Kapitel 142
Hiraṇyakaśipu terrorisiert das Universum
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Śrī Nārada sprach: So gebeten, gewährte Śatadhṛti (Brahmā), erfreut durch dessen Askese, dem Hiraṇyakaśipu daraufhin die für ihn nur überaus schwer erlangbaren Segnungen.
Wort für Wort
śrī-nāradaḥ
Śrī Nārada (Nom. Sg.)
uvāca
sprach (3. Sg. Perf.)
evam
so (Adv.)
vṛtaḥ
gebeten/ersucht (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
śata-dhṛtiḥ
Brahmā, "der Hunderthalter" (Nom. Sg.)
hiraṇyakaśipoḥ
dem Hiraṇyakaśipu (Gen. Sg.)
atha
daraufhin (Adv.)
prādāt
er gewährte (3. Sg. Aor.)
tat-tapasā
durch dessen Askese (Instr. Sg.)
prītaḥ
erfreut (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
varān
Segnungen (Akk. Pl.)
tasya
für ihn (Gen. Sg.)
su-durlabhān
überaus schwer erlangbare (Akk. Pl.)
śata-dhṛtiḥ, wörtl. "der Hunderthalter", ist ein Beiname Brahmās.
Śrī Brahmā sprach: Lieber Sohn, diese Segnungen, die du von mir erbittest, sind für Menschen schwer zu erlangen; dennoch gewähre ich sie dir, obgleich sie schwer erlangbar sind.
tato jagāma bhagavān amoghānugraho vibhuḥ / pūjito 'sura-varyeṇa stūyamānaḥ prajeśvaraiḥ
Darauf zog der Erhabene, dessen Gnade niemals fehlschlägt, der Mächtige, fort – verehrt von dem vortrefflichsten der Asuras und gepriesen von den Herren der Geschöpfe.
Wort für Wort
tataḥ
darauf (Adv.)
jagāma
er zog fort (3. Sg. Perf.)
bhagavān
der Erhabene (Nom. Sg.)
amogha-anugrahaḥ
dessen Gnade nie fehlschlägt (Nom. Sg.)
vibhuḥ
der Mächtige (Nom. Sg.)
pūjitaḥ
verehrt (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
asura-varyeṇa
durch den vortrefflichsten der Asuras (Instr. Sg.)
So besaß der Daitya, der die Segnung erlangt hatte, nun einen goldglänzenden Körper; doch da er sich stets an die Tötung seines Bruders erinnerte, hegte er Hass gegen den Erhabenen.
sa vijitya diśaḥ sarvā lokāṃś ca trīn mahāsuraḥ / devāsura-manuṣyendra-gandharva-garuḍoragān
Nachdem er, der große Asura, alle Himmelsrichtungen und die drei Welten besiegt hatte – er unterwarf die Götter, Asuras, Herrscher der Menschen, Gandharvas, Garuḍa-Vögel und Schlangenwesen,
Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
vijitya
besiegt habend (Ger.)
diśaḥ
die Himmelsrichtungen (Akk. Pl.)
sarvāḥ
alle (Akk. Pl.)
lokān
die Welten (Akk. Pl.)
ca
und
trīn
die drei (Akk. Pl.)
mahāsuraḥ
der große Asura (Nom. Sg.)
deva-asura-manuṣya-indra-gandharva-garuḍa-uragān
die Götter, Asuras, Herrscher der Menschen, Gandharvas, Garuḍas und Schlangenwesen (Akk. Pl., Dvandva)
siddhacāraṇavidyādhrān ṛṣīn pitṛpatīn manūn / yakṣarakṣaḥpiśāceśān pretabhūtapatīn api
die Siddhas, Cāraṇas und Vidyādharas, die Weisen, die Herren der Ahnen, die Manus, die Herrscher der Yakṣas, Rākṣasas und Piśācas sowie sogar die Herren der Pretas und Bhūtas –
Wort für Wort
siddha-cāraṇa-vidyādhrān
die Siddhas, Cāraṇas und Vidyādharas (Akk. Pl.)
