Kapitel 49: brahmaṇaḥ sarga-vistāraḥ
Gespräch zwischen Maitreya und Vidura (Brahmās weitere Schöpfung)
Skandha 3, Adhyāya 20. Quelle: vedabase.io. title_sa als eigene knappe IAST-Kurzbezeichnung des Inhalts gebildet, da vedabase.io keinen Sanskrit-IAST-Kapiteltitel angibt (nur Englisch 'Conversation Between Maitreya and Vidura'). Kapitel beginnt mit kurzem Ruecksprung in den aeusseren Rahmen Sūta-Śaunaka (V.1-8), bevor der innere Dialog Vidura-Maitreya fortgesetzt wird.
Śaunaka sprach: Nachdem Svāyambhuva Manu die Erde als [seine] Grundlage errichtet hatte, o Sūta, welchen Toren folgte er für den Pfad der nachfolgenden Geburten?
Wort für Wort
śaunakaḥ uvāca
Śaunaka sprach
mahīm pratiṣṭhām adhyasya
nachdem er die Erde als [seine] Grundlage errichtet hatte
Kṣattā (Vidura), der große Gottgeweihte, Kṛṣṇas ausschließlicher Freund, der seinen älteren Bruder samt dessen Söhnen verließ, weil dieser gegen Kṛṣṇa gesündigt hatte -
Wort für Wort
kṣattā mahā-bhāgavataḥ
Kṣattā, der große Gottgeweihte
kṛṣṇasya aikāntikaḥ suhṛt
Kṛṣṇas ausschließlicher Freund
yaḥ tatyāja agrajam
der seinen älteren Bruder verließ
kṛṣṇe sa-apatyam aghavān iti
weil dieser, samt seinen Söhnen, gegen Kṛṣṇa gesündigt hatte
kim anvapṛcchan maitreyaṁ virajās tīrtha-sevayā upagamya kuśāvarta āsīnaṁ tattva-vittamam
- was fragte der von Leidenschaft Freie (Vidura) Maitreya, nachdem er sich durch Pilgerdienst ihm genähert hatte, der in Kuśāvarta saß, den größten Kenner der Wahrheit?
O Sūta, während jene beiden sich unterhielten, entströmten makellose Erzählungen, wie die sündentilgenden Wasser der Gaṅgā, in den Lotosfüßen Haris begründet.
tā naḥ kīrtaya bhadraṁ te
kīrtanyodāra-karmaṇaḥ
rasajñaḥ ko nu tṛpyeta
hari-līlāmṛtaṁ piban
Erzähle sie uns, Heil sei dir, [die Erzählungen] von dem, dessen erhabene Taten es wert sind, gepriesen zu werden; wer, der den Geschmack kennt, könnte sich je satt trinken am Nektar von Haris Spiel?
Wort für Wort
tāḥ naḥ kīrtaya bhadram te
erzähle sie uns, Heil sei dir
kīrtanya-udāra-karmaṇaḥ
von dem, dessen erhabene Taten es wert sind, gepriesen zu werden
rasajñaḥ kaḥ nu tṛpyeta
wer, der den Geschmack kennt, könnte sich je satt fühlen
Sūta sprach: Nachdem er vernommen hatte, wie Hari, der durch seine eigene Māyā die Ebergestalt angenommen hatte, die Erde aus Rasātala emporhob, [und] das Spiel, wie Hiraṇyākṣa mit bloßer Geringschätzung erschlagen wurde, sprach der Nachkomme Bharatas (Vidura), von Freude erfüllt, zu dem Weisen.
Wort für Wort
sūtaḥ uvāca
Sūta sprach
hareḥ dhṛta-kroḍa-tanoḥ sva-māyayā
wie Hari, der durch seine eigene Māyā die Ebergestalt angenommen hatte
niśamya gaḥ uddharaṇam rasātalāt
nachdem er das Emporheben der Erde aus Rasātala vernommen hatte
līlām hiraṇyākṣam avajñayā hatam
das Spiel, wie Hiraṇyākṣa mit bloßer Geringschätzung erschlagen wurde
sañjāta-harṣaḥ munim āha bhārataḥ
sprach der Nachkomme Bharatas, von Freude erfüllt, zu dem Weisen
vidura uvāca
prajāpati-patiḥ sṛṣṭvā
prajā-sarge prajāpatīn
kim ārabhata me brahman
prabrūhy avyakta-mārga-vit
Vidura sprach: Nachdem der Herr der Herren der Geschöpfe (Brahmā) für die Erzeugung der Geschöpfe die Prajāpatis geschaffen hatte, was unternahm er dann, o Brahmane? Sage es mir, du Kenner des Pfades des Unmanifestierten.
