Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 142 Hiraṇyakaśipu terrorisiert das Universum

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śrī-nārada uvāca / evaṃ vṛtaḥ śata-dhṛtir hiraṇyakaśipor atha / prādāt tat-tapasā prīto varāṃs tasya sudurlabhān

Śrī Nārada sprach: So gebeten, gewährte Śatadhṛti (Brahmā), erfreut durch dessen Askese, dem Hiraṇyakaśipu daraufhin die für ihn nur überaus schwer erlangbaren Segnungen.

Wort für Wort
śrī-nāradaḥ
Śrī Nārada (Nom. Sg.)
uvāca
sprach (3. Sg. Perf.)
evam
so (Adv.)
vṛtaḥ
gebeten/ersucht (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
śata-dhṛtiḥ
Brahmā, "der Hunderthalter" (Nom. Sg.)
hiraṇyakaśipoḥ
dem Hiraṇyakaśipu (Gen. Sg.)
atha
daraufhin (Adv.)
prādāt
er gewährte (3. Sg. Aor.)
tat-tapasā
durch dessen Askese (Instr. Sg.)
prītaḥ
erfreut (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
varān
Segnungen (Akk. Pl.)
tasya
für ihn (Gen. Sg.)
su-durlabhān
überaus schwer erlangbare (Akk. Pl.)

śata-dhṛtiḥ, wörtl. "der Hunderthalter", ist ein Beiname Brahmās.

śrī-brahmovāca / tāteme durlabhāḥ puṃsāṃ yān vṛṇīṣe varān mama / tathāpi vitarāmy aṅga varān yadyapi durlabhān

Śrī Brahmā sprach: Lieber Sohn, diese Segnungen, die du von mir erbittest, sind für Menschen schwer zu erlangen; dennoch gewähre ich sie dir, obgleich sie schwer erlangbar sind.

Wort für Wort
śrī-brahmā
Śrī Brahmā (Nom. Sg.)
uvāca
sprach (3. Sg. Perf.)
tāta
lieber Sohn (Vok. Sg.)
ime
diese (Nom. Pl.)
durlabhāḥ
schwer erlangbar (Nom. Pl.)
puṃsām
für Menschen (Gen. Pl.)
yān
welche (Akk. Pl., Rel.)
vṛṇīṣe
du erbittest (2. Sg. Präs. Med.)
varān
Segnungen (Akk. Pl.)
mama
von mir (Gen. Sg.)
tathāpi
dennoch (Adv.)
vitarāmi
ich gewähre (1. Sg. Präs.)
aṅga
o [Anrede] (Vok. Part.)
varān
Segnungen (Akk. Pl.)
yadyapi
obgleich (Adv.)
durlabhān
schwer erlangbare (Akk. Pl.)

tato jagāma bhagavān amoghānugraho vibhuḥ / pūjito 'sura-varyeṇa stūyamānaḥ prajeśvaraiḥ

Darauf zog der Erhabene, dessen Gnade niemals fehlschlägt, der Mächtige, fort – verehrt von dem vortrefflichsten der Asuras und gepriesen von den Herren der Geschöpfe.

Wort für Wort
tataḥ
darauf (Adv.)
jagāma
er zog fort (3. Sg. Perf.)
bhagavān
der Erhabene (Nom. Sg.)
amogha-anugrahaḥ
dessen Gnade nie fehlschlägt (Nom. Sg.)
vibhuḥ
der Mächtige (Nom. Sg.)
pūjitaḥ
verehrt (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
asura-varyeṇa
durch den vortrefflichsten der Asuras (Instr. Sg.)
stūyamānaḥ
gepriesen werdend (Nom. Sg. Part. Präs. Pass.)
prajā-īśvaraiḥ
von den Herren der Geschöpfe (Instr. Pl.)

evaṃ labdha-varo daityo bibhrad dhemamayaṃ vapuḥ / bhagavaty akarod dveṣaṃ bhrātur vadham anusmaran

So besaß der Daitya, der die Segnung erlangt hatte, nun einen goldglänzenden Körper; doch da er sich stets an die Tötung seines Bruders erinnerte, hegte er Hass gegen den Erhabenen.

Wort für Wort
evam
so (Adv.)
labdha-varaḥ
der die Segnung erlangt hatte (Nom. Sg.)
daityaḥ
der Daitya (Nom. Sg.)
bibhrat
tragend/besitzend (Nom. Sg. Part. Präs.)
hema-mayam
aus Gold bestehend (Akk. Sg.)
vapuḥ
einen Körper (Akk. Sg.)
bhagavati
gegen den Erhabenen (Lok. Sg.)
akarot
er übte/hegte (3. Sg. Impf.)
dveṣam
Hass (Akk. Sg.)
bhrātuḥ
des Bruders (Gen. Sg.)
vadham
die Tötung (Akk. Sg.)
anusmaran
sich stets erinnernd (Nom. Sg. Part. Präs.)

sa vijitya diśaḥ sarvā lokāṃś ca trīn mahāsuraḥ / devāsura-manuṣyendra-gandharva-garuḍoragān

Nachdem er, der große Asura, alle Himmelsrichtungen und die drei Welten besiegt hatte – er unterwarf die Götter, Asuras, Herrscher der Menschen, Gandharvas, Garuḍa-Vögel und Schlangenwesen,

Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
vijitya
besiegt habend (Ger.)
diśaḥ
die Himmelsrichtungen (Akk. Pl.)
sarvāḥ
alle (Akk. Pl.)
lokān
die Welten (Akk. Pl.)
ca
und
trīn
die drei (Akk. Pl.)
mahāsuraḥ
der große Asura (Nom. Sg.)
deva-asura-manuṣya-indra-gandharva-garuḍa-uragān
die Götter, Asuras, Herrscher der Menschen, Gandharvas, Garuḍas und Schlangenwesen (Akk. Pl., Dvandva)

Verse 5–7 bilden einen zusammenhängenden Satz.

siddhacāraṇavidyādhrān ṛṣīn pitṛpatīn manūn / yakṣarakṣaḥpiśāceśān pretabhūtapatīn api

die Siddhas, Cāraṇas und Vidyādharas, die Weisen, die Herren der Ahnen, die Manus, die Herrscher der Yakṣas, Rākṣasas und Piśācas sowie sogar die Herren der Pretas und Bhūtas –

Wort für Wort
siddha-cāraṇa-vidyādhrān
die Siddhas, Cāraṇas und Vidyādharas (Akk. Pl.)
ṛṣīn
die Weisen (Akk. Pl.)
pitṛ-patīn
die Herren der Ahnen (Akk. Pl.)
manūn
die Manus (Akk. Pl.)
yakṣa-rakṣaḥ-piśāca-īśān
die Herrscher der Yakṣas, Rākṣasas und Piśācas (Akk. Pl.)
preta-bhūta-patīn
die Herren der Pretas und Bhūtas (Akk. Pl.)
api
sogar/auch (Part.)

sarvasattvapatīn jitvā vaśamānīya viśvajit / jahāra lokapālānāṃ sthānāni saha tejasā

– die Herren aller Wesen besiegte und unter seine Botmäßigkeit brachte, raubte der Welteroberer den Welthütern ihre Stätten samt deren Macht.

