vidura uvāca
ye tvayābhihitā brahman
sutāḥ prācīnabarhiṣaḥ
te rudra-gītena hariṁ
siddhim āpuḥ pratoṣya kām
Vidura sprach: O Brahmane, jene Söhne des Prācīnabarhi, die von dir genannt wurden – welche Vollendung erlangten sie, nachdem sie Hari durch das Lied Rudras erfreut hatten?
Was [erlangten sie] hier, o Bārhaspatya, oder anderswo, [sie,] die dem Herrn der Erlösung lieb und nahe waren? Nachdem sie durch Fügung den Gott Giriśa getroffen hatten, erlangten die Pracetas gewiss das Höchste.
Wort für Wort
kim
was (Interrog.)
bārhaspatya
o Bārhaspatya [Anrede an Maitreya] (Vok.)
iha
hier (Adv.)
paratra
anderswo/im Jenseits (Adv.)
vā
oder (Partikel)
atha
ferner (Partikel)
kaivalya-nātha
dem Herrn der Erlösung (Dat./Gen.-Bezug)
priya
lieb (Adj.)
pārśva-vartinaḥ
die an [seiner] Seite Weilenden (Nom.Pl.)
āsādya
nachdem sie getroffen hatten (Absolutiv)
devam
den Gott (Akk.)
giriśam
Giriśa [Śiva] (Akk.)
yadṛcchayā
durch Fügung/Zufall (Instr.)
prāpuḥ
sie erlangten (3.Pl.Perf.)
param
das Höchste (Akk.)
nūnam
gewiss (Adv.)
atha
dann (Partikel)
pracetasaḥ
die Pracetas (Nom.Pl.)
[Anm.: kaivalya-nātha-priya-pārśva-vartinaḥ ist doppeldeutig – wörtl. 'die sich an der Seite dessen befinden, der dem Herrn der Erlösung lieb ist' (Bezug auf Śiva als engem Gefährten Viṣṇus); grammatisch [?] auf pracetasaḥ bezogen wiedergegeben.]
Maitreya sprach: Die Pracetas, Ausführer des Befehls ihres Vaters, erfreuten im Innern des Ozeans durch das Opfer des leisen Rezitierens und durch Askese Purañjana [den Herrn].
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya sprach
pracetasaḥ
die Pracetas (Nom.Pl.)
antaḥ
innerhalb (Adv.)
udadhau
im Ozean (Lok.)
pituḥ
des Vaters (Gen.)
ādeśa-kāriṇaḥ
die Befehlsausführenden (Nom.Pl.)
japa-yajñena
durch das Opfer des leisen Rezitierens (Instr.)
tapasā
durch Askese (Instr.)
purañjanam
Purañjana [den Herrn] (Akk.)
atoṣayan
sie erfreuten (3.Pl.Impf.)
[Anm.: purañjanam ist hier Name/Epitheton für Viṣṇu (vgl. Kap. 25–28), wörtl. 'der die Burg/den Körper bewohnt'.]
Auf der Schulter Suparṇas [Garuḍas] sitzend, wie eine Wolke auf dem Gipfel des Meru, in gelbe Gewänder gekleidet, mit juwelengeschmücktem Hals, machte er die Himmelsrichtungen frei von Dunkelheit.
Durch seinen goldfarbenen, strahlenden Schmuck [leuchtend], mit glänzenden Wangen im Antlitz, mit funkelndem Diadem, bedient von [seinen] acht Waffen als Begleitern, von Weisen und Götterfürsten, dessen Ruhm von Garuḍa und den Kinnaras besungen wird.
Wort für Wort
kāśiṣṇunā
durch das Strahlende (Instr.)
kanaka-varṇa-vibhūṣaṇena
durch den goldfarbenen Schmuck (Instr.)
bhrājat-kapola-vadanaḥ
mit leuchtenden Wangen im Antlitz (Nom.Adj.)
vilasat-kirīṭaḥ
mit funkelndem Diadem (Nom.Adj.)
aṣṭa-āyudhaiḥ
durch die acht Waffen (Instr.Pl.)
anucaraiḥ
als Begleiter (Instr.Pl.)
munibhiḥ
durch die Weisen (Instr.Pl.)
sura-indraiḥ
durch die Götterfürsten (Instr.Pl.)
