śibir varaḥ kṛmir dakṣaś catvārośīnarātmajāḥ
vṛṣādarbhaḥ sudhīraś ca madraḥ kekaya ātmavān
śibeś catvāra evāsaṁs titikṣoś ca ruṣadrathaḥ
tato homo 'tha sutapā baliḥ sutapaso 'bhavat
Śibi, Vara, Kṛmi und Dakṣa waren die vier Söhne Uśīnaras. Vṛṣādarbha, Sudhīra, Madra und der selbstbeherrschte Kekaya waren wiederum die vier Söhne Śibis. Von Titikṣu [kam] Ruṣadratha; von diesem Homa, dann Sutapā; und von Sutapā wurde Bali geboren.
Aṅga, Vaṅga, Kaliṅga und die Übrigen, bekannt als Suhma, Puṇḍra und Oḍra, wurden im Feld [der Gattin] des Königs Bali durch [den Samen] Dīrghatamas' geboren.
[Daśaratha] gab [Romapāda] seine eigene Tochter Śāntā, die Ṛṣyaśṛṅga [später] zur Frau nahm - jenen Sohn einer Hirschkuh, den die Frauen [Kurtisanen] herbeiholten, als der Regengott [den Regen] zurückhielt.
nāṭya-saṅgīta-vāditrair vibhramāliṅganārhaṇaiḥ
sa tu rājño 'napatyasya nirūpyeṣṭiṁ marutvate
Durch Tanz, Gesang und Musik, durch betörende Umarmungen und Verehrung [herbeigelockt], veranlasste er [Ṛṣyaśṛṅga] für den kinderlosen König ein Opfer für [den Gott] Marutvān.
vijayas tasya sambhūtyāṁ tato dhṛtir ajāyata
tato dhṛtavratas tasya satkarmādhirathas tataḥ
Sein [Jayadrathas] Sohn von [seiner Gattin] Sambhūti war Vijaya; von diesem wurde Dhṛti geboren, dann Dhṛtavrata; dessen [Sohn war] Satkarmā, [und von diesem] Adhiratha.
Dieser [Adhiratha] fand, während er am Ufer der Gaṅgā spielte, ein Kind in einem Korb, das von Kuntī, [noch] unverheiratet, ausgesetzt worden war, und nahm es, da er kinderlos war, als Sohn an.
Dessen [Setus] Sohn war Ārabdha, dessen Gāndhāra, von diesem Dharma, dann Dhṛta; Dhṛtas Sohn war Durmada, von diesem Pracetas - und die Söhne der Pracetas [zählten] hundert.
Sie wurden Herrscher der Mleccha-Länder und hielten sich in der nördlichen Richtung auf. Von Turvasu [stammte] der Sohn Vahni, von Vahni Bharga, dann Bhānumān.
Dessen Sohn war Tribhānu, und dessen wiederum der großmütige Karandhama; dessen Sohn war Maruta, der, kinderlos, einen Sohn aus der Pūru-Dynastie [als eigenen] annahm.
Dieser Duṣmanta jedoch kehrte, da er nach dem Königreich verlangte, wieder zu seiner eigenen [Pūru-]Dynastie zurück. Nun will ich, o Bester der Menschen, die Dynastie Yadus, des ältesten Sohnes Yayātis, beschreiben - höchst heilbringend ist sie, sie tilgt alle Sünden der Menschen. Wer die Dynastie Yadus vernimmt, wird von allen sündhaften Reaktionen befreit.
Wort für Wort
duṣmantaḥ saḥ
dieser Duṣmanta
punaḥ bheje
kehrte wieder zurück
sva-vaṁśam rājya-kāmukaḥ
zu seiner eigenen Dynastie, da er das Königreich begehrte
[Diese Dynastie,] in der der Herrgott, die Überseele, in menschengleicher Gestalt herabstieg. Von Yadu gab es, wie man vernimmt, vier Söhne: Sahasrajit, Kroṣṭā, Nala und Ripu. Śatajit war [dessen] erster Sohn; Mahāhaya, Reṇuhaya und Haihaya waren [Śatajits] Söhne.
Dharma aber war der Sohn Haihayas; [dessen Sohn war] Netra, der Vater Kuntis; von Kunti stammte Sohañji, [dessen Sohn war] Mahiṣmān, [und dessen] Bhadrasenaka.