Wort für Wort
viduraḥ uvāca
Vidura sprach
prajāpati-patiḥ sṛṣṭvā
nachdem der Herr der Herren der Geschöpfe geschaffen hatte
prajā-sarge prajāpatīn
für die Erzeugung der Geschöpfe die Prajāpatis
kim ārabhata me brahman
was unternahm er dann, sage mir, o Brahmane
prabrūhi avyakta-mārga-vit
sage es, du Kenner des Pfades des Unmanifestierten
Maitreya sprach: Durch das kaum zu ergründende, höchste, unaufhörliche Schicksal, aus der Erregung, die von den drei Erscheinungsweisen des Erhabenen entstand, kam das Mahat-Prinzip in [sein] Dasein.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya sprach
daivena durvitarkyeṇa
durch das kaum zu ergründende Schicksal
pareṇa animiṣeṇa ca
das höchste, unaufhörliche
jāta-kṣobhāt bhagavataḥ mahān guṇa-trayāt
aus der Erregung des Erhabenen, [entstanden] aus den drei Erscheinungsweisen, [entstand] das Mahat-Prinzip
Aus dem von Rajas beherrschten, dreifach-gekennzeichneten Mahat, vom Schicksal angetrieben, geboren, erschuf der Bhūtādi (Ahaṅkāra) den Äther und die übrigen [Elemente], zu fünft.
Wort für Wort
rajaḥ-pradhānāt mahataḥ tri-liṅgaḥ
aus dem von Rajas beherrschten, dreifach-gekennzeichneten Mahat
Aus seinem Nabel entstand ein Lotos von der gewaltigen Leuchtkraft tausend Sonnen, in dem er selbst, der Selbstherrscher, die Wohnstatt der ganzen Schar der Lebewesen, ins Dasein trat.
Wort für Wort
tasya nābheḥ abhūt padmam
aus seinem Nabel entstand ein Lotos
sahasra-arka-uru-dīdhiti
von der gewaltigen Leuchtkraft tausend Sonnen
sarva-jīva-nikāya-okaḥ
die Wohnstatt der ganzen Schar der Lebewesen
yatra svayam abhūt svarāṭ
in dem er selbst, der Selbstherrscher, ins Dasein trat
Er, betreten vom Erhabenen, der auf dem Wasserlager ruht, gestaltete die Anordnung der Welten wie zuvor, durch seine eigene Ordnung.
Wort für Wort
saḥ anuviṣṭaḥ bhagavatā
er, betreten vom Erhabenen
yaḥ śete salila-āśaye
der auf dem Wasserlager ruht
loka-saṁsthām yathā pūrvam
die Anordnung der Welten wie zuvor
nirmame saṁsthayā svayā
gestaltete er durch seine eigene Ordnung
[?] Bezug: 'er' (Brahmā) als vom Erhabenen (Viṣṇu, der auf dem Urwasser ruht) durchdrungen/erfüllt; genaue Beziehung der beiden Subjekte im Vers knapp und andeutend.
Sich nicht darüber freuend, ließ er seinen eigenen, aus Finsternis bestehenden Leib fahren; die Yakṣas und Rākṣasas ergriffen ihn - die Nacht, entstanden aus Hunger und Durst.
Wort für Wort
na abhinandan visasarja ātmanaḥ kāyam
sich nicht darüber freuend, ließ er seinen eigenen Leib fahren
Von Hunger und Durst überwältigt, liefen sie herbei, um ihn zu verschlingen; 'schont ihn nicht, verzehrt ihn!' riefen sie, von Hunger und Durst gequält.
