Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 80: pṛthunā mahī-dohanam [?] Mahārāja Pṛthu melkt den Erdplaneten

maitreya uvāca itthaṁ pṛthum abhiṣṭūya ruṣā prasphuritādharam punar āhāvanir bhītā saṁstabhyātmānam ātmanā

Maitreya sprach: Nachdem sie Pṛthu, dessen Lippen vor Zorn bebten, derart gepriesen hatte, sprach die erschrockene Erde erneut, nachdem sie ihr Selbst durch das Selbst gefasst/beruhigt hatte.

Wort für Wort
maitreyaḥ
Maitreya (Nom.)
uvāca
sprach (3.sg. Perf.)
ittham
so, derart (Adv.)
pṛthum
Pṛthu (Akk.)
abhiṣṭūya
nachdem sie gepriesen/besänftigt hatte (Ger.)
ruṣā
durch Zorn (Instr.)
prasphurita-adharam
dessen Lippe bebte (Akk., attr. zu pṛthum)
punar
wieder (Adv.)
āha
sie sprach (3.sg. Perf.)
avaniḥ
die Erde (Nom.)
bhītā
erschrocken (Nom. f.)
saṁstabhya
nachdem sie gefasst/gefestigt hatte (Ger.)
ātmānam
das Selbst/den Geist (Akk.)
ātmanā
durch sich selbst/den Verstand (Instr.)

abhiṣṭūya (abhi+stu, Gerundium) trägt sowohl "preisen" als auch "beschwichtigen/schmeicheln" mit; hier im Kontext von Pṛthus Zorn eher Letzteres. ātmānam ātmanā: reflexiver Ausdruck "sich selbst durch sich selbst", d.h. aus eigener Kraft/Willen.

sanniyacchābhibho manyuṁ nibodha śrāvitaṁ ca me sarvataḥ sāram ādatte yathā madhu-karo budhaḥ

Bezähme, o Gebieter, deinen Zorn und vernimm, was ich dir zu sagen habe: Wie die kluge Biene von überall [nur] die Essenz nimmt, [so nimm auch du das Wesentliche].

Wort für Wort
sanniyaccha
bezähme, halte zurück (Imp.)
abhibho
o Gebieter (Vok.)
manyum
den Zorn (Akk.)
nibodha
vernimm, erkenne (Imp.)
śrāvitam
das zu Gehör Gebrachte (Akk. n.)
ca
und
me
von mir (Instr./Gen.)
sarvataḥ
von überall (Adv.)
sāram
die Essenz (Akk.)
ādatte
nimmt (3.sg. Med.)
yathā
wie
madhu-karaḥ
die Biene (Nom.)
budhaḥ
die kluge (Nom.)

asmiḻ loke 'thavāmuṣmin munibhis tattva-darśibhiḥ dṛṣṭā yogāḥ prayuktāś ca puṁsāṁ śreyaḥ-prasiddhaye

In diesem Leben oder auch im jenseitigen wurden von den Weisen, die die Wahrheit geschaut haben, Mittel/Methoden erkannt und angewandt, um das Wohl der Menschen zu erlangen.

Wort für Wort
asmin
in diesem (Lok.)
loke
Leben, Welt (Lok.)
atha vā
oder auch
amuṣmin
in jenem (Lok.)
munibhiḥ
von den Weisen (Instr.)
tattva-darśibhiḥ
von den die Wahrheit Schauenden (Instr.)
dṛṣṭāḥ
erkannt, gesehen (Nom. pl.)
yogāḥ
Mittel, Methoden (Nom. pl.)
prayuktāḥ
angewandt (Nom. pl.)
ca
und
puṁsām
der Menschen (Gen. pl.)
śreyaḥ
des Heils (Kompositionsglied)
prasiddhaye
zur Erlangung (Dat.)

tān ātiṣṭhati yaḥ samyag upāyān pūrva-darśitān avaraḥ śraddhayopeta upeyān vindate 'ñjasā

Wer diesen zuvor gezeigten Mitteln vollständig folgt, erlangt, selbst wenn er unerfahren ist, doch mit Glauben ausgestattet, mühelos die [entsprechenden] Ziele.