ṛṣīn
die Weisen (Akk. Pl.)
pitṛ-patīn
die Herren der Ahnen (Akk. Pl.)
manūn
die Manus (Akk. Pl.)
yakṣa-rakṣaḥ-piśāca-īśān
die Herrscher der Yakṣas, Rākṣasas und Piśācas (Akk. Pl.)
Er thronte im Himmel, der mit der Pracht der Göttergärten ausgestattet war – im Palast Indras selbst, den Viśvakarman erbaut hatte; er bewohnte diese Wohnstätte der Herrlichkeit der drei Welten, die voller aller Fülle war.
Wort für Wort
devodyāna-śriyā
mit der Pracht der Göttergärten (Instr. Sg.)
juṣṭam
ausgestattet (Akk. Sg.)
adhyāste sma
er thronte (3. Sg., Präs.+sma = Vergangenheit)
tripiṣṭapam
den Himmel (Akk. Sg.)
mahendra-bhavanam
den Palast Indras (Akk. Sg.)
sākṣāt
leibhaftig (Adv.)
nirmitam
erbaut (Akk. Sg. Part. Perf. Pass.)
viśvakarmaṇā
von Viśvakarman (Instr. Sg.)
trailokya-lakṣmī-āyatanam
die Wohnstätte der Herrlichkeit der drei Welten (Akk. Sg.)
wo die himmlischen Frauen, mit klingenden Fußreifen hierhin und dorthin Klänge erzeugend, auf den Edelsteinböden ihr eigenes schönes, schönzahniges Antlitz betrachteten.
In jenem Palast Indras ergötzte sich der Starkmächtige, Hochgesinnte, der die Welten unterworfen hatte, der Alleinherrscher, dessen Fußpaar von den durch ihn gepeinigten Göttern und anderen verehrt wurde – er, dessen strenge Gebote mit Macht durchgesetzt wurden.
Wort für Wort
tasmin mahendra-bhavane
in jenem Palast Indras (Lok. Sg.)
mahābalaḥ
der Starkmächtige (Nom. Sg.)
mahāmanāḥ
der Hochgesinnte (Nom. Sg.)
nirjita-lokaḥ
der die Welten unterworfen hatte (Nom. Sg.)
ekarāṭ
der Alleinherrscher (Nom. Sg.)
reme
er ergötzte sich (3. Sg. Impf. Med.)
abhivandya-aṅghri-yugaḥ
dessen Fußpaar zu verehren war (Nom. Sg.)
sura-ādibhiḥ
von den Göttern und anderen (Instr. Pl.)
pratāpitaiḥ
die gepeinigt waren (Instr. Pl. Part. Perf. Pass.)
ūrjita-caṇḍa-śāsanaḥ
dessen strenge Gebote mit Macht durchgesetzt wurden (Nom. Sg.)
Ihm, o König, der berauscht war von dem stark duftenden Rauschtrank, dessen Augen sich gerötet verdrehten, dienten die Hüter aller Himmelsregionen mit Geschenken in Händen – außer den Dreien, deren Rang aus der Kraft von Askese und Yoga erwuchs.
Wort für Wort
tam
ihm (Akk. Sg.)
aṅga
o [Anrede an den König] (Vok. Part.)
mattam
berauscht (Akk. Sg.)
madhunā
durch den Rauschtrank (Instr. Sg.)
uru-gandhinā
der stark duftete (Instr. Sg.)
vivṛtta-tāmra-akṣam
dessen Augen sich gerötet verdrehten (Akk. Sg.)
aśeṣa-dhiṣṇya-pāḥ
die Hüter aller Himmelsregionen (Nom. Pl.)
upāsata
sie dienten (3. Pl. Impf. Med.)
upāyana-pāṇibhiḥ
mit Geschenken in Händen (Instr. Pl.)
vinā tribhiḥ
außer den Dreien (Instr. Pl.)
tapo-yoga-bala-ojasām
derer, deren Kraft aus Askese und Yoga [stammt] (Gen. Pl.)
padam
den Rang (Akk. Sg.)