Wort für Wort
sarva-sattva-patīn
die Herren aller Wesen (Akk. Pl.)
jitvā
besiegt habend (Ger.)
vaśam
unter Botmäßigkeit (Akk. Sg.)
ānīya
gebracht habend (Ger.)
viśvajit
der Welteroberer (Nom. Sg.)
jahāra
er raubte (3. Sg. Perf.)
loka-pālānām
der Welthüter (Gen. Pl.)
sthānāni
die Stätten (Akk. Pl.)
saha tejasā
samt der Macht (Instr. Sg.)

devodyānaśriyā juṣṭamadhyāste sma tripiṣṭapam / mahendrabhavanaṃ sākṣān nirmitaṃ viśvakarmaṇā / trailokyalakṣmyāyatanamadhyuvāsākhilarddhimat

Er thronte im Himmel, der mit der Pracht der Göttergärten ausgestattet war – im Palast Indras selbst, den Viśvakarman erbaut hatte; er bewohnte diese Wohnstätte der Herrlichkeit der drei Welten, die voller aller Fülle war.

Wort für Wort
devodyāna-śriyā
mit der Pracht der Göttergärten (Instr. Sg.)
juṣṭam
ausgestattet (Akk. Sg.)
adhyāste sma
er thronte (3. Sg., Präs.+sma = Vergangenheit)
tripiṣṭapam
den Himmel (Akk. Sg.)
mahendra-bhavanam
den Palast Indras (Akk. Sg.)
sākṣāt
leibhaftig (Adv.)
nirmitam
erbaut (Akk. Sg. Part. Perf. Pass.)
viśvakarmaṇā
von Viśvakarman (Instr. Sg.)
trailokya-lakṣmī-āyatanam
die Wohnstätte der Herrlichkeit der drei Welten (Akk. Sg.)
adhyuvāsa
er bewohnte (3. Sg. Perf.)
akhila-ṛddhimat
voller aller Fülle (Akk. Sg.)

yatra vidrumasopānā mahāmārakatā bhuvaḥ / yatra sphāṭikakuḍyāni vaidūryastambhapaṅktayaḥ

wo die Böden mit Treppen aus Korallen und großem Smaragdglanz versehen waren, wo es Wände aus Kristall und Reihen von Säulen aus Beryll gab,

Wort für Wort
yatra
wo (Adv.)
vidruma-sopānāḥ
mit Treppen aus Korallen (Nom. Pl.)
mahā-mārakatāḥ
von großem Smaragdglanz (Nom. Pl.)
bhuvaḥ
die Böden (Nom. Pl.)
yatra
wo (Adv.)
sphāṭika-kuḍyāni
Wände aus Kristall (Nom. Pl.)
vaidūrya-stambha-paṅktayaḥ
Reihen von Säulen aus Beryll (Nom. Pl.)

yatra citravitānāni padmarāgāsanāni ca / payaḥphenanibhāḥ śayyā muktādāmaparicchadāḥ

wo bunte Baldachine und Sitze aus Rubin waren, und Lagerstätten, dem Schaum der Milch gleich, behangen mit Perlenschnüren,

Wort für Wort
yatra
wo (Adv.)
citra-vitānāni
bunte Baldachine (Nom. Pl.)
padmarāga-āsanāni
Sitze aus Rubin (Nom. Pl.)
ca
und
payaḥ-phena-nibhāḥ
dem Schaum der Milch gleichend (Nom. Pl.)
śayyāḥ
Lagerstätten (Nom. Pl.)
muktā-dāma-paricchadāḥ
mit Behängen aus Perlenschnüren (Nom. Pl.)

kūjadbhirnūpurairdevyaḥ śabdayantya itastataḥ / ratnasthalīṣu paśyanti sudatīḥ sundaraṃ mukham

wo die himmlischen Frauen, mit klingenden Fußreifen hierhin und dorthin Klänge erzeugend, auf den Edelsteinböden ihr eigenes schönes, schönzahniges Antlitz betrachteten.

Wort für Wort
kūjadbhiḥ nūpuraiḥ
mit klingenden Fußreifen (Instr. Pl.)
devyaḥ
die himmlischen Frauen (Nom. Pl.)
śabdayantyaḥ
Klang erzeugend (Nom. Pl. Part. Präs.)
itas tataḥ
hierhin und dorthin (Adv.)
ratna-sthalīṣu
auf Edelsteinböden (Lok. Pl.)
paśyanti
sie betrachten (3. Pl. Präs.)
sudatīḥ
die Schönzahnigen (Akk. Pl.)
sundaram
das schöne (Akk. Sg.)
mukham
Antlitz (Akk. Sg.)

tasmin mahendrabhavane mahābalo mahāmanā nirjitaloka ekarāṭ / reme 'bhivandyāṅghriyugaḥ surādibhiḥ pratāpitairūrjitacaṇḍaśāsanaḥ

In jenem Palast Indras ergötzte sich der Starkmächtige, Hochgesinnte, der die Welten unterworfen hatte, der Alleinherrscher, dessen Fußpaar von den durch ihn gepeinigten Göttern und anderen verehrt wurde – er, dessen strenge Gebote mit Macht durchgesetzt wurden.

Wort für Wort
tasmin mahendra-bhavane
in jenem Palast Indras (Lok. Sg.)
mahābalaḥ
der Starkmächtige (Nom. Sg.)
mahāmanāḥ
der Hochgesinnte (Nom. Sg.)
nirjita-lokaḥ
der die Welten unterworfen hatte (Nom. Sg.)
ekarāṭ
der Alleinherrscher (Nom. Sg.)
reme
er ergötzte sich (3. Sg. Impf. Med.)
abhivandya-aṅghri-yugaḥ
dessen Fußpaar zu verehren war (Nom. Sg.)
sura-ādibhiḥ
von den Göttern und anderen (Instr. Pl.)
pratāpitaiḥ
die gepeinigt waren (Instr. Pl. Part. Perf. Pass.)
ūrjita-caṇḍa-śāsanaḥ
dessen strenge Gebote mit Macht durchgesetzt wurden (Nom. Sg.)

tamaṅga mattaṃ madhunorugandhinā vivṛttatāmrākṣamaśeṣadhiṣṇyapāḥ / upāsatopāyanapāṇibhirvinā tribhistapoyogabalaujasāṃ padam

Ihm, o König, der berauscht war von dem stark duftenden Rauschtrank, dessen Augen sich gerötet verdrehten, dienten die Hüter aller Himmelsregionen mit Geschenken in Händen – außer den Dreien, deren Rang aus der Kraft von Askese und Yoga erwuchs.