Wort für Wort
tān
diese (Akk. pl.)
ātiṣṭhati
befolgt, tritt ein in (3.sg. Präs.)
yaḥ
wer (Nom.)
samyak
vollständig, richtig (Adv.)
upāyān
die Mittel (Akk. pl.)
pūrva-darśitān
zuvor gezeigten (Akk. pl.)
avaraḥ
der Unerfahrene, Geringere (Nom.)
śraddhayā
mit Glauben (Instr.)
upetaḥ
ausgestattet (Nom.)
upeyān
die zu erlangenden Ziele (Akk. pl.)
vindate
erlangt (3.sg. Med.)
añjasā
mühelos, direkt (Instr./Adv.)

tān anādṛtya yo 'vidvān arthān ārabhate svayam tasya vyabhicaranty arthā ārabdhāś ca punaḥ punaḥ

Wer diese missachtet und als Unwissender aus eigenem Antrieb Unternehmungen beginnt, dessen begonnene Unternehmungen misslingen immer wieder.

Wort für Wort
tān
diese (Akk. pl.)
anādṛtya
missachtend (Ger.)
yaḥ
wer (Nom.)
avidvān
der Unwissende (Nom.)
arthān
Unternehmungen (Akk. pl.)
ārabhate
beginnt (3.sg. Med.)
svayam
selbst, aus eigenem Antrieb (Adv.)
tasya
dessen (Gen.)
vyabhicaranti
misslingen, schlagen fehl (3.pl. Präs.)
arthāḥ
Unternehmungen (Nom. pl.)
ārabdhāḥ
begonnene (Nom. pl.)
ca
und
punaḥ punaḥ
immer wieder

purā sṛṣṭā hy oṣadhayo brahmaṇā yā viśāmpate bhujyamānā mayā dṛṣṭā asadbhir adhṛta-vrataiḥ

Fürwahr, o Herr der Untertanen, die Pflanzen, die einst von Brahmā erschaffen wurden, sah ich von Unwürdigen genossen, die keinerlei Gelübde einhalten.

Wort für Wort
purā
einst, früher
sṛṣṭāḥ
erschaffen (Nom. pl.)
hi
fürwahr
oṣadhayaḥ
die Pflanzen/Kräuter (Nom. pl.)
brahmaṇā
von Brahmā (Instr.)
yāḥ
welche (Nom. pl.)
viśām-pate
o Herr der Untertanen (Vok.)
bhujyamānāḥ
genossen werdend (Nom. pl., Pass.-Part.)
mayā
von mir (Instr.)
dṛṣṭāḥ
gesehen (Nom. pl.)
asadbhiḥ
von den Unwürdigen (Instr. pl.)
adhṛta-vrataiḥ
von denen ohne [eingehaltenes] Gelübde (Instr. pl.)

apālitānādṛtā ca bhavadbhir loka-pālakaiḥ corī-bhūte 'tha loke 'haṁ yajñārthe 'grasam oṣadhīḥ

Da ich von euch, den Hütern der Welt, unbehütet und missachtet blieb, und da die Welt so zur Beute der Diebe wurde, verbarg/verschlang ich die Pflanzen zum Zwecke des Opfers.

Wort für Wort
apālitā
unbehütet (Nom. sg. f.)
anādṛtā
missachtet (Nom. sg. f.)
ca
und
bhavadbhiḥ
von euch (Instr. pl.)
loka-pālakaiḥ
von den Hütern der Welt (Instr. pl.)
corī-bhūte
da [die Welt] zur Diebesbeute wurde (Lok. abs.)
atha
da, sodann
loke
in der Welt (Lok.)
aham
ich (Nom.)
yajña-arthe
zum Zweck des Opfers (Lok.)
agrasam
verschlang, verbarg (1.sg. Impf.)
oṣadhīḥ
die Pflanzen (Akk. pl.)

apālitā/anādṛtā (Nom. sg. fem.) beziehen sich auf das im Folgenden genannte aham (die sprechende Erde), nicht auf oṣadhīḥ.

nūnaṁ tā vīrudhaḥ kṣīṇā mayi kālena bhūyasā tatra yogena dṛṣṭena bhavān ādātum arhati

Gewiss sind jene Pflanzen in mir durch die lange Zeit erschöpft; darum solltest du, o Herr, sie durch ein geeignetes, erkanntes Mittel [wieder] entnehmen.

