Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 182 Durvāsā Munis Leben wird gerettet

śrī-śukaḥ uvāca evaṁ bhagavatādiṣṭo durvāsāś cakra-tāpitaḥ ambarīṣam upāvṛtya tat-pādau duḥkhito 'grahīt

Śrī Śuka sprach: So vom Herrn angewiesen, näherte sich Durvāsā, vom Feuerrad gepeinigt, Ambarīṣa und ergriff, von Schmerz überwältigt, dessen beide Füße.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
evam
so, auf diese Weise
bhagavatā
vom Herrn
ādiṣṭaḥ
angewiesen
durvāsāḥ
Durvāsā
cakra-tāpitaḥ
vom (Sudarśana-)Rad gequält
ambarīṣam
zu Ambarīṣa
upāvṛtya
sich nähernd
tat-pādau
dessen beide Füße
duḥkhitaḥ
leidend, von Schmerz erfüllt
agrahīt
er ergriff

tasya sodyamam āvīkṣya pāda-sparśa-vilajjitaḥ astāvīt tad dharer astraṁ kṛpayā pīḍito bhṛśam

Als er dessen Bemühen sah, beschämt durch die Berührung seiner Füße [durch einen Brahmanen], von Mitleid tief bewegt, pries er jene Waffe Haris.

Wort für Wort
tasya
dessen (Durvāsās)
saḥ
er (Ambarīṣa)
udyamam
das Bemühen, den Versuch
āvīkṣya
erblickend
pāda-sparśa-vilajjitaḥ
beschämt durch die Berührung seiner Füße
astāvīt
er pries, er betete
tat
jene
hareḥ astram
Waffe Haris
kṛpayā
aus Mitleid
pīḍitaḥ
bedrängt, ergriffen
bhṛśam
sehr, heftig

ambarīṣa uvāca tvam agnir bhagavān sūryas tvaṁ somo jyotiṣāṁ patiḥ tvam āpas tvaṁ kṣitir vyoma vāyur mātrendriyāṇi ca

Ambarīṣa sprach: Du bist das Feuer, der erhabene Sonnengott, du bist der Mond, der Herr der Gestirne; du bist das Wasser, du bist die Erde, der Äther, die Luft, die Sinnesobjekte und die Sinnesorgane.

Wort für Wort
ambarīṣaḥ uvāca
Ambarīṣa sprach
tvam
du
agniḥ
das Feuer
bhagavān
der Erhabene, Mächtige
sūryaḥ
die Sonne
tvam
du
somaḥ
der Mond
jyotiṣām patiḥ
der Herr der Gestirne
tvam
du
āpaḥ
das Wasser
tvam
du
kṣitiḥ
die Erde
vyoma
der Äther, Himmel
vāyuḥ
die Luft, der Wind
mātra
die Sinnesobjekte
indriyāṇi
die Sinnesorgane
ca
und

sudarśana namas tubhyaṁ sahasrārācyuta-priya sarvāstra-ghātin viprāya svasti bhūyā iḍaspate

O Sudarśana, dir sei Verehrung dargebracht, o du mit tausend Speichen, dem Unfehlbaren lieb, o Vernichter aller Waffen! Diesem Brahmanen möge Heil zuteilwerden, o Herr der Erde [?].

Wort für Wort
sudarśana
o Sudarśana
namaḥ
Verehrung, Ehrerbietung
tubhyam
dir
sahasra-ara
o du mit tausend Speichen
acyuta-priya
dem Unfehlbaren (Acyuta) lieb
sarva-astra-ghātin
o Vernichter aller Waffen
viprāya
diesem Brahmanen
svasti
Heil, Wohlergehen
bhūyāḥ
werde zuteil
iḍaspate
o Herr der Erde/des Opfers [?]

