Maitreya sprach: Danach zogen sie [die Pracetas], in denen rasch vollkommene Erkenntnis erwacht war, indem sie sich an das von Adhokṣaja Gesprochene erinnerten, fort von zu Hause, nachdem sie [ihre] Gattin ihrem [eigenen] Sohn [Dakṣa] anvertraut hatten.
Wort für Wort
maitreyaḥ
Maitreya (Nom.Sg.)
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)
tataḥ
danach (Adv.)
utpanna-vijñānāḥ
die, in denen Erkenntnis entstanden war (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
āśu
rasch (Adv.)
adhokṣaja-bhāṣitam
das von Adhokṣaja Gesagte (Akk.Sg.)
smarantaḥ
sich erinnernd (Nom.Pl., Part.Präs.)
ātma-je
ihrem [eigenen] Sohn (Dat.Sg.)
bhāryām
die Gattin (Akk.Sg.)
visṛjya
nachdem sie überlassen/anvertraut hatten (Ger.)
prāvrajan
sie zogen fort (3.Pl.Impf.)
gṛhāt
von zu Hause (Abl.Sg.)
Subjekt (grammatisch nur im Plural angedeutet) sind aus dem Kontext von Kap. 30 erschlossen die zehn Pracetas, die ihre gemeinsame Gattin Māriṣā ihrem Sohn Dakṣa überließen, bevor sie zur Askese aufbrachen.
[Sie zogen], geweiht durch das Brahman-Opfer [der Einsicht], dass das Selbst aller Wesen [eines] ist, an das Gestade in westlicher Richtung, wo [einst] der Weise Jājali vollkommen geworden war.
Wort für Wort
dīkṣitāḥ
geweiht (Nom.Pl., PPP)
brahma-satreṇa
durch die [fortgesetzte] Weihehandlung/das Opfer des Brahman (Instr.Sg.)
sarva-bhūta-ātma-medhasā
mit der Einsicht, dass alle Wesen das [eine] Selbst [sind] (Instr.Sg., Kompositum)
pratīcyām
in der westlichen (Lok.Sg.Fem.)
diśi
Richtung (Lok.Sg.)
velāyām
am Gestade/Meeresufer (Lok.Sg.)
siddhaḥ
vollkommen (Nom.Sg.)
abhūt
wurde (3.Sg.Aor.)
yatra
wo (Adv.rel.)
jājaliḥ
Jājali (Nom.Sg., EN)
Verb der Bewegung aus V.1 (prāvrajan) mitzudenken; dīkṣitāḥ setzt das Subjekt (Pracetas) fort.
tān nirjita-prāṇa-mano-vaco-dṛśo
jitāsanān śānta-samāna-vigrahān
pare 'male brahmaṇi yojitātmanaḥ
surāsureḍyo dadṛśe sma nāradaḥ
Nārada, der von Göttern und Dämonen verehrt wird, erblickte sie [die Pracetas], die Lebensatem, Geist, Rede und Blick völlig bezwungen hatten, die [den Yoga-]Sitz gemeistert hatten, deren Körper ruhig und aufrecht waren [und] deren Geist in das höchste, makellose Brahman versenkt war.
Wort für Wort
tān
sie (Akk.Pl.)
nirjita-prāṇa-manaḥ-vacaḥ-dṛśaḥ
von denen Lebensatem, Geist, Rede und Blick völlig bezwungen waren (Akk.Pl., Bahuvrīhi)
jita-āsanān
die den [Yoga-]Sitz gemeistert hatten (Akk.Pl.)
śānta-samāna-vigrahān
deren Körper ruhig und ausgeglichen/aufrecht waren (Akk.Pl.)
pare amale brahmaṇi
im höchsten, makellosen Brahman (Lok.Sg.)
yojita-ātmanaḥ
deren Geist [darin] verbunden/vertieft war (Akk.Pl.)
sura-asura-īḍyaḥ
von Göttern und Dämonen verehrt (Nom.Sg., Bez. Nārada)
tam āgataṁ ta utthāya praṇipatyābhinandya ca
pūjayitvā yathādeśaṁ sukhāsīnam athābruvan
Als er [Nārada] gekommen war, standen sie auf, warfen sich nieder, hießen ihn willkommen und verehrten ihn gemäß der Vorschrift; und als er bequem saß, sprachen sie [zu ihm].