Wort für Wort
nūnam
gewiss (Adv.)
tāḥ
jene (Nom. pl.)
vīrudhaḥ
die Kräuter/Pflanzen (Nom. pl.)
kṣīṇāḥ
erschöpft (Nom. pl.)
mayi
in mir (Lok.)
kālena
durch die Zeit (Instr.)
bhūyasā
durch die lange, reichliche (Instr.)
tatra
dafür, dort (Adv.)
yogena
durch ein Mittel (Instr.)
dṛṣṭena
durch ein erkanntes (Instr.)
bhavān
Eure Majestät (Nom.)
ādātum
zu nehmen (Inf.)
arhati
vermag, sollte (3.sg.)

vatsaṁ kalpaya me vīra yenāhaṁ vatsalā tava dhokṣye kṣīramayān kāmān anurūpaṁ ca dohanam dogdhāraṁ ca mahā-bāho bhūtānāṁ bhūta-bhāvana annam īpsitam ūrjasvad bhagavān vāñchate yadi

Bereite mir ein Kalb, o Held, wodurch ich dir zärtlich zugetan werde; ich werde [dann] milchgleiche Wünsche und ein passendes Melkgefäß hergeben, sowie auch einen Melker, o Starkarmiger, Erhalter der Lebewesen - falls du, Erhabener, die gewünschte, kraftspendende Nahrung wünschst.

Wort für Wort
vatsam
ein Kalb (Akk.)
kalpaya
bereite, richte her (Imp.)
me
für mich (Dat.)
vīra
o Held (Vok.)
yena
wodurch (Instr.)
aham
ich (Nom.)
vatsalā
zärtlich zugetan (Nom.)
tava
dir gegenüber (Gen.)
dhokṣye
ich werde spenden/melken (1.sg. Fut. Med.)
kṣīra-mayān
aus Milch bestehende (Akk. pl.)
kāmān
Wünsche/Bedürfnisse (Akk. pl.)
anurūpam
passend, geeignet (Akk.)
ca
und
dohanam
ein Melkgefäß (Akk.)
dogdhāram
einen Melker (Akk.)
mahā-bāho
o Starkarmiger (Vok.)
bhūtānām
der Lebewesen (Gen. pl.)
bhūta-bhāvana
o Erhalter der Lebewesen (Vok.)
annam
Nahrung (Akk.)
īpsitam
gewünschte (Akk.)
ūrjasvat
kraftspendende (Akk.)
bhagavān
der Erhabene, du selbst (Nom.)
vāñchate
wünscht (3.sg.)
yadi
wenn, falls

samāṁ ca kuru māṁ rājan deva-vṛṣṭaṁ yathā payaḥ apartāv api bhadraṁ te upāvarteta me vibho

Und mache mich eben, o König, so dass das von den Göttern geregnete Wasser auch außerhalb der Regenzeit auf mir verbleiben möge - Segen sei dir, o Gebieter.

Wort für Wort
samām
eben (Akk. f., attr. zu mām)
ca
und
kuru
mache (Imp.)
mām
mich (Akk.)
rājan
o König (Vok.)
deva-vṛṣṭam
von den Göttern geregnet (Akk. n.)
yathā
so dass, damit
payaḥ
das Wasser (Nom./Akk. n.)
apartau
außerhalb der [Regen-]Jahreszeit (Lok.)
api
auch, selbst
bhadram
Segen, Wohlergehen (Nom.)
te
dir (Gen.)
upāvarteta
es möge verbleiben (Opt. 3.sg.)
me
auf mir (Lok./Gen.)
vibho
o Gebieter (Vok.)

iti priyaṁ hitaṁ vākyaṁ bhuva ādāya bhūpatiḥ vatsaṁ kṛtvā manuṁ pāṇāv aduhat sakalauṣadhīḥ

Nachdem er so die angenehme und wohltuende Rede der Erde vernommen hatte, molk der Herr der Erde, indem er Manu zum Kalb machte, mit eigener Hand alle Pflanzen.