Wort für Wort
tam
ihm (Akk. Sg.)
aṅga
o [Anrede an den König] (Vok. Part.)
mattam
berauscht (Akk. Sg.)
madhunā
durch den Rauschtrank (Instr. Sg.)
uru-gandhinā
der stark duftete (Instr. Sg.)
vivṛtta-tāmra-akṣam
dessen Augen sich gerötet verdrehten (Akk. Sg.)
aśeṣa-dhiṣṇya-pāḥ
die Hüter aller Himmelsregionen (Nom. Pl.)
upāsata
sie dienten (3. Pl. Impf. Med.)
upāyana-pāṇibhiḥ
mit Geschenken in Händen (Instr. Pl.)
vinā tribhiḥ
außer den Dreien (Instr. Pl.)
tapo-yoga-bala-ojasām
derer, deren Kraft aus Askese und Yoga [stammt] (Gen. Pl.)
padam
den Rang (Akk. Sg.)

"die Drei" = Brahmā, Śiva und Viṣṇu (bzw. die drei Höchsten), die ihren Rang nicht durch Verehrung Hiraṇyakaśipus, sondern durch eigene Askese-/Yoga-Kraft innehaben.

jagurmahendrāsanamojasā sthitaṃ viśvāvasustumbururasmadādayaḥ / gandharvasiddhā ṛṣayo 'stuvan muhur vidyādharāścāpsarasaśca pāṇḍava

Viśvāvasu, Tumburu und unseresgleichen sangen für ihn, der mit Macht auf Indras Thron saß; die Gandharvas, Siddhas und Weisen priesen ihn immer wieder, ebenso die Vidyādharas und Apsaras, o Pāṇḍava.

Wort für Wort
jaguḥ
sie sangen (3. Pl. Perf.)
mahendra-āsanam
auf Indras Thron (Akk. Sg.)
ojasā
mit Macht (Instr. Sg.)
sthitam
sitzend (Akk. Sg. Part.)
viśvāvasuḥ tumburuḥ
Viśvāvasu, Tumburu (Nom. Sg., Gandharva-Namen)
asmad-ādayaḥ
unseresgleichen (Nom. Pl.)
gandharva-siddhāḥ
die Gandharvas und Siddhas (Nom. Pl.)
ṛṣayaḥ
die Weisen (Nom. Pl.)
astuvan
sie priesen (3. Pl. Impf.)
muhuḥ
wiederholt (Adv.)
vidyādharāḥ ca apsarasaḥ ca
und die Vidyādharas und Apsaras (Nom. Pl.)
pāṇḍava
o Pāṇḍava (Vok. Sg.)

sa eva varṇāśramibhiḥ kratubhirbhūridakṣiṇaiḥ / ijyamāno havirbhāgān agrahīt svena tejasā

Eben er wurde von denen, die den gesellschaftlichen Ständen und Lebensstufen angehörten, durch Opfer mit reichen Priestergaben verehrt, und er empfing die Opferanteile kraft seiner eigenen Macht.

Wort für Wort
saḥ eva
eben er (Nom. Sg.)
varṇa-āśramibhiḥ
von denen der Stände und Lebensstufen (Instr. Pl.)
kratubhiḥ
durch Opfer (Instr. Pl.)
bhūri-dakṣiṇaiḥ
mit reichlichen Priestergaben (Instr. Pl.)
ijyamānaḥ
verehrt werdend (Nom. Sg. Part. Präs. Pass.)
havir-bhāgān
die Opferanteile (Akk. Pl.)
agrahīt
er empfing (3. Sg. Aor.)
svena tejasā
durch seine eigene Macht (Instr. Sg.)

akṛṣṭapacyā tasyāsīt saptadvīpavatī mahī / tathā kāmadughā gāvo nānāścaryapadaṃ nabhaḥ

Seine Erde, die sieben Inseln umfassend, brachte Früchte von selbst hervor, ohne gepflügt zu werden; ebenso erfüllten die Kühe alle Wünsche, und der Himmel war ein Ort mannigfaltiger Wunder.

Wort für Wort
akṛṣṭa-pacyā
von selbst reifend, ohne gepflügt zu werden (Nom. Sg. f.)
tasya
sein (Gen. Sg.)
āsīt
war (3. Sg. Impf.)
sapta-dvīpavatī
die sieben Inseln umfassende (Nom. Sg.)
mahī
die Erde (Nom. Sg.)
tathā
ebenso (Adv.)
kāma-dughāḥ
alle Wünsche erfüllend (Nom. Pl.)
gāvaḥ
die Kühe (Nom. Pl.)
nānā-āścarya-padam
ein Ort mannigfaltiger Wunder (Nom. Sg.)
nabhaḥ
der Himmel (Nom. Sg.)

ratnākarāśca ratnaughāṃstatpatnyaścohurūrmibhiḥ / kṣārasīdhughṛtakṣaudra dadhikṣīrāmṛtodakāḥ

Die Ozeane – die Fundstätten der Juwelen – und ihre Gattinnen, die Flüsse, trugen mit ihren Wellen Fluten von Edelsteinen herbei; die Meere hatten Wasser aus Salzflut, Zuckerrohrwein, Ghee, Honig, Dickmilch, Milch und Nektar.

Wort für Wort
ratna-ākarāḥ
die Juwelenminen [die Ozeane] (Nom. Pl.)
ca
und
ratna-oghān
Fluten von Juwelen (Akk. Pl.)
tat-patnyaḥ
seine Gattinnen [die Flüsse] (Nom. Pl.)
ca
und
uhuḥ
sie trugen herbei (3. Pl. Perf.)
ūrmibhiḥ
mit ihren Wellen (Instr. Pl.)
kṣāra-sīdhu-ghṛta-kṣaudra-dadhi-kṣīra-amṛta-udakāḥ
deren Wasser aus Salzflut, Zuckerrohrwein, Ghee, Honig, Dickmilch, Milch und Nektar bestand (Nom. Pl.)