[Anm.: 'iḍaspate' ist mehrdeutig (iḍā = Erde, Rede, Opfergabe); hier vorsichtig als 'Herr der Erde/des Opfers' wiedergegeben.]

tvaṁ dharmas tvam ṛtaṁ satyaṁ tvaṁ yajño 'khila-yajña-bhuk tvaṁ loka-pālaḥ sarvātmā tvaṁ tejaḥ pauruṣaṁ param

Du bist die Rechtschaffenheit, du bist die Wahrhaftigkeit und die Wahrheit, du bist das Opfer, der Genießer aller Opfer; du bist der Beschützer der Welten, die Allseele, du bist die höchste Kraft der Gottesperson.

Wort für Wort
tvam
du
dharmaḥ
die Rechtschaffenheit
tvam
du
ṛtam
die Wahrhaftigkeit
satyam
die Wahrheit
tvam
du
yajñaḥ
das Opfer
akhila-yajña-bhuk
der Genießer aller Opfer
tvam
du
loka-pālaḥ
der Beschützer der Welten
sarva-ātmā
die Allseele
tvam
du
tejaḥ
die Kraft, der Glanz
pauruṣam
der Gottesperson
param
höchste

namaḥ sunābhākhila-dharma-setave hy adharma-śīlāsura-dhūma-ketave trailokya-gopāya viśuddha-varcase mano-javāyādbhuta-karmaṇe gṛṇe

Verehrung dir, o Rad mit der schönen Nabe, Wahrer aller Rechtschaffenheit, der du ja der Unheilskomet für die Dämonen unrechtschaffener Natur bist; dem Beschützer der drei Welten, von reinem Glanz, so schnell wie der Geist, von wunderbarem Wirken - dich preise ich.

Wort für Wort
namaḥ
Verehrung
sunābha
o Rad mit schöner Nabe
akhila-dharma-setave
dem Wahrer aller Rechtschaffenheit
hi
denn, ja
adharma-śīla
von unrechtschaffener Natur
asura
der Dämonen
dhūma-ketave
dem Unheilskometen
trailokya-gopāya
dem Beschützer der drei Welten
viśuddha-varcase
von reinem Glanz
manaḥ-javāya
so schnell wie der Geist
adbhuta-karmaṇe
von wunderbarem Wirken
gṛṇe
ich preise, ich rufe an

tvat-tejasā dharma-mayena saṁhṛtaṁ tamaḥ prakāśaś ca dṛśo mahātmanām duratyayas te mahimā girāṁ pate tvad-rūpam etat sad-asat parāvaram

Durch deinen von Rechtschaffenheit erfüllten Glanz wird die Finsternis vertrieben, und Licht entsteht für die Sicht der großen Seelen; unüberwindlich ist deine Herrlichkeit, o Herr der Worte; dies, das Manifestierte und Unmanifestierte, das Höhere und das Niedere, ist deine Gestalt.

Wort für Wort
tvat-tejasā
durch deinen Glanz
dharma-mayena
von Rechtschaffenheit erfüllt
saṁhṛtam
vertrieben, aufgehoben
tamaḥ
die Finsternis
prakāśaḥ ca
und das Licht
dṛśaḥ
für die Sicht
mahā-ātmanām
der großen Seelen
duratyayaḥ
unüberwindlich
te
deine
mahimā
Herrlichkeit, Größe
girām pate
o Herr der Worte
tvat-rūpam
deine Gestalt
etat
dies
sat-asat
das Manifestierte und Unmanifestierte
para-avaram
das Höhere und das Niedere

yadā visṛṣṭas tvam anañjanena vai balaṁ praviṣṭo 'jita daitya-dānavam bāhūdarorv-aṅghri-śirodharāṇi vṛścann ajasraṁ pradhane virājase

Wenn du, vom Makellosen entsandt, o Unbesiegbarer, in die Heerscharen der Daityas und Dānavas eindringst, dann erstrahlst du auf dem Schlachtfeld, unaufhörlich Arme, Bäuche, Schenkel, Füße und Hälse abtrennend.