Wort für Wort
iti
so, derart
priyam
angenehme (Akk.)
hitam
wohltuende (Akk.)
vākyam
Rede (Akk.)
bhuvaḥ
der Erde (Gen.)
ādāya
entgegennehmend (Ger.)
bhū-patiḥ
der Herr der Erde (Nom.)
vatsam
als Kalb (Akk., präd.)
kṛtvā
machend (Ger.)
manum
Manu (Akk.)
pāṇau
in seiner Hand (Lok.)
aduhat
er molk (3.sg. Impf.)
sakala-oṣadhīḥ
alle Pflanzen (Akk. pl.)

tathāpare ca sarvatra sāram ādadate budhāḥ tato 'nye ca yathā-kāmaṁ duduhuḥ pṛthu-bhāvitām

Ebenso nehmen die Weisen überall [nur] die Essenz; danach molken andere die von Pṛthu bereitete [Erde] nach Belieben.

Wort für Wort
tathā
ebenso
apare
andere (Nom. pl.)
ca
und
sarvatra
überall
sāram
die Essenz (Akk.)
ādadate
nehmen (3.pl. Med.)
budhāḥ
die Weisen (Nom. pl.)
tataḥ
danach
anye
andere (Nom. pl.)
ca
und
yathā-kāmam
nach Belieben
duduhuḥ
molken (3.pl.)
pṛthu-bhāvitām
die von Pṛthu bereitete (Akk. f.)

ṛṣayo duduhur devīm indriyeṣv atha sattama vatsaṁ bṛhaspatiṁ kṛtvā payaś chandomayaṁ śuci

Die Weisen molken sodann, o Bester, die Göttin [Erde], indem sie Bṛhaspati zum Kalb machten, in die Sinnesorgane [als Gefäß] die reine, aus vedischen Hymnen bestehende Milch.

Wort für Wort
ṛṣayaḥ
die Weisen (Nom. pl.)
duduhuḥ
molken (3.pl.)
devīm
die Göttin (Akk.)
indriyeṣu
in die Sinnesorgane (Lok. pl.)
atha
sodann
sattama
o Bester (Vok.)
vatsam
als Kalb (Akk.)
bṛhaspatim
Bṛhaspati (Akk.)
kṛtvā
machend (Ger.)
payaḥ
Milch (Akk.)
chandaḥ-mayam
aus vedischen Hymnen bestehende (Akk.)
śuci
reine (Akk.)

kṛtvā vatsaṁ sura-gaṇā indraṁ somam adūduhan hiraṇmayena pātreṇa vīryam ojo balaṁ payaḥ

Die Scharen der Götter molken, indem sie Indra zum Kalb machten, mit einem goldenen Gefäß den Somasaft als Milch - Tatkraft, Sinneskraft und Körperkraft.

Wort für Wort
kṛtvā
machend (Ger.)
vatsam
als Kalb (Akk.)
sura-gaṇāḥ
die Scharen der Götter (Nom. pl.)
indram
Indra (Akk.)
somam
den Somasaft (Akk.)
adūduhan
molken (3.pl. Impf.)
hiraṇmayena
goldenem (Instr.)
pātreṇa
mit einem Gefäß (Instr.)
vīryam
Tatkraft (Akk.)
ojaḥ
Sinneskraft (Akk.)
balam
Körperkraft (Akk.)
payaḥ
als Milch (Akk.)

daiteyā dānavā vatsaṁ prahlādam asurarṣabham vidhāyādūduhan kṣīram ayaḥ-pātre surāsavam

Die Daiteyas und Dānavas molken, indem sie Prahlāda, den Besten der Dämonen, zum Kalb machten, in ein eisernes Gefäß die Milch [in Gestalt] berauschenden Tranks.

Wort für Wort
daiteyāḥ
die Söhne Ditis (Nom. pl.)
dānavāḥ
die Dānavas (Nom. pl.)
vatsam
als Kalb (Akk.)
prahlādam
Prahlāda (Akk.)
asura-ṛṣabham
den Besten der Dämonen (Akk.)
vidhāya
einsetzend (Ger.)
adūduhan
molken (3.pl. Impf.)
kṣīram
Milch (Akk.)
ayaḥ-pātre
in einem eisernen Gefäß (Lok.)
surā-āsavam
berauschenden Trank (Akk.)

gandharvāpsaraso 'dhukṣan pātre padmamaye payaḥ vatsaṁ viśvāvasuṁ kṛtvā gāndharvaṁ madhu saubhagam

Die Gandharvas und Apsaras molken, indem sie Viśvāvasu zum Kalb machten, in ein Gefäß aus Lotus die Milch [in Gestalt von] süßem Gesang und Anmut.