āsevitaḥ
bedient/verehrt (Nom. Part.Perf.Pass.)
garuḍa-kinnara-gīta-kīrtiḥ
dessen Ruhm von Garuḍa und Kinnaras besungen wird (Nom. Bahuvrīhi)
Umgeben von der Schönheit, die mit [ihm selbst] wetteiferte inmitten des Kreises der acht kräftigen, langen Arme, [geschmückt] mit einer Waldblumengirlande, sprach der ursprüngliche Puruṣa zu den ergebenen Söhnen des Barhiṣmat mit einer Stimme, tönend wie das Donnern einer Regenwolke, mit mitleidsvollem Blick.
Wort für Wort
pīna-āyata-aṣṭa-bhuja-maṇḍala-madhye
inmitten des Kreises der kräftigen, langen acht Arme (Lok., Kompositum)
lakṣmyā
mit [der] Schönheit/Lakṣmī (Instr.)
spardhat-śriyā
mit [ihm] wetteifernder Pracht (Instr.)
parivṛtaḥ
umgeben (Nom. Part.Perf.Pass.)
vana-mālayā
mit einer Waldblumengirlande (Instr.)
ādyaḥ
der Ursprüngliche (Nom.)
barhiṣmataḥ
des Barhiṣmat (Gen.)
puruṣaḥ
der Puruṣa (Nom.)
āha
sprach (3.Sg.Perf.)
sutān
zu den Söhnen (Akk.Pl.)
prapannān
die ergebenen (Akk.Pl.Adj.)
parjanya-nāda-rutayā
mit einer Stimme wie das Donnern einer Regenwolke (Instr.)
śrī-bhagavān uvāca
varaṁ vṛṇīdhvaṁ bhadraṁ vo
yūyaṁ me nṛpa-nandanāḥ
sauhārdenāpṛthag-dharmās
tuṣṭo 'haṁ sauhṛdena vaḥ
Der Erhabene Herr sprach: Wählt einen Segen, Wohlergehen sei euch! Ihr, o Königssöhne, seid durch Freundschaft [mit mir] von ungetrenntem Wesen; ich bin zufrieden durch eure Freundschaft.
Wort für Wort
śrī-bhagavān uvāca
der Erhabene Herr sprach
varam
einen Segen (Akk.)
vṛṇīdhvam
wählt! (2.Pl.Imp.Med.)
bhadram
Wohlergehen (Nom.)
vaḥ
euch (Dat.Pl.)
yūyam
ihr (Nom.Pl.)
me
mir (Dat.)
nṛpa-nandanāḥ
o Königssöhne (Vok.)
sauhārdena
durch Freundschaft (Instr.)
apṛthak-dharmāḥ
deren Wesen [von mir] nicht getrennt ist (Nom.Pl.Adj.)
Welcher Mensch sich täglich in der Dämmerung an euch erinnert, dem wird Gleichheit mit dem Selbst gegenüber den Brüdern und ebenso Freundschaft gegenüber [allen] Wesen [zuteil].
ye tu māṁ rudra-gītena
sāyaṁ prātaḥ samāhitāḥ
stuvanty ahaṁ kāma-varān
dāsye prajñāṁ ca śobhanām
Diejenigen aber, die mich abends und morgens gesammelt mit dem Lied Rudras preisen – ich werde [ihnen] Segnungen nach Wunsch und leuchtende Weisheit geben.
prajā-visarga ādiṣṭāḥ
pitrā mām anuvartatā
tatra kanyāṁ varārohāṁ
tām udvahata mā ciram
Zur Erschaffung von Nachkommenschaft von eurem Vater beauftragt, der meiner [Anweisung] folgt – heiratet dort ohne Verzug jene wohlgestaltete Jungfrau.
