Kapitel 118: anantasya mahimā-varṇanam [?]
Die Herrlichkeit des Herrn Ananta
Der Sanskrit-Kapiteltitel ist nicht Teil des Urtexts (kein Kolophon-Titel im engeren Sinn), sondern aus dem Inhalt erschlossen; daher mit [?] markiert. Kapitel enthält 15 Verse/Einheiten (Vers 16 existiert auf vedabase.io nicht mehr - 404).
Śrī Śuka sprach: In dessen [Pātālas] Wurzelregion, in einem Abstand von dreißigtausend Yojanas, weilt jene Erweiterung (kalā) des Erhabenen, die mit tamas verbunden und als Ananta bekannt ist. Ihn, der als die Verbindung (saṅkarṣaṇa) von Sehendem und Gesehenem, gekennzeichnet durch die Ich-Vorstellung 'ich [bin]', [gilt], nennen die Sātvatas (die Gottgeweihten) Saṅkarṣaṇa.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ
Śrī Śuka (Nom. Sg. m., Subjekt)
uvāca
sprach (3. Sg. Perf. Akt. von √vac)
tasya
dessen (Gen. Sg., bez. auf Pātāla)
mūla-deśe
in der Wurzelregion (Lok. Sg.)
triṁśat-yojana-sahasra-antare
im Abstand von dreißigtausend Yojanas (Lok. Sg., Kompositum)
āste
weilt (3. Sg. Präs. Med. von √ās)
yā
die, welche (Nom. Sg. f., Relativpron.)
vai
fürwahr (Partikel)
kalā
Teilerweiterung (Nom. Sg. f.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen. Sg.)
tāmasī
zu tamas gehörig (Nom. Sg. f., Adj.)
samākhyātā
genannt (Nom. Sg. f., PPP von sam-ā-√khyā)
anantaḥ
Ananta (Nom. Sg. m., Name)
iti
so (Zitatpartikel)
sātvatīyāḥ
die Sātvatas/Gottgeweihten (Nom. Pl. m., Subjekt von ācakṣate)
draṣṭṛ-dṛśyayoḥ
von Sehendem und Gesehenem (Gen. Dual, Kompositum)
saṅkarṣaṇam
die Verbindung, das Zusammenziehen (Akk. Sg.)
aham
ich (Nom. Sg., zitiert)
abhimāna-lakṣaṇam
gekennzeichnet durch die Ich-Vorstellung (Akk. Sg., Kompositum)
yam
den, welchen (Akk. Sg. m., Relativpron.)
saṅkarṣaṇam
Saṅkarṣaṇa (Akk. Sg. m., Name)
ācakṣate
sie nennen (3. Pl. Präs. Med. von ā-√cakṣ)
'tasya' bezieht sich auf Pātāla, das Thema des vorangehenden Kapitels (5.24). 'draṣṭṛ-dṛśyayoḥ saṅkarṣaṇam' - wörtlich 'das Zusammenziehen/die Verbindung von Sehendem (Seele) und Gesehenem (Materie)' - liefert die etymologische Deutung des Namens Saṅkarṣaṇa.
Dieser Erdkreis, getragen auf nur einer einzigen Kopfhaube dessen, des Erhabenen in Gestalt Anantas, des Tausendköpfigen, erscheint wie ein [einzelnes] weißes Senfkorn.
Aus der Mitte der durch Zorn gebildeten, schönen, sich bewegenden Augenbrauen dessen, der fürwahr diese [Welt] mittels der Zeit zurückzuziehen wünscht, erhob sich, den dreispitzigen Dreizack emporhaltend, der dreiäugige, elffach gestaltete Rudra namens Sāṅkarṣaṇa.
Wort für Wort
yasya
dessen (Gen. Sg. m.)
ha vā
fürwahr (Partikeln)
idam
dies (Akk. Sg. n.)
kālena
durch die Zeit (Instr. Sg.)
upasañjihīrṣataḥ
der zurückzuziehen wünschenden (Gen. Sg., Desiderativ-Partizip)
amarṣa-viracita-rucira-bhramad-bhruvoḥ
der durch Zorn gebildeten schönen sich bewegenden Augenbrauen (Gen. Dual, Kompositum)
antareṇa
aus der Mitte, von zwischen (Instr./Postposition)
sāṅkarṣaṇaḥ nāma
namens Sāṅkarṣaṇa (Nom. Sg.)
rudraḥ
Rudra (Nom. Sg.)
ekādaśa-vyūhaḥ
der elffach Gestaltete (Nom. Sg., Kompositum)
try-akṣaḥ
der Dreiäugige (Nom. Sg.)
tri-śikham
dreispitzig (Akk. Sg. n., Adj.)