Wort für Wort
gandharva-apsarasaḥ
die Gandharvas und Apsaras (Nom. pl.)
adhukṣan
molken (3.pl.)
pātre
in ein Gefäß (Lok.)
padma-maye
aus Lotus bestehendes (Lok.)
payaḥ
Milch (Akk.)
vatsam
als Kalb (Akk.)
viśvāvasum
Viśvāvasu (Akk.)
kṛtvā
machend (Ger.)
gāndharvam
Gesangskunst (Akk.)
madhu
süß (Akk., attr.)
saubhagam
Anmut, Schönheit (Akk.)

vatsena pitaro 'ryamṇā kavyaṁ kṣīram adhukṣata āma-pātre mahā-bhāgāḥ śraddhayā śrāddha-devatāḥ

Die hochgesegneten Pitṛs, die Gottheiten des Ahnenopfers, molken mit Aryamā als Kalb in ein ungebranntes [Ton-]Gefäß mit Hingabe die Milch [in Gestalt] der Ahnenopfergabe.

Wort für Wort
vatsena
mit dem Kalb (Instr.)
pitaraḥ
die Vorväter/Pitṛs (Nom. pl.)
aryamṇā
[namens] Aryamā (Instr.)
kavyam
die Ahnenopfergabe (Akk.)
kṣīram
Milch (Akk.)
adhukṣata
molken (3.pl. Med.)
āma-pātre
in ein ungebranntes Gefäß (Lok.)
mahā-bhāgāḥ
die hochgesegneten (Nom. pl.)
śraddhayā
mit Hingabe (Instr.)
śrāddha-devatāḥ
die Gottheiten des Totenopfers (Nom. pl.)

prakalpya vatsaṁ kapilaṁ siddhāḥ saṅkalpanāmayīm siddhiṁ nabhasi vidyāṁ ca ye ca vidyādharādayaḥ

Die Siddhas molken, indem sie Kapila zum Kalb machten, die aus reinem Willen bestehende Vollkommenheit; und diejenigen, die Vidyādharas und andere sind, [molken] die Fähigkeit im Luftraum [zu schweben], das Wissen.

Wort für Wort
prakalpya
einsetzend, bestimmend (Ger.)
vatsam
als Kalb (Akk.)
kapilam
Kapila (Akk.)
siddhāḥ
die Siddhas (Nom. pl.)
saṅkalpanā-mayīm
aus [reinem] Willen bestehende (Akk. f.)
siddhim
Vollkommenheit (Akk.)
nabhasi
im Luftraum (Lok.)
vidyām
Wissen, Kunstfertigkeit (Akk.)
ca
und
ye
welche (Nom. pl.)
ca
und
vidyādhara-ādayaḥ
die Vidyādharas und andere (Nom. pl.)

Das Verbum duduhuḥ ("molken") aus den umgebenden Versen ist hier elliptisch zu ergänzen.

anye ca māyino māyām antardhānādbhutātmanām mayaṁ prakalpya vatsaṁ te duduhur dhāraṇāmayīm

Und andere, die Zauberkundigen, deren Wesen im wunderbaren Verschwinden [besteht], molken, indem sie Maya zum Kalb machten, die aus [mystischer] Beherrschung bestehende Zauberkraft.

Wort für Wort
anye
andere (Nom. pl.)
ca
und
māyinaḥ
die Zauberkundigen (Nom. pl.)
māyām
die Zauberkraft (Akk.)
antardhāna-adbhuta-ātmanām
deren Wesen im wunderbaren Verschwinden besteht (Gen. pl., attr.)
mayam
Maya [den Dämon] (Akk.)
prakalpya
einsetzend (Ger.)
vatsam
als Kalb (Akk.)
te
sie (Nom. pl.)
duduhuḥ
molken (3.pl.)
dhāraṇā-mayīm
aus [mystischer] Beherrschung bestehende (Akk. f.)

yakṣa-rakṣāṁsi bhūtāni piśācāḥ piśitāśanāḥ bhūteśa-vatsā duduhuḥ kapāle kṣatajāsavam

Die Yakṣas und Rākṣasas, die Geister, die Piśācas, die Fleischesser, molken, mit Bhūteśa als Kalb, in einen Schädel den aus Blut [bestehenden] berauschenden Trank.

