Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 131 Vṛtrāsuras ruhmvoller Tod

śrī-ṛṣir uvāca / evaṁ jihāsur nṛpa deham ājau / mṛtyuṁ varaṁ vijayān manyamānaḥ / śūlaṁ pragṛhyābhyapatat surendraṁ / yathā mahā-puruṣaṁ kaiṭabho 'psu

Śrī Ṛṣi [Śukadeva] sprach: So, o König, im Begriff, in der Schlacht den Leib aufzugeben, und den Tod für besser als den Sieg erachtend, ergriff er [Vṛtra] den Dreizack und stürzte sich auf den Herrn der Götter [Indra], so wie einst Kaiṭabha auf den Höchsten Puruṣa in den Wassern [losstürzte].

Wort für Wort
śrī-ṛṣiḥ uvāca
der erhabene Weise (Śukadeva) sprach
evam
so
jihāsuḥ
begierig aufzugeben (Nom. Sg. mask.)
nṛpa
o König (Vok.)
deham
den Körper (Akk.)
ājau
in der Schlacht (Lok.)
mṛtyum
den Tod (Akk.)
varam
besser, vorzüglicher (Akk.)
vijayāt
als den Sieg (Abl.)
manyamānaḥ
denkend, erachtend (Nom. Sg.)
śūlam
den Dreizack (Akk.)
pragṛhya
ergreifend (Absolutiv)
abhyapatat
er griff an, stürzte los (3. Sg. Impf.)
sura-indram
den Herrn der Götter, Indra (Akk.)
yathā
so wie
mahā-puruṣam
den Höchsten Puruṣa (Akk.)
kaiṭabhaḥ
Kaiṭabha (Nom.)
apsu
in den Wassern (Lok. Pl.)

tato yugāntāgni-kaṭhora-jihvam / āvidhya śūlaṁ tarasāsurendraḥ / kṣiptvā mahendrāya vinadya vīro / hato 'si pāpeti ruṣā jagāda

Darauf schwang der Dämonenherr [Vṛtrāsura], der Held, mit Wucht den Dreizack, dessen Spitzen hart waren wie das Feuer am Ende des Weltzeitalters, warf ihn brüllend auf den großen Indra und rief zornerfüllt: 'Du bist getötet, du Sünder!'

Wort für Wort
tataḥ
darauf
yuga-anta-agni-kaṭhora-jihvam
dessen Spitzen hart wie das Feuer am Ende des Weltzeitalters (Akk.)
āvidhya
schwingend (Absolutiv)
śūlam
den Dreizack (Akk.)
tarasā
mit Wucht (Instr.)
asura-indraḥ
der Herr der Dämonen (Nom.)
kṣiptvā
werfend (Absolutiv)
mahā-indrāya
auf den großen Indra (Dat.)
vinadya
brüllend (Absolutiv)
vīraḥ
der Held (Nom.)
hataḥ asi
du bist getötet (2. Sg.)
pāpa
o Sünder (Vok.)
iti
so (zitierend)
ruṣā
mit Zorn (Instr.)
jagāda
er rief (3. Sg. Perf.)

nirīkṣya duṣprekṣyam ajāta-viklavaḥ / vajreṇa vajrī śata-parvaṇācchinad / bhujaṁ ca tasyoraga-rāja-bhogam

Es betrachtend, obgleich unerträglich anzusehen, doch ohne in Bestürzung zu geraten, zerschnitt der Donnerkeilträger [Indra] mit dem hundertgliedrigen Donnerkeil dessen [Vṛtras] Arm, der dem geringelten Leib des Schlangenkönigs glich.

Wort für Wort
nirīkṣya
betrachtend (Absolutiv)
duṣprekṣyam
das unerträglich Anzusehende (Akk.)
ajāta-viklavaḥ
ohne in Bestürzung geraten (Nom.)
vajreṇa
mit dem Donnerkeil (Instr.)
vajrī
der Donnerkeilträger, Indra (Nom.)
śata-parvaṇā
mit den hundert Gelenken (Instr.)
ācchinat
er zerschnitt (3. Sg. Impf.)
bhujam
den Arm (Akk.)
ca
und
tasya
dessen (Gen.)
uraga-rāja
des Schlangenkönigs (Gen.)
bhogam
den geringelten Leib (Akk.)

[Anm.: Die Quellseite zeigt hier nur drei Halbverse statt der sonst üblichen vier Pādas; vermutlich beim Seitenabruf zusammengefasste Zeilen.] Bezugswort von 'duṣprekṣyam' [?] wohl Vṛtras furchterregende Gestalt.

chinnaika-bāhuḥ parigheṇa vṛtraḥ / saṁrabdha āsādya gṛhīta-vajram / hanau tatāḍendram athāmarebhaṁ / vajraṁ ca hastān nyapatan maghonaḥ

Vṛtra, dessen einer Arm abgetrennt war, trat zornentbrannt mit einer Eisenkeule heran und schlug Indra, der den Donnerkeil ergriffen hielt, sowie dessen Elefanten auf den Kiefer; und der Donnerkeil fiel Maghavan [Indra] aus der Hand.