"die Drei" = Brahmā, Śiva und Viṣṇu (bzw. die drei Höchsten), die ihren Rang nicht durch Verehrung Hiraṇyakaśipus, sondern durch eigene Askese-/Yoga-Kraft innehaben.
Viśvāvasu, Tumburu und unseresgleichen sangen für ihn, der mit Macht auf Indras Thron saß; die Gandharvas, Siddhas und Weisen priesen ihn immer wieder, ebenso die Vidyādharas und Apsaras, o Pāṇḍava.
sa eva varṇāśramibhiḥ kratubhirbhūridakṣiṇaiḥ / ijyamāno havirbhāgān agrahīt svena tejasā
Eben er wurde von denen, die den gesellschaftlichen Ständen und Lebensstufen angehörten, durch Opfer mit reichen Priestergaben verehrt, und er empfing die Opferanteile kraft seiner eigenen Macht.
Wort für Wort
saḥ eva
eben er (Nom. Sg.)
varṇa-āśramibhiḥ
von denen der Stände und Lebensstufen (Instr. Pl.)
Seine Erde, die sieben Inseln umfassend, brachte Früchte von selbst hervor, ohne gepflügt zu werden; ebenso erfüllten die Kühe alle Wünsche, und der Himmel war ein Ort mannigfaltiger Wunder.
Wort für Wort
akṛṣṭa-pacyā
von selbst reifend, ohne gepflügt zu werden (Nom. Sg. f.)
Die Ozeane – die Fundstätten der Juwelen – und ihre Gattinnen, die Flüsse, trugen mit ihren Wellen Fluten von Edelsteinen herbei; die Meere hatten Wasser aus Salzflut, Zuckerrohrwein, Ghee, Honig, Dickmilch, Milch und Nektar.
Die Berge mit ihren Tälern wurden zu seinem Lustgarten, die Bäume trugen zu allen Jahreszeiten zugleich ihre besten Eigenschaften, und er allein besaß, jede für sich, die sonst verteilten Kräfte der Welthüter.
sa itthaṃ nirjitakakub ekarāḍ viṣayān priyān / yathopajoṣaṃ bhuñjāno nātṛpyadajitendriyaḥ
So genoss er, der die Himmelsrichtungen unterworfen hatte, der Alleinherrscher, nach Herzenslust die angenehmen Sinnesobjekte – doch da seine Sinne unbezwungen waren, wurde er nicht satt.
Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
ittham
so (Adv.)
nirjita-kakup
der die Himmelsrichtungen unterworfen hatte (Nom. Sg.)
So verging eine lange Zeit für ihn, der von seiner Macht berauscht, hochmütig, die heiligen Schriften missachtend handelte und den Fluch Brahmās erlangt hatte.
Wort für Wort
evam
so (Adv.)
aiśvarya-mattasya
der von der Herrschermacht berauscht war (Gen. Sg.)
dṛptasya
des Hochmütigen (Gen. Sg.)
ucchāstra-vartinaḥ
der die Schriften missachtete (Gen. Sg.)
kālaḥ mahān
eine lange Zeit (Nom. Sg.)
vyatīyāya
verging (3. Sg. Perf.)
brahma-śāpam
den Fluch Brahmās/der Brahmanen (Akk. Sg.)
upeyuṣaḥ
der erlangt hatte (Gen. Sg. Part. Perf.)