Danach werdet ihr, mit unwandelbarer Hingabe zu mir, deren Sinn hinsichtlich der [materiellen] Eigenschaften gereift ist, aus diesem Abgrund [der materiellen Existenz] durch Entsagung zu meiner Wohnstatt gelangen.
Wort für Wort
atha
danach (Adv.)
mayi
zu mir (Lok.)
anapāyinyā
unwandelbarer (Instr.Fem.Adj.)
bhaktyā
durch Hingabe (Instr.)
pakva-guṇa-āśayāḥ
deren Sinn hinsichtlich der Eigenschaften gereift ist (Nom.Pl.Adj.)
upayāsyatha
ihr werdet erreichen (2.Pl.Fut.)
mat-dhāma
meine Wohnstatt (Akk.)
nirvidya
nachdem ihr entsagt/Überdruss empfunden habt (Absolutiv)
gṛheṣv āviśatāṁ cāpi
puṁsāṁ kuśala-karmaṇām
mad-vārtā-yāta-yāmānāṁ
na bandhāya gṛhā matāḥ
Auch für Menschen, die in das Familienleben eintreten, [aber] von heilvollem Handeln sind, deren Zeit mit Erzählungen über mich vergeht, gilt das Familienleben nicht als Fessel.
navyavad dhṛdaye yaj jño
brahmaitad brahma-vādibhiḥ
na muhyanti na śocanti
na hṛṣyanti yato gatāḥ
Dieses Brahman, das im Herzen wie [stets] neu der Wissende ist – zu diesem [Brahman] gelangt, werden die Verkünder des Brahman weder verwirrt noch trauern sie noch freuen sie sich [übermäßig].
Wort für Wort
navya-vat
wie [stets] neu (Adv.)
hṛdaye
im Herzen (Lok.)
yat
welches (Nom.Neutr.)
jñaḥ
der Wissende (Nom.)
brahma
das Brahman (Nom.)
etat
dieses (Nom.)
brahma-vādibhiḥ
durch die Verkünder des Brahman (Instr.Pl.)
na
nicht
muhyanti
sie sind verwirrt (3.Pl.Präs.)
na
nicht
śocanti
sie trauern (3.Pl.Präs.)
na
nicht
hṛṣyanti
sie freuen sich (3.Pl.Präs.)
yataḥ
wohin (Adv.)
gatāḥ
gelangt (Nom.Pl. Part.Perf.Pass.)
[Anm.: Verskonstruktion elliptisch; 'brahma-vādibhiḥ...gatāḥ' als instrumentaler Nominativ-Agens zu 'gatāḥ' aufgefasst.]
Maitreya sprach: So [zu ihm], der da sprach, dem Gefäß des Lebenszieles der Menschen, zu Janārdana, [sprachen] die Pracetas mit gefalteten Händen, deren Unreinheit von Dunkelheit und Leidenschaft durch dessen Anblick zerstört war, mit stockender Stimme zu dem besten Freund lobpreisend.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya sprach
evam
so (Adv.)
bruvāṇam
zu dem Sprechenden (Akk. Part.Präs.)
puruṣa-artha-bhājanam
das Gefäß des menschlichen Lebensziels (Akk.)
jana-ardanam
Janārdana (Akk.)
prāñjalayaḥ
mit gefalteten Händen (Nom.Pl.Adj.)
pracetasaḥ
die Pracetas (Nom.Pl.)
tat-darśana-dhvasta-tamaḥ-rajaḥ-malāḥ
deren Unreinheit von Dunkelheit und Leidenschaft durch dessen Anblick zerstört war (Nom.Pl. Bahuvrīhi)
pracetasa ūcuḥ
namo namaḥ kleśa-vināśanāya
nirūpitodāra-guṇāhvayāya
mano-vaco-vega-puro-javāya
sarvākṣa-mārgair agatādhvane
namaḥ
Die Pracetas sprachen: Verehrung, Verehrung dem Vernichter der Leiden, dessen erhabene Eigenschaften [und] Name festgestellt sind, dessen Geschwindigkeit der von Geist und Wort voraus ist, dessen Pfad durch keinen der Sinnespfade [je] erreicht wird – Verehrung!