śūlam
den Dreizack (Akk. Sg. m.)
uttambhayan
emporhaltend (Nom. Sg., Präs.Part.Akt.)
udatiṣṭhat
erhob sich (3. Sg. Impf. Akt. von ud-√sthā)
Beschreibung der Emanation des zerstörerischen Rudra-Aspekts (Sāṅkarṣaṇa-Rudra) am Ende eines Kalpa, hervortretend zwischen Anantas Augenbrauen.
In den runden Juwelenreihen der rötlich-klaren Nägel von dessen Lotosfuß-Paar erblicken, sich zusammen mit den besten der Sātvatas in ausschließlicher Hingabe verneigend, die Schlangenfürsten mit erfreutem Gemüt fürwahr ihre eigenen, höchst bezaubernden Gesichter, deren Wangen vom Glanz der funkelnden Ohrringe geschmückt sind.
Wort für Wort
yasya
dessen (Gen. Sg. m.)
aṅghri-kamala-yugala
des Lotosfuß-Paares (Gen., Kompositum)
aruṇa-viśada
rötlich-klar (Adj., Kompositum)
nakha-maṇi-ṣaṇḍa-maṇḍaleṣu
in den runden Juwelenreihen der Nägel (Lok. Pl.)
ahi-patayaḥ
die Schlangenfürsten (Nom. Pl., Subjekt)
saha
zusammen mit (Postposition)
sātvata-ṛṣabhaiḥ
mit den besten der Sātvatas (Instr. Pl.)
ekānta-bhakti-yogena
durch ausschließliche Hingabe (Instr. Sg.)
avanamantaḥ
sich verneigend (Nom. Pl., Präs.Part.Akt.)
sva-vadanāni
ihre eigenen Gesichter (Akk. Pl. n.)
parisphurat-kuṇḍala-prabhā-maṇḍita-gaṇḍa-sthalāni
deren Wangen vom Glanz der funkelnden Ohrringe geschmückt sind (Akk. Pl., Kompositum)
yasyaiva hi nāga-rāja-kumāryaḥ āśiṣa āśāsānāś cārv-aṅga-valaya-vilasita-viśada-vipula-dhavala-subhaga-rucira-bhuja-rajata-stambheṣv aguru-candana-kuṅkuma-paṅkānulepenāvalimpamānās tad-abhimarśanonmathita-hṛdaya-makara-dhvajāveśa-rucira-lalita-smitās tad-anurāga-mada-mudita-mada-vighūrṇitāruṇa-karuṇāvaloka-nayana-vadanāravindaṁ sa-vrīḍaṁ kila vilokayanti.
Fürwahr betrachten die jungen Töchter der Schlangenkönige, die sich Segnungen von ihm erhoffen, indem sie die schönen, in der Rundung seines Leibes leuchtenden, reinen, langen, weißen, lieblichen, bezaubernden Arme - gleich Silbersäulen - mit einer Paste aus Aloe, Sandelholz und Safran salben, deren Herzen durch die Berührung damit aufgewühlt sind, und die, vom Einzug Kāmadevas erfasst, bezaubernd-liebliche Lächeln zeigen, mit Scham sein Lotosantlitz und seine vor der Trunkenheit der Zuneigung zu ihm und der daraus erwachsenden Wonne kreisenden, rötlichen, mitleidsvoll blickenden Augen.
Wort für Wort
yasya
dessen (Gen. Sg. m.)
eva hi
fürwahr (Partikeln)
nāga-rāja-kumāryaḥ
die jungen Töchter der Schlangenkönige (Nom. Pl. f., Subjekt)
sein Lotosantlitz und die von Zuneigungstrunkenheit erfreuten, kreisenden, rötlichen, mitleidsvoll blickenden Augen (Akk. Sg. n., Kompositum, Objekt)
sa-vrīḍam
mit Scham (Akk. Adverbial)
kila
fürwahr (Partikel)
vilokayanti
sie betrachten (3. Pl. Präs. Akt.)
Sehr langes Kompositum; die Struktur folgt: Subjekt nāga-rāja-kumāryaḥ ... vilokayanti (Prädikat am Ende), mit mehreren beigeordneten Partizipialkonstruktionen (āśāsānāḥ, avalimpamānāḥ, smitāḥ) und einem großen Objekt-Kompositum (...vadanāravindam).
sa eva bhagavān ananto 'nanta-guṇārṇava ādi-deva upasaṁhṛtāmarṣa-roṣa-vego lokānāṁ svastaya āste.