Wort für Wort
yakṣa-rakṣāṁsi
die Yakṣas und Rākṣasas (Nom. pl. n.)
bhūtāni
die Geister (Nom. pl.)
piśācāḥ
die Piśācas (Nom. pl.)
piśita-aśanāḥ
die Fleischesser (Nom. pl.)
bhūteśa-vatsāḥ
mit Bhūteśa als Kalb (Nom. pl.)
duduhuḥ
molken (3.pl.)
kapāle
in einem Schädel[-Gefäß] (Lok.)
kṣataja-āsavam
den aus Blut bestehenden Trank (Akk.)

tathāhayo dandaśūkāḥ sarpā nāgāś ca takṣakam vidhāya vatsaṁ duduhur bila-pātre viṣaṁ payaḥ

Ebenso molken die Schlangen, die Giftschlangen, die Nattern und die Nāgas, indem sie Takṣaka zum Kalb machten, in ein Gefäß aus Erdlöchern das Gift als Milch.

Wort für Wort
tathā
ebenso
ahayaḥ
die Schlangen (Nom. pl.)
dandaśūkāḥ
die Giftschlangen (Nom. pl.)
sarpāḥ
die Nattern (Nom. pl.)
nāgāḥ
die Nāga-Schlangen (Nom. pl.)
ca
und
takṣakam
Takṣaka (Akk.)
vidhāya
einsetzend (Ger.)
vatsam
als Kalb (Akk.)
duduhuḥ
molken (3.pl.)
bila-pātre
in ein Gefäß aus Erdlöchern (Lok.)
viṣam
Gift (Akk.)
payaḥ
als Milch (Akk.)

paśavo yavasaṁ kṣīraṁ vatsaṁ kṛtvā ca go-vṛṣam araṇya-pātre cādhukṣan mṛgendreṇa ca daṁṣṭriṇaḥ kravyādāḥ prāṇinaḥ kravyaṁ duduhuḥ sve kalevare suparṇa-vatsā vihagāś caraṁ cācaram eva ca

Das Vieh molk, indem es den Stier zum Kalb machte, in ein Gefäß aus Weideland das Weidegras als Milch; und die hauerbewehrten [Raubtiere molken] mit dem Löwen [als Kalb ihre Milch]. Die fleischfressenden Lebewesen molken das Fleisch im eigenen Körper[-Gefäß]; die Vögel, mit Suparṇa als Kalb, [molken] fürwahr das Bewegliche und das Unbewegliche.

Wort für Wort
paśavaḥ
das Vieh (Nom. pl.)
yavasam
Weidegras (Akk.)
kṣīram
Milch (Akk., Apposition)
vatsam
als Kalb (Akk.)
kṛtvā
machend (Ger.)
ca
und
go-vṛṣam
den Stier (Akk.)
araṇya-pātre
in ein Gefäß aus Weideland (Lok.)
ca
und
adhukṣan
molken (3.pl.)
mṛgendreṇa
mit dem Löwen (Instr.)
ca
und
daṁṣṭriṇaḥ
die hauerbewehrten [Raubtiere] (Nom. pl.)
kravya-adāḥ
die fleischfressenden (Nom. pl.)
prāṇinaḥ
Lebewesen (Nom. pl.)
kravyam
Fleisch (Akk.)
duduhuḥ
molken (3.pl.)
sve
im eigenen (Lok.)
kalevare
Körper[-Gefäß] (Lok.)
suparṇa-vatsāḥ
mit Suparṇa als Kalb (Nom. pl.)
vihagāḥ
die Vögel (Nom. pl.)
caram
das Bewegliche (Akk.)
ca
und
acaram
das Unbewegliche (Akk.)
eva
fürwahr
ca
und

In der zweiten Vershälfte des ersten Verses (mṛgendreṇa ca daṁṣṭriṇaḥ) ist das Verbum adhukṣan aus der ersten Vershälfte zu ergänzen.

vaṭa-vatsā vanaspatayaḥ pṛthag rasamayaṁ payaḥ girayo himavad-vatsā nānā-dhātūn sva-sānuṣu

Die Bäume [molken], mit dem Banyanbaum als Kalb, je verschieden die aus Saft bestehende Milch; die Berge, mit dem Himālaya als Kalb, [molken] verschiedene Mineralien auf ihren eigenen Gipfeln.