pracetasa ūcuḥ
svāgataṁ te surarṣe 'dya
diṣṭyā no darśanaṁ gataḥ
tava caṅkramaṇaṁ brahmann
abhayāya yathā raveḥ
Die Pracetas sprachen: Willkommen sei dir, o Weiser unter den Göttern! Zu unserem Glück bist du heute zu unserem Anblick gekommen. Dein Umherwandeln, o Brahmane, [dient] zur Furchtlosigkeit [der Welt], wie [das] der Sonne.
yad ādiṣṭaṁ bhagavatā śivenādhokṣajena ca
tad gṛheṣu prasaktānāṁ prāyaśaḥ kṣapitaṁ prabho
O Herr, was uns vom erhabenen Śiva und von Adhokṣaja [Viṣṇu] gelehrt wurde - das ist uns, die wir an häusliche [Angelegenheiten] gebunden waren, fast gänzlich wieder verlorengegangen.
tan naḥ pradyotayādhyātma-jñānaṁ tattvārtha-darśanam
yenāñjasā tariṣyāmo dustaraṁ bhava-sāgaram
Erleuchte uns daher mit dem Wissen über das Selbst, der Schau des Wesens der Wahrheit, wodurch wir mühelos den schwer zu durchquerenden Ozean des [weltlichen] Daseins überqueren werden.
Wort für Wort
tat
deshalb (Adv.)
naḥ
uns (Dat.Pl.)
pradyotaya
erleuchte! (Imp.2.Sg., Kaus.)
adhyātma-jñānam
das Wissen über das Selbst (Akk.Sg.)
tattva-artha-darśanam
die Schau vom Wesen der Wahrheit (Akk.Sg., Apposition)
Maitreya sprach: So von den Pracetas befragt, sprach der erhabene Weise Nārada, dessen Geist in den Erhabenen, den von höchstem Lobpreis [Gepriesenen], versenkt war, zu den Königen.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya sprach
iti
so (Adv.)
pracetasām
von den Pracetas (Gen.Pl. als Agens)
pṛṣṭaḥ
gefragt (Nom.Sg., PPP)
bhagavān
der Erhabene (Nom.Sg.)
nāradaḥ
Nārada (Nom.Sg.)
muniḥ
der Weise (Nom.Sg., Apposition)
bhagavati uttama-śloke
im Erhabenen, dem von höchstem Lobpreis [Gepriesenen] (Lok.Sg.)
nārada uvāca
taj janma tāni karmāṇi
tad āyus tan mano vacaḥ
nṛṇāṁ yena hi viśvātmā
sevyate harir īśvaraḥ
Nārada sprach: Jene Geburt, jene Taten, jene Lebensspanne, jener Geist [und] jene Rede der Menschen [sind wahrhaft von Wert], wodurch Hari, die Weltseele, der höchste Herrscher, verehrt wird.
Was nützen hier die drei Geburten - aus dem Samen, durch die [heilige] Einweihung und durch die [Fähigkeit zum] Opfer -, oder die in den drei Veden verkündeten Werke, selbst einem Mann von göttergleicher Lebensspanne?
Wort für Wort
kim
was [nützt] (Frageindekl.)
janmabhiḥ tribhiḥ
durch die drei Geburten (Instr.Pl.)
iha
hier (Adv.)
śaukra-sāvitra-yājñikaiḥ
durch die aus dem Samen, durch die Einweihung [Sāvitrī] und durch die Opferfähigkeit [entstandenen] (Instr.Pl., Adj. zu janmabhiḥ)
karmabhiḥ
durch die [rituellen] Werke (Instr.Pl.)
vā
oder
trayī-proktaiḥ
durch die in den drei Veden verkündeten (Instr.Pl., PPP)
puṁsaḥ
eines Mannes (Gen.Sg.)
api
selbst
vibudha-āyuṣā
mit göttergleicher Lebensspanne (Instr.Sg., lose angeschlossen)
Fortsetzung der rhetorischen Frage aus V.9: ohne Hinwendung zu Hari sind diese Errungenschaften wertlos.
Was [nützen] Gelehrsamkeit oder Askese, Worte [oder] Regungen des Geistes? Was [nützt] scharfsinniger Verstand, [oder körperliche] Kraft [und] die Macht der Sinne [ohne Hari]?
kiṁ vā yogena sāṅkhyena
nyāsa-svādhyāyayor api
kiṁ vā śreyobhir anyaiś ca
na yatrātma-prado hariḥ
Oder was [nützen] Yoga, Sāṅkhya, Entsagung und [Veden-]Studium? Oder was [nützen] andere heilbringende [Werke], wenn Hari, der sich [darin] nicht selbst schenkt, [durch sie nicht erreicht wird]?