Er selbst, der Erhabene Ananta, der Ozean unbegrenzter [transzendentaler] Eigenschaften, der Ur-Gott, dessen Wucht von Unmut und Zorn zurückgehalten ist, weilt zum Wohlergehen der Welten.
Wort für Wort
saḥ eva
er selbst (Nom. Sg. m.)
bhagavān
der Erhabene (Nom. Sg.)
anantaḥ
Ananta (Nom. Sg.)
ananta-guṇa-arṇavaḥ
der Ozean unbegrenzter Eigenschaften (Nom. Sg., Kompositum)
ādi-devaḥ
der Urgott (Nom. Sg.)
upasaṁhṛta-amarṣa-roṣa-vegaḥ
dessen Wucht von Unmut und Zorn zurückgehalten ist (Nom. Sg., Bahuvrihi)
Meditiert von den Scharen der Götter, Dämonen, Schlangen, Siddhas, Gandharvas, Vidyādharas und Weisen, dessen Augen, ständig von Verzückung erfreut, unstet umherrollen, erquickt durch den Nektar seines überaus lieblichen Redens - er, der die Anführer der Scharen seiner eigenen göttlichen Begleiter [ebenso erquickt], berauscht vom nie verblassenden Duft frischer Tulasī-Blüten und deren honigsüßem Aroma - trägt seine eigene Waldblumengirlande namens Vaijayantī, deren Schönheit durch den süßen Gesang der Bienenschwärme gemehrt wird; blau gekleidet, nur einen Ohrring tragend, mit schönen, lieblichen, auf dem Pfluggriff ruhenden Armen, trägt der erhabene, mächtigste Herr, in erhabenem Spiel, gleich einem Elefantenfürsten einen goldenen Gurt.
von den Scharen der Götter, Dämonen, Schlangen, Siddhas, Gandharvas, Vidyādharas und Weisen (Instr. Pl.)
anavarata-mada-mudita-vikṛta-vihvala-locanaḥ
dessen Augen ständig von Verzückung erfreut unstet rollen (Nom. Sg., Bahuvrihi)
su-lalita-mukharikā-amṛtena
durch den Nektar überaus lieblichen Redens (Instr. Sg.)
āpyāyamānaḥ
erquickt werdend (Nom. Sg., Präs.Pass.Part.)
sva-pārṣada-vibudha-yūtha-patīn
die Anführer der Scharen seiner eigenen göttlichen Begleiter (Akk. Pl.)
aparimlāna-rāga-nava-tulasikā-āmoda-madhu-āsavena
durch den nie verblassenden Duft frischer Tulasī-Blüten und deren Honigaroma (Instr. Sg.)
mādyan
berauscht (Nom. Sg., Präs.Part.Akt.)
madhukara-vrāta-madhura-gīta-śriyam
deren Schönheit durch süßen Bienengesang gemehrt wird (Akk. Sg. f.)
vaijayantīm
die Girlande Vaijayantī (Akk. Sg. f.)
svām vanamālām
seine eigene Waldblumengirlande (Akk. Sg. f.)
nīla-vāsāḥ
blau gekleidet (Nom. Sg.)
eka-kuṇḍalaḥ
nur einen Ohrring tragend (Nom. Sg.)
hala-kakudi kṛta-subhaga-sundara-bhujaḥ
dessen schöne, liebliche Arme auf dem Pfluggriff ruhen (Nom. Sg.)
bhagavān
der Erhabene (Nom. Sg.)
mahā-indraḥ
der höchste Herrscher (Nom. Sg., Beiname)
vāraṇa-indraḥ iva
wie ein Elefantenfürst (Nom. Sg. + Vergleich)
kāñcanīm kakṣām
den goldenen Gurt (Akk. Sg. f.)
udāra-līlaḥ
von erhabenem Spiel (Nom. Sg.)
bibharti
er trägt (3. Sg. Präs. Akt.)
'mahendraḥ' hier morphologisch als Beiname Anantas selbst ('der große Herrscher') gedeutet, nicht als eigenständiges Auftreten des Gottes Indra - der gesamte Vers beschreibt durchgehend Ananta/Saṅkarṣaṇa (Pflug, blaue Kleidung, ein Ohrring = Balarāma-Attribute). Die offizielle Wortglosse übersetzt 'mahā-indraḥ' mit 'König des Himmels', was hier als sekundäre, ehrende Bedeutungsebene [?] vermerkt wird.
