicht-Selbst erloschen war (Nom. Sg.)
upabhogena
durch (Er-)Fahren, Auskosten (Instr. Sg.)
karma-ārabdham vyapanayan
das in Gang gesetzte (Reifungs-)Karma austilgend (Part. Präs.)
sa cāpi pāṇḍaveya sindhu-sauvīra-patis tattva-jijñāsāyāṁ samyak-śraddhayādhikṛtādhikāras tad dhṛdaya-granthi-mocanaṁ dvija-vaca āśrutya bahu-yoga-grantha-sammataṁ tvarayāvaruhya śirasā pāda-mūlam upasṛtaḥ kṣamāpayan vigata-nṛpa-deva-smaya uvāca.
Und auch jener Herrscher von Sindhu und Sauvīra, o Nachkomme der Pāṇḍus, der durch vollkommenen Glauben die Berechtigung zum Forschen nach der Wahrheit erlangt hatte, hörte jene die Herzensknoten lösenden Worte des Zweifachgeborenen, die mit den Lehrbüchern vieler Yoga-Systeme übereinstimmten; eilig stieg er von der Sänfte herab, näherte sich mit seinem Haupt den Fußsohlen des Weisen, bat um Verzeihung und sprach, nun frei vom Stolz, ein Herr unter den Menschen zu sein:
Wort für Wort
saḥ ca api
und auch er (Nom. Sg.)
pāṇḍaveya
o Nachkomme der Pāṇḍus (Vok. Sg., Anrede an Parīkṣit)
sindhu-sauvīra-patiḥ
der Herrscher von Sindhu und Sauvīra (Nom. Sg.)
tattva-jijñāsāyām
im Forschen nach der Wahrheit (Lok. Sg.)
samyak-śraddhayā
durch vollkommenen Glauben (Instr. Sg.)
adhikṛta-adhikāraḥ
der die Berechtigung erlangt hatte (Nom. Sg.)
tat hṛdaya-granthi-mocanam
jene die Herzensknoten lösenden (Akk. Sg. n., Adj.)
dvija-vacaḥ
die Worte des Zweifachgeborenen (Akk. Sg.)
āśrutya
gehört habend (Absolutiv)
bahu-yoga-grantha-sammatam
mit den Lehrbüchern vieler Yoga-Systeme übereinstimmend (Akk. Sg.)
tvarayā avaruhya
eilig herabgestiegen (Absolutiv)
śirasā
mit dem Haupt (Instr. Sg.)
pāda-mūlam upasṛtaḥ
sich den Fußsohlen genähert habend (Nom. Sg., PPP)
kṣamāpayan
um Verzeihung bittend (Part. Präs. Kaus.)
vigata-nṛpa-deva-smayaḥ
frei vom Stolz, ein Herr der Menschen zu sein (Nom. Sg.)
kas tvaṁ nigūḍhaś carasi dvijānāṁ bibharṣi sūtraṁ katamo 'vadhūtaḥ kasyāsi kutratya ihāpi kasmāt kṣemāya naś ced asi nota śuklaḥ
"Wer bist du, der du verborgen unter der Gestalt eines Zweifachgeborenen umherwandelst und doch die heilige Schnur trägst? Welcher erhabene Entsagende bist du? Wessen bist du, woher stammst du, und warum hierher? Bist du, wenn du zu unserem Heile gekommen bist, etwa jener Reine, Kapila, selbst – oder nicht?"
nāhaṁ viśaṅke sura-rāja-vajrān na tryakṣa-śūlān na yamasya daṇḍāt nāgny-arka-somānila-vittapāstrāc chaṅke bhṛśaṁ brahma-kulāvamānāt
Nicht fürchte ich den Blitz des Königs der Götter, nicht den Dreizack des Dreiäugigen, nicht den Stab Yamas, nicht die Waffen des Feuers, der Sonne, des Mondes, des Windes oder des Herrn der Schätze – sehr wohl aber fürchte ich die Herabwürdigung der Brahmanen-Sippe.
Wort für Wort
na aham viśaṅke
nicht fürchte ich (1. Sg. Präs.)
sura-rāja-vajrāt
vor dem Blitz des Königs der Götter, Indra (Abl. Sg.)
na tryakṣa-śūlāt
nicht vor dem Dreizack des Dreiäugigen, Śiva (Abl. Sg.)
na yamasya daṇḍāt
nicht vor dem Stab Yamas (Abl. Sg.)
na agni-arka-soma-anila-vitta-pa-astrāt
nicht vor der Waffe des Feuers, der Sonne, des Mondes, des Windes, des Herrn der Schätze (Abl. Sg.)
śaṅke bhṛśam
ich fürchte sehr (1. Sg. Präs.)
brahma-kula-avamānāt
vor der Herabwürdigung der Brahmanen-Sippe (Abl. Sg.)
tad brūhy asaṅgo jaḍavan nigūḍha-vijñāna-vīryo vicarasy apāraḥ vacāṁsi yoga-grathitāni sādho na naḥ kṣamante manasāpi bhettum
Darum sprich, du, der du unverbunden mit der Welt, wie ein Stumpfsinniger erscheinend, mit verborgener spiritueller Erkenntnis und Kraft, grenzenlos umherwandelst! Deine Worte, o Heiliger, die mit der Weisheit des Yoga verknüpft sind, vermögen wir nicht einmal mit dem Geist zu durchdringen.