śailā droṇībhirākrīḍaṃ sarvartuṣu guṇān drumāḥ / dadhāra lokapālānāmeka eva pṛthag guṇān

Die Berge mit ihren Tälern wurden zu seinem Lustgarten, die Bäume trugen zu allen Jahreszeiten zugleich ihre besten Eigenschaften, und er allein besaß, jede für sich, die sonst verteilten Kräfte der Welthüter.

Wort für Wort
śailāḥ
die Berge (Nom. Pl.)
droṇībhiḥ
mit ihren Tälern (Instr. Pl.)
ākrīḍam
[wurden] zum Lustgarten (Akk. Sg.)
sarva-ṛtuṣu
zu allen Jahreszeiten (Lok. Pl.)
guṇān
die Eigenschaften (Akk. Pl.)
drumāḥ
die Bäume (Nom. Pl.)
dadhāra
er besaß/trug (3. Sg. Perf.)
loka-pālānām
der Welthüter (Gen. Pl.)
ekaḥ eva
er allein (Nom. Sg.)
pṛthak
gesondert (Adv.)
guṇān
die Kräfte (Akk. Pl.)

sa itthaṃ nirjitakakub ekarāḍ viṣayān priyān / yathopajoṣaṃ bhuñjāno nātṛpyadajitendriyaḥ

So genoss er, der die Himmelsrichtungen unterworfen hatte, der Alleinherrscher, nach Herzenslust die angenehmen Sinnesobjekte – doch da seine Sinne unbezwungen waren, wurde er nicht satt.

Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
ittham
so (Adv.)
nirjita-kakup
der die Himmelsrichtungen unterworfen hatte (Nom. Sg.)
ekarāṭ
der Alleinherrscher (Nom. Sg.)
viṣayān
die Sinnesobjekte (Akk. Pl.)
priyān
angenehme (Akk. Pl.)
yathā-upajoṣam
nach Herzenslust (Adv.)
bhuñjānaḥ
genießend (Nom. Sg. Part. Präs.)
na atṛpyat
er wurde nicht satt (3. Sg. Impf.)
ajita-indriyaḥ
dessen Sinne unbezwungen waren (Nom. Sg.)

evamaiśvaryamattasya dṛptasyocchāstravartinaḥ / kālo mahān vyatīyāya brahmaśāpamupeyuṣaḥ

So verging eine lange Zeit für ihn, der von seiner Macht berauscht, hochmütig, die heiligen Schriften missachtend handelte und den Fluch Brahmās erlangt hatte.

Wort für Wort
evam
so (Adv.)
aiśvarya-mattasya
der von der Herrschermacht berauscht war (Gen. Sg.)
dṛptasya
des Hochmütigen (Gen. Sg.)
ucchāstra-vartinaḥ
der die Schriften missachtete (Gen. Sg.)
kālaḥ mahān
eine lange Zeit (Nom. Sg.)
vyatīyāya
verging (3. Sg. Perf.)
brahma-śāpam
den Fluch Brahmās/der Brahmanen (Akk. Sg.)
upeyuṣaḥ
der erlangt hatte (Gen. Sg. Part. Perf.)

"brahma-śāpa" verweist auf den früheren Fluch der vier Kumāras (aus den Ereignissen um Jaya/Vijaya), der auf Hiraṇyakaśipu lastet.

tasyogradaṇḍasaṃvignāḥ sarve lokāḥ sapālakāḥ / anyatrālabdhaśaraṇāḥ śaraṇaṃ yayuracyutam

Durch seine grausame Bestrafung erschreckt, fanden alle Welten samt ihren Hütern nirgendwo anders Zuflucht und suchten Zuflucht beim Unfehlbaren.

Wort für Wort
tasya
seinetwegen (Gen. Sg.)
ugra-daṇḍa-saṃvignāḥ
erschreckt durch grausame Bestrafung (Nom. Pl.)
sarve lokāḥ
alle Welten (Nom. Pl.)
sa-pālakāḥ
samt ihren Hütern (Nom. Pl.)
anyatra-alabdha-śaraṇāḥ
die anderswo keine Zuflucht fanden (Nom. Pl.)
śaraṇam
zur Zuflucht (Akk. Sg.)
yayuḥ
sie gingen (3. Pl. Perf.)
acyutam
zum Unfehlbaren (Akk. Sg.)

tasyai namo 'stu kāṣṭhāyai yatrātmā harirīśvaraḥ / yadgatvā na nivartante śāntāḥ sannyāsino 'malāḥ

Verehrung sei jenem höchsten Ziel, wo der Herr Hari selbst das höchste Selbst ist – wohin gegangen die befriedeten, makellosen Entsagenden nicht zurückkehren!

Wort für Wort
tasyai
jener (Dat. Sg. f.)
namaḥ astu
Verehrung sei (Opt.)
kāṣṭhāyai
dem höchsten Ziel (Dat. Sg.)
yatra
wo (Adv.)
ātmā
das Selbst (Nom. Sg.)
hariḥ īśvaraḥ
Hari, der Herr (Nom. Sg.)
yat
wohin (Akk., Rel.)
gatvā
gegangen seiend (Ger.)
na nivartante
sie kehren nicht zurück (3. Pl. Präs.)
śāntāḥ
die Befriedeten (Nom. Pl.)
sannyāsinaḥ
die Entsagenden (Nom. Pl.)
amalāḥ
die Makellosen (Nom. Pl.)

iti te saṃyatātmānaḥ samāhitadhiyo 'malāḥ / upatasthurhṛṣīkeśaṃ vinidrā vāyubhojanāḥ

So sprechend, traten sie – mit gezügeltem Selbst, gesammeltem Geist, makellos, schlaflos und sich nur von Luft nährend – vor Hṛṣīkeśa hin und verehrten ihn.

Wort für Wort
iti
so [sprechend] (Adv.)
te
sie (Nom. Pl.)
saṃyata-ātmānaḥ
die ihr Selbst gezügelt hatten (Nom. Pl.)
samāhita-dhiyaḥ
deren Geist gesammelt war (Nom. Pl.)
amalāḥ
die Makellosen (Nom. Pl.)
upatasthuḥ
sie verehrten (3. Pl. Perf.)
hṛṣīkeśam
Hṛṣīkeśa (Akk. Sg.)
vinidrāḥ
schlaflos (Nom. Pl.)
vāyu-bhojanāḥ
sich nur von Luft nährend (Nom. Pl.)

teṣāmāvirabhūdvāṇī arūpā meghaniḥsvanā / sannādayantī kakubhaḥ sādhūnāmabhayaṅkarī

Für sie erklang eine gestaltlose Stimme, dem Donnern der Wolken gleich, die alle Himmelsrichtungen erschallen ließ und den Rechtschaffenen Furchtlosigkeit verlieh.