Wort für Wort
pracetasaḥ ūcuḥ
die Pracetas sprachen
namaḥ namaḥ
Verehrung, Verehrung (Interj., wiederholt)
kleśa-vināśanāya
dem Vernichter der Leiden (Dat.)
nirūpita-udāra-guṇa-āhvayāya
dessen erhabene Eigenschaften und Name festgestellt sind (Dat. Bahuvrīhi)
manaḥ-vacaḥ-vega-puraḥ-javāya
dessen Geschwindigkeit der des Geistes und der Rede voraus ist (Dat. Bahuvrīhi)
sarva-akṣa-mārgaiḥ
durch alle Sinnespfade (Instr.Pl.)
agata-adhvane
dessen Pfad [dadurch] nicht erreicht wird (Dat. Bahuvrīhi)
śuddhāya śāntāya namaḥ sva-niṣṭhayā
manasy apārthaṁ vilasad-dvayāya
namo jagat-sthāna-layodayeṣu
gṛhīta-māyā-guṇa-vigrahāya
Verehrung dem Reinen, dem Friedvollen, der durch seine eigene [transzendentale] Stellung im Geist [als] bedeutungslos die [scheinbare] Dualität erscheinen lässt. Verehrung [dir], der bei Erhaltung, Auflösung und Entstehung der Welt Formen aus den angenommenen Erscheinungsweisen der Māyā annimmt.
Wort für Wort
śuddhāya
dem Reinen (Dat.)
śāntāya
dem Friedvollen (Dat.)
namaḥ
Verehrung
sva-niṣṭhayā
durch [seine] eigene Stellung (Instr.)
manasi
im Geist (Lok.)
apārtham
bedeutungslos (Akk./Adv.)
vilasat-dvayāya
dem [scheinbar] erscheinende Zweiheit [zeigenden] (Dat. Bahuvrīhi)
namaḥ
Verehrung
jagat-sthāna-laya-udayeṣu
bei Erhaltung, Auflösung und Entstehung der Welt (Lok.Pl.)
gṛhīta-māyā-guṇa-vigrahāya
dem, der Formen aus den angenommenen Erscheinungsweisen der Māyā [annimmt] (Dat. Bahuvrīhi)
namaḥ kamala-kiñjalka-
piśaṅgāmala-vāsase
sarva-bhūta-nivāsāya
namo 'yuṅkṣmahi sākṣiṇe
Verehrung dem, dessen makelloses Gewand gelblich wie der Blütenstaub des Lotus ist, dem Aufenthaltsort aller Wesen – Verehrung wollen wir dem Zeugen darbringen.
Wort für Wort
namaḥ
Verehrung
kamala-kiñjalka-piśaṅga-amala-vāsase
dem, dessen makelloses Gewand gelblich wie der Blütenstaub des Lotus ist (Dat. Bahuvrīhi)
etāvat tvaṁ hi vibhubhir
bhāvyaṁ dīneṣu vatsalaiḥ
yad anusmaryate kāle
sva-buddhyābhadra-randhana
So viel [wenigstens] bist du, o Vernichter des Unheils, gewiss von den Mächtigen, die den Niedrigen zugetan sind, zu erwarten: dass du zur [rechten] Zeit durch eigene Einsicht [von ihnen] erinnert wirst.
yenopaśāntir bhūtānāṁ
kṣullakānām apīhatām
antarhito 'ntar-hṛdaye
kasmān no veda nāśiṣaḥ
Wodurch [auch] den geringsten, [ihre Wünsche] begehrenden Wesen Befriedigung [zuteilwird] – [du], im Innersten des Herzens verborgen, warum solltest du unsere Wünsche nicht kennen?