Wort für Wort
tat brūhi
darum sprich (2. Sg. Imperativ)
asaṅgaḥ
unverbunden (mit der Welt) (Nom. Sg.)
jaḍa-vat
wie ein Stumpfsinniger erscheinend (Adv.)
nigūḍha-vijñāna-vīryaḥ
mit verborgener (spiritueller) Erkenntnis und Kraft (Nom. Sg.)
vicarasi apāraḥ
du, der Grenzenlose, wanderst umher (2. Sg. Präs.)
vacāṁsi yoga-grathitāni
die mit (der Weisheit des) Yoga verknüpften Worte (Akk. Pl.)
sādho
o Heiliger (Vok. Sg.)
na naḥ kṣamante
vermögen wir nicht (3. Pl. Präs.)
manasā api bhettum
selbst mit dem Geist zu durchdringen (Instr. + Inf.)
ahaṁ ca yogeśvaram ātma-tattva-vidāṁ munīnāṁ paramaṁ guruṁ vai praṣṭuṁ pravṛttaḥ kim ihāraṇaṁ tat sākṣād dhariṁ jñāna-kalāvatīrṇam
Und ich bin nun bereit, den Herrn des Yoga zu befragen, den höchsten Lehrer der die Wahrheit des Selbst kennenden Weisen – was hier in dieser Welt die wahre Zuflucht sei –, jenen leibhaftigen Hari, herabgestiegen als seine Teilverkörperung des Wissens.
Wort für Wort
aham ca
und ich (Nom. Sg.)
yoga-īśvaram
den Herrn des Yoga (Akk. Sg.)
ātma-tattva-vidām munīnām
der die Wahrheit des Selbst kennenden Weisen (Gen. Pl.)
paramam gurum vai
den höchsten Lehrer fürwahr (Akk. Sg.)
praṣṭum pravṛttaḥ
bereit zu befragen (Nom. Sg., Inf.-Konstr.)
kim iha araṇam
was hier (in dieser Welt) die Zuflucht sei (Interrogativ, Nom. Sg.)
tat sākṣāt harim
jenen leibhaftigen Hari (Akk. Sg.)
jñāna-kalā-avatīrṇam
herabgestiegen als Teilverkörperung des Wissens (Akk. Sg.)
sa vai bhavāḻ loka-nirīkṣaṇārtham avyakta-liṅgo vicaraty api svit yogeśvarāṇāṁ gatim andha-buddhiḥ kathaṁ vicakṣīta gṛhānubandhaḥ
Wanderst du selbst, jener Kapila, um die Welt zu betrachten, mit unerkennbarem Kennzeichen umher? Wie könnte auch jemand wie ich, von blindem Verstand und an das Hausleben gefesselt, das Verhalten der Herren des Yoga durchschauen?
Wort für Wort
saḥ vai
jener (Kapila) fürwahr (Nom. Sg.)
bhavān
du (Herr) (Nom. Sg., höfl. Anrede)
loka-nirīkṣaṇa-artham
zum Zweck der Betrachtung der Welt (Akk. Sg.)
avyakta-liṅgaḥ
mit unerkennbarem, unmanifestiertem Kennzeichen (Nom. Sg.)
vicarati
wanderst du umher (2./3. Sg. Präs.)
api svit
etwa, ob wohl (Fragepartikel)
yoga-īśvarāṇām gatim
das Verhalten der Herren des Yoga (Akk. Sg.)
andha-buddhiḥ
von blindem Verstand (Nom. Sg.)
katham vicakṣīta
wie könnte (jemand) durchschauen (Optativ, 3. Sg.)
Erschöpfung wird, wie ich sehe, gewiss aus der Tätigkeit des Körpers geboren, nicht aus dem Selbst; das Gleiche vermute ich vom Träger, vom Gehenden und auch von dir. So wie, obwohl es im letzten Sinne für ein unwirkliches (Ich) kein wirkliches "Wasserholen" und dergleichen gibt [?], so wird dennoch der Pfad der weltlichen Verkehrsweise als auf einer Grundlage beruhend anerkannt.
Wort für Wort
dṛṣṭaḥ śramaḥ
die Erschöpfung wird gesehen (Nom. Sg., PPP)
karmataḥ
aus der Tätigkeit (heraus) (Abl./Adv.)