Wort für Wort
teṣām
für sie (Gen. Pl.)
āvirabhūt
erschien/erklang (3. Sg. Aor.)
vāṇī
eine Stimme (Nom. Sg.)
arūpā
gestaltlos (Nom. Sg.)
megha-niḥsvanā
dem Donnern der Wolken gleichend (Nom. Sg.)
sannādayantī
erschallen lassend (Nom. Sg. Part. Präs.)
kakubhaḥ
die Himmelsrichtungen (Akk. Pl.)
sādhūnām
für die Rechtschaffenen (Gen. Pl.)
abhayaṅkarī
Furchtlosigkeit verleihend (Nom. Sg.)

mā bhaiṣṭa vibudhaśreṣṭhāḥ sarveṣāṃ bhadramastu vaḥ / maddarśanaṃ hi bhūtānāṃ sarvaśreyopapattaye

'Fürchtet euch nicht, ihr Besten der Weisen! Wohl sei euch allen! Denn das Erblicken meiner Gestalt dient den Wesen zur Erlangung alles Heils.'

Wort für Wort
mā bhaiṣṭa
fürchtet euch nicht (2. Pl. Imp. Aor., Prohibitiv)
vibudha-śreṣṭhāḥ
o Beste der Weisen (Vok. Pl.)
sarveṣām
für alle (Gen. Pl.)
bhadram astu
Wohl sei (Opt.)
vaḥ
euch (Dat. Pl.)
mat-darśanam
das Erblicken meiner selbst (Nom. Sg.)
hi
denn (Part.)
bhūtānām
für die Wesen (Gen. Pl.)
sarva-śreyaḥ-upapattaye
zur Erlangung alles Heils (Dat. Sg.)

jñātametasya daurātmyaṃ daiteyāpasadasya yat / tasya śāntiṃ kariṣyāmi kālaṃ tāvat pratīkṣata

'Bekannt ist mir die Bosheit dieses niederträchtigen Daitya. Ich werde sein Ende bewirken – wartet solange auf die rechte Zeit.'

Wort für Wort
jñātam
erkannt/bekannt (Nom. Sg. Neutr.)
etasya
dieses (Gen. Sg.)
daurātmyam
die Bosheit (Nom. Sg.)
daiteya-apasadasya
des niederträchtigen Daitya (Gen. Sg.)
yat
welche (Rel.)
tasya
seine (Gen. Sg.)
śāntim
Befriedung/Ende (Akk. Sg.)
kariṣyāmi
ich werde bewirken (1. Sg. Fut.)
kālam
die Zeit (Akk. Sg.)
tāvat
solange (Adv.)
pratīkṣata
wartet! (2. Pl. Imp. Med.)

yadā deveṣu vedeṣu goṣu vipreṣu sādhuṣu / dharme mayi ca vidveṣaḥ sa vā āśu vinaśyati

'Sobald sich Feindschaft gegen die Götter, die Veden, die Kühe, die Brahmanen, die Rechtschaffenen, gegen die Rechtschaffenheit und gegen mich richtet, wird er fürwahr bald zugrunde gehen.'

Wort für Wort
yadā
wenn (Adv.)
deveṣu
gegen die Götter (Lok. Pl.)
vedeṣu
gegen die Veden (Lok. Pl.)
goṣu
gegen die Kühe (Lok. Pl.)
vipreṣu
gegen die Brahmanen (Lok. Pl.)
sādhuṣu
gegen die Rechtschaffenen (Lok. Pl.)
dharme
gegen die Rechtschaffenheit (Lok. Sg.)
mayi
gegen mich (Lok. Sg.)
ca
und
vidveṣaḥ
Feindschaft (Nom. Sg.)
saḥ
dieser (Nom. Sg.)
vai
fürwahr (Part.)
āśu
bald (Adv.)
vinaśyati
er wird zugrunde gehen (3. Sg. Präs.)

nirvairāya praśāntāya svasutāya mahātmane / prahrādāya yadā druhyeddhaniṣye 'pi varorjitam

'Sobald er seinem eigenen, feindlosen, friedvollen, hochgesinnten Sohn Prahrāda Schaden zufügen sollte, werde ich ihn töten – selbst wenn er durch die Segnung erstarkt ist.'

Wort für Wort
nirvairāya
dem Feindlosen (Dat. Sg.)
praśāntāya
dem Friedvollen (Dat. Sg.)
sva-sutāya
seinem eigenen Sohn (Dat. Sg.)
mahātmane
dem Hochgesinnten (Dat. Sg.)
prahrādāya
dem Prahrāda (Dat. Sg.)
yadā
sobald (Adv.)
druhyet
er Schaden zufügen sollte (3. Sg. Opt.)
haniṣye
ich werde töten (1. Sg. Fut. Med.)
api
selbst/sogar (Part.)
vara-ūrjitam
den durch die Segnung Erstarkten (Akk. Sg.)

śrī-nārada uvāca / ityuktā lokaguruṇā taṃ praṇamya divaukasaḥ / nyavartanta gatodvegā menire cāsuraṃ hatam

Śrī Nārada sprach: So von dem Lehrer der Welt angesprochen, verneigten sich die Himmelsbewohner vor ihm und kehrten zurück, von aller Angst befreit; sie betrachteten den Asura bereits als so gut wie getötet.

Wort für Wort
śrī-nāradaḥ uvāca
Śrī Nārada sprach (3. Sg. Perf.)
iti uktāḥ
so angesprochen (Nom. Pl. Part. Perf. Pass.)
loka-guruṇā
von dem Lehrer der Welt (Instr. Sg.)
tam
ihn (Akk. Sg.)
praṇamya
sich verneigend (Ger.)
divaukasaḥ
die Himmelsbewohner (Nom. Pl.)
nyavartanta
sie kehrten zurück (3. Pl. Impf. Med.)
gata-udvegāḥ
deren Angst gewichen war (Nom. Pl.)
menire
sie betrachteten (3. Pl. Perf. Med.)
ca
und
asuram
den Asura (Akk. Sg.)
hatam
als getötet (Akk. Sg. Part. Perf. Pass.)

tasya daityapateḥ putrāścatvāraḥ paramādbhutāḥ / prahrādo 'bhūn mahāṃsteṣāṃ guṇairmahadupāsakaḥ

Jener Herr der Daityas hatte vier höchst wunderbare Söhne; von ihnen war Prahrāda, durch seine Tugenden, der Bedeutendste – ein Verehrer des Höchsten.