Wort für Wort
chinna-eka-bāhuḥ
dessen einer Arm abgetrennt war (Nom.)
parigheṇa
mit einer Eisenkeule (Instr.)
vṛtraḥ
Vṛtra (Nom.)
saṁrabdhaḥ
zornentbrannt (Nom.)
āsādya
herantretend (Absolutiv)
gṛhīta-vajram
der den Donnerkeil ergriffen hielt (Akk.)
hanau
auf den Kiefer (Lok.)
tatāḍa
er schlug (3. Sg. Perf.)
indram
Indra (Akk.)
atha
auch
amara-ibham
dessen [Indras] Elefant (Akk.)
vajram
der Donnerkeil (Nom.)
ca
und
hastāt
aus der Hand (Abl.)
nyapatat
er fiel (3. Sg. Impf.)
maghonaḥ
des Maghavan/Indra (Gen.)

vṛtrasya karmāti-mahādbhutaṁ tat / surāsurāś cāraṇa-siddha-saṅghāḥ / apūjayaṁs tat puruhūta-saṅkaṭaṁ / nirīkṣya hā heti vicukruśur bhṛśam

Jene höchst wunderbare Tat Vṛtras priesen die Götter, die Dämonen, die Cāraṇas und die Schar der Siddhas; doch als sie die gefährliche Lage Indras [des Vielgerufenen] sahen, jammerten sie laut: 'O weh, o weh!'

Wort für Wort
vṛtrasya
Vṛtras (Gen.)
karma
die Tat (Nom.)
ati-mahā-adbhutam
höchst wunderbar (Nom.)
tat
jene (Nom.)
sura-asurāḥ
Götter und Dämonen (Nom. Pl.)
cāraṇa-siddha-saṅghāḥ
die Scharen der Cāraṇas und Siddhas (Nom. Pl.)
apūjayan
sie priesen (3. Pl. Impf.)
tat
jene (Akk.)
puruhūta-saṅkaṭam
die gefährliche Lage Indras [des Vielgerufenen] (Akk.)
nirīkṣya
sehend (Absolutiv)
hā hā iti
'o weh, o weh' - so (Ausruf)
vicukruśuḥ
sie jammerten laut (3. Pl. Perf.)
bhṛśam
sehr, laut

indro na vajraṁ jagṛhe vilajjitaś / cyutaṁ sva-hastād ari-sannidhau punaḥ / tam āha vṛtro hara ātta-vajro / jahi sva-śatruṁ na viṣāda-kālaḥ

Indra, beschämt, nahm den Donnerkeil, der ihm abermals in Gegenwart des Feindes aus der eigenen Hand gefallen war, nicht [wieder] auf. Da sprach Vṛtra zu ihm: 'He Indra, ergreife deinen Donnerkeil und töte deinen Feind - jetzt ist nicht die Zeit für Verzagtheit.'

Wort für Wort
indraḥ
Indra (Nom.)
na
nicht
vajram
den Donnerkeil (Akk.)
jagṛhe
er nahm auf (3. Sg. Perf. Med.)
vilajjitaḥ
beschämt (Nom.)
cyutam
gefallenen (Akk.)
sva-hastāt
aus der eigenen Hand (Abl.)
ari-sannidhau
in Gegenwart des Feindes (Lok.)
punaḥ
abermals
tam
zu ihm (Akk.)
āha
er sprach (3. Sg. Perf.)
vṛtraḥ
Vṛtra (Nom.)
hare
he Indra (Anrede)
ātta-vajraḥ
den Donnerkeil ergriffen habend (Nom.)
jahi
töte! (Imp.)
sva-śatrum
deinen Feind (Akk.)
na
nicht
viṣāda-kālaḥ
Zeit der Verzagtheit (Nom.)

yuyutsatāṁ kutracid ātatāyināṁ / jayaḥ sadaikatra na vai parātmanām / vinaikam utpatti-laya-sthitīśvaraṁ / sarvajñam ādyaṁ puruṣaṁ sanātanam

Bei denen, die manchmal kampfbereit und bewaffnet sind, liegt der Sieg fürwahr nicht immer auf der einen Seite - so ist es bei den abhängigen Seelen, ausgenommen bei dem Einen, dem Herrscher über Entstehung, Auflösung und Erhaltung, dem Allwissenden, Uranfänglichen, ewigen Puruṣa.

Wort für Wort
yuyutsatām
derer, die kämpfen wollen (Gen. Pl.)
kutracit
manchmal
ātatāyinām
der Bewaffneten (Gen. Pl.)
jayaḥ
Sieg (Nom.)
sadā
immer
ekatra
an einer Seite
na
nicht
vai
fürwahr
para-ātmanām
der [von der Überseele] abhängigen Seelen (Gen. Pl.)
vinā
außer, ausgenommen
ekam
den Einen (Akk.)
utpatti-laya-sthiti-īśvaram
den Herrscher über Entstehung, Auflösung und Erhaltung (Akk.)
sarva-jñam
den Allwissenden (Akk.)
ādyam
den Uranfänglichen (Akk.)
puruṣam
den Puruṣa (Akk.)
sanātanam
den Ewigen (Akk.)

lokāḥ sapālā yasyeme śvasanti vivaśā vaśe / dvijā iva śicā baddhāḥ sa kāla iha kāraṇam

Diese Welten alle mitsamt ihren Herrschern leben, ihm hilflos unterworfen, unter dessen Herrschaft - wie Vögel, die in einem Netz gefangen sind; jene Zeit ist hierin die Ursache.