Wort für Wort
kim vā
oder was [nützt]
yogena
durch Yoga (Instr.Sg.)
sāṅkhyena
durch Sāṅkhya (Instr.Sg.)
nyāsa-svādhyāyayoḥ api
auch durch Entsagung und [Veden-]Studium (Instr./Gen.Du., lose)
kim vā
oder was [nützt]
śreyobhiḥ anyaiḥ ca
und durch andere heilbringende [Werke] (Instr.Pl.)
śreyasām api sarveṣām
ātmā hy avadhir arthataḥ
sarveṣām api bhūtānāṁ
harir ātmātmadaḥ priyaḥ
Denn das Selbst ist tatsächlich das letzte Ziel aller heilbringenden [Werke]; und Hari, das Selbst aller Wesen, ist [derjenige,] der das [wahre] Selbst schenkt [und ihnen] der Liebste [ist].
Wort für Wort
śreyasām api sarveṣām
aller heilbringenden [Werke] (Gen.Pl.)
ātmā
das Selbst (Nom.Sg.)
hi
denn/wahrlich
avadhiḥ
die Grenze/das letzte Ziel (Nom.Sg.)
arthataḥ
der Sache nach (Adv.)
sarveṣām api bhūtānām
aller Wesen (Gen.Pl.)
hariḥ
Hari (Nom.Sg.)
ātmā
das Selbst (Nom.Sg., Apposition)
ātma-daḥ
der [das wahre] Selbst schenkt (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
Wie durch das Begießen der Wurzel eines Baumes dessen Stamm, Äste und Zweige gesättigt werden, und wie [alle] Sinne durch die Zufuhr von Nahrung [zum Lebensatem gesättigt werden], ebenso ist die Verehrung des Unfehlbaren [zugleich] die Verehrung von allem [und allen].
Wort für Wort
yathā
wie (Adv.)
taroḥ
eines Baumes (Gen.Sg.)
mūla-niṣecanena
durch das Begießen der Wurzel (Instr.Sg.)
tṛpyanti
werden gesättigt (3.Pl.Präs.)
tat-skandha-bhuja-upaśākhāḥ
dessen Stamm, Äste und Zweige (Nom.Pl.)
prāṇa-upahārāt
durch die Zufuhr von Nahrung zum Lebensatem (Abl.Sg.)
yathaiva sūryāt prabhavanti vāraḥ
punaś ca tasmin praviśanti kāle
bhūtāni bhūmau sthira-jaṅgamāni
tathā harāv eva guṇa-pravāhaḥ
Ebenso wie aus der Sonne die Wasser entstehen und zu [gegebener] Zeit wieder in sie eingehen, [und wie] auf der Erde die unbeweglichen und beweglichen Wesen [entstehen und vergehen], so [entsteht und vergeht] eben in Hari der Strom der [materiellen] Erscheinungsweisen.
Wort für Wort
yathā eva
gerade wie (Adv.)
sūryāt
von der Sonne (Abl.Sg.)
prabhavanti
entstehen (3.Pl.Präs.)
vāraḥ
die Wasser (Nom.Pl.)
punaḥ ca
und wieder (Adv.)
tasmin
in diese (Lok.Sg.)
praviśanti
gehen ein (3.Pl.Präs.)
kāle
zur [rechten] Zeit (Lok.Sg.)
bhūtāni
die Wesen (Nom.Pl.)
bhūmau
auf der Erde (Lok.Sg.)
sthira-jaṅgamāni
die unbeweglichen und beweglichen (Nom.Pl., Adj.)
tathā
ebenso (Adv.)
harau eva
eben in Hari (Lok.Sg.)
guṇa-pravāhaḥ
der Strom der [materiellen] Erscheinungsweisen (Nom.Sg.)
Diese [höchste] Stätte ist jenes transzendente [Wesen] der Weltseele, das gelegentlich erstrahlt wie der Glanz der Sonne, [oder] wie die [zuvor] schlafenden Sinneskräfte erwachen - [sie ist] das Verschwinden der aus der [scheinbaren] Verschiedenheit von Substanz, Handlung und Erkenntnis [entstandenen] Täuschung.