Wort für Wort
dharmaḥ tu haihaya-sutaḥ
Dharma aber, der Sohn Haihayas
netraḥ kunteḥ pitā
Netra, der Vater Kuntis
tataḥ sohañjiḥ abhavat kunteḥ
von diesem (Netra durch) Kunti wurde Sohañji geboren
Arjuna, [Kṛtavīryas Sohn], wurde Herrscher der sieben Kontinente; von Dattātreya, der Teilmanifestation Haris, erlangte er die große Vollkommenheit des Yoga.
Wort für Wort
arjunaḥ kṛtavīryasya
Arjuna, (Sohn) Kṛtavīryas
sapta-dvīpa-īśvaraḥ abhavat
wurde Herrscher der sieben Kontinente
dattātreyāt hareḥ aṁśāt
von Dattātreya, der Teilmanifestation Haris
prāpta-yoga-mahāguṇaḥ
der die große Vollkommenheit des Yoga erlangt hatte
na nūnaṁ kārtavīryasya gatiṁ yāsyanti pārthivāḥ
yajña-dāna-tapo-yogaiḥ śruta-vīrya-dayādibhiḥ
Gewiss werden [andere] Herrscher der Erde nicht den Zustand Kārtavīryas erreichen, [selbst] durch Opfer, Wohltätigkeit, Askese und Yoga, durch Gelehrsamkeit, Tapferkeit, Barmherzigkeit und dergleichen.
Wort für Wort
na nūnam
gewiss nicht
kārtavīryasya gatim
den Zustand/Weg Kārtavīryas
yāsyanti pārthivāḥ
werden (andere) Könige erreichen
yajña-dāna-tapo-yogaiḥ
durch Opfer, Wohltätigkeit, Askese und Yoga
śruta-vīrya-dayā-ādibhiḥ
durch Gelehrsamkeit, Tapferkeit, Barmherzigkeit und dergleichen
pañcāśīti sahasrāṇi hy avyāhata-balaḥ samāḥ
anaṣṭa-vitta-smaraṇo bubhuje 'kṣayya-ṣaḍ-vasu
Fünfundachtzigtausend Jahre lang genoss er, mit ungebrochener Kraft, ohne Verlust seines Reichtums oder seiner Erinnerung, die sechs unerschöpflichen [Arten von] Wohlstand.
Wort für Wort
pañcāśīti sahasrāṇi samāḥ
fünfundachtzigtausend Jahre
hi avyāhata-balaḥ
wahrlich mit ungebrochener Kraft
anaṣṭa-vitta-smaraṇaḥ
ohne Verlust von Reichtum und Erinnerung
bubhuje akṣayya-ṣaṭ-vasu
genoss er die sechs unerschöpflichen (Arten von) Wohlstand
jayadhvajāt tālajaṅghas tasya putra-śataṁ tv abhūt
kṣatraṁ yat tālajaṅghākhyam aurva-tejopasaṁhṛtam
Von Jayadhvaja [stammte] Tālajaṅgha; dessen Söhne waren hundert an Zahl, jene Kṣatriya-Dynastie, bekannt als die Tālajaṅghas, die [später] durch die Glut Aurvas vernichtet wurde.
Der Älteste unter ihnen war Vītihotra. Vṛṣṇi, wie überliefert, war ein Sohn Madhus; dessen Söhne waren hundert an Zahl, unter denen Vṛṣṇi der Älteste war, von dem die [Vṛṣṇi-]Dynastie ihren Namen hat.
So werden [die Nachkommen], o König, als Mādhavas, Vṛṣṇis und Yadavas bezeichnet. Von Kroṣṭā, dem Sohn Yadus, [stammte] der Sohn Vṛjinavān; von diesem Svāhita, dann Viṣadgu; dessen Sohn war Citraratha; [von diesem] Śaśabindu, ein großer Yogī, hochgesegnet und bedeutend, der, im Besitz der vierzehn großen Kostbarkeiten, ein unbesiegter Weltenherrscher wurde.
Der hochberühmte [Śaśabindu] zeugte mit seinen zehntausend Gattinnen zehn Lakh [Anm.: die Quelle deutet dies als 1.000.000] Söhne.