Er, der auf diese Weise [von einem echten Lehrer] gehört und meditiert wird, zerreißt bei denen, die nach Befreiung streben, sogleich - wenn er in das Innerste des Herzens eintritt - den aus den drei Erscheinungsweisen sattva, rajas und tamas bestehenden Herzensknoten der Unwissenheit, der seit anfangsloser Zeit durch die Neigung zu [fruchtbringenden] Werken verknüpft ist. Dessen Herrlichkeiten hat der mächtige Nārada, der Sohn des Selbstgeborenen [Brahmā], zusammen mit Tumburu in der Versammlung Brahmās in Versen besungen.
Wort für Wort
yaḥ
der, welcher (Nom. Sg. m.)
eṣaḥ
dieser (Nom. Sg. m.)
evam
so, auf diese Weise (Adv.)
anuśrutaḥ
gehört [aus der Lehrerschaft] (Nom. Sg., PPP)
dhyāyamānaḥ
meditiert (Nom. Sg., Präs.Pass.Part.)
mumukṣūṇām
der nach Befreiung Verlangenden (Gen. Pl.)
anādi-kāla-karma-vāsanā-grathitam
seit anfangsloser Zeit durch die Neigung zu Werken verknüpft (Akk. Sg., Kompositum)
utpatti-sthiti-laya-hetavo 'sya kalpāḥ sattvādyāḥ prakṛti-guṇā yad-īkṣayāsan yad-rūpaṁ dhruvam akṛtaṁ yad ekam ātman nānādhāt katham u ha veda tasya vartma.
Die von sattva angeführten Erscheinungsweisen der materiellen Natur, welche die Ursachen von Entstehung, Erhaltung und Auflösung dieser [Welt] sind, wurden erst durch dessen Blick dazu befähigt [zu wirken]. Wessen Gestalt beständig und ungeschaffen ist - der, obwohl nur Einer, sich in sich selbst vielfältig entfaltet hat -, wie könnte man wahrlich dessen Pfad [wirklich] erkennen?
Wort für Wort
utpatti-sthiti-laya-hetavaḥ
die Ursachen von Entstehung, Erhaltung und Auflösung (Nom. Pl.)
asya
dieser [Welt] (Gen. Sg.)
kalpāḥ
befähigt, imstande (Nom. Pl., Adj.)
sattva-ādyāḥ
von sattva angeführt (Nom. Pl.)
prakṛti-guṇāḥ
die Erscheinungsweisen der Natur (Nom. Pl., Subjekt)
yat-īkṣayā
durch dessen Blick (Instr. Sg.)
āsan
wurden (3. Pl. Impf.)
yat-rūpam
dessen Gestalt (Nom. Sg. n.)
dhruvam
beständig (Nom. Sg. n., Adj.)
akṛtam
ungeschaffen (Nom. Sg. n., Adj.)
yat
der, welcher (Nom. Sg.)
ekam
eines, einzig (Nom. Sg.)
ātman
in sich selbst (Lok. Sg.)
nānā
vielfältig (Adv.)
adhāt
hat entfaltet (3. Sg. Aor./Impf. Akt. von ā-√dhā)
katham
wie (Frageadv.)
u ha
wahrlich (Partikeln)
veda
man versteht (3. Sg. Perf. m. Präsensbed. von √vid)
tasya
dessen (Gen. Sg.)
vartma
Pfad (Akk. Sg. n.)
Vierzeiliger Vers (Indravajra-artiges Metrum); 'kalpāḥ' hier im Sinn von 'fähig, imstande' (nicht 'Weltzeitalter').
Aus großer Barmherzigkeit für uns trug er eine Gestalt - vollkommen geläuterte reine Wesenheit -, in der dieses [Universum] von Ursache und Wirkung erstrahlt. Darin nahm der Herr der Lebewesen, höchst großmütig-mächtig, sein makelloses Spiel an, um die Herzen seiner eigenen Geweihten zu erobern.
Wort für Wort
mūrtim
Gestalt (Akk. Sg. f., Objekt)
naḥ
für uns (Dat. Pl.)
puru-kṛpayā
aus großer Barmherzigkeit (Instr. Sg.)
babhāra
er trug (3. Sg. Perf. Akt. von √bhṛ)
sattvam
reine Wesenheit (Akk. Sg. n.)
saṁśuddham
vollkommen geläutert (Akk. Sg. n., Adj.)
sat-asat idam
dieses [Universum] von Ursache und Wirkung (Nom. Sg. n.)
Sollte jemand dessen gehörten Namen unversehens nachsprechen - sei es ein Leidender, oder sei es einer, der aus Scherz [in Sünde] gefallen ist -, so vernichtet [dieser Name] augenblicklich das gesamte Übel der Menschen. Wen anderen also als den Erhabenen Śeṣa sollte einer, der nach Befreiung strebt, als Zuflucht nehmen?