Wort für Wort
lokāḥ
die Welten (Nom. Pl.)
sa-pālāḥ
mitsamt ihren Herrschern (Nom. Pl.)
yasya
dessen (Gen.)
ime
diese (Nom. Pl.)
śvasanti
sie atmen, leben (3. Pl. Präs.)
vivaśāḥ
hilflos, unfrei (Nom. Pl.)
vaśe
unter der Herrschaft (Lok.)
dvijāḥ
Vögel (Nom. Pl.)
iva
wie
śicā
durch ein Netz (Instr.)
baddhāḥ
gebunden (Nom. Pl.)
saḥ
jener (Nom.)
kālaḥ
Zeit (Nom.)
iha
hierin
kāraṇam
die Ursache (Nom.)

ojaḥ saho balaṁ prāṇam / amṛtaṁ mṛtyum eva ca / tam ajñāya jano hetum / ātmānaṁ manyate jaḍam

Weil er Ihn - die Ursache von Sinneskraft, Geisteskraft, Körperkraft, Lebensodem, Unsterblichkeit und ebenso Tod - nicht erkennt, hält der törichte Mensch den leblosen [Körper] für das Selbst.

Wort für Wort
ojaḥ
die Kraft der Sinne (Akk.)
sahaḥ
die Kraft des Geistes (Akk.)
balam
die Kraft des Körpers (Akk.)
prāṇam
den Lebensodem (Akk.)
amṛtam
Unsterblichkeit (Akk.)
mṛtyum
Tod (Akk.)
eva ca
wahrlich, auch
tam
Ihn (Akk.)
ajñāya
ohne zu erkennen (Absolutiv)
janaḥ
der Mensch (Nom.)
hetum
als die Ursache (Akk.)
ātmānam
das Selbst, den Körper (Akk.)
manyate
er hält für (3. Sg. Präs. Med.)
jaḍam
leblos, stumpf (Akk.)

yathā dārumayī nārī / yathā patramayo mṛgaḥ / evaṁ bhūtāni maghavann / īśa-tantrāṇi viddhi bhoḥ

So wie eine Frau aus Holz, so wie ein Tier aus Blättern [gefertigt ist, ohne Eigenleben], so, o Maghavan, wisse, dass alle Geschöpfe vom Herrn abhängig sind, o Herr.

Wort für Wort
yathā
so wie
dāru-mayī
aus Holz gemacht (Nom. fem.)
nārī
eine Frau (Nom.)
yathā
so wie
patra-mayaḥ
aus Blättern gemacht (Nom.)
mṛgaḥ
ein Tier (Nom.)
evam
so
bhūtāni
alle Geschöpfe (Nom. Pl.)
maghavan
o Maghavan/Indra (Vok.)
īśa-tantrāṇi
vom Herrn abhängig (Nom. Pl.)
viddhi
wisse! (Imp.)
bhoḥ
o Herr (Anrede)

puruṣaḥ prakṛtir vyaktam / ātmā bhūtendriyāśayāḥ / śaknuvanty asya sargādau / na vinā yad-anugrahāt

Puruṣa, Prakṛti, das Manifestierte [Mahat-tattva], das [falsche] Ich, die [groben] Elemente, die Sinne und [Geist, Intelligenz, Bewusstsein] - sie alle vermögen bei der Schöpfung dieses [Universums] nichts ohne dessen [des Herrn] Gnade.

Wort für Wort
puruṣaḥ
der Erzeuger der materiellen Gesamtenergie (Nom.)
prakṛtiḥ
die materielle Natur (Nom.)
vyaktam
das Manifestierte, Mahat-tattva (Nom.)
ātmā
das falsche Ich (Nom.)
bhūta
die [groben] Elemente
indriya
die Sinne
āśayāḥ
Geist, Intelligenz und Bewusstsein (Nom. Pl.)
śaknuvanti
sie vermögen (3. Pl. Präs.)
asya
dieses [Universums] (Gen.)
sarga-ādau
bei der Schöpfung u.a. (Lok.)
na
nicht
vinā
ohne
yat-anugrahāt
ohne dessen Gnade (Abl.)

avidvan evam ātmānaṁ manyate 'nīśam īśvaram / bhūtaiḥ sṛjati bhūtāni grasate tāni taiḥ svayam

So hält der Unwissende sich selbst, obwohl er abhängig ist, für einen unabhängigen Herrscher: [er meint,] er selbst erschaffe durch [andere] Geschöpfe [wiederum] Geschöpfe, er selbst verschlinge sie durch [andere] Geschöpfe.