Wort für Wort
vaṭa-vatsāḥ
mit dem Banyanbaum als Kalb (Nom. pl.)
vanaḥ-patayaḥ
die [großen] Bäume (Nom. pl.)
pṛthak
je verschieden (Adv.)
rasa-mayam
aus Saft bestehende (Akk.)
payaḥ
Milch (Akk.)
girayaḥ
die Berge (Nom. pl.)
himavat-vatsāḥ
mit dem Himālaya als Kalb (Nom. pl.)
nānā
verschiedene
dhātūn
Mineralien, Erze (Akk. pl.)
sva-sānuṣu
auf ihren eigenen Gipfeln (Lok. pl.)

Das Verbum (duduhuḥ/adhukṣan) ist elliptisch aus dem Kontext zu ergänzen.

sarve sva-mukhya-vatsena sve sve pātre pṛthak payaḥ sarva-kāma-dughāṁ pṛthvīṁ duduhuḥ pṛthu-bhāvitām

So molken alle, mit ihrem jeweiligen Anführer als Kalb, in ihrem jeweils eigenen Gefäß je verschiedene Milch - die alle Wünsche gewährende, von Pṛthu bereitete Erde.

Wort für Wort
sarve
alle (Nom. pl.)
sva-mukhya-vatsena
mit dem eigenen Anführer als Kalb (Instr.)
sve sve
im jeweils eigenen (Lok.)
pātre
Gefäß (Lok.)
pṛthak
je verschieden (Adv.)
payaḥ
Milch (Akk.)
sarva-kāma-dughām
die alle Wünsche gewährende (Akk. f.)
pṛthvīm
die Erde (Akk.)
duduhuḥ
molken (3.pl.)
pṛthu-bhāvitām
die von Pṛthu bereitete (Akk. f.)

evaṁ pṛthv-ādayaḥ pṛthvīm annādāḥ svannam ātmanaḥ doha-vatsādi-bhedena kṣīra-bhedaṁ kurūdvaha

So [erhielten], o Bester der Kurus, Pṛthu und die anderen, die Nahrung verzehrenden [Lebewesen], von der Erde für sich selbst je ihre eigene Nahrung - entsprechend der Verschiedenheit von Melker, Kalb und Gefäß die Verschiedenheit der Milch.

Wort für Wort
evam
so, derart
pṛthu-ādayaḥ
Pṛthu und andere (Nom. pl.)
pṛthvīm
die Erde (Akk.)
anna-adāḥ
die Nahrung Verzehrenden (Nom. pl.)
su-annam
die eigene, wohlgeeignete Nahrung (Akk.)
ātmanaḥ
für sich selbst (Gen.)
doha-vatsa-ādi-bhedena
durch die Verschiedenheit von Melker, Kalb usw. (Instr.)
kṣīra-bhedam
die Verschiedenheit der Milch (Akk.)
kuru-udvaha
o Bester der Kurus (Vok.)

tato mahīpatiḥ prītaḥ sarva-kāma-dughāṁ pṛthuḥ duhitṛtve cakāremāṁ premṇā duhitṛ-vatsalaḥ

Danach machte der zufriedene Herr der Erde, Pṛthu, aus Liebe die alle Wünsche gewährende [Erde] zu seiner Tochter, da er [seinen] Töchtern zärtlich zugetan war.