Wort für Wort
tasya daitya-pateḥ
jenes Herrn der Daityas (Gen. Sg.)
putrāḥ
Söhne (Nom. Pl.)
catvāraḥ
vier (Nom. Pl.)
parama-adbhutāḥ
höchst wunderbar (Nom. Pl.)
prahrādaḥ
Prahrāda (Nom. Sg.)
abhūt
war (3. Sg. Aor.)
mahān
der Bedeutendste (Nom. Sg.)
teṣām
von ihnen (Gen. Pl.)
guṇaiḥ
durch seine Tugenden (Instr. Pl.)
mahat-upāsakaḥ
ein Verehrer des Höchsten (Nom. Sg.)

brahmaṇyaḥ śīlasampannaḥ satyasandho jitendriyaḥ / ātmavat sarvabhūtānāmekapriyasuhṛttamaḥ

Fromm, von edlem Charakter, wahrhaftig in seinen Gelübden, seine Sinne bezwungen – er war für alle Wesen wie sein eigenes Selbst, ihr einziger geliebter, bester Freund.

Wort für Wort
brahmaṇyaḥ
fromm/den Brahmanen zugetan (Nom. Sg.)
śīla-sampannaḥ
von edlem Charakter erfüllt (Nom. Sg.)
satya-sandhaḥ
wahrhaftig in seinen Gelübden (Nom. Sg.)
jitendriyaḥ
dessen Sinne bezwungen waren (Nom. Sg.)
ātmavat
wie das eigene Selbst (Adv.)
sarva-bhūtānām
für alle Wesen (Gen. Pl.)
eka-priya-suhṛttamaḥ
der einzige geliebte, beste Freund (Nom. Sg.)

dāsavat sannatāryāṅghriḥ pitṛvaddīnavatsalaḥ / bhrātṛvat sadṛśe snigdho guruṣvīśvarabhāvanaḥ / vidyārtharūpajanmāḍhyo mānastambhavivarjitaḥ

Wie ein Diener verneigte er sich selbst vor den Füßen seiner Feinde; wie ein Vater war er den Elenden zugetan; wie ein Bruder war er zärtlich gegenüber Gleichgestellten; gegenüber seinen Lehrern betrachtete er sie als Vertreter des Herrn. Reich an Wissen, Besitz, Schönheit und edler Geburt, war er dennoch frei von Stolz und Hochmut.

Wort für Wort
dāsavat
wie ein Diener (Adv.)
sannata-ari-aṅghriḥ
der sich vor den Füßen [selbst] seiner Feinde verneigte (Nom. Sg.)
pitṛvat
wie ein Vater (Adv.)
dīna-vatsalaḥ
den Elenden zugetan (Nom. Sg.)
bhrātṛvat
wie ein Bruder (Adv.)
sadṛśe
gegenüber Gleichgestellten (Lok. Sg.)
snigdhaḥ
liebevoll (Nom. Sg.)
guruṣu
gegenüber den Lehrern (Lok. Pl.)
īśvara-bhāvanaḥ
der sie als Vertreter des Herrn betrachtete (Nom. Sg.)
vidyā-artha-rūpa-janma-āḍhyaḥ
reich an Wissen, Besitz, Schönheit und edler Geburt (Nom. Sg.)
māna-stambha-vivarjitaḥ
frei von Stolz und Hochmut (Nom. Sg.)

nodvignacitto vyasaneṣu niḥspṛhaḥ śruteṣu dṛṣṭeṣu guṇeṣvavastudṛk / dāntendriyaprāṇaśarīradhīḥ sadā praśāntakāmo rahitāsuro 'suraḥ

In Notlagen wurde sein Geist nicht erregt; er begehrte nicht nach den gehörten oder gesehenen Sinnesgenüssen, die er als nichtig ansah. Seine Sinne, sein Lebensatem, sein Körper und sein Verstand waren gezügelt, seine Begierden stets befriedet – frei von dämonischer Natur, obwohl er der Geburt nach ein Asura war.

Wort für Wort
na udvigna-cittaḥ
nicht erregten Geistes (Nom. Sg.)
vyasaneṣu
in Notlagen (Lok. Pl.)
niḥspṛhaḥ
begierdelos (Nom. Sg.)
śruteṣu dṛṣṭeṣu guṇeṣu
gegenüber gehörten und gesehenen Sinnesgenüssen (Lok. Pl.)
avastu-dṛk
der sie als nichtig ansah (Nom. Sg.)
dānta-indriya-prāṇa-śarīra-dhīḥ
dessen Sinne, Lebensatem, Körper und Verstand gezügelt waren (Nom. Sg.)
sadā
stets (Adv.)
praśānta-kāmaḥ
dessen Begierden befriedet waren (Nom. Sg.)
rahita-asuraḥ
frei von dämonischer Natur (Nom. Sg.)
asuraḥ
obwohl ein Asura (Nom. Sg.)

yasmin mahadguṇā rājan gṛhyante kavibhirmuhuḥ / na te 'dhunā pidhīyante yathā bhagavatīśvare

O König, die edlen Eigenschaften, die die Weisen in ihm immer wieder wahrnahmen, blieben unverhüllt – so wie sie es auch im Erhabenen Herrn selbst sind.

Wort für Wort
yasmin
in wem (Lok. Sg., Rel.)
mahat-guṇāḥ
die großen Eigenschaften (Nom. Pl.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
gṛhyante
werden wahrgenommen (3. Pl. Präs. Pass.)
kavibhiḥ
von den Weisen (Instr. Pl.)
muhuḥ
wiederholt (Adv.)
na te
nicht sie (Nom. Pl.)
adhunā
gegenwärtig (Adv.)
pidhīyante
werden verdeckt (3. Pl. Präs. Pass.)
yathā
wie (Adv.)
bhagavati īśvare
im Herrn, dem Erhabenen (Lok. Sg.)

yaṃ sādhugāthāsadasi ripavo 'pi surā nṛpa / pratimānaṃ prakurvanti kimutānye bhavādṛśāḥ

O König, ihn nehmen sogar seine Feinde, die Götter, in Versammlungen, wo die Tugendhaften gepriesen werden, als Maßstab – wieviel mehr erst andere, dir Gleichende!