Wort für Wort
avidvan
der Unwissende (Nom.)
evam
so
ātmānam
sich selbst (Akk.)
manyate
er hält (3. Sg. Präs. Med.)
anīśam
obwohl abhängig (Akk.)
īśvaram
für einen unabhängigen Herrscher (Akk.)
bhūtaiḥ
durch Geschöpfe (Instr. Pl.)
sṛjati
er erschafft (3. Sg. Präs.)
bhūtāni
Geschöpfe (Akk. Pl.)
grasate
er verschlingt (3. Sg. Präs. Med.)
tāni
sie (Akk. Pl.)
taiḥ
durch sie [andere Geschöpfe] (Instr. Pl.)
svayam
selbst

āyuḥ śrīḥ kīrtir aiśvaryam / āśiṣaḥ puruṣasya yāḥ / bhavanty eva hi tat-kāle / yathānicchor viparyayāḥ

Lebensdauer, Wohlstand, Ruhm, Macht - die Segnungen eines Menschen -, sie entstehen wahrlich gewiss zur [von der Zeit] bestimmten Stunde, ebenso wie deren Umkehrungen bei dem, der sie nicht wünscht.

Wort für Wort
āyuḥ
Lebensdauer (Nom.)
śrīḥ
Wohlstand (Nom.)
kīrtiḥ
Ruhm (Nom.)
aiśvaryam
Macht (Nom.)
āśiṣaḥ
Segnungen (Nom. Pl.)
puruṣasya
eines Menschen (Gen.)
yāḥ
welche (Nom. Pl.)
bhavanti
sie entstehen (3. Pl. Präs.)
eva hi
wahrlich, gewiss
tat-kāle
zu jener [bestimmten] Zeit (Lok.)
yathā
ebenso wie
anicchoḥ
dessen, der nicht begehrt (Gen.)
viparyayāḥ
die Umkehrungen (Nom. Pl.)

tasmād akīrti-yaśasor jayāpajayayor api / samaḥ syāt sukha-duḥkhābhyāṁ mṛtyu-jīvitayos tathā

Darum sollte man gegenüber Schande und Ruhm, Sieg und Niederlage gleichmütig sein, ebenso gegenüber Glück und Leid, Tod und Leben.

Wort für Wort
tasmāt
daher
akīrti-yaśasoḥ
gegenüber Schande und Ruhm (Gen. Du.)
jaya-apajayayoḥ
gegenüber Sieg und Niederlage (Gen. Du.)
api
auch, sogar
samaḥ
gleichmütig (Nom.)
syāt
er sollte sein (Optativ)
sukha-duḥkhābhyām
gegenüber Glück und Leid (Du.)
mṛtyu-jīvitayoḥ
gegenüber Tod und Leben (Gen. Du.)
tathā
ebenso

sattvaṁ rajas tama iti prakṛter nātmano guṇāḥ / tatra sākṣiṇam ātmānaṁ yo veda sa na badhyate

Tugend, Leidenschaft und Unwissenheit - das sind Eigenschaften der materiellen Natur, nicht der Seele. Wer dabei das Selbst als Zeugen erkennt, der wird nicht gebunden.

Wort für Wort
sattvam
Tugend (Nom.)
rajaḥ
Leidenschaft (Nom.)
tamaḥ
Unwissenheit (Nom.)
iti
so [benannt]
prakṛteḥ
der materiellen Natur (Gen.)
na
nicht
ātmanaḥ
der Seele (Gen.)
guṇāḥ
Eigenschaften (Nom. Pl.)
tatra
dabei
sākṣiṇam
als Zeugen (Akk.)
ātmānam
das Selbst (Akk.)
yaḥ
wer (Nom.)
veda
er erkennt (3. Sg. Perf.)
saḥ
der (Nom.)
na
nicht
badhyate
wird gebunden (3. Sg. Präs. Pass.)

paśya māṁ nirjitaṁ śatru vṛkṇāyudha-bhujaṁ mṛdhe / ghaṭamānaṁ yathā-śakti tava prāṇa-jihīrṣayā

Sieh mich, o Feind, im Kampf schon besiegt, Waffe und Arm abgetrennt - und doch, nach [meinem] Vermögen, weiterhin bemüht, dir das Leben zu nehmen.

Wort für Wort
paśya
sieh! (Imp.)
mām
mich (Akk.)
nirjitam
besiegt (Akk.)
śatru
o Feind (Vok.)
vṛkṇa-āyudha-bhujam
dessen Waffe und Arm abgetrennt sind (Akk.)
mṛdhe
im Kampf (Lok.)
ghaṭamānam
sich bemühend (Akk.)
yathā-śakti
nach Vermögen
tava
dein (Gen.)
prāṇa
das Leben
jihīrṣayā
mit dem Wunsch, es zu nehmen (Instr.)

prāṇa-glaho 'yaṁ samara iṣv-akṣo vāhanāsanaḥ / atra na jñāyate 'muṣya jayo 'muṣya parājayaḥ

Dieser Kampf ist ein Glücksspiel, bei dem das Leben der Einsatz, die Pfeile die Würfel und die Reittiere das Spielbrett sind; hierbei weiß man nicht [im Voraus], ob diesem der Sieg oder jenem die Niederlage [zufällt].