"brahma-śāpa" verweist auf den früheren Fluch der vier Kumāras (aus den Ereignissen um Jaya/Vijaya), der auf Hiraṇyakaśipu lastet.
tasyai namo 'stu kāṣṭhāyai yatrātmā harirīśvaraḥ / yadgatvā na nivartante śāntāḥ sannyāsino 'malāḥ
Verehrung sei jenem höchsten Ziel, wo der Herr Hari selbst das höchste Selbst ist – wohin gegangen die befriedeten, makellosen Entsagenden nicht zurückkehren!
iti te saṃyatātmānaḥ samāhitadhiyo 'malāḥ / upatasthurhṛṣīkeśaṃ vinidrā vāyubhojanāḥ
So sprechend, traten sie – mit gezügeltem Selbst, gesammeltem Geist, makellos, schlaflos und sich nur von Luft nährend – vor Hṛṣīkeśa hin und verehrten ihn.
Für sie erklang eine gestaltlose Stimme, dem Donnern der Wolken gleich, die alle Himmelsrichtungen erschallen ließ und den Rechtschaffenen Furchtlosigkeit verlieh.
yadā deveṣu vedeṣu goṣu vipreṣu sādhuṣu / dharme mayi ca vidveṣaḥ sa vā āśu vinaśyati
'Sobald sich Feindschaft gegen die Götter, die Veden, die Kühe, die Brahmanen, die Rechtschaffenen, gegen die Rechtschaffenheit und gegen mich richtet, wird er fürwahr bald zugrunde gehen.'
'Sobald er seinem eigenen, feindlosen, friedvollen, hochgesinnten Sohn Prahrāda Schaden zufügen sollte, werde ich ihn töten – selbst wenn er durch die Segnung erstarkt ist.'
Śrī Nārada sprach: So von dem Lehrer der Welt angesprochen, verneigten sich die Himmelsbewohner vor ihm und kehrten zurück, von aller Angst befreit; sie betrachteten den Asura bereits als so gut wie getötet.
Fromm, von edlem Charakter, wahrhaftig in seinen Gelübden, seine Sinne bezwungen – er war für alle Wesen wie sein eigenes Selbst, ihr einziger geliebter, bester Freund.
Wie ein Diener verneigte er sich selbst vor den Füßen seiner Feinde; wie ein Vater war er den Elenden zugetan; wie ein Bruder war er zärtlich gegenüber Gleichgestellten; gegenüber seinen Lehrern betrachtete er sie als Vertreter des Herrn. Reich an Wissen, Besitz, Schönheit und edler Geburt, war er dennoch frei von Stolz und Hochmut.
Wort für Wort
dāsavat
wie ein Diener (Adv.)
sannata-ari-aṅghriḥ
der sich vor den Füßen [selbst] seiner Feinde verneigte (Nom. Sg.)
pitṛvat
wie ein Vater (Adv.)
dīna-vatsalaḥ
den Elenden zugetan (Nom. Sg.)
bhrātṛvat
wie ein Bruder (Adv.)
sadṛśe
gegenüber Gleichgestellten (Lok. Sg.)
snigdhaḥ
liebevoll (Nom. Sg.)
guruṣu
gegenüber den Lehrern (Lok. Pl.)
īśvara-bhāvanaḥ
der sie als Vertreter des Herrn betrachtete (Nom. Sg.)
vidyā-artha-rūpa-janma-āḍhyaḥ
reich an Wissen, Besitz, Schönheit und edler Geburt (Nom. Sg.)
In Notlagen wurde sein Geist nicht erregt; er begehrte nicht nach den gehörten oder gesehenen Sinnesgenüssen, die er als nichtig ansah. Seine Sinne, sein Lebensatem, sein Körper und sein Verstand waren gezügelt, seine Begierden stets befriedet – frei von dämonischer Natur, obwohl er der Geburt nach ein Asura war.
Wort für Wort
na udvigna-cittaḥ
nicht erregten Geistes (Nom. Sg.)
vyasaneṣu
in Notlagen (Lok. Pl.)
niḥspṛhaḥ
begierdelos (Nom. Sg.)