Wer könnte, selbst mit tausend Zungen, vollständig die Machttaten des Unermesslichen aufzählen, dessen Kraft aufgrund [seiner] Unendlichkeit unermesslich ist - er, auf dessen einem Haupt unter [seinen] tausend Häuptern der Erdball, samt Bergen, Flüssen, Ozeanen und Lebewesen, wie ein Atom ruht?
Wort für Wort
mūrdhani
auf dem Haupt (Lok. Sg.)
arpitam
gelegt, befestigt (Akk. Sg., PPP)
aṇu-vat
wie ein Atom (Adv.)
sahasra-mūrdhnaḥ
des Tausendhäuptigen (Gen. Sg.)
bhū-golam
den Erdball (Akk. Sg.)
sa-giri-sarit-samudra-sattvam
samt Bergen, Flüssen, Ozeanen und Lebewesen (Akk. Sg., Adj.)
So mächtig ist der Erhabene Ananta, dessen Machtentfaltung unüberwindliche Kraft und großartige Eigenschaften sind - an der Basis von Rasātala weilend, ganz auf sich selbst gegründet, der [dennoch] mühelos, im Spiel, die Erde zu ihrer Erhaltung trägt.
Wort für Wort
evam-prabhāvaḥ
von solcher Macht (Nom. Sg., Adj.)
bhagavān
der Erhabene (Nom. Sg.)
anantaḥ
Ananta (Nom. Sg.)
duranta-vīrya-uru-guṇa-anubhāvaḥ
dessen Machtentfaltung unüberwindliche Kraft und große Eigenschaften sind (Nom. Sg., Kompositum)
Dies sind fürwahr die Bestimmungsorte, die hier von den Menschen, die [bestimmte] Wünsche begehren, gemäß ihren [jeweiligen] Werken erlangt werden müssen - wie sie gemäß der [überlieferten] Unterweisung dargelegt worden sind.
Wort für Wort
etāḥ
diese (Nom. Pl. f.)
hi eva
fürwahr (Partikeln)
iha
hier (Adv.)
nṛbhiḥ
von den Menschen (Instr. Pl.)
upagantavyāḥ
zu erlangende (Nom. Pl., Gerundiv)
gatayaḥ
Bestimmungsorte (Nom. Pl., Subjekt)
yathā-karma-vinirmitāḥ
gemäß den Werken geschaffen (Nom. Pl., Adj.)
yathā-upadeśam
gemäß der Unterweisung (Adv.)
anuvarṇitāḥ
dargelegt (Nom. Pl., PPP)
kāmān
Wünsche (Akk. Pl.)
kāmayamānaiḥ
von den Begehrenden (Instr. Pl., Med.Part.Präs.)
Abschließende Zusammenfassung, die zum nächsten Kapitel (Beschreibung der Höllen) überleitet.
etāvatīr hi rājan puṁsaḥ pravṛtti-lakṣaṇasya dharmasya vipāka-gataya uccāvacā visadṛśā yathā-praśnaṁ vyācakhye kim anyat kathayāma iti.
So viele, o König, sind fürwahr die hohen und niederen, unterschiedlichen Reifungs-Bestimmungsorte der vom [weltlichen] Tätigsein gekennzeichneten Pflichterfüllung des Menschen - ich habe sie entsprechend deiner Frage dargelegt. Was [gibt es] sonst noch zu sagen?
Wort für Wort
etāvatīḥ
so viele (Nom. Pl. f.)
hi
fürwahr (Partikel)
rājan
o König (Vok. Sg.)
puṁsaḥ
des Menschen (Gen. Sg.)
pravṛtti-lakṣaṇasya
durch weltliches Tätigsein gekennzeichnet (Gen. Sg., Adj.)
dharmasya
der Pflichterfüllung (Gen. Sg.)
vipāka-gatayaḥ
die Reifungs-Bestimmungsorte (Nom. Pl., Subjekt)
ucca-avacāḥ
hohe und niedere (Nom. Pl., Adj.)
visadṛśāḥ
unterschiedliche (Nom. Pl., Adj.)
yathā-praśnam
gemäß der Frage (Adv.)
vyācakhye
ich habe dargelegt (1. Sg. Perf. Med.)
kim anyat
was sonst (Nom. Sg. n.)
kathayāma
soll ich/sollen wir sprechen (1. Pl./Sg., Optativ)
iti
so [Redeschluss] (Partikel)
Schlussvers des Kapitels; Śukadeva wendet sich an König Parīkṣit ('rājan').