Wort für Wort
prāṇa-glahaḥ
das Leben als Einsatz (Nom.)
ayam
dieser (Nom.)
samaraḥ
Kampf (Nom.)
iṣu-akṣaḥ
dessen Würfel die Pfeile sind (Nom.)
vāhana-āsanaḥ
dessen Spielbrett die Reittiere sind (Nom.)
atra
hierbei
na
nicht
jñāyate
wird gewusst (3. Sg. Präs. Pass.)
amuṣya
von diesem (Gen.)
jayaḥ
Sieg (Nom.)
amuṣya
von jenem (Gen.)
parājayaḥ
Niederlage (Nom.)

śrī-śuka uvāca / indro vṛtra-vacaḥ śrutvā / gatālīkam apūjayat / gṛhīta-vajraḥ prahasaṁs / tam āha gata-vismayaḥ

Śrī Śuka sprach: Als Indra Vṛtras Worte gehört hatte, ehrte er sie als frei von Falschheit; er ergriff den Donnerkeil, und lächelnd, sein Erstaunen ablegend, sprach er zu ihm.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śukadeva sprach
indraḥ
Indra (Nom.)
vṛtra-vacaḥ
Vṛtras Worte (Akk.)
śrutvā
hörend (Absolutiv)
gata-alīkam
frei von Falschheit (Akk.)
apūjayat
er ehrte (3. Sg. Impf.)
gṛhīta-vajraḥ
den Donnerkeil ergriffen habend (Nom.)
prahasan
lächelnd (Part.)
tam
zu ihm (Akk.)
āha
er sprach (3. Sg. Perf.)
gata-vismayaḥ
sein Erstaunen ablegend (Nom.)

indra uvāca / aho dānava siddho 'si / yasya te matir īdṛśī / bhaktaḥ sarvātmanātmānaṁ / suhṛdaṁ jagad-īśvaram

Indra sprach: Oh, Dämon, du bist vollkommen, dessen Gesinnung solcherart ist - ein Geweihter, der mit ganzem Wesen der Überseele, dem wahren Freund, dem Herrn des Universums, [ergeben ist].

Wort für Wort
indraḥ uvāca
Indra sprach
aho
oh
dānava
o Dämon (Vok.)
siddhaḥ
vollkommen (Nom.)
asi
du bist
yasya
dessen (Gen.)
te
dein (Gen.)
matiḥ
Gesinnung (Nom.)
īdṛśī
solcherart (Nom.)
bhaktaḥ
ein Geweihter (Nom.)
sarva-ātmanā
mit ganzem Wesen (Instr.)
ātmānam
der Überseele (Akk.)
suhṛdam
dem [wahren] Freund (Akk.)
jagat-īśvaram
dem Herrn des Universums (Akk.)

bhavān atārṣīn māyāṁ vai vaiṣṇavīṁ jana-mohinīm / yad vihāyāsuraṁ bhāvaṁ mahā-puruṣatāṁ gataḥ

Du hast fürwahr Viṣṇus Māyā überwunden, die die Menge der Menschen täuscht, da du die dämonische Gesinnung aufgegeben und den Zustand einer erhabenen [Seele] erlangt hast.

Wort für Wort
bhavān
du, Euer Selbst (Nom.)
atārṣīt
er hat überwunden (3. Sg. Aor.)
māyām
die illusorische Energie (Akk.)
vai
fürwahr
vaiṣṇavīm
des Viṣṇu (Akk.)
jana-mohinīm
die die Menschen täuscht (Akk.)
yat
da
vihāya
aufgebend (Absolutiv)
āsuram
dämonische (Akk.)
bhāvam
Gesinnung (Akk.)
mahā-puruṣatām
den Zustand einer erhabenen Seele (Akk.)
gataḥ
erlangt habend (Nom.)

khalv idaṁ mahad āścaryaṁ / yad rajaḥ-prakṛtes tava / vāsudeve bhagavati / sattvātmani dṛḍhā matiḥ

Fürwahr, dies ist ein großes Wunder, dass du, obwohl von leidenschaftlicher Natur, feste Hingabe zu Vāsudeva, dem Herrn, der in reiner Tugend west, [besitzt].

Wort für Wort
khalu
fürwahr
idam
dies (Nom.)
mahat
groß (Nom.)
āścaryam
Wunder (Nom.)
yat
dass
rajaḥ-prakṛteḥ
von leidenschaftlicher Natur (Gen.)
tava
dein (Gen.)
vāsudeve
zu Vāsudeva (Lok.)
bhagavati
der Höchsten Persönlichkeit Gottes (Lok.)
sattva-ātmani
der in [reiner] Tugend west (Lok.)
dṛḍhā
fest (Nom.)
matiḥ
Gesinnung, Hingabe (Nom.)

yasya bhaktir bhagavati harau niḥśreyaseśvare / vikrīḍato 'mṛtāmbhodhau kiṁ kṣudraiḥ khātakodakaiḥ

Wessen Hingabe dem Herrn Hari gilt, dem Beherrscher der höchsten Vollkommenheit - er ist wie einer, der im Nektarozean schwimmt: was nützen ihm da kleine Wassergruben?