Wort für Wort
yadā
wenn
visṛṣṭaḥ
entsandt
tvam
du
anañjanena
vom Makellosen (dem Höchsten Herrn)
vai
fürwahr
balam
in die Streitmacht
praviṣṭaḥ
eingedrungen
ajita
o Unbesiegbarer
daitya-dānavam
der Daityas und Dānavas
bāhu
Arme
udara
Bäuche
ūru
Schenkel
aṅghri
Füße
śiraḥ-dharāṇi
Hälse
vṛścan
abtrennend
ajasram
unaufhörlich
pradhane
auf dem Schlachtfeld
virājase
du erstrahlst

sa tvaṁ jagat-trāṇa khala-prahāṇaye nirūpitaḥ sarva-sahaḥ gadā-bhṛtā viprasya cāsmat-kula-daiva-hetave vidhehi bhadraṁ tad anugraho hi naḥ

Du, o Beschützer des Universums, bist vom Keulenträger eingesetzt, um die Bösen zu vernichten, allmächtig; erweise diesem Brahmanen Gutes, auch zum Segen unserer Familiengottheit - denn das wäre wahrlich deine Gnade uns gegenüber.

Wort für Wort
saḥ
der, jener
tvam
du
jagat-trāṇa
o Beschützer des Universums
khala-prahāṇaye
zur Vernichtung der Bösen
nirūpitaḥ
eingesetzt, bestimmt
sarva-sahaḥ
allmächtig, allesertragend
gadā-bhṛtā
vom Keulenträger (Viṣṇu)
viprasya
für diesen Brahmanen
ca
und, auch
asmat-kula-daiva-hetave
zum Wohl unserer Familiengottheit, unserer Dynastie
vidhehi
erweise
bhadram
Gutes, Segen
tat
das
anugrahaḥ
Gnade
hi
wahrlich
naḥ
uns, unsere

yady asti dattam iṣṭaṁ vā sva-dharmo vā svanuṣṭhitaḥ kulaṁ no vipra-daivaṁ ced dvijo bhavatu vijvaraḥ

Wenn es Wohltätigkeit gibt, Verehrung der Gottheit oder gut ausgeführte eigene Pflichterfüllung, wenn unsere Dynastie den Brahmanen wohlgesinnt ist, dann möge dieser Zweifachgeborene frei vom Brennen sein.

Wort für Wort
yadi
wenn
asti
es gibt
dattam
Wohltätigkeit, Gegebenes
iṣṭam
Verehrung (der Gottheit), Geopfertes
vā
oder
sva-dharmaḥ
eigene Pflicht
vā
oder
su-anuṣṭhitaḥ
gut ausgeführt
kulam
die Familie, Dynastie
naḥ
unsere
vipra-daivam
den Brahmanen wohlgesinnt
cet
wenn
dvijaḥ
der Zweifachgeborene (Brahmane)
bhavatu
er möge werden
vijvaraḥ
frei vom Brennen (Fieber)

yadi no bhagavān prīta ekaḥ sarva-guṇāśrayaḥ sarva-bhūtātma-bhāvena dvijo bhavatu vijvaraḥ

Wenn der Herr, der Eine, der Hort aller guten Eigenschaften, mit uns zufrieden ist, dann möge - durch seine Gesinnung als die Seele aller Wesen - der Zweifachgeborene frei vom Brennen sein.

Wort für Wort
yadi
wenn
naḥ
mit uns
bhagavān
der Herr
prītaḥ
zufrieden
ekaḥ
der Eine
sarva-guṇa-āśrayaḥ
der Hort aller guten Eigenschaften
sarva-bhūta-ātma-bhāvena
durch die Gesinnung als Seele aller Wesen
dvijaḥ
der Zweifachgeborene
bhavatu
er möge werden
vijvaraḥ
frei vom Brennen

śrī-śuka uvāca iti saṁstuvato rājño viṣṇu-cakraṁ sudarśanam aśāmyat sarvato vipraṁ pradahad rāja-yācñayā