Wort für Wort
etat padam
diese Stätte (Nom.Sg.)
tat param
jenes Höchste (Nom.Sg., Korrelativ)
jagat-ātmanaḥ
der Weltseele (Gen.Sg.)
sakṛt
gelegentlich/einmal (Adv.)
vibhātam
erstrahlt (Nom.Sg., PPP)
savituḥ prabhā yathā
wie der Glanz der Sonne (Nom.Sg.)
yathā asavaḥ
wie die Lebenskräfte (Nom.Pl.)
jāgrati
erwachen (3.Pl.Präs.)
supta-śaktayaḥ
deren Kräfte [zuvor] schliefen (Nom.Pl., Bahuvrīhi) [?]
dravya-kriyā-jñāna-bhidā-bhrama-atyayaḥ
das Verschwinden der aus der Verschiedenheit von Substanz, Handlung und Erkenntnis entstandenen Täuschung (Nom.Sg.) [?]
yathā nabhasy abhra-tamaḥ-prakāśā
bhavanti bhūpā na bhavanty anukramāt
evaṁ pare brahmaṇi śaktayas tv amū
rajas tamaḥ sattvam iti pravāhaḥ
Wie am Himmel Wolken, Dunkelheit und Licht der Reihe nach entstehen und [wieder] vergehen, o Könige, so [entstehen und vergehen] im höchsten Brahman jene Kräfte, [die als] 'Leidenschaft, Dunkelheit [und] Tugend' [bezeichnete] Strömung.
Verehrt daher unmittelbar, mit der Gesinnung der Wesenseinheit [mit ihm], den Einen, [der] das Selbst aller unzähligen verkörperten [Wesen ist] - die Zeit, die Urmaterie, die [höchste] Person, den höchsten Herrscher, dessen Strom der [materiellen] Erscheinungsweisen durch die eigene [geistige] Kraft aufgehoben ist.
Wort für Wort
tena
deshalb (Adv.)
ekam ātmānam
das eine Selbst (Akk.Sg.)
aśeṣa-dehinām
der unzähligen verkörperten [Wesen] (Gen.Pl.)
kālam
die Zeit (Akk.Sg.)
pradhānam
die Urmaterie (Akk.Sg.)
puruṣam
die [höchste] Person (Akk.Sg.)
para-īśam
den höchsten Herrscher (Akk.Sg.)
sva-tejasā
durch die eigene Kraft (Instr.Sg.)
dhvasta-guṇa-pravāham
dessen Strom der Erscheinungsweisen aufgehoben ist (Akk.Sg., Bahuvrīhi)
Durch Mitgefühl gegenüber allen Wesen, durch Zufriedenheit - durch welche auch immer -, und durch die Beruhigung aller Sinne wird Janārdana rasch zufriedengestellt.
apahata-sakalaiṣaṇāmalātmany
aviratam edhita-bhāvanopahūtaḥ
nija-jana-vaśa-gatvam ātmano 'yan
na sarati chidravad akṣaraḥ satāṁ hi
Im makellosen Herzen, aus dem alles Verlangen vertrieben ist, [wird] der Unvergängliche durch unaufhörlich wachsende Andacht herbeigerufen [und begibt sich] wahrlich in die Abhängigkeit von seinen eigenen Geweihten - [aus] dieser seiner [Hingabe an sie] entgleitet er den Heiligen nicht, [so wenig] wie [Wind] durch eine Öffnung [entweicht].
Wort für Wort
apahata-sakala-eṣaṇa-amala-ātmani
im makellosen Herzen, aus dem alles Verlangen vertrieben ist (Lok.Sg.)
aviratam
unaufhörlich (Adv.)
edhita-bhāvana-upahūtaḥ
durch wachsende Andacht herbeigerufen (Nom.Sg., PPP) [?]
nija-jana-vaśa-gatvam
das Sich-Begeben in die Abhängigkeit der eigenen Geweihten (Akk.Sg.)
ātmanaḥ
seines eigenen [Wesens] (Gen.Sg.)
ayan
[dabei] gehend/handelnd (Part., unsicher) [?]
na sarati
entgleitet nicht (3.Sg.Präs.)
chidra-vat
wie [durch] eine Öffnung (Adv., Vergleich) [?]
akṣaraḥ
der Unvergängliche (Nom.Sg.)
satām hi
wahrlich den Heiligen (Gen.Pl.)