śruteṣu dṛṣṭeṣu guṇeṣu
gegenüber gehörten und gesehenen Sinnesgenüssen (Lok. Pl.)
avastu-dṛk
der sie als nichtig ansah (Nom. Sg.)
dānta-indriya-prāṇa-śarīra-dhīḥ
dessen Sinne, Lebensatem, Körper und Verstand gezügelt waren (Nom. Sg.)
yasmin mahadguṇā rājan gṛhyante kavibhirmuhuḥ / na te 'dhunā pidhīyante yathā bhagavatīśvare
O König, die edlen Eigenschaften, die die Weisen in ihm immer wieder wahrnahmen, blieben unverhüllt – so wie sie es auch im Erhabenen Herrn selbst sind.
O König, ihn nehmen sogar seine Feinde, die Götter, in Versammlungen, wo die Tugendhaften gepriesen werden, als Maßstab – wieviel mehr erst andere, dir Gleichende!
Wort für Wort
yam
den [Prahrāda] (Akk. Sg.)
sādhu-gāthā-sadasi
in Versammlungen des Lobs der Tugendhaften (Lok. Sg.)
Durch seine unzähligen Tugenden allein schon wird seine Erhabenheit hinreichend bezeugt – er, dessen Hingabe zu Vāsudeva, dem Erhabenen, angeboren war.
nyastakrīḍanako bālo jaḍavat tanmanastayā / kṛṣṇagrahagṛhītātmā na veda jagadīdṛśam
Schon als Kind legte er seine Spielsachen beiseite; wie betäubt durch die Ausrichtung seines Geistes auf Kṛṣṇa, sein Selbst wie von einem "Kṛṣṇa-Dämon" ergriffen, kannte er die gewöhnliche Welt gar nicht mehr als solche.
Wort für Wort
nyasta-krīḍanakaḥ
der die Spielsachen beiseitegelegt hatte (Nom. Sg.)
bālaḥ
als Kind (Nom. Sg.)
jaḍavat
wie betäubt (Adv.)
tat-manastayā
durch die Ausrichtung des Geistes darauf (Instr. Sg.)
kṛṣṇa-graha-gṛhīta-ātmā
dessen Selbst von Kṛṣṇa-Besessenheit ergriffen war (Nom. Sg.)
na veda
er kannte nicht (3. Sg. Perf.)
jagat
die Welt (Akk. Sg.)
īdṛśam
eine solche (Akk. Sg.)
"kṛṣṇa-graha" wörtl. "Kṛṣṇa-Ergreifer/-Besessenheit", bildlich für die überwältigende innere Vertiefung in Kṛṣṇa.
Ob sitzend, umherwandelnd, essend, liegend, trinkend oder sprechend – von Govinda gleichsam ständig umarmt, nahm er diese seine eigenen Handlungen gar nicht bewusst wahr.
Manchmal weinte er, sein Bewusstsein ganz erfüllt von Gedanken an Vaikuṇṭha; manchmal lachte er, von der Freude eben dieses Gedenkens erfasst; manchmal sang er laut.
Wort für Wort
kvacit
manchmal (Adv.)
rudati
er weint (3. Sg. Präs.)
vaikuṇṭha-cintā-śabala-cetanaḥ
dessen Bewusstsein von Gedanken an Vaikuṇṭha durchwoben war (Nom. Sg.)
kvacit
manchmal (Adv.)
hasati
er lacht (3. Sg. Präs.)
tat-cintā-hlādaḥ
von Freude durch eben dieses Gedenken erfüllt (Nom. Sg.)
nadati kvacidutkaṇṭho vilajjo nṛtyati kvacit / kvacit tadbhāvanāyuktastanmayo 'nucakāra ha
Manchmal rief er sehnsuchtsvoll laut; manchmal tanzte er ohne jede Scham; manchmal, ganz von der Versenkung in Ihn erfüllt und mit Ihm eins geworden, ahmte er fürwahr Sein Wesen nach.
Manchmal, mit vor Ekstase gesträubten Härchen, verweilte er schweigend, erfüllt von der Wonne seiner inneren Berührung mit dem Herrn, seine Augen halb geschlossen von den regungslosen Tränen der Wonne der Liebe.