Eben dies ist der von uns erwünschte Segen, o Herr des Universums: dass der erhabene Herr, [uns] gnädig, für [jene], deren Lehrer der Befreiung [er ist], das Ziel sei.
varaṁ vṛṇīmahe 'thāpi
nātha tvat parataḥ parāt
na hy antas tvad-vibhūtīnāṁ
so 'nanta iti gīyase
Dennoch erbitten wir einen Segen, o Herr, von dir, der über dem Höchsten steht; denn es gibt kein Ende deiner Machtentfaltungen – du wirst als der Unendliche besungen.
Wenn der [Wunschbaum] Pārijāta unmittelbar erlangt ist, sucht die Biene kein anderes [Blüte] auf. Nachdem wir die Wurzel deiner Füße unmittelbar erreicht haben, was, was [Geringeres] sollten wir [da noch] erbitten?
yāvat te māyayā spṛṣṭā
bhramāma iha karmabhiḥ
tāvad bhavat-prasaṅgānāṁ
saṅgaḥ syān no bhave bhave
Solange wir, von deiner Māyā berührt, hier durch [unsere] Taten umherirren, so lange möge uns in jeder Existenz die Gemeinschaft mit denen, die von dir handeln, zuteilwerden.
tulayāma lavenāpi
na svargaṁ nāpunar-bhavam
bhagavat-saṅgi-saṅgasya
martyānāṁ kim utāśiṣaḥ
Wir stellen [selbst] mit einem [einzigen] Augenblick der Gemeinschaft mit denen, die mit dir verbunden sind, weder den Himmel noch die Nicht-Wiedergeburt gleich – was denn erst [gewöhnliche] Segnungen der Sterblichen?
Wort für Wort
tulayāma
wir stellen gleich (1.Pl.Opt./Präs.)
lavena
mit einem Augenblick (Instr.)
api
sogar (Partikel)
na
nicht
svargam
den Himmel (Akk.)
na
nicht
apunaḥ-bhavam
die Nicht-Wiedergeburt (Akk.)
bhagavat-saṅgi-saṅgasya
der Gemeinschaft mit denen, die mit dem Herrn verbunden sind (Gen.)
Wo reine Erzählungen gepriesen werden, wodurch die Besänftigung des [weltlichen] Verlangens [erfolgt], wo Feindlosigkeit gegenüber [allen] Wesen [herrscht], wo keinerlei Angst [ist] …
wo Nārāyaṇa selbst, der erhabene Herr, das Ziel der Entsagten, in [ihren] heiligen Erzählungen von den [von aller Bindung] Befreiten immer wieder gepriesen wird – [dort möge unsere Gemeinschaft sein].
Wort für Wort
yatra
wo (Adv.)
nārāyaṇaḥ
Nārāyaṇa (Nom.)
sākṣāt
unmittelbar (Adv.)
bhagavān
der erhabene Herr (Nom.)
nyāsinām
der Entsagten (Gen.Pl.)
gatiḥ
das Ziel (Nom.)
saṁstūyate
wird gepriesen (3.Sg.Präs.Pass.)
sat-kathāsu
in den heiligen Erzählungen (Lok.Pl.)
mukta-saṅgaiḥ
von den Befreiten (Instr.Pl.)
punaḥ punaḥ
immer wieder (Adv.)
[Anm.: Vers 35–36 bilden syntaktisch einen zusammenhängenden Relativsatz; der Hauptsatz (etwa 'dort sei unsere Gemeinschaft') bleibt implizit/elliptisch.]
Für den Furchtsamen – wie sollte ihm die Begegnung mit deinen [Geweihten], die mit [ihren] Füßen umherwandern aus dem Wunsch, die heiligen Stätten zu läutern, nicht gefallen?
vayaṁ tu sākṣād bhagavan bhavasya
priyasya sakhyuḥ kṣaṇa-saṅgamena
suduścikitsyasya bhavasya mṛtyor
bhiṣaktamaṁ tvādya gatiṁ gatāḥ sma
Wir aber, o Herr, sind durch die unmittelbare, [wenn auch] nur augenblickliche Verbindung mit [deinem] lieben Freund Bhava [Śiva] heute zu dir, dem besten Arzt der so schwer heilbaren [Krankheit von] Geburt und Tod, als [unser] Ziel gelangt.