Grammatisch und lexikalisch einer der schwierigsten Verse des Kapitels (u.a. 'ayan', Bezug von 'chidravat' unklar); Gesamtdeutung mit [?] versehen.
na bhajati kumanīṣiṇāṁ sa ijyāṁ
harir adhanātma-dhana-priyo rasa-jñaḥ
śruta-dhana-kula-karmaṇāṁ madair
ye vidadhati pāpam akiñcaneṣu satsu
Hari, dem die Besitzlosen lieb sind, deren [einziger] Reichtum das [eigene] Selbst ist, der [wahre] Geschmack Kennende, nimmt die Opfergabe der Übelgesinnten nicht an - [derer,] die durch den Stolz auf [Veden-]Gelehrsamkeit, Reichtum, Familie [und rituelle] Werke den besitzlosen Heiligen Unrecht zufügen.
Wort für Wort
na bhajati
nimmt nicht an (3.Sg.Präs.)
kumanīṣiṇām
der Übelgesinnten (Gen.Pl.)
saḥ hariḥ
er, Hari (Nom.Sg.)
ijyām
die Opfergabe (Akk.Sg.)
adhana-ātma-dhana-priyaḥ
dem die Besitzlosen, deren Reichtum das Selbst ist, lieb sind (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
rasa-jñaḥ
der [wahren] Geschmack Kennende (Nom.Sg.)
śruta-dhana-kula-karmaṇām
derer, [die stolz sind] auf Gelehrsamkeit, Reichtum, Familie, Werke (Gen.Pl.)
śriyam anucaratīṁ tad-arthinaś ca
dvipada-patīn vibudhāṁś ca yat sva-pūrṇaḥ
na bhajati nija-bhṛtya-varga-tantraḥ
katham amum udvisṛjet pumān kṛta-jñaḥ
Da er, in sich selbst vollkommen, [selbst] die Glücksgöttin, die ihm folgt, [und] die nach ihr Verlangenden - die Herren der Menschen [und] die Götter - nicht [eigens] bevorzugt, [sondern] von der Schar seiner eigenen Diener [Geweihten] abhängig ist - wie sollte da ein dankbarer Mann diesen [Hari] aufgeben?
Wort für Wort
śriyam anucaratīm
die Glücksgöttin, die [ihm] folgt (Akk.Sg.)
tat-arthinaḥ ca
und die nach ihr Verlangenden (Akk.Pl.)
dvipada-patīn
die Herren der Menschen (Akk.Pl.)
vibudhān ca
und die Götter (Akk.Pl.)
yat
weil/da (Konj.)
sva-pūrṇaḥ
selbst-erfüllt (Nom.Sg.)
na bhajati
nicht [eigens] bevorzugt (3.Sg.Präs.)
nija-bhṛtya-varga-tantraḥ
der von der Schar seiner Diener abhängig ist (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
Maitreya sprach: Nachdem er so den Pracetas, o König, diese und andere Erzählungen über den Erhabenen vorgetragen hatte, ging der Weise Nārada zur Welt Brahmās.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya sprach
iti
so
pracetasaḥ
den Pracetas (Akk.Pl.)
rājan
o König (Vok.Sg., Anrede an Vidura)
anyāḥ ca bhagavat-kathāḥ
und andere Erzählungen über den Erhabenen (Akk.Pl.)
śrāvayitvā
nachdem er hatte vortragen lassen (Ger.Kaus.)
brahma-lokam
zur Welt Brahmās (Akk.Sg.)
yayau
er ging (3.Sg.Perf.)
svāyambhuvaḥ muniḥ
der Weise, [Sohn] des Selbstgeborenen (Nom.Sg., Bez. Nārada)
Auch sie, nachdem sie den aus dessen Mund hervorgegangenen, die Verunreinigung der Welt hinwegnehmenden Ruhm Haris vernommen hatten, gingen, über dessen Füße meditierend, zu dessen [Haris] Bestimmung ein.
Wort für Wort
te api
auch sie (Nom.Pl.)
tat-mukha-niryātam
aus dessen Mund hervorgegangen (Akk.Sg., PPP)
yaśaḥ
den Ruhm (Akk.Sg.)
loka-mala-apaham
der die Verunreinigung der Welt hinwegnimmt (Akk.Sg.)
etat te 'bhihitaṁ kṣattar
yan māṁ tvaṁ paripṛṣṭavān
pracetasāṁ nāradasya
saṁvādaṁ hari-kīrtanam
Dies, o Kṣattā [Vidura], wurde dir mitgeteilt, [nämlich] das, wonach du mich gefragt hast - das Gespräch der Pracetas mit Nārada, [diese] Verherrlichung Haris.