Wort für Wort
kvacit
manchmal (Adv.)
utpulakaḥ
mit gesträubten Härchen (Nom. Sg.)
tūṣṇīm
schweigend (Adv.)
āste
er verweilt (3. Sg. Präs.)
saṃsparśa-nirvṛtaḥ
erfüllt von der Wonne der Berührung (Nom. Sg.)
aspanda-praṇaya-ānanda-salila-āmīlita-īkṣaṇaḥ
dessen Augen halb geschlossen waren von den regungslosen Tränen der Wonne der Liebe (Nom. Sg.)
Durch den Dienst an den Lotosfüßen des in erhabenen Hymnen Gepriesenen – einen Dienst, den er durch die Gemeinschaft mit den Besitzlosen erlangt hatte – entfaltete er beständig höchste Wonne für sich selbst und brachte zugleich den Geist derer, die durch schlechte Gesellschaft elend geworden waren, zur Ruhe.
Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
uttamaśloka-pada-aravindayoḥ
der Lotosfüße des in erhabenen Versen Gepriesenen (Gen. Dual)
niṣevayā
durch den Dienst (Instr. Sg.)
akiñcana-saṅga-labdhayā
erlangt durch die Gemeinschaft mit den Besitzlosen (Instr. Sg.)
tanvan
entfaltend (Nom. Sg. Part. Präs.)
parām
höchste (Akk. Sg.)
nirvṛtim
Wonne (Akk. Sg.)
ātmanaḥ
für sich selbst (Gen. Sg.)
muhuḥ
beständig (Adv.)
duḥsaṅga-dīnasya
dessen, der durch schlechte Gesellschaft elend war (Gen. Sg.)
manaḥ
den Geist (Akk. Sg.)
śamam
zur Ruhe (Akk. Sg.)
vyadhāt
er brachte (3. Sg. Aor.)
"die Besitzlosen" (akiñcana) = die reinen, unbeirrbaren Gottgeweihten.
Śrī Yudhiṣṭhira sprach: O Götterweiser, das möchten wir von dir erfahren, o du mit den guten Gelübden: warum der Vater seinem eigenen, reinen, rechtschaffenen Sohn fürwahr Leid zufügte.
Wort für Wort
śrī-yudhiṣṭhiraḥ uvāca
Śrī Yudhiṣṭhira sprach (3. Sg. Perf.)
devarṣe
o Götterweiser (Vok. Sg.)
etat
dies (Akk. Sg.)
icchāmaḥ
wir wünschen (1. Pl. Präs.)
veditum
zu erfahren (Inf.)
tava
von dir (Gen. Sg.)
suvrata
o du mit guten Gelübden (Vok. Sg.)
yat
dass (Rel.)
ātmajāya
dem eigenen Sohn (Dat. Sg.)
śuddhāya
dem reinen (Dat. Sg.)
pitā
der Vater (Nom. Sg.)
adāt
er zufügte (3. Sg. Aor.)
sādhave
dem Rechtschaffenen (Dat. Sg.)
hi
fürwahr (Part.)
agham
Leid (Akk. Sg.)
[Anm.: In der Quelle ist der Sprecher-Vers-Kopf dieses Verses fälschlich als "BhP_07.05.044/0" (statt korrekt 07.04.044/0) beziffert – ein offensichtlicher Kapitelnummern-Tippfehler in der digitalen Textvorlage, kein inhaltlicher Bruch, da Vers 45 wieder als 07.04.045 geführt wird.]
Väter, die ihren Söhnen zugetan sind, tadeln zwar ihre eigenen, ungehorsamen Söhne – doch nur zum Zweck der Erziehung, keineswegs so, wie ein Fremder ihnen Übles zufügen würde.
Wieviel mehr gilt dies für solche gehorsamen, rechtschaffenen Söhne, denen der Lehrer wie eine Gottheit ist! Zerstreue, o Brahmane, o Herr, unsere Neugier hierüber: dass die Feindschaft des Vaters gegen den Sohn zum Zweck von dessen Tötung eingesetzt wurde.