Wort für Wort
yasya
dessen (Gen.)
bhaktiḥ
Hingabe (Nom.)
bhagavati
zur Höchsten Persönlichkeit Gottes (Lok.)
harau
zu Hari (Lok.)
niḥśreyasa-īśvare
dem Beherrscher der höchsten Vollkommenheit (Lok.)
vikrīḍataḥ
für den, der spielt/schwimmt (Gen.)
amṛta-ambhodhau
im Nektarozean (Lok.)
kim
was [nützen]
kṣudraiḥ
mit kleinen (Instr. Pl.)
khātaka-udakaiḥ
mit Wassergruben (Instr. Pl.)

śrī-śuka uvāca / iti bruvāṇāv anyonyaṁ / dharma-jijñāsayā nṛpa / yuyudhāte mahā-vīryāv / indra-vṛtrau yudhām patī

Śrī Śuka sprach: So zueinander sprechend, o König, kämpften die beiden mächtigen Heerführer Indra und Vṛtra weiter, getrieben vom Wunsch, das [höchste] Dharma zu erkennen.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śukadeva sprach
iti
so
bruvāṇau
die beiden sprechend (Nom. Du.)
anyonyam
zueinander
dharma
das [höchste] Dharma
jijñāsayā
mit dem Wunsch zu erkennen (Instr.)
nṛpa
o König (Vok.)
yuyudhāte
die beiden kämpften (3. Du. Perf.)
mahā-vīryau
die beiden mächtigen Helden (Nom. Du.)
indra-vṛtrau
Indra und Vṛtra (Nom. Du.)
yudhām patī
die beiden Anführer der Schlacht (Nom. Du.)

āvidhya parighaṁ vṛtraḥ / kārṣṇāyasam arindamaḥ / indrāya prāhiṇod ghoraṁ / vāma-hastena māriṣa

Vṛtra, der Bezwinger der Feinde, schwang die eiserne Keule und schleuderte sie furchtbar mit der linken Hand auf Indra, o Verehrter [Parīkṣit].

Wort für Wort
āvidhya
schwingend (Absolutiv)
parigham
die Keule (Akk.)
vṛtraḥ
Vṛtra (Nom.)
kārṣṇa-ayasam
aus [schwarzem] Eisen gemacht (Akk.)
arim-damaḥ
der Bezwinger der Feinde (Nom.)
indrāya
auf Indra (Dat.)
prāhiṇot
er schleuderte (3. Sg. Aor.)
ghoram
furchtbar (Akk.)
vāma-hastena
mit der linken Hand (Instr.)
māriṣa
o Verehrter [Parīkṣit] (Vok.)

sa tu vṛtrasya parighaṁ karaṁ ca karabhopamam / ciccheda yugapad devo vajreṇa śata-parvaṇā

Er aber, der Herr [Indra], zerschnitt mit dem hundertgliedrigen Donnerkeil zugleich Vṛtras Keule und dessen Hand, die einem Elefantenrüssel glich.

Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
tu
aber
vṛtrasya
Vṛtras (Gen.)
parigham
die Keule (Akk.)
karam
die Hand (Akk.)
ca
und
karabha-upamam
dem Elefantenrüssel gleich (Akk.)
ciccheda
er zerschnitt (3. Sg. Perf.)
yugapat
zugleich
devaḥ
der Herr [Indra] (Nom.)
vajreṇa
mit dem Donnerkeil (Instr.)
śata-parvaṇā
mit den hundert Gelenken (Instr.)

dorbhyām utkṛtta-mūlābhyāṁ babhau rakta-sravo 'suraḥ / chinna-pakṣo yathā gotraḥ khād bhraṣṭo vajriṇā hataḥ

Mit beiden von der Wurzel abgeschnittenen Armen erschien der Dämon, Blut vergießend, wie ein Berg, dessen Flügel abgeschnitten sind und der, von Indra geschlagen, vom Himmel fällt.

Wort für Wort
dorbhyām
von den beiden Armen (Instr. Du.)
utkṛtta-mūlābhyām
von der Wurzel abgeschnitten (Instr. Du.)
babhau
er erschien (3. Sg. Perf.)
rakta-sravaḥ
Blut vergießend (Nom.)
asuraḥ
der Dämon (Nom.)
chinna-pakṣaḥ
dessen Flügel abgeschnitten sind (Nom.)
yathā
so wie
gotraḥ
ein Berg (Nom.)
khāt
vom Himmel (Abl.)
bhraṣṭaḥ
fallend (Nom.)
vajriṇā
durch Indra, den Donnerkeilträger (Instr.)
hataḥ
geschlagen (Nom.)