śrī-śuka uvāca
ya eṣa uttānapado
mānavasyānuvarṇitaḥ
vaṁśaḥ priyavratasyāpi
nibodha nṛpa-sattama
Śrī Śuka sprach: [Nachdem] diese Dynastie des Uttānapāda, des Sohnes Manus, beschrieben wurde, vernimm nun, o Bester der Könige, auch [die Dynastie] des Priyavrata.
Er [Prācīnabarhi], der von Nārada das Wissen um das Selbst erlangt hatte, genoss danach wiederum die Erde, teilte sie unter [seine] Söhne auf und erreichte [schließlich] die höchste Stätte.
Wort für Wort
yaḥ
der/welcher (Nom.Sg.)
nāradāt
von Nārada (Abl.Sg.)
ātma-vidyām
das Wissen um das Selbst (Akk.Sg.)
adhigamya
nachdem er erlangt hatte (Ger.)
punaḥ
wiederum (Adv.)
mahīm
die Erde (Akk.Sg.)
bhuktvā
nachdem er genossen/regiert hatte (Ger.)
vibhajya
nachdem er aufgeteilt hatte (Ger.)
putrebhyaḥ
unter die Söhne (Dat.Pl.)
aiśvaram padam
die höchste Stätte (Akk.Sg.)
samagāt
er erreichte (3.Sg.Aor.)
'yaḥ' bezieht sich auf König Prācīnabarhi, Vater der Pracetas, der zuvor (Kap. 25-29) von Nārada unterwiesen worden war.
Nachdem Kṣattā [Vidura] nun diese von [Maitreya,] dem Sohn Kuṣāravas, vorgetragene wahrhafte Erzählung von der Lehre über den Unbesiegten [Viṣṇu] vernommen hatte, [seine] Ekstase angewachsen [und] von Tränentropfen überwältigt, hielt er mit dem Haupt den Fuß des Weisen und im Herzen den Fuß Haris.
Wort für Wort
imām tu
diese aber (Akk.Sg.)
kauṣāraviṇā
von [Maitreya,] dem Sohn Kuṣāravas (Instr.Sg.)
upavarṇitām
vorgetragene (Akk.Sg., PPP)
kṣattā
Kṣattā [Vidura] (Nom.Sg.)
niśamya
nachdem er vernommen hatte (Ger.)
ajita-vāda-sat-kathām
die wahrhafte Erzählung von der Lehre über den Unbesiegten (Akk.Sg.)
pravṛddha-bhāvaḥ
dessen Ekstase angewachsen war (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
aśru-kalā-ākulaḥ
von Tränentropfen überwältigt (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
muneḥ caraṇam
den Fuß des Weisen (Akk.Sg.)
dadhāra mūrdhnā
hielt er mit dem Haupt (3.Sg.Perf. + Instr.Sg.)
hṛdā hareḥ
und im Herzen [den Fuß] Haris (Instr.Sg. + Gen.Sg.)
Vidura sprach: Eben dieses jenseitige Ufer der Finsternis, wohin [nur] die Besitzlosen Hari erreichen, wurde mir heute, o großer Yogi, von dir, dem Mitfühlenden, gezeigt.
Śrī Śuka sprach: So [sprechend], nachdem er sich verneigt und von ihm [Maitreya] Abschied genommen hatte, reiste Vidura, in dem Wunsch, seine eigenen Verwandten zu sehen, mit befriedetem Gemüt nach Hastināpura.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
iti ānamya
so, nachdem er sich verneigt hatte (Ger.)
tam āmantrya
nachdem er von ihm Abschied genommen hatte (Ger.)
viduraḥ
Vidura (Nom.Sg.)
gaja-sāhvayam
nach [der Stadt] 'Elefanten-benannt' [Hastināpura] (Akk.Sg.)
Wer dies vernimmt, o König, [die Geschichte] der Könige, deren Selbst Hari hingegeben war, der möge Lebensspanne, Reichtum, Ruhm, Wohlergehen, [das höchste] Ziel [und] Herrschermacht erlangen.
Wort für Wort
etat
dies (Akk.Sg.)
yaḥ śṛṇuyāt
wer hört (Nom.Sg. + 3.Sg.Opt.)
rājan
o König (Vok.Sg., Anrede an Parīkṣit)
rājñām
der Könige (Gen.Pl.)
hari-arpita-ātmanām
deren Selbst Hari hingegeben war (Gen.Pl., Bahuvrīhi)