Śrī Śuka sprach: Während der König so pries, wurde das Sudarśana-Rad Viṣṇus, das den Brahmanen von allen Seiten verbrannte, durch die Bitte des Königs vollständig besänftigt.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
iti
so
saṁstuvataḥ
während er pries
rājñaḥ
des Königs
viṣṇu-cakram
das Rad Viṣṇus
sudarśanam
Sudarśana
aśāmyat
wurde besänftigt
sarvataḥ
von allen Seiten, gänzlich
vipram
den Brahmanen
pradahat
verbrennend
rāja-yācñayā
durch die Bitte des Königs

sa mukto 'strāgni-tāpena durvāsāḥ svastimāṁs tataḥ praśaśaṁsa tam urvīśaṁ yuñjānaḥ paramāśiṣaḥ

Er, Durvāsā, von der Glut des Waffenfeuers befreit, nun wohlbehalten, pries daraufhin jenen König und erteilte ihm höchste Segnungen.

Wort für Wort
saḥ
er
muktaḥ
befreit
astra-agni-tāpena
von der Hitze des Waffenfeuers
durvāsāḥ
Durvāsā
svastimān
wohlbehalten, heil
tataḥ
daraufhin
praśaśaṁsa
er pries
tam
jenen
urvīśam
den König (Herrn der Erde)
yuñjānaḥ
erteilend, gewährend
parama-āśiṣaḥ
höchste Segnungen

[Anm.: Vers auf vedabase.io wiederholt nicht abrufbar (HTTP 429); Sanskrit-Text und Wort-für-Wort-Angaben stammen von prabhupadabooks.com, dessen Transliteration ohne diakritische Zeichen vorlag - Diakritika wurden hier anhand des Sanskrit-Wortschatzes rekonstruiert.]

durvāsā uvāca aho ananta-dāsānāṁ mahattvaṁ dṛṣṭam adya me kṛtāgaso 'pi yad rājan maṅgalāni samīhase

Durvāsā sprach: Ach, die Größe der Diener des Unendlichen habe ich heute gesehen, da du, o König, obwohl ich dir Unrecht getan habe, dennoch mein Wohlergehen erstrebst.

Wort für Wort
durvāsāḥ uvāca
Durvāsā sprach
aho
ach, oh
ananta-dāsānām
der Diener des Unendlichen (Viṣṇu)
mahattvam
die Größe
dṛṣṭam
gesehen
adya
heute
me
von mir
kṛta-āgasaḥ
obwohl (ich) Unrecht zugefügt habe
api
selbst, obwohl
yat
dass
rājan
o König
maṅgalāni
Wohlergehen, Segen
samīhase
du erstrebst, du wünschst

duṣkaraḥ ko nu sādhūnāṁ dustyajo vā mahātmanām yaiḥ saṅgṛhīto bhagavān sātvatām ṛṣabho hariḥ

Was ist für die Heiligen wahrhaft schwer zu tun, oder was für die großen Seelen unmöglich aufzugeben, durch die der Herr Hari, der Erste der reinen Gottgeweihten, gewonnen wurde?

Wort für Wort
duṣkaraḥ
schwer zu tun
kaḥ
was
nu
wahrlich, denn
sādhūnām
für die Heiligen
dustyajaḥ
schwer aufzugeben
vā
oder
mahā-ātmanām
für die großen Seelen
yaiḥ
durch die
saṅgṛhītaḥ
erlangt, gewonnen
bhagavān
der Herr
sātvatām
der reinen Gottgeweihten
ṛṣabhaḥ
der Erste, Höchste
hariḥ
Hari

yan-nāma-śruti-mātreṇa pumān bhavati nirmalaḥ tasya tīrtha-padaḥ kiṁ vā dāsānām avaśiṣyate

Durch bloßes Hören Seines Namens wird ein Mensch rein - was bleibt da noch für die Diener dessen zu tun übrig, dessen Füße alle heiligen Stätten sind?