Wort für Wort
tasya patnī-sahasrāṇām daśānām
seiner zehntausend Gattinnen
su-mahā-yaśāḥ
der hochberühmte
daśa-lakṣa-sahasrāṇi putrāṇām
zehn Lakh [?] Söhne
tāsu ajījanat
zeugte er in ihnen
[Anm.: Die Zahlangabe "daśa-lakṣa-sahasrāṇi" ist im Sanskrit grammatisch ungewöhnlich (wörtl. "zehn-Lakh-Tausende"); die konsultierte Quelle deutet sie als "zehn Lakh" (= 1.000.000) Söhne. Unsicher markiert.]
Unter ihnen gab es sechs führende [Söhne], angeführt von Pṛthuśravā. Dessen Sohn hieß Dharma; und dessen [Dharmas Sohn] war Uśanā, der Vollzieher von hundert Pferdeopfern.
Jyāmagha aber, obwohl kinderlos und der Gatte Śaibyās, nahm sich aus Furcht [vor ihr] keine andere Frau; [doch einst] brachte er aus dem Haus eines Feindes ein zur Ehe bestimmtes Mädchen [als Beute] mit. Als Śaibyā sie auf dem Wagen sitzen sah, sprach sie erzürnt zu ihrem Gatten: 'Wer ist diese, du Betrüger, die du auf meinen Platz im Wagen gesetzt hast?' Als ihr geantwortet wurde: 'Sie ist deine Schwiegertochter', sprach sie, lächelnd, zu ihrem Gatten:
Wort für Wort
jyāmaghaḥ tu aprajaḥ api
Jyāmagha aber, obwohl kinderlos
anyām bhāryām śaibyā-patiḥ bhayāt
aus Furcht nahm der Gatte Śaibyās keine andere Frau
na avindat
er fand/nahm nicht
śatru-bhavanāt bhojyām kanyām ahāraṣīt
aus dem Haus eines Feindes brachte er ein zur Ehe bestimmtes Mädchen mit
ratha-sthām tām nirīkṣya
als sie diese auf dem Wagen sitzend erblickte
āha śaibyā patim amarṣitā
sprach Śaibyā, erzürnt, zu ihrem Gatten
kā iyam kuhaka
wer ist diese, du Betrüger
mat-sthānam ratham āropitā iti vai
die du wahrlich auf meinen Platz im Wagen gesetzt hast
snuṣā tava iti abhihite
als (ihr) gesagt wurde: sie ist deine Schwiegertochter
ahaṁ bandhyāsapatnī ca snuṣā me yujyate katham
janayiṣyasi yaṁ rājñi tasyeyam upayujyate
'Ich bin unfruchtbar und ohne Nebenfrau - wie kann es da eine Schwiegertochter für mich geben? [Es sei denn], du würdest [selbst] einen Sohn zeugen, o Königin [?] - für einen solchen wäre dieses [Mädchen] passend.'
Wort für Wort
aham bandhyā
ich bin unfruchtbar
asapatnī ca
und ohne Nebenfrau
snuṣā me yujyate katham
wie kann es eine Schwiegertochter für mich geben
janayiṣyasi yam rājñi
den du zeugen wirst, o Königin
tasya iyam upayujyate
für diesen wäre sie geeignet
[Anm.: Die Anrede "rājñi" (Vokativ zu "Königin") ist an dieser Stelle grammatisch ungewöhnlich, da die Sprecherin (Śaibyā) offenbar sich selbst oder ihren Gatten meint; Lesart unsicher, sinngemäß als sarkastische Selbstanrede wiedergegeben.]
anvamodanta tad viśve-devāḥ pitara eva ca
śaibyā garbham adhāt kāle kumāraṁ suṣuve śubham
sa vidarbha iti prokta upayeme snuṣāṁ satīm
Dem stimmten die Viśvedevas und ebenso die Pitṛs zu. Śaibyā empfing daraufhin und gebar zur rechten Zeit einen verheißungsvollen Knaben. Er wurde Vidarbha genannt, und er heiratete jene tugendhafte 'Schwiegertochter' [von einst].
Wort für Wort
anvamodanta tat
dem stimmten sie zu
viśve-devāḥ pitaraḥ eva ca
die Viśvedevas und ebenso die Pitṛs
śaibyā garbham adhāt
Śaibyā empfing (wurde schwanger)
kāle kumāram suṣuve śubham
gebar zur rechten Zeit einen verheißungsvollen Knaben