yan naḥ svadhītaṁ guravaḥ prasāditā
viprāś ca vṛddhāś ca sad-ānuvṛttyā
āryā natāḥ suhṛdo bhrātaraś ca
sarvāṇi bhūtāny anasūyayaiva
yan naḥ sutaptaṁ tapa etad īśa
nirandhasāṁ kālam adabhram apsu
sarvaṁ tad etat puruṣasya bhūmno
vṛṇīmahe te paritoṣaṇāya
Was von uns [durch Studium] gelernt wurde, wodurch die Lehrer erfreut wurden, und die Brahmanen und die Alten durch rechtes Verhalten, wodurch die Edlen verehrt, Freunde, Brüder und alle Wesen ohne jeden Neid [behandelt] wurden – // was von uns, o Herr, an dieser strengen Askese ausgeführt wurde, [nämlich] eine nicht geringe Zeit ohne Nahrung im Wasser [zu verbringen] – all das erbitten wir [als Opfergabe] für die Zufriedenheit von dir, dem höchsten Puruṣa.
manuḥ svayambhūr bhagavān bhavaś ca
ye 'nye tapo-jñāna-viśuddha-sattvāḥ
adṛṣṭa-pārā api yan-mahimnaḥ
stuvanty atho tvātma-samaṁ gṛṇīmaḥ
Manu, der Selbstentstandene [Brahmā], der Erhabene, und Bhava [Śiva], und die anderen, deren Sein durch Askese und Wissen geläutert ist, die, obwohl sie das Ende deiner Herrlichkeit nicht erblicken, [dich dennoch] preisen – so preisen [auch] wir dich, [jeder] entsprechend seiner eigenen Fähigkeit.
Wort für Wort
manuḥ
Manu (Nom.)
svayambhūḥ
der Selbstentstandene [Brahmā] (Nom.)
bhagavān
der Erhabene (Nom.)
bhavaḥ
Bhava [Śiva] (Nom.)
ca
und
ye
welche (Nom.Pl.)
anye
andere (Nom.Pl.)
tapaḥ-jñāna-viśuddha-sattvāḥ
deren Sein durch Askese und Wissen geläutert ist (Nom.Pl.Adj.)
adṛṣṭa-pārāḥ
die das Ende [davon] nicht erblickt haben (Nom.Pl.Adj.)
Maitreya sprach: So von den Pracetas gepriesen, sprach Hari erfreut 'So sei es', er, der den Schutzsuchenden zugetan ist; und obwohl [sie, deren] Augen nicht gesättigt waren, sein Weggehen nicht wünschten, ging er, dessen Kraft unbezwingbar ist, zu seiner eigenen Wohnstatt.
Danach, nachdem sie aus dem Wasser des Ozeans herausgekommen waren, wurden die Pracetas zornig, als sie die Erde sahen, bedeckt von Bäumen, die so hoch aufragten, als wollten sie den Himmel versperren.
Wort für Wort
atha
danach (Adv.)
niryāya
nachdem sie herausgekommen waren (Absolutiv)
salilāt
aus dem Wasser (Abl.)
pracetasaḥ
die Pracetas (Nom.Pl.)
udanvataḥ
des Ozeans (Gen.)
vīkṣya
nachdem sie gesehen hatten (Absolutiv)
akupyan
sie wurden zornig (3.Pl.Impf.)
drumaiḥ
von Bäumen (Instr.Pl.)
channām
bedeckte (Akk.Fem.Adj.)
gām
die Erde (Akk.)
gām
den Himmel [wörtl. wiederholtes 'gām'] (Akk.)
roddhum
zu versperren (Infinitiv)
iva
als ob (Partikel)
ucchritaiḥ
von den hochaufragenden (Instr.Pl.Adj.)
[Anm.: 'gāṁ gāṁ' – Wiederholung des Wortes 'go/gām', hier poetisch als 'Erde [und] Himmel' gedeutet (go kann u.a. 'Strahl, Himmelsrichtung' bedeuten); wörtliche Doppelung im Deutschen kaum abbildbar. [?]]