mahā-prāṇo mahā-vīryo mahā-sarpa iva dvipam / kṛtvādharāṁ hanuṁ bhūmau daityo divy uttarāṁ hanum // nabho-gambhīra-vaktreṇa leliholbaṇa-jihvayā / daṁṣṭrābhiḥ kāla-kalpābhir grasann iva jagat-trayam // atimātra-mahā-kāya ākṣipaṁs tarasā girīn / giri-rāṭ pāda-cārīva padbhyāṁ nirjarayan mahīm / jagrāsa sa samāsādya vajriṇaṁ saha-vāhanam

(27) Der Dämon, von gewaltiger Lebenskraft und gewaltiger Kraft, wie eine riesige Schlange, die einen Elefanten [verschlingt], legte seinen unteren Kiefer auf die Erde und seinen oberen Kiefer in den Himmel. (28) Mit einem Maul, tief wie der Luftraum, mit züngelnder, furchtbarer Zunge, mit todgleichen Zähnen [schien er] die drei Welten zu verschlingen. (29) Sein Körper über die Maßen gewaltig, mit Wucht die Berge erschütternd, wie der Bergkönig [Himālaya] auf Füßen wandelnd, mit seinen Füßen die Erde zermalmend, näherte er sich und verschlang den Donnerkeilträger [Indra] samt seinem Reittier.

Wort für Wort
mahā-prāṇaḥ
von gewaltiger Lebenskraft (Nom.)
mahā-vīryaḥ
von gewaltiger Kraft (Nom.)
mahā-sarpaḥ
eine riesige Schlange (Nom.)
iva
wie
dvipam
einen Elefanten (Akk.)
kṛtvā
machend (Absolutiv)
adharām hanum
den unteren Kiefer (Akk.)
bhūmau
auf der Erde (Lok.)
daityaḥ
der Dämon (Nom.)
divi
im Himmel (Lok.)
uttarām hanum
den oberen Kiefer (Akk.)
nabhaḥ-gambhīra-vaktreṇa
mit einem Maul, tief wie der Himmelsraum (Instr.)
leliha-ulbaṇa-jihvayā
mit züngelnder, furchtbarer Zunge (Instr.)
daṁṣṭrābhiḥ
mit Zähnen (Instr. Pl.)
kāla-kalpābhiḥ
todgleich (Instr. Pl.)
grasan
verschlingend (Part.)
iva
gleichsam
jagat-trayam
die drei Welten (Akk.)
ati-mātra-mahā-kāyaḥ
dessen Körper über die Maßen gewaltig ist (Nom.)
ākṣipan
erschütternd (Part.)
tarasā
mit Wucht (Instr.)
girīn
die Berge (Akk.)
giri-rāṭ
der Bergkönig (Nom.)
pāda-cārī
auf Füßen wandelnd (Nom.)
iva
gleichsam
padbhyām
mit den Füßen (Instr. Du.)
nirjarayan
zermalmend (Part.)
mahīm
die Erde (Akk.)
jagrāsa
er verschlang (3. Sg. Perf.)
saḥ
er (Nom.)
samāsādya
sich nähernd (Absolutiv)
vajriṇam
den Donnerkeilträger (Akk.)
saha-vāhanam
samt seinem Reittier (Akk.)

Drei Verse (27-29) bilden im Sanskrit einen zusammenhängenden Satz und werden auf der Quellseite als Einheit geführt.

vṛtra-grastaṁ tam ālokya / saprajāpatayaḥ surāḥ / hā kaṣṭam iti nirviṇṇāś / cukruśuḥ samaharṣayaḥ

Als sie ihn, von Vṛtra verschlungen, sahen, klagten die Götter mitsamt den Prajāpatis und den großen Weisen bekümmert: 'O welch Elend!'

Wort für Wort
vṛtra-grastam
von Vṛtra verschlungen (Akk.)
tam
ihn (Akk.)
ālokya
sehend (Absolutiv)
sa-prajāpatayaḥ
mitsamt den Prajāpatis (Nom. Pl.)
surāḥ
die Götter (Nom. Pl.)
hā kaṣṭam iti
'o welch Elend' - so (Ausruf)
nirviṇṇāḥ
bekümmert (Nom. Pl.)
cukruśuḥ
sie klagten laut (3. Pl. Perf.)
sa-mahā-ṛṣayaḥ
mitsamt den großen Weisen (Nom. Pl.)

nigīrṇo 'py asurendreṇa / na mamārodaraṁ gataḥ / mahāpuruṣa-sannaddho / yoga-māyā-balena ca

Obwohl vom Herrscher der Dämonen verschlungen und in dessen Bauch gelangt, starb er nicht - [geschützt] durch die Rüstung des Höchsten Puruṣa und durch die Kraft der Yogamāyā.

Wort für Wort
nigīrṇaḥ
verschlungen (Nom.)
api
obwohl
asura-indreṇa
durch den Herrscher der Dämonen (Instr.)
na
nicht
mamāra
er starb (3. Sg. Perf.)
udaram
den Bauch (Akk.)
gataḥ
gelangt (Nom.)
mahā-puruṣa-sannaddhaḥ
gerüstet mit [der Rüstung] des Höchsten Puruṣa (Nom.)
yoga-māyā-balena
durch die Kraft der Yogamāyā (Instr.)
ca
und

bhittvā vajreṇa tat-kukṣiṁ / niṣkramya bala-bhid vibhuḥ / uccakarta śiraḥ śatror / giri-śṛṅgam ivaujasā

Nachdem er mit dem Donnerkeil dessen Bauch durchbohrt hatte, trat der Bezwinger Balas, der Allmächtige, heraus und schlug mit Wucht dem Feind das Haupt ab, das einem Berggipfel glich.