ātmanaḥ vai
nicht aber des Selbst (Gen. Sg.)
bhartuḥ gantuḥ
des Trägers, des Gehenden (Gen. Sg.)
bhavataḥ ca anumanye
und von dir vermute ich (Gleiches) (1. Sg. Präs.)
yathā
so wie (Adv.)
asatā
durch ein Unwirkliches (Instr. Sg.)
uda-ānayana-ādi-abhāvāt
aus dem (letztlichen) Fehlen von Wasserholen und dergleichen (Abl. Sg.)
sa-mūlaḥ
auf einer Grundlage beruhend (Nom. Sg.)
iṣṭaḥ
anerkannt, akzeptiert (Nom. Sg.)
vyavahāra-mārgaḥ
der Pfad der (weltlichen) Verkehrsweise (Nom. Sg.)
[Anm.: Die Passage 'yathāsatodānayanādy-abhāvāt samūla iṣṭo vyavahāra-mārgaḥ' ist syntaktisch verdichtet und lässt mehrere Deutungen zu; die Wiedergabe folgt der wahrscheinlichsten Lesart als Analogie zur scheinbaren, konventionell aber anerkannten Realität weltlichen Handelns trotz Fehlens eines wirklich handelnden Selbst. Mit [?] markiert.]
Durch die Hitze des Feuers unter dem Topf wird die darin befindliche Milch heiß, und durch deren Hitze wiederum das Innere der Reiskörner gekocht; ebenso entsteht, aufgrund der engen Verbindung der Person mit Körper, Sinnen, Lebenskraft und Geist, deren Erfahren des Kreislaufs, weil die Person sich fälschlich daran bindet.
Wort für Wort
sthāli-agni-tāpāt
durch die Hitze des Feuers unter dem Topf (Abl. Sg.)
payasaḥ abhitāpaḥ
die Erhitzung der Milch (Nom. Sg.)
tat-tāpataḥ
durch deren Hitze (Abl./Adv.)
taṇḍula-garbha-randhiḥ
das Gekochtwerden des Kerns der Reiskörner (Nom. Sg.)
deha-indriya-asu-āśaya-sannikarṣāt
aus der engen Verbindung mit Körper, Sinnen, Lebensatem und Geist (Abl. Sg.)
tat-saṁsṛtiḥ
dessen (des Selbst) Erfahren des (leidvollen) Kreislaufs (Nom. Sg.)
puruṣasya anurodhāt
aufgrund der (fälschlichen) Bindung der Person daran (Abl. Sg.)
śāstābhigoptā nṛpatiḥ prajānāṁ yaḥ kiṅkaro vai na pinaṣṭi piṣṭam sva-dharmam ārādhanam acyutasya yad īhamāno vijahāty aghaugham
Der König, der Lenker und Beschützer der Untertanen, der in Wahrheit nur deren Diener ist, mahlt fürwahr nicht bereits Gemahlenes, wenn er, seine eigene Pflicht als Verehrung des Unfehlbaren ausübend, damit die angesammelte Flut der Sünde abwirft.
tan me bhavān nara-devābhimāna-madena tucchīkṛta-sattamasya kṛṣīṣṭa maitrī-dṛśam ārta-bandho yathā tare sad-avadhyānam aṁhaḥ
Darum erweise mir, den du durch den Rausch des Dünkels, ein Herr der Menschen zu sein, gering geachtet hast, deinen Blick des Wohlwollens, o Freund der Bedrängten, auf dass ich über die Sünde der Missachtung eines Heiligen hinwegkomme.
Wort für Wort
tat
darum, deshalb (Adv.)
me
mir (Dat. Sg.)
bhavān
du (Nom. Sg., höfl. Anrede)
nara-deva-abhimāna-madena
durch den Rausch des Dünkels, ein Herr der Menschen zu sein (Instr. Sg.)
tucchī-kṛta-sat-tamasya
der (mich) den Besten unter den Guten gering geachtet hat (Gen. Sg.)
kṛṣīṣṭa maitrī-dṛśam
erweise deinen Blick des Wohlwollens (2. Sg. Imperativ, Ātm.)
ārta-bandho
o Freund der Bedrängten (Vok. Sg.)
yathā
auf dass (Konj.)
tare
ich überwinde, komme hinweg über (1. Sg. Präs. Ātm.)
sat-avadhyānam aṁhaḥ
die Sünde der Missachtung eines Heiligen (Akk. Sg.)
na vikriyā viśva-suhṛt-sakhasya sāmyena vītābhimates tavāpi mahad-vimānāt sva-kṛtād dhi mādṛṅ naṅkṣyaty adūrād api śūlapāṇiḥ
Keine Erregung widerfährt dir, dem Freund des Freundes aller Wesen, der du durch deine Gleichmut jede falsche Selbstauffassung abgelegt hast. Doch durch die eigene Tat der Herabwürdigung eines Großen wird einer wie ich gewiss bald zugrunde gehen, mag er auch mächtig wie der Dreizackträger sein.
Wort für Wort
na vikriyā
keine Wandlung, Erregung (Nom. Sg.)
viśva-suhṛt-sakhasya
des Freundes des Freundes aller Wesen (Gen. Sg., bez. Jaḍa Bharata)
sāmyena
durch Gleichmut (Instr. Sg.)
vīta-abhimateḥ
der jede falsche Selbstauffassung abgelegt hat (Gen. Sg.)