Wort für Wort
tataḥ
danach
mahī-patiḥ
der Herr der Erde (Nom.)
prītaḥ
erfreut, zufrieden (Nom.)
sarva-kāma-dughām
die alle Wünsche gewährende (Akk. f.)
pṛthuḥ
Pṛthu (Nom.)
duhitṛtve
zur Tochterschaft (Lok.)
cakāra
machte (3.sg. Perf.)
imām
diese (Akk. f.)
premṇā
aus Liebe (Instr.)
duhitṛ-vatsalaḥ
dem Töchtern zärtlich Zugetane (Nom.)

cūrṇayan sva-dhanuṣ-koṭyā giri-kūṭāni rāja-rāṭ bhū-maṇḍalam idaṁ vainyaḥ prāyaś cakre samaṁ vibhuḥ

Indem er mit der Spitze seines eigenen Bogens die Berggipfel zermalmte, machte der mächtige Herrscherkönig, der Sohn Venas, dieses Erdenrund fast [ganz] eben.

Wort für Wort
cūrṇayan
zermalmend (Part. Präs.)
sva-dhanuḥ-koṭyā
mit der Spitze seines eigenen Bogens (Instr.)
giri-kūṭāni
die Berggipfel (Akk. pl.)
rāja-rāṭ
der Herrscherkönig (Nom.)
bhū-maṇḍalam
das Erdenrund (Akk.)
idam
dieses (Akk.)
vainyaḥ
der Sohn Venas (Nom.)
prāyaḥ
fast, größtenteils
cakre
machte (3.sg. Perf. Med.)
samam
eben (Akk., präd.)
vibhuḥ
der Mächtige (Nom.)

athāsmin bhagavān vainyaḥ prajānāṁ vṛttidaḥ pitā nivāsān kalpayāṁ cakre tatra tatra yathārhataḥ

Sodann richtete der Erhabene, der Sohn Venas, der den Untertanen den Lebensunterhalt gewährende Vater, auf diesem [Erdenrund] hier und dort Wohnstätten ein, wie es jeweils angemessen war.

Wort für Wort
atha
sodann
asmin
auf diesem (Lok.)
bhagavān
der Erhabene (Nom.)
vainyaḥ
der Sohn Venas (Nom.)
prajānām
der Untertanen (Gen. pl.)
vṛtti-daḥ
der den Lebensunterhalt Gewährende (Nom.)
pitā
ein Vater (Nom.)
nivāsān
Wohnstätten (Akk. pl.)
kalpayām cakre
er richtete ein (period. Perf.)
tatra tatra
hier und dort
yathā-arhataḥ
wie es angemessen war

grāmān puraḥ pattanāni durgāṇi vividhāni ca ghoṣān vrajān sa-śibirān ākarān kheṭa-kharvaṭān

Dörfer, Städte, Handelsplätze, verschiedenartige Festungen, Hirtensiedlungen, Viehpferche mitsamt Lagern, Bergwerke, Ackerbaustädte und Bergdörfer [richtete er ein].

Wort für Wort
grāmān
Dörfer (Akk. pl.)
puraḥ
Städte (Akk. pl.)
pattanāni
Handelsplätze (Akk. pl.)
durgāṇi
Festungen (Akk. pl.)
vividhāni
verschiedenartige (Akk. pl.)
ca
und
ghoṣān
Hirtensiedlungen (Akk. pl.)
vrajān
Viehpferche (Akk. pl.)
sa-śibirān
mitsamt Lagern (Akk. pl.)
ākarān
Bergwerke, Minen (Akk. pl.)
kheṭa-kharvaṭān
Ackerbaustädte und Bergdörfer (Akk. pl.)

Das Verbum kalpayāṁ cakre aus Vers 30 ist hier fortgesetzt zu denken.

prāk pṛthor iha naivaiṣā pura-grāmādi-kalpanā yathā-sukhaṁ vasanti sma tatra tatrākutobhayāḥ

Vor Pṛthu gab es hier überhaupt nicht diese Einrichtung von Städten, Dörfern usw.; [die Menschen] wohnten nach Belieben hier und dort, ohne Furcht von irgendwoher.

Wort für Wort
prāk
vor, zuvor
pṛthoḥ
Pṛthu (Gen.)
iha
hier
na
nicht
eva
ganz und gar
eṣā
diese (Nom.)
pura-grāma-ādi-kalpanā
die Einrichtung von Städten, Dörfern usw. (Nom.)
yathā-sukham
nach Belieben, wie es behaglich war
vasanti sma
sie wohnten (Impf.-Ersatz)
tatra tatra
hier und dort
akutaḥ-bhayāḥ
ohne Furcht von irgendwoher (Nom. pl.)

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