Wort für Wort
bhittvā
durchbohrend (Absolutiv)
vajreṇa
mit dem Donnerkeil (Instr.)
tat-kukṣim
dessen Bauch (Akk.)
niṣkramya
heraustretend (Absolutiv)
bala-bhit
der Bezwinger Balas (Nom.)
vibhuḥ
der Allmächtige (Nom.)
uccakarta
er schlug ab (3. Sg. Perf.)
śiraḥ
das Haupt (Akk.)
śatroḥ
des Feindes (Gen.)
giri-śṛṅgam
einem Berggipfel (Akk.)
iva
gleich
ojasā
mit Wucht (Instr.)

vajras tu tat-kandharam āśu-vegaḥ / kṛntan samantāt parivartamānaḥ / nyapātayat tāvad ahar-gaṇena / yo jyotiṣām ayane vārtra-hatye

Der Donnerkeil aber, von schneller Wucht, kreiste ringsum, dessen Nacken durchschneidend, und ließ [das Haupt] erst nach so vielen Tagen fallen, wie [Tage vergehen], wenn die Gestirne zur Sonnenwende [ihre Bahn wechseln] - zur für Vṛtras Tötung [bestimmten] Zeit.

Wort für Wort
vajraḥ
der Donnerkeil (Nom.)
tu
aber
tat-kandharam
dessen Nacken (Akk.)
āśu-vegaḥ
von schneller Wucht (Nom.)
kṛntan
durchschneidend (Part.)
samantāt
ringsum
parivartamānaḥ
kreisend (Part.)
nyapātayat
er ließ fallen (3. Sg. Impf.)
tāvat
so lange, so viele
ahaḥ-gaṇena
durch eine Anzahl von Tagen (Instr.)
yaḥ
welche (Nom.)
jyotiṣām
der Gestirne (Gen. Pl.)
ayane
bei der Sonnenwende (Lok.)
vārtra-hatye
bei der Tötung Vṛtras (Lok.)

[?] Bezieht sich vermutlich auf die traditionelle Angabe, dass der Donnerkeil Vṛtras Hals erst über die Dauer einer Ayana-Periode (halbjährliche Sonnenwende) vollständig durchtrennte.

tadā ca khe dundubhayo vinedur / gandharva-siddhāḥ samaharṣi-saṅghāḥ / vārtra-ghna-liṅgais tam abhiṣṭuvānā / mantrair mudā kusumair abhyavarṣan

Da erklangen am Himmel die Kesselpauken, und Gandharvas und Siddhas mitsamt der Schar großer Weiser priesen ihn mit Hymnen, die die Zeichen des Vṛtra-Töters besangen, und beregneten ihn freudig mit Blumen.

Wort für Wort
tadā
da, dann
ca
und
khe
am Himmel (Lok.)
dundubhayaḥ
die Kesselpauken (Nom. Pl.)
vineduḥ
sie erklangen (3. Pl. Perf.)
gandharva-siddhāḥ
die Gandharvas und Siddhas (Nom. Pl.)
sa-mahā-ṛṣi-saṅghāḥ
mitsamt der Schar großer Weiser (Nom. Pl.)
vārtra-ghna-liṅgaiḥ
mit den Zeichen [Hymnen] des Vṛtra-Töters (Instr. Pl.)
tam
ihn (Akk.)
abhiṣṭuvānāḥ
preisend (Part.)
mantraiḥ
mit Hymnen (Instr. Pl.)
mudā
mit Freude (Instr.)
kusumaiḥ
mit Blumen (Instr. Pl.)
abhyavarṣan
sie beregneten (3. Pl. Impf.)

vṛtrasya dehān niṣkrāntam / ātma-jyotir arindama / paśyatāṁ sarva-devānām / alokaṁ samapadyata

Aus Vṛtras Körper hervortretend, o Bezwinger der Feinde [Parīkṣit], erlangte das Selbst-Licht [die Seele Vṛtras], während alle Götter zusahen, das [höchste] Reich [den Brahman-Bereich].

Wort für Wort
vṛtrasya
Vṛtras (Gen.)
dehāt
aus dem Körper (Abl.)
niṣkrāntam
heraustretend (Akk.)
ātma-jyotiḥ
das Selbst-Licht, die leuchtende Seele (Nom.)
arim-dama
o Bezwinger der Feinde [Parīkṣit] (Vok.)
paśyatām
während sie zusahen (Gen. Pl. Part.)
sarva-devānām
aller Götter (Gen. Pl.)
alokam
das [höchste] Reich (Akk.)
samapadyata
es erlangte (3. Sg. Impf. Med.)

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