Wort für Wort
yat
dessen
nāma
Name
śruti-mātreṇa
durch bloßes Hören
pumān
ein Mensch
bhavati
wird
nirmalaḥ
rein, makellos
tasya
von dem (Herrn)
tīrtha-padaḥ
dessen Füße die Pilgerstätten sind
kim vā
was denn
dāsānām
für die Diener
avaśiṣyate
bleibt übrig, verbleibt (zu tun)

rājann anugṛhīto 'haṁ tvayātikaruṇātmanā mad-aghaṁ pṛṣṭhataḥ kṛtvā prāṇā yan me 'bhirakṣitāḥ

O König, ich bin von dir, der du von überaus mitleidsvoller Natur bist, begnadet worden, da du meine Verfehlung hintangestellt und so mein Leben gerettet hast.

Wort für Wort
rājan
o König
anugṛhītaḥ
begnadet, begünstigt
aham
ich
tvayā
von dir
ati-karuṇa-ātmanā
von überaus mitleidsvoller Natur
mat-agham
meine Verfehlung
pṛṣṭhataḥ kṛtvā
hintanstellend, beiseite lassend
prāṇāḥ
das Leben
yat
dass, weil
me
mein
abhirakṣitāḥ
gerettet, beschützt

[Anm.: Vers auf vedabase.io wiederholt nicht abrufbar (HTTP 429); Sanskrit-Text und Wort-für-Wort-Angaben stammen von prabhupadabooks.com, dessen Transliteration ohne diakritische Zeichen vorlag - Diakritika wurden hier anhand des Sanskrit-Wortschatzes rekonstruiert.]

rājā tam akṛtāhāraḥ pratyāgamana-kāṅkṣayā caraṇāv upasaṅgṛhya prasādya samabhojayat

Der König, der keine Nahrung zu sich genommen hatte in der Hoffnung auf seine Rückkehr, ergriff nun dessen Füße, stimmte ihn wohlwollend und speiste ihn reichlich.

Wort für Wort
rājā
der König
tam
ihn
akṛta-āhāraḥ
der keine Nahrung zu sich genommen hatte
pratyāgamana-kāṅkṣayā
in der Hoffnung auf (seine) Rückkehr
caraṇau
die beiden Füße
upasaṅgṛhya
ergreifend
prasādya
besänftigend, wohlgesonnen stimmend
samabhojayat
speiste reichlich

so 'śitvādṛtam ānītam ātithyaṁ sārva-kāmikam tṛptātmā nṛpatiṁ prāha bhujyatām iti sādaram

Nachdem er die mit Ehrerbietung dargebrachte Gastspeise, die alle Wünsche erfüllte, gegessen hatte, sprach er, nun selbst zufrieden, mit Achtung zum König: 'Iss auch du.'

Wort für Wort
saḥ
er
aśitvā
nachdem er gegessen hatte
ādṛtam
mit Ehrerbietung dargebracht
ānītam
herbeigebracht
ātithyam
die Gastfreundschaft, Speise
sārva-kāmikam
alle Wünsche erfüllend
tṛpta-ātmā
selbst zufrieden, gesättigt
nṛpatim
zum König
prāha
er sprach
bhujyatām
iss (du)
iti
so
sa-ādaram
mit Achtung, ehrerbietig

prīto 'smy anugṛhīto 'smi tava bhāgavatasya vai darśana-sparśanālāpair ātithyenātma-medhasā

Ich bin erfreut, ich bin begnadet worden durch dich, den wahrhaften Geweihten, durch dein Sehen, Berühren, Gespräch, deine Gastfreundschaft und deine eigene Weisheit.

Wort für Wort
prītaḥ
erfreut
asmi
ich bin
anugṛhītaḥ
begnadet
asmi
ich bin
tava
durch dich, dein
bhāgavatasya
des wahren Geweihten
vai
wahrlich
darśana
durch Sehen
sparśana
Berühren
ālāpaiḥ
Gespräch
ātithyena
durch Gastfreundschaft
ātma-medhasā
durch (deine) eigene Weisheit

karmāvadātam etat te gāyanti svaḥ-striyo muhuḥ kīrtiṁ parama-puṇyāṁ ca kīrtayiṣyati bhūr iyam

Diese deine makellose Tat werden die Himmelsfrauen immer wieder besingen, und diese Erde wird deinen höchst heiligen Ruhm fortwährend rühmen.