Wort für Wort
yam
den [Prahrāda] (Akk. Sg.)
sādhu-gāthā-sadasi
in Versammlungen des Lobs der Tugendhaften (Lok. Sg.)
ripavaḥ api
sogar Feinde (Nom. Pl.)
surāḥ
die Götter (Nom. Pl.)
nṛpa
o König (Vok. Sg.)
pratimānam
als Maßstab (Akk. Sg.)
prakurvanti
sie machen (3. Pl. Präs.)
kim uta
wieviel mehr (Adv.)
anye
andere (Nom. Pl.)
bhava-ādṛśāḥ
dir Gleichende (Nom. Pl.)

guṇairalamasaṅkhyeyairmāhātmyaṃ tasya sūcyate / vāsudeve bhagavati yasya naisargikī ratiḥ

Durch seine unzähligen Tugenden allein schon wird seine Erhabenheit hinreichend bezeugt – er, dessen Hingabe zu Vāsudeva, dem Erhabenen, angeboren war.

Wort für Wort
guṇaiḥ
durch Tugenden (Instr. Pl.)
alam
hinreichend (Adv.)
asaṅkhyeyaiḥ
unzählbaren (Instr. Pl.)
māhātmyam
die Erhabenheit (Nom. Sg.)
tasya
seine (Gen. Sg.)
sūcyate
wird bezeugt (3. Sg. Präs. Pass.)
vāsudeve bhagavati
für Vāsudeva, den Erhabenen (Lok. Sg.)
yasya
dessen (Gen. Sg.)
naisargikī
angeboren (Nom. Sg.)
ratiḥ
Hingabe (Nom. Sg.)

nyastakrīḍanako bālo jaḍavat tanmanastayā / kṛṣṇagrahagṛhītātmā na veda jagadīdṛśam

Schon als Kind legte er seine Spielsachen beiseite; wie betäubt durch die Ausrichtung seines Geistes auf Kṛṣṇa, sein Selbst wie von einem "Kṛṣṇa-Dämon" ergriffen, kannte er die gewöhnliche Welt gar nicht mehr als solche.

Wort für Wort
nyasta-krīḍanakaḥ
der die Spielsachen beiseitegelegt hatte (Nom. Sg.)
bālaḥ
als Kind (Nom. Sg.)
jaḍavat
wie betäubt (Adv.)
tat-manastayā
durch die Ausrichtung des Geistes darauf (Instr. Sg.)
kṛṣṇa-graha-gṛhīta-ātmā
dessen Selbst von Kṛṣṇa-Besessenheit ergriffen war (Nom. Sg.)
na veda
er kannte nicht (3. Sg. Perf.)
jagat
die Welt (Akk. Sg.)
īdṛśam
eine solche (Akk. Sg.)

"kṛṣṇa-graha" wörtl. "Kṛṣṇa-Ergreifer/-Besessenheit", bildlich für die überwältigende innere Vertiefung in Kṛṣṇa.

āsīnaḥ paryaṭannaśnan śayānaḥ prapiban bruvan / nānusandhatta etāni govindaparirambhitaḥ

Ob sitzend, umherwandelnd, essend, liegend, trinkend oder sprechend – von Govinda gleichsam ständig umarmt, nahm er diese seine eigenen Handlungen gar nicht bewusst wahr.

Wort für Wort
āsīnaḥ
sitzend (Nom. Sg. Part.)
paryaṭan
umherwandelnd (Nom. Sg. Part.)
aśnan
essend (Nom. Sg. Part.)
śayānaḥ
liegend (Nom. Sg. Part.)
prapiban
trinkend (Nom. Sg. Part.)
bruvan
sprechend (Nom. Sg. Part.)
na anusandhatte
er bemerkt nicht (3. Sg. Präs.)
etāni
diese (Akk. Pl.)
govinda-parirambhitaḥ
von Govinda umarmt (Nom. Sg.)

kvacidrudati vaikuṇṭhacintāśabalacetanaḥ / kvaciddhasati taccintāhlāda udgāyati kvacit

Manchmal weinte er, sein Bewusstsein ganz erfüllt von Gedanken an Vaikuṇṭha; manchmal lachte er, von der Freude eben dieses Gedenkens erfasst; manchmal sang er laut.

Wort für Wort
kvacit
manchmal (Adv.)
rudati
er weint (3. Sg. Präs.)
vaikuṇṭha-cintā-śabala-cetanaḥ
dessen Bewusstsein von Gedanken an Vaikuṇṭha durchwoben war (Nom. Sg.)
kvacit
manchmal (Adv.)
hasati
er lacht (3. Sg. Präs.)
tat-cintā-hlādaḥ
von Freude durch eben dieses Gedenken erfüllt (Nom. Sg.)
udgāyati
er singt laut (3. Sg. Präs.)
kvacit
manchmal (Adv.)

nadati kvacidutkaṇṭho vilajjo nṛtyati kvacit / kvacit tadbhāvanāyuktastanmayo 'nucakāra ha

Manchmal rief er sehnsuchtsvoll laut; manchmal tanzte er ohne jede Scham; manchmal, ganz von der Versenkung in Ihn erfüllt und mit Ihm eins geworden, ahmte er fürwahr Sein Wesen nach.

Wort für Wort
nadati
er ruft laut (3. Sg. Präs.)
kvacit
manchmal (Adv.)
utkaṇṭhaḥ
sehnsuchtsvoll (Nom. Sg.)
vilajjaḥ
ohne Scham (Nom. Sg.)
nṛtyati
er tanzt (3. Sg. Präs.)
kvacit
manchmal (Adv.)
kvacit
manchmal (Adv.)
tat-bhāvanā-yuktaḥ
von Versenkung in Ihn erfüllt (Nom. Sg.)
tanmayaḥ
mit Ihm eins geworden (Nom. Sg.)
anucakāra ha
er ahmte fürwahr nach (3. Sg. Perf.)

kvacidutpulakastūṣṇīmāste saṃsparśanirvṛtaḥ / aspandapraṇayānanda salilāmīlitekṣaṇaḥ

Manchmal, mit vor Ekstase gesträubten Härchen, verweilte er schweigend, erfüllt von der Wonne seiner inneren Berührung mit dem Herrn, seine Augen halb geschlossen von den regungslosen Tränen der Wonne der Liebe.

Wort für Wort
kvacit
manchmal (Adv.)
utpulakaḥ
mit gesträubten Härchen (Nom. Sg.)
tūṣṇīm
schweigend (Adv.)
āste
er verweilt (3. Sg. Präs.)
saṃsparśa-nirvṛtaḥ
erfüllt von der Wonne der Berührung (Nom. Sg.)
aspanda-praṇaya-ānanda-salila-āmīlita-īkṣaṇaḥ
dessen Augen halb geschlossen waren von den regungslosen Tränen der Wonne der Liebe (Nom. Sg.)

sa uttamaślokapadāravindayor niṣevayākiñcanasaṅgalabdhayā / tanvan parāṃ nirvṛtimātmano muhur duḥsaṅgadīnasya manaḥ śamaṃ vyadhāt

Durch den Dienst an den Lotosfüßen des in erhabenen Hymnen Gepriesenen – einen Dienst, den er durch die Gemeinschaft mit den Besitzlosen erlangt hatte – entfaltete er beständig höchste Wonne für sich selbst und brachte zugleich den Geist derer, die durch schlechte Gesellschaft elend geworden waren, zur Ruhe.

Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
uttamaśloka-pada-aravindayoḥ
der Lotosfüße des in erhabenen Versen Gepriesenen (Gen. Dual)
niṣevayā
durch den Dienst (Instr. Sg.)
akiñcana-saṅga-labdhayā
erlangt durch die Gemeinschaft mit den Besitzlosen (Instr. Sg.)
tanvan
entfaltend (Nom. Sg. Part. Präs.)
parām
höchste (Akk. Sg.)
nirvṛtim
Wonne (Akk. Sg.)
ātmanaḥ
für sich selbst (Gen. Sg.)
muhuḥ
beständig (Adv.)
duḥsaṅga-dīnasya
dessen, der durch schlechte Gesellschaft elend war (Gen. Sg.)
manaḥ
den Geist (Akk. Sg.)
śamam
zur Ruhe (Akk. Sg.)
vyadhāt
er brachte (3. Sg. Aor.)

"die Besitzlosen" (akiñcana) = die reinen, unbeirrbaren Gottgeweihten.

tasmin mahābhāgavate mahābhāge mahātmani / hiraṇyakaśipū rājannakarodaghamātmaje

Gegen ihn, den großen Geweihten, den Hochbeglückten, den Hochgesinnten, verübte Hiraṇyakaśipu, o König, Frevel – gegen den eigenen Sohn.

Wort für Wort
tasmin
gegen ihn (Lok. Sg.)
mahā-bhāgavate
den großen Geweihten (Lok. Sg.)
mahā-bhāge
den Hochbeglückten (Lok. Sg.)
mahātmani
den Hochgesinnten (Lok. Sg.)
hiraṇyakaśipuḥ
Hiraṇyakaśipu (Nom. Sg.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
akarot
er verübte (3. Sg. Impf.)
agham
Frevel (Akk. Sg.)
ātmaje
gegen den eigenen Sohn (Lok. Sg.)

śrī-yudhiṣṭhira uvāca / devarṣa etadicchāmo vedituṃ tava suvrata / yadātmajāya śuddhāya pitādāt sādhave hyagham

Śrī Yudhiṣṭhira sprach: O Götterweiser, das möchten wir von dir erfahren, o du mit den guten Gelübden: warum der Vater seinem eigenen, reinen, rechtschaffenen Sohn fürwahr Leid zufügte.

Wort für Wort
śrī-yudhiṣṭhiraḥ uvāca
Śrī Yudhiṣṭhira sprach (3. Sg. Perf.)
devarṣe
o Götterweiser (Vok. Sg.)
etat
dies (Akk. Sg.)
icchāmaḥ
wir wünschen (1. Pl. Präs.)
veditum
zu erfahren (Inf.)
tava
von dir (Gen. Sg.)
suvrata
o du mit guten Gelübden (Vok. Sg.)
yat
dass (Rel.)
ātmajāya
dem eigenen Sohn (Dat. Sg.)
śuddhāya
dem reinen (Dat. Sg.)
pitā
der Vater (Nom. Sg.)
adāt
er zufügte (3. Sg. Aor.)
sādhave
dem Rechtschaffenen (Dat. Sg.)
hi
fürwahr (Part.)
agham
Leid (Akk. Sg.)

[Anm.: In der Quelle ist der Sprecher-Vers-Kopf dieses Verses fälschlich als "BhP_07.05.044/0" (statt korrekt 07.04.044/0) beziffert – ein offensichtlicher Kapitelnummern-Tippfehler in der digitalen Textvorlage, kein inhaltlicher Bruch, da Vers 45 wieder als 07.04.045 geführt wird.]

putrān vipratikūlān svān pitaraḥ putravatsalāḥ / upālabhante śikṣārthaṃ naivāghamaparo yathā

Väter, die ihren Söhnen zugetan sind, tadeln zwar ihre eigenen, ungehorsamen Söhne – doch nur zum Zweck der Erziehung, keineswegs so, wie ein Fremder ihnen Übles zufügen würde.

Wort für Wort
putrān
die Söhne (Akk. Pl.)
vipratikūlān
die ungehorsamen (Akk. Pl.)
svān
die eigenen (Akk. Pl.)
pitaraḥ
die Väter (Nom. Pl.)
putra-vatsalāḥ
die ihren Söhnen zugetan sind (Nom. Pl.)
upālabhante
sie tadeln (3. Pl. Präs.)
śikṣā-artham
zum Zweck der Erziehung (Akk. Sg.)
na eva
keineswegs (Adv.)
agham
Übel (Akk. Sg.)
aparaḥ
ein Fremder (Nom. Sg.)
yathā
wie (Adv.)

kimutānuvaśān sādhūṃstādṛśān gurudevatān / etat kautūhalaṃ brahmannasmākaṃ vidhama prabho / pituḥ putrāya yaddveṣo maraṇāya prayojitaḥ

Wieviel mehr gilt dies für solche gehorsamen, rechtschaffenen Söhne, denen der Lehrer wie eine Gottheit ist! Zerstreue, o Brahmane, o Herr, unsere Neugier hierüber: dass die Feindschaft des Vaters gegen den Sohn zum Zweck von dessen Tötung eingesetzt wurde.

Wort für Wort
kim uta
wieviel mehr (Adv.)
anuvaśān
die gehorsamen (Akk. Pl.)
sādhūn
die rechtschaffenen (Akk. Pl.)
tādṛśān
solche (Akk. Pl.)
guru-devatān
für die der Lehrer eine Gottheit ist (Akk. Pl.)
etat
diese (Akk. Sg.)
kautūhalam
Neugier (Akk. Sg.)
brahman
o Brahmane (Vok. Sg.)
asmākam
unsere (Gen. Pl.)
vidhama
zerstreue! (2. Sg. Imp.)
prabho
o Herr (Vok. Sg.)
pituḥ
des Vaters (Gen. Sg.)
putrāya
gegen den Sohn (Dat. Sg.)
yat
dass (Rel.)
dveṣaḥ
Feindschaft (Nom. Sg.)
maraṇāya
zum Zweck der Tötung (Dat. Sg.)
prayojitaḥ
eingesetzt wurde (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)

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