Wort für Wort
kṣut-tṛḍbhyām upasṛṣṭāḥ te
von Hunger und Durst überwältigt, sie
tam jagdhum abhidudruvuḥ
liefen herbei, um ihn zu verschlingen
mā rakṣata enam jakṣadhvam
'schont ihn nicht, verzehrt ihn'
iti ūcuḥ kṣut-tṛṭ-arditāḥ
so riefen sie, von Hunger und Durst gequält
[Anm.] Anspielung auf die volkstümliche Namensdeutung: die 'Rakṣata' ('schützt') rufenden wurden zu Rākṣasas, die 'Jakṣadhvam' ('esst') rufenden zu Yakṣas (s. folgender Vers).
devas tān āha saṁvigno
mā māṁ jakṣata rakṣata
aho me yakṣa-rakṣāṁsi
prajā yūyaṁ babhūvitha
Der Gott (Brahmā), beunruhigt, sprach zu ihnen: 'Verzehrt mich nicht, schützt [mich]!' - Ach, ihr seid meine Nachkommenschaft geworden, als Yakṣas und Rākṣasas.
Welchen Glanz auch immer er, spielend, aus seinem Antlitz heraus erschuf, [daraus wurden] die Götter; sie, gottwärts strebend, nahmen jenen entlassenen Glanz als den Tag an sich.
devo 'devāñ jaghanataḥ sṛjati smātilolupān ta enaṁ lolupatayā maithunāyābhipedire
Der Gott erschuf aus seinem Hinterteil die Widergötter (Asuras), von übermäßiger Begierde [erfüllt]; sie näherten sich ihm aus Begierde zur ehelichen Vereinigung.
Wort für Wort
devaḥ adevān jaghanataḥ sṛjati sma
der Gott erschuf aus seinem Hinterteil die Widergötter
sa upavrajya varadaṁ prapannārti-haraṁ harim anugrahāya bhaktānām anurūpātma-darśanam
Er näherte sich Hari, dem Gewähre-Gebenden, dem Vernichter der Not derer, die zu ihm Zuflucht suchen - dem [Hari], der zur Gunst seiner Geweihten eine [jeweils] angemessene Gestalt zur Schau stellt.
Wort für Wort
saḥ upavrajya varadam
er näherte sich dem Gewähre-Gebenden
prapanna-ārti-haram harim
Hari, dem Vernichter der Not derer, die Zuflucht suchen
anugrahāya bhaktānām
zur Gunst seiner Geweihten
anurūpa-ātma-darśanam
der eine [jeweils] angemessene Gestalt zur Schau stellt
'Du allein bist wahrlich der Vernichter des Leids der leidenden Welten; du allein bist der Verursacher des Leids für jene, die deinen Füßen nicht nahegekommen sind.'
Wort für Wort
tvam ekaḥ kila lokānām
du allein bist wahrlich der [Retter] der Welten
kliṣṭānām kleśa-nāśanaḥ
der Vernichter des Leids der Leidenden
tvam ekaḥ kleśadaḥ teṣām
du allein bist der Verursacher des Leids für jene
anāsanna-padām tava
die deinen Füßen nicht nahegekommen sind
[?] Theologischer Doppelaspekt (der Erhabene als sowohl Leid-Vernichter als auch Leid-Verursacher für die von ihm Entfernten) im Wortlaut belassen, nicht geglättet.
so 'vadhāryāsya kārpaṇyaṁ
viviktādhyātma-darśanaḥ
vimuñcātma-tanuṁ ghorām
ity ukto vimumoca ha
Er (Hari), dessen Selbsterkenntnis geklärt ist, erkannte dessen (Brahmās) Jämmerlichkeit und sprach: 'Gib deinen furchtbaren [Schatten-]Leib auf'; so angesprochen, ließ er (Brahmā) ihn fahren.
Jenen [Leib, nun als Frau], mit klingenden Lotosfüßen, mit von Rausch trunkenen Augen, deren Hüften von einem mit einer Gürtelkette glänzenden feinen Gewand bedeckt waren -
- sich selbst aus Scham verbergend, mit einer Fülle dunkler Locken - als die Asuras diese Frau erblickten, o Dharma [Vidura], wurden sie alle völlig betört.
'Ach, [welche] Schönheit! Ach, [welche] Gelassenheit! Ach, ihre frische Jugend! Inmitten derer, die sie begehren, bewegt sie sich, als wäre sie selbst ohne Begehren.'