Wort für Wort
karma
die Tat
avadātam
makellos, rein
etat
diese
te
deine
gāyanti
sie besingen
svaḥ-striyaḥ
die Himmelsfrauen
muhuḥ
immer wieder
kīrtim
den Ruhm
parama-puṇyām
höchst heilig
ca
und
kīrtayiṣyati
wird rühmen
bhūḥ
die Erde
iyam
diese

śrī-śuka uvāca evaṁ saṅkīrtya rājānaṁ durvāsāḥ paritoṣitaḥ yayau vihāyasāmantrya brahmalokam ahaitukam

Śrī Śuka sprach: Nachdem er so den König gepriesen hatte, zog Durvāsā, nun vollkommen zufriedengestellt, sich verabschiedend, auf dem Luftweg zum Brahmaloka, wo es keine [weltliche] Bedingtheit gibt.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
evam
so
saṅkīrtya
nachdem er gepriesen hatte
rājānam
den König
durvāsāḥ
Durvāsā
paritoṣitaḥ
vollkommen zufriedengestellt
yayau
er zog fort, er ging
vihāyasā
auf dem Luftweg
āmantrya
sich verabschiedend
brahmalokam
zum Brahmaloka
ahaitukam
ursachenlos, frei von weltlicher Bedingtheit

saṁvatsaro 'tyagāt tāvad yāvatā nāgato gataḥ munis tad-darśanākāṅkṣo rājāb-bhakṣo babhūva ha

Ein volles Jahr verging, solange der fortgegangene Weise nicht zurückgekehrt war; der König, der sich danach sehnte, ihn wiederzusehen, lebte währenddessen nur von Wasser.

Wort für Wort
saṁvatsaraḥ
ein Jahr
atyagāt
verging
tāvat
so lange
yāvatā
solange, wie
na
nicht
āgataḥ
zurückgekehrt
gataḥ
der fortgegangene
muniḥ
der Weise
tat-darśana-ākāṅkṣaḥ
sich sehnend, ihn wiederzusehen
rājā
der König
ap-bhakṣaḥ
nur von Wasser lebend
babhūva
er blieb, er war
ha
fürwahr

gate 'tha durvāsasi so 'mbarīṣo dvijopayogātipavitram āharat ṛṣer vimokṣaṁ vyasanaṁ ca vīkṣya mene sva-vīryaṁ ca parānubhāvam

Da Durvāsā weiterhin abwesend blieb, nahm Ambarīṣa die für einen Brahmanen höchst reine Speise zu sich; und im Rückblick auf die Befreiung des Weisen aus jener Gefahr erkannte er darin sowohl seine eigene [gottgeweihte] Kraft als auch die überlegene Macht des Höchsten.

Wort für Wort
gate
(als) fortgegangen (war)
atha
dann, da
durvāsasi
Durvāsā
saḥ ambarīṣaḥ
er, Ambarīṣa
dvija-upayoga-ati-pavitram
die für einen Brahmanen höchst reine (Speise)
āharat
er nahm zu sich, er aß
ṛṣeḥ
des Weisen
vimokṣam
die Befreiung
vyasanam
aus der Gefahr
ca
und
vīkṣya
betrachtend, bedenkend
mene
er erachtete, er hielt für
sva-vīryam
seine eigene Kraft
ca
und
para-anubhāvam
die überlegene Macht (des Höchsten)

[Anm.: 'gate ... durvāsasi' (locative absolutus) wörtlich 'als Durvāsā fortgegangen/abwesend war'; im Sinnzusammenhang mit Vers 23 (ein Jahr ohne Rückkehr) als 'da er weiterhin abwesend blieb' wiedergegeben, entsprechend der überlieferten Erzählung, wonach der König sein Fasten nach Ablauf der Wartefrist brach.]