Darauf, o König, entließen sie aus Zorn Feuer und Wind aus ihrem Mund, um die Erde baumlos zu machen, wie das Feuer der Auflösung [dies tut] am Ende [des Zeitalters].
tatrāvaśiṣṭā ye vṛkṣā
bhītā duhitaraṁ tadā
ujjahrus te pracetobhya
upadiṣṭāḥ svayambhuvā
Die Bäume, die dort übrig geblieben waren, gaben, erschreckt, damals ihre Tochter den Pracetas heraus, [dazu] angewiesen von dem Selbstentstandenen [Brahmā].
te ca brahmaṇa ādeśān
māriṣām upayemire
yasyāṁ mahad-avajñānād
ajany ajana-yonijaḥ
Und sie heirateten auf Anweisung Brahmās Māriṣā, in welcher, [als Folge] der Geringschätzung eines Großen, der Sohn des Ungeborenen [Brahmā] geboren wurde.
Wort für Wort
te
sie (Nom.Pl.)
ca
und
brahmaṇaḥ
Brahmās (Gen.)
ādeśāt
auf Anweisung (Abl.)
māriṣām
Māriṣā (Akk.)
upayemire
sie heirateten (3.Pl.Perf.Med.)
yasyām
in welcher (Lok.)
mahat-avajñānāt
aus der Geringschätzung eines Großen (Abl.)
ajani
wurde geboren (3.Sg.Aor.)
ajana-yoni-jaḥ
der aus dem Schoß des Ungeborenen [Brahmā] Geborene [Dakṣa] (Nom.)
[Anm.: Bezug auf die frühere Erzählung von Kaṇḍu, der Māriṣā geringschätzte/verstieß; Dakṣa wird hier als in ihr wiedergeborener Sohn Brahmās bezeichnet.]
cākṣuṣe tv antare prāpte
prāk-sarge kāla-vidrute
yaḥ sasarja prajā iṣṭāḥ
sa dakṣo daiva-coditaḥ
Als aber das Cākṣuṣa-Manvantara eintrat und die frühere Schöpfung durch die Zeit zerstört war, [war es] Dakṣa, der, von der Vorsehung angetrieben, die gewünschten Geschöpfe erschuf.
yo jāyamānaḥ sarveṣāṁ tejas tejasvināṁ rucā
svayopādatta dākṣyāc ca karmaṇāṁ dakṣam abruvan
taṁ prajā-sarga-rakṣāyām anādir abhiṣicya ca
yuyoja yuyuje 'nyāṁś ca sa vai sarva-prajāpatīn
Er, der bei seiner Geburt mit [eigenem] Glanz den Glanz aller Glanzvollen übertraf, wurde wegen [seiner] Geschicklichkeit in [rituellen] Handlungen 'Dakṣa' genannt. // Ihn weihte der Anfanglose [Brahmā] zur Erschaffung und zum Schutz der Geschöpfe und setzte [ihn] ein; und er selbst setzte auch die anderen Prajāpatis [dazu] ein.
Wort für Wort
yaḥ
der welcher (Nom.)
jāyamānaḥ
bei [seiner] Geburt (Nom. Part.Präs.)
sarveṣām
aller (Gen.Pl.)
tejaḥ
den Glanz (Akk.)
tejasvinām
der Glanzvollen (Gen.Pl.)
rucā
mit [eigenem] Glanz (Instr.)
svayā
mit [seinem] eigenen (Instr.Fem., bez. auf rucā)
upādatta
nahm auf/übertraf (3.Sg.Impf.Med.)
dākṣyāt
wegen [seiner] Geschicklichkeit (Abl.)
ca
und
karmaṇām
bei [rituellen] Handlungen (Gen.Pl.)
dakṣam
'Dakṣa' [den Geschickten] (Akk.)
abruvan
man nannte [ihn] (3.Pl.Impf.)
tam
ihn (Akk.)
prajā-sarga-rakṣāyām
zur Erschaffung und zum Schutz der Geschöpfe (Lok.)