Auf mancherlei Weise über sie - die [personifizierte] Abenddämmerung in Frauengestalt - nachsinnend, sprachen die Törichten sie vertrauensvoll an und befragten sie.
kāsi kasyāsi rambhoru ko vārthas te 'tra bhāmini / rūpa-draviṇa-paṇyena durbhagān no vibādhase
'Wer bist du, wessen bist du, o Bananenstamm-Hüftige? Welchen Zweck verfolgst du hier, o Leidenschaftliche? Mit dem Handelsgut deiner Schönheit quälst du uns Unglückliche.'
Wort für Wort
kā asi kasya asi rambha-uru
wer bist du, wessen bist du, o Bananenstamm-Hüftige
kaḥ vā arthaḥ te atra bhāmini
welchen Zweck verfolgst du hier, o Leidenschaftliche
'Nirgends bleibt dein Lotosfuß, o Anmutige, an einem Ort, wenn du wiederholt mit der Handfläche den fallenden Ball schlägst; deine Taille scheint zu ermatten, wie aus Furcht vor der Last deiner großen Brüste; dein makelloser Blick ist wie ruhig, und deine Locken bilden eine schöne Fülle.'
Wort für Wort
na ekatra te jayati śālini pāda-padmam
nirgends bleibt dein Lotosfuß, o Anmutige, an einem Ort
ghnantyāḥ muhuḥ kara-talena patat-pataṅgam
wenn du wiederholt mit der Handfläche den fallenden Ball schlägst
madhyam viṣīdati bṛhat-stana-bhāra-bhītam
deine Taille scheint zu ermatten, wie aus Furcht vor der Last der großen Brüste
So ergriffen die Asuras, im Geiste betört, die abendliche Dämmerung, die sich wie eine leidenschaftliche, verlockende Frau verhielt, sie für eine [wirkliche] Frau haltend.
Der Erhabene, lachend, von innerlich gefestigter Haltung, gleichsam sich selbst an sich selbst erfreuend (riechend), erschuf durch seinen eigenen Glanz die Scharen der Gandharvas und Apsaras.
Wort für Wort
prahasya bhāva-gambhīram
lachend, von innerlich gefestigter Haltung
jighrantyā ātmānam ātmanā
sich selbst an sich selbst gleichsam erfreuend
kāntyā sasarja bhagavān
erschuf der Erhabene durch [seinen] Glanz
gandharva-apsarasām gaṇān
die Scharen der Gandharvas und Apsaras
[?] Bild 'jighrantyā ātmānam ātmanā' (sich selbst an sich selbst riechend/erfreuend) sinnbildlich, genaue grammatische Zuordnung unsicher.
sṛṣṭvā bhūta-piśācāṁś ca
bhagavān ātma-tandriṇā
dig-vāsaso mukta-keśān
vīkṣya cāmīlayad dṛśau
Nachdem der Erhabene aus seiner eigenen Trägheit die Bhūtas und Piśācas erschaffen hatte, betrachtete er sie, mit den Himmelsrichtungen als Gewand, mit gelöstem Haar, und schloss seine Augen.
Wort für Wort
sṛṣṭvā bhūta-piśācān ca
nachdem er die Bhūtas und Piśācas erschaffen hatte
bhagavān ātma-tandriṇā
der Erhabene, aus seiner eigenen Trägheit
dik-vāsasaḥ mukta-keśān
mit den Himmelsrichtungen als Gewand, mit gelöstem Haar
Sie ergriffen jenen von ihm entlassenen Leib, genannt 'Gähnen', den Schlaf, das Erschlaffen der Sinne, das man bei den Geschöpfen sieht; womit sie die Erschöpften überwältigen, das nennt man Wahnsinn.
Der Erhabene, der Ungeborene, sich selbst als machtvoll betrachtend, erschuf durch [seine] unsichtbare [Kraft] die Scharen der Sādhyas und die Scharen der Pitṛs.
ta ātma-sargaṁ taṁ kāyaṁ pitaraḥ pratipedire sādhyebhyaś ca pitṛbhyaś ca kavayo yad vitanvate
Jene Pitṛs nahmen jenen selbstgeschaffenen Leib als ihren [eigenen] Ursprung an, den die Weisen den Sādhyas und Pitṛs [in Opferriten fortwährend] darbringen.
te tu taj jagṛhū rūpaṁ
tyaktaṁ yat parameṣṭhinā
mithunī-bhūya gāyantas
tam evoṣasi karmabhiḥ
Sie aber ergriffen jene Gestalt, die vom Höchsten Herrn aufgegeben worden war, und sangen, sich paarend, im Morgengrauen durch [rituelle] Handlungen von eben ihm.
Wort für Wort
te tu tat jagṛhuḥ rūpam
sie aber ergriffen jene Gestalt
tyaktam yat parameṣṭhinā
die vom Höchsten Herrn aufgegeben worden war
mithunī-bhūya gāyantaḥ
sich paarend, singend
tam eva uṣasi karmabhiḥ
von eben ihm, im Morgengrauen, durch [rituelle] Handlungen
dehena vai bhogavatā śayāno bahu-cintayā sarge 'nupacite krodhād utsasarja ha tad vapuḥ
Mit einem schlangenhaften, geringelten Leib daliegend, von vielfältiger Sorge [erfüllt], warf er, aus Zorn über die noch unvollendete Schöpfung, jenen Leib von sich.
ye 'hīyantāmutaḥ keśā
ahayas te 'ṅga jajñire
sarpāḥ prasarpataḥ krūrā
nāgā bhogoru-kandharāḥ
Die Haare, die von jenem [Leib] daraufhin ausfielen, o Lieber, wurden zu Schlangen: kriechende, grausame Schlangen und Nāgas mit breiten, geringelten Nacken.
sa ātmānaṁ manyamānaḥ kṛta-kṛtyam ivātmabhūḥ tadā manūn sasarjānte manasā loka-bhāvanān
Der Selbstgeborene, sich selbst als hätte er sein Ziel erreicht betrachtend, erschuf da schließlich durch [seinen] Geist die Manus, die Erhalter der Welten.
Wort für Wort
saḥ ātmānam manyamānaḥ
er, sich selbst betrachtend
kṛta-kṛtyam iva ātma-bhūḥ
als hätte er sein Ziel erreicht, der Selbstgeborene
tadā manūn sasarja ante manasā
erschuf da schließlich durch [seinen] Geist die Manus
tebhyaḥ so 'sṛjat svīyaṁ puraṁ puruṣam ātmavān tān dṛṣṭvā ye purā sṛṣṭāḥ praśaśaṁsuḥ prajāpatim
Für sie erschuf er, seiner selbst mächtig, seine eigene Person/Gestalt als Wohnstatt [für sie]; als jene, die zuvor erschaffen worden waren, sie sahen, priesen sie den Herrn der Geschöpfe.
Wort für Wort
tebhyaḥ saḥ asṛjat
für sie erschuf er
svīyam puram puruṣam ātmavān
seiner selbst mächtig, seine eigene Wohnstatt-Gestalt
tān dṛṣṭvā ye purā sṛṣṭāḥ
als jene, die zuvor erschaffen worden waren, sie sahen
praśaśaṁsuḥ prajāpatim
priesen sie den Herrn der Geschöpfe
[?] 'svīyaṁ puraṁ puruṣam' (seine eigene Stadt/Wohnstatt, die Person) knapp und mehrdeutig; sinngemäß als Verleihung leiblicher Gestalt/Wohnstatt an die Manus gedeutet.
aho etaj jagat-sraṣṭaḥ sukṛtaṁ bata te kṛtam pratiṣṭhitāḥ kriyā yasmin sākam annam adāma he
'Ach, o Schöpfer der Welt, wahrlich wohlgetan ist dies, was du getan hast, worin die [rituellen] Handlungen begründet sind und in dem wir gemeinsam Speise zu uns nehmen können!'
tebhyaś caikaikaśaḥ svasya dehasyāṁśam adād ajaḥ yat tat samādhi-yogarddhi-tapo-vidyā-viraktimat
Und jedem von ihnen einzeln gab der Ungeborene einen Anteil seines eigenen Leibes, der aus Versenkung, Yoga-Vollkommenheit, Askese, Wissen und Entsagung bestand.
Wort für Wort
tebhyaḥ ca eka-ekaśaḥ
und jedem von ihnen einzeln
svasya dehasya aṁśam adāt ajaḥ
gab der Ungeborene einen Anteil seines eigenen Leibes
yat tat samādhi-yoga-ṛddhi-tapaḥ-vidyā-viraktimat
der aus Versenkung, Yoga-Vollkommenheit, Askese, Wissen und Entsagung bestand