evaṁ vidhāneka-guṇaḥ sa rājā parātmani brahmaṇi vāsudeve kriyā-kalāpaiḥ samuvāha bhaktiṁ yayāviriñcyān nirayāṁś cakāra

So, mit vielfältigen guten Eigenschaften ausgestattet, übte jener König durch die Gesamtheit seiner Handlungen Hingabe zum höchsten Selbst, dem Brahman, Vāsudeva - eine Hingabe, durch die er die Welten, angefangen bei jener Brahmās, bloßen Höllen gleichsetzte.

Wort für Wort
evam
so
vidhā-aneka-guṇaḥ
mit vielfältigen (Arten von) guten Eigenschaften (ausgestattet)
saḥ rājā
jener König
para-ātmani
zum höchsten Selbst
brahmaṇi
zum Brahman
vāsudeve
zu Vāsudeva
kriyā-kalāpaiḥ
durch die Gesamtheit der (rituellen) Handlungen
samuvāha
er pflegte, er trug dar
bhaktim
Hingabe
yayā
durch die
āviriñcyān
angefangen bei (der Welt) Brahmās
nirayān
zu (bloßen) Höllen
cakāra
er machte, er erachtete

śrī-śuka uvāca athāmbarīṣas tanayeṣu rājyaṁ samāna-śīleṣu visṛjya dhīraḥ vanaṁ viveśātmani vāsudeve mano dadhad dhvasta-guṇa-pravāhaḥ

Śrī Śuka sprach: Danach übergab der besonnene Ambarīṣa das Königreich seinen gleichgesinnten Söhnen, zog sich in den Wald zurück, richtete den Geist auf das Selbst, Vāsudeva, und so wurde die Flut der materiellen Erscheinungsweisen in ihm zunichtegemacht.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
atha
danach
ambarīṣaḥ
Ambarīṣa
tanayeṣu
seinen Söhnen
rājyam
das Königreich
samāna-śīleṣu
die von gleicher Wesensart waren
visṛjya
übergebend
dhīraḥ
der Besonnene
vanam
in den Wald
viveśa
er zog sich zurück, er ging
ātmani
auf das Selbst
vāsudeve
Vāsudeva
manaḥ
den Geist
dadhat
richtend
dhvasta
zunichtegemacht, zerstört
guṇa-pravāhaḥ
die Flut der (materiellen) Erscheinungsweisen

ity etat puṇyam ākhyānam ambarīṣasya bhūpate saṅkīrtayann anudhyāyan bhakto bhagavato bhavet

So lautet, o Herrscher, diese heilige Erzählung von Ambarīṣa; wer sie besingt oder über sie meditiert, wird ein Geweihter des Herrn.

Wort für Wort
iti
so
etat
diese
puṇyam ākhyānam
heilige Erzählung
ambarīṣasya
von Ambarīṣa
bhūpate
o Herrscher (König)
saṅkīrtayan
besingend, rezitierend
anudhyāyan
meditierend
bhaktaḥ
ein Geweihter
bhagavataḥ
des Herrn
bhavet
er möge werden

ambarīṣasya caritaṁ ye śṛṇvanti mahātmanaḥ muktiṁ prayānti te sarve bhaktyā viṣṇoḥ prasādataḥ

Alle, die das Wirken Ambarīṣas, jener großen Seele, hören, erlangen durch Hingabe, durch die Gnade Viṣṇus, die Befreiung.

Wort für Wort
ambarīṣasya
Ambarīṣas
caritam
das Wirken, die Geschichte
ye
die welche
śṛṇvanti
hören
mahā-ātmanaḥ
der großen Seele
muktim
die Befreiung
prayānti
sie erlangen
te
sie
sarve
alle
bhaktyā
durch Hingabe
viṣṇoḥ
Viṣṇus
prasādataḥ